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12decode

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Donnerstag, 16. November 2017, 11:16

Gimbal Feiyu a1000...leider Kernschrott :-(

Hi, seit ein paar Monaten tut sich bei Gimbals, die paylodmäßig auf spiegellose Systemcams und kleine DSLRs ausgelegt sind, ja eine ganze Menge.


Der bekannte Crane geht inzwischen als Crane 2 in die eigentlich schon dritte Generation (Facelift V2 mitgerechnet), und etliche weitere Gimbals kommen teils mit Kampfpreisen auf den Markt.

So auch Feiyutech mit der neuen "Alpha" Serie a1000 und a2000. Beide auf die Nutzung zusammen mit den aktuellen Sony Spiegellosen ausgelegt, aber auch anderes bis 1 (beim a1000) und 2 Kilogramm paßt natürlich drauf.
Mein Kamerasetup (Cam mit ständig montierter Acraswiss-Platte/Grifferweiterung und dem fürs Filmen meist verwendeten Objektiv) kommt zusammen auf 850 Gramm, wäre also ein Fall für den a1000. Der wartet zudem noch mit einem netten Feature auf, nämlich einem schräg gestellten Roll-Motor, der dadurch tiefer als üblich positioniert werden kann und dann bei senkrecht gehaltenem Griff den Kamerabildschirm (klappbar aber nicht ausschwenkbar) weit weniger verdeckt als es sonst üblich ist.
Beim großen Fluß gibt es das Dingens zudem derzeit noch für satte 200 Euronen unter dem Preis des Crane V2, den ich eigentlich schon im Warenkorb hatte.
Also...Versuch macht kluch, und erst mal den bestellt.

Schon die Lieferung war ein mittleres Drama, "Amazon Logistics" erwies sich hier als der mit Abstand unfähigste Lieferservice der letzten 20 Jahre.
OK, im dritten Anlauf kam das Teil dann endlich, via Hermes statt AL.Doch schon am selben Abend stellte sich heraus, besser wäre es gewesen wenn auch Hermes das Teil verbummelt hätte.

Denn selten zuvor habe ich SO viel Murks auf einmal gesehen!

Fängt schon bei der Montage an: die angebliche "Schnellwechselplatte" ist effektiv keine, denn eine solche würde ja per definitionem eine Demontage und anschließende Wiedermontage der Kamera ohne erneutes Balancing ermöglichen.
GENAU DAS geht aber nicht, sondern es handelt sich um eine hundsgewöhnliche direkte Verschraubung des Kameragewindes mit einer Justageplatte, wobei die Position der Verschraubung in einem Langloch (und somit nicht fixierbar) selbst auch zur Einstellung genutzt wird.

OK, dann eben nachgeholfen, eine Arca-Swiss Klemme liegt hier noch rum. Erhöht allerdings das Gewicht nochmals um 50 Gramm und baut das Ganze einen Zentimeter weiter hoch, was dazu führt, daß für ein sauberes Auspendeln die Verstellung des Tilt-Arms fast bis zum Anschlag nach unten muß.

Beim Balancing tut man noch gut daran, nicht den mitgelieferten Tripod-Klappfuß aus biligster Plaste zu verwenden, der ist nämlich nicht nur viel zu klein, sondern auch extrem wabbelig.
Hat man das Ganze dann justiert, geht der "Spaß" weiter. Der "Lock" Modus, in dem alle Achsen gesperrt, also alle Bewegungen ausgelichen werden, läßt sich nämlich nicht dauerhaft, sonden nur durch Festhalten(!) eines Knopfes aktivieren. Und sobald man den Knopf losläßt, wird die KOMPLETTE bisher ausgeglichene Bewegung ruckartig(!) "nachgeholt". Und DAS sieht dann so richtig schxxxe aus in der Aufnahme.


Pan ist der Standardmodus, also Ausgleich von Tilt&Roll und nur leichtes "Andämpfen" von Bewegungen um die Hochachse, anschließend wird mitgezogen. Per Joystick kann eine Drehung um Hoch- und Querachse gesteuert werden, leider reagiert der aber sehr unsensibel, also nur zur Vorpositionierung taugt das, für Bewegungen während der Aufnahme ist die Steuerung SO komplett unbrauchbar, auch das kenne ich von anderen Gimbals weit smoother.
Pan&Tilt zieht ebenso bei Neigebewegungen jeweils nach "Andämpfen" mit, über den Joystick sollte dann eine Roll-Steuerung möglich sein. Sollte, den effektiv wird damit nur ein übles Gewackel in alle möglichen Richtungen ausgelöst, mit einer leichten Tendenz zu einer Roll-Bewegung dabei.
Schließlich der unvermeidliche "Selfiemodus", der aber lediglich ein (ruckartiges) Drehen der Cam um 180° bewirkt, und last but not least ein Autorotaion-Modus. In selbigem kann man Anfangs- und Endpunkt einer Drehung um Pan und/oder Tilt vorgeben, und diese bewegung wird dann langsam nachgefahren.SEHR langsam, denn Vorgabe ist 1 Stunde pro Umdrehung. Schneller einstellen läßt sich das nicht am Gimbal selber, sondern nur via Bluetooth über die App.

Und damit geht der Schrott weiter, denn die Bluetoothverbindung samt der App dazu ist ebenso ein Trauerspiel.

Ein wirres Durcheinander von Dialogfeldern mit chinesischen, englischen und deutschen Texten, und was noch schlimmer ist: ES GEHT NICHT!

Denn von den gestern abend insgesamt aufzutreibenden SIEBZEHN verschiedenen Smartphones, von einfach und etwas älter bis aktuellstes Topmodell des Marktführers, erkennen ganze FÜNF nur, daß das Dingens überhaupt in der Nähe ist.

Sich damit verbinden konnte aber exakt KEINES davon.

Wäre ja halb so wild, wenn man diese Bluetoothverbindung nicht unbedingt bräuchte, um überhaupt ein paar grundlegende Einstellungen an dem Dingens vornehmen zu können, s.o.

Die eigentliche Stabilisierung... naja! Drehbewegungen (Pan) werden einigermaßen ausgeglichen, jedenfalls solange man den erwähnten Lock-Knopf festhält, Nickbewegungen (Tilt) hingegen nur mit einer kleinen Verzögerung, die man im Bild sehr deutlich sieht. Erst zusätzliches Aufaschalten des Kamera-/Objektivstabilisators macht das Ganze halbwegs erträglich.

Den labberigen Vollplaste-Ausklappfuß hatte ich ja schon erwähnt, also um auf SOWAS eine Kamera plus Objektiv im jeweils deutlich oberen dreistelligen Bereich (Gimbal selber kommt ja noch dazu) balancieren zu wollen, muß man schon gute Nerven (oder eine sehr kulante Foto-Vollkasko) haben.

Sehr unzuverlässig auch die Fernauslösefunktion, geht meist nur ein einzigesmal nach dem Einschalten von Cam und Gimbal.

Mal abgesehen davon ist an dem dazu mitgelieferten Kabel die Metallzunge des Micro USB Steckers VIIIIIIIIIEEEEEEEL zu lang ist und auch nicht sauber arretiert, rutscht also dauernd wieder raus.

Bleibt als einziger positiver Punkt der leicht schräggestellte Roll-Motor, der erleichtert wirklich etwas den Blick aufs Kameradisplay.. Nur was nützt das, wenn bei den elementarsten Kernfunktionen des Teils eine Katastrophe die nächste jagt ?!?

Somit ist wieder mal die gut bayrische Antwort fällig:

BEHOIT'S EUER G'LUMP !!!

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joey23

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Donnerstag, 16. November 2017, 18:33

Ein paar Bilder wären noch hilfreich...

Ich muss gestehen, dass ich bei solchen Billig(st)-Nachbauten bekannter Geräte eh immer ziemlich skeptisch bin. Meist hat es einen guten Grund, warum das Original entsprechend teurer ist.

12decode

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Freitag, 17. November 2017, 10:32

hab´ das Teil gleich am nächsten Tag wieder eingepackt und return to sender.

Was mir noch auffiel: die Schrägstellung des Roll-Motors erleichtert zwar den Blick aufs Display (bzw. dessen Erreichbarkeit für touch menu / touch focus etc.), führ aber dazu, daß beim seitlichen Neigen des Griffs schneller ein für die Funktion eines Gimbals sehr ungünstiger Zustand der Mechanik erreicht wird, in dem die drei Motoren (bzw. ihre Achsen) auf einer Ebene liegen.

Schon bei Annäherung an diesen Zustand wird die Stabilisierung äußerst unruhig und "springt" dann sogar gerne mal in eine andere Position.

Letzteres ist zwar normal, aber wie schon erwähnt, begünstigt die unkonventionelle Positionierung des Roll-Motors eine solche Situation.

Andererseits kann man auch bei einem Gimbal mit herkömmlicher Anordnung der Motoren durch leichtes vor/zurück Verkippen des Griffs i.a. den Kamerabildschirm bei Bedarf noch ganz gut erreichen, also der vermeintliche Vorteil des abgesenkten Roll-Motors ist auch nicht SO gravierend, führt aber an anderer Stelle zu Problemen...

Stattdessen seh ich mir jetzt mal das AFI VS-3SD an. Soll etwas heikel mit dem Balancing sein, v.a. wenn man eine leichte Kamera mit schwerem Glas vorne dran benutzt, aber dort einmal gut eingestellt sehr gute Ergebnisse liefern. Weniger Spielkram (BT, Autorotation etc.) drin, dafür noch mal zwei gemütliche Abendessen in Luigis Trattoria billiger.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »12decode« (17. November 2017, 13:48)


OpenMindPictures

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Freitag, 17. November 2017, 10:56

Wenn du ein Gimbal suchst, dann würd ich zum DJI Ronin M greifen. Unglaublich was das Teil kann! Der Preis ist relativ hoch, die Freude aber umso grösser wenn man merkt, dass es eine super Investition war. Die Fernsteuerung die dabei ist kann man für Produktfilme sehr gut brauchen, die zwei Akkus halten lange, alles in allem ein super Produkt.

12decode

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Freitag, 17. November 2017, 13:54

Danke für den Tip, aber das Ronin M sprengt dann doch "etwas" das Budget, angesichts der zu erwartenden Einsatzmöglichkeiten hier.

12decode

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Dienstag, 12. Dezember 2017, 15:09

So, habe jetzt einen Crane V2, der macht seinen Job an der Fuji recht gut.

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