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Tofuhuehnchen

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Samstag, 7. Oktober 2017, 20:01

Fragen zu Blende, ISO, Verschlusszeit & Weissabgleich

Servus Leute,

ich hab jetzt seit Juni 2016 die Panasonic GH4 mit dem 14-140mm Kit-Objektiv und einer 35mm Festbrennweite.
Damit hab ich jetzt schon einige kleinere Sachen gedreht und mich auch (unteranderem mit einer Berufsfotografin) über die Themen Blende, ISO, Weissabgleich und Verschlusszeit(der oft erwähnte Shutter oder?) schlau gemacht.

Mein Wissensstand:

Blende: Bestimmt wieviel Licht auf den Sensor fällt und beeinflusst damit auch was vom Bild wie scharf ist und soviel ich merken konnte auch die Helligkeit des Bildes (weil ja mehr oder weniger Licht reinkommt)
Große Blendenzahl -> großer Bereich scharf, Blende geschlossen
Kleine Blendenzahl -> kleiner Bereich scharf, Blende offen

ISO: Die Lichtempfindlichkeit - bisher konnte ich dabei nur beobachten, dass sich die Helligkeit ändert

Verschlusszeit: Steuert wie lange Licht auf den Sensor fällt. Bestimmt soviel ich bisher gemerkt habe auch die Helligkeit und reduziert flimmern bei Computermonitoren.

Weissabgleich: Dient soviel ich weiß um die Farbtemperatur festzulegen. Da arbeite ich immer mit den vorhandenen Profilen, mir ist aufgefallen, dass zB bei Einstellung "Kunstlicht" das Bild blauer wird und kälter wirkt.


Das Problem dass ich nun habe ist, wie benutze ich diese Parameter um das Bild zu gestalten?

Ich benutze das ganze eigentlich nur um die Helligkeit des Bildes zu ändern - und da kommt auch gleich die nächste Frage die dadurch entsteht:

Das Bild sieht auf dem Monitor der Kamera so aus wie ich es will (wird mit den versch. Parametern so eingestellt wie ich es haben will) aber am PC ist es dann oft zu hell, zu dunkel, etc...
Mir ist bewusst, dass das mit mir zutun hat bzw. mit meinen Einstellungen - aber wie kann ich das verhindern?

Gibt es hier Grundregeln oder Tipps die Ihr mir geben könnt?

Liebe Grüße
Euer Tofuhuehnchen

wabu

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Samstag, 7. Oktober 2017, 22:28

Du hast ein paar Sachen ja schon beschrieben

Große Blendenzahl -> großer Bereich scharf, Blende geschlossen
Kleine Blendenzahl -> kleiner Bereich scharf, Blende offen

Steuert wie lange Licht auf den Sensor fällt.

Fotografisch(!) wie scharf eine Bewegung abgebildet wird

Im Film nicht immer erwünscht (Thema ruckeln) da soll eine bestimmte Verschlusszeit genommen werden (Die 180° Regel)

Dazu ggf dies

ISO kennzeichnet die Empfindlichkeit - damit kann man steuern in begrenztem Umfang) wie man auf eine gewünschte Zeit/Blenden Kombination kommt (zu viel ISO = Bildrauschen)

Weißabgleich ist in der ersten Funktion nur zur farblichen Neutralstellung wichtig.

Aber: bei einer Szene mit Tageslicht außen (Blau) und Kunstlicht innen (Gelb) kann die Balance des Weißabgleichs massiv die Bildstimmung beeinflussen

Das Bild sieht auf dem Monitor der Kamera so aus wie ich es will ...... aber am PC ist es dann oft zu hell, zu dunkel, etc...

Das ist eine Frage des Abgleiches des Workflow denn dazu kommt: wie sieht es auf einem TV Gerät / mit einem Beamer aus.

Bluescreen

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Samstag, 7. Oktober 2017, 23:44

Vielleicht ist es ja ganz hilfreich, ich beschreibe dir einfach mal meinen Workflow bezüglich dieser Parameter bei der Komposition einer Szene.

Da ich mit 25 fps filme, ist die Verschlusszeit bei mir generell auf 1/50 eingestellt. Wie wabu bereits angesprochen hat, macht man das, um Ruckeln zu vermeiden. Dabei gilt: 25fps = 1/50; 50fps = 1/100 (also für den Nenner der Verschlusszeit immer das doppelte der Framerate nehmen)

Als nächstes stelle ich immer die Blende ein. Wenn ich beispielsweise möchte, dass nur ein geringer Teil der Tiefe scharf ist und ich ein sogenanntes Bokeh im Hintergrund haben möchte, wähle ich eine kleine Blendenzahl, wodurch das Bild auch automatisch heller wird.
Um das auszugleichen, kann man an der ISO herumspielen oder einen ND-Filter (praktisch eine Sonnenbrille fürs Objektiv) vorne dranschrauben.
Bei einer geringen Tiefenschärfe lenkt man das Auge des Betrachters automatisch auf den scharfen Bereich - mit einer Schärfenverlagerung kannst also genauso gut Aufmerksamkeit verlagern.

Filmt man in dunklen Räumen und das Bild ist zu dunkel, sollte man also mit möglichst weit geöffneter Blende filmen, denn eine zu hohe ISO erhöht das Bildrauschen. Außerdem kann man natürlich auch zusätzliche Beleuchtung einsetzen, wodurch man ohnehin eine viel bessere Kontrolle über die Helligkeit und Lichtsetzung hat.

Beim Weißabgleich verwende ich Presets der Kamera oder ich mache einen manuellen Weißabgleich mit einem weißen Stück Karton (ich sage der Kamera also im Prinzip, dass diese Farbe vom Karton weiß ist).

Bis man das Zusammenspiel dieser Parameter beherrscht, braucht man etwas Übung und ich kann aus eigener Erfahrung nur empfehlen, konsequent den Manuellmodus der Kamera (auch beim Fokus) zu verwenden, da man nur so sich mit den Einstellungen auch wirklich befasst.

Viel Erfolg!
Felix

Tiger

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 01:56

Das Problem dass ich nun habe ist, wie benutze ich diese Parameter um das Bild zu gestalten?

Oft geht es bei Dreh bei den genannten Parametern weniger um Bildgestaltung sondern erst einmal darum, möglichst viel "Information" mit der Kamera aufzunehmen. Die Verschlußzeit fällt normalerweise als Variable raus, siehe die genannte 180° Regel. Zumindest sollte sie innerhalb eines Films nicht schwanken, sonst passen die einzelnen Szenen später nicht zusammen. Der Weißabgleich sollte neutral sein, d.h. eine weiße Fläche ist auch auf der Aufnahme weiß. Die Belichtung sollte so gewählt sein, daß die begrenzte Dynamik der Kamera optimal genutzt wird, d.h. keine Highlights (z.B. Himmel) überbelichtet bzw. ausgebrannt sind und die Schatten nicht absaufen. Je nach Motiv und Kamera sind zwangsläufig Kompromisse nötig bzw. man muss zusätzliches Licht ranschaffen, um zu große hell/dunkel Differenzen auszugleichen. Ziel ist erstmal, Helligkeits- und Farbumfang der Szene möglichst umfassend aufzunehmen. Die Blende spielt dabei eine Sonderrolle, sie steuert Belichtung und Schärfe/Unschärfe und hat damit neben der reinen Belichtungskorrektur einen direkten Einfluss auf die Bildgestaltung. Wenn die Bildgestaltung eine bestimmte Blende erfordert, wird die Belichtung über ISO und ggf. ND-Filter angepasst um wieder im optimalen Bereich zu liegen und keine Bildinformationen zu verlieren.

Wenn später ein bestimmter Look gewünscht wird, z.B. day for night, wird trotzdem erst einmal korrekt belichtet und der Weißabgleich ist neutral. Später in der Nachbearbeitung kann man das dann prima abdunkeln und die Farben rausnehmen bzw. ins blaue ziehen. Es ist aber nicht möglich, Informationen, die nicht aufgenommen wurden noch hinzuzufügen. Ein überbelichteter Himmel oder ein unterbelichteter Schatten ist nur noch eine Fläche ohne jegliche Details, nicht aufgenommene Daten kann man nicht herzaubern. Falscher Weißabgleich führt z.B. bei Kunstlicht gerne zu gelben Hauttönen, die man kaum noch korrigieren kann. Es geht also erst einmal darum, Dynamik bzw. Farbraum der Kamera voll auszunutzen und damit einen möglichst großen gestalterischen Spielraum für die Postproduktion zu schaffen.

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Thoma

Tofuhuehnchen

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 12:19

Servus Leute,

danke erstmal für die vielen und ausführlichen Antworten. :)


@wabu:

Zitat

Im Film nicht immer erwünscht (Thema ruckeln) da soll eine bestimmte Verschlusszeit genommen werden (Die 180° Regel)
Die 180° -Regel ist das was auch Bluescreen beschrieben hat oder: Verschlusszeit = doppelte Framerate - verstehe ich das richtig?

Der Link zu deinem Tutorial ist sehr hilfreich - das PDF ist auch recht verständlich zu lesen, danke dir dafür! :)
Weißabgleich ist in der ersten Funktion nur zur farblichen Neutralstellung wichtig.



Aber: bei einer Szene mit Tageslicht außen (Blau) und Kunstlicht innen (Gelb) kann die Balance des Weißabgleichs massiv die Bildstimmung beeinflussen
Ok, das erklärt einiges. Dann wäre es in jedem Fall besser den Weißabgleich immer manuell mit einem weißen Blatt Papier zu machen oder?


Was den Workflow angeht - der ist bei mir folgender:

Ich plane die Szene und baue diese auf, dann wird entsprechend dem Bild in meinem Kopf beleuchtet und danach die Kamera in die gewünschte Position gebracht.
Wenn die Kamera und der gewünschte Bildauschnitt eingerichtet sind, dann kontrolliere ich das Bild und spiele solange mit ISO und Blende herum bis ich die gewünschte Helligkeit habe und das Bild so aussieht wie es soll(was bei dem kleinen Kamera Monitor meist recht schwierig zu beurteilen ist).

Die Verschlusszeit greife ich nicht an, die ist bei mir auf 24p= 1/50 eingestellt und bei der Zeitlupe auf 96p = 1/200. Das sind von mir vorkonfigurierte Custom-Profile für "normale" Aufnahmen(meist Blende 4, ISO 100-400 und 24p & 1/50) & Zeitlupe(96/24p & 1/200) die ich eigentlich immer verwende außer ich brauch was spezielles dann wird eigenes nochmal alles manuell Konfiguriert.

Am TV und am Beamer hab ichs noch nicht probiert, das wäre für mich rein der Reihenfolge nach erst der letzte Schritt nachdem alles fertig geschnitten und bearbeitet ist und der Film somit fertig ist.


@Bluescreen:

Zitat

Filmt man in dunklen Räumen und das Bild ist zu dunkel, sollte man also mit möglichst weit geöffneter Blende filmen, denn eine zu hohe ISO erhöht das Bildrauschen. Außerdem kann man natürlich auch zusätzliche Beleuchtung einsetzen, wodurch man ohnehin eine viel bessere Kontrolle über die Helligkeit und Lichtsetzung hat.
Genau dieses Problem habe ich öfters - da ich aktuell nur in einem Betonkeller aufnehmen kann sind die Grundbedingungen meist sehr schlecht und das Bild ist extrem dunkel. Da muss ich mit Scheinwerfern, ISO und Blende nachhelfen. Das ganze sieht dann wunderbar aus - habe jedoch auch das Rauschen der ISO drinnen, weil ich dann oft extrem hochdrehen muss bis das Bild genug Helligkeit hat.

Wobei ich ehrlich sagen muss, dass beim Filmen draußen oft mehr schief gehen kann in Sachen Helligkeit als beim Filmen mit kontrolliertem Licht im Keller. Liegt aber glaub ich auch an meinem noch nicht recht eingespielten / vorhandenen Workflow.


@Tiger:

Das heißt im Prinzip lege ich fest welche und wieviel Infos ich in meinem Bild haben will um dann damit in der Postproduktion arbeiten zu können?



@All: Ich hab gestern einen kleinen Zeitlupentest gemacht und mal hier angehängt. Dabei war die Situation folgende: In einem Kellerraum haben wir einen Tisch mit einer Spanplatte und schwarzen Müllsäcken gebaut. Dieser wurde mit einem 800W Redhead seitlich ausgeleuchtet. Dabei war das Problem, dass trotz Scheinwerfer alles extrem dunkel war - daher hab ich die ISO voll raufgedreht auf ca. 1600. Das hat sich nun leider negativ ausgewirkt, weil ich nun Rauschen drinnen habe.

Blende war 4, ISO 1600 und Verschlusszeit 1/200.

Habe es euch mal in meine Galerie hochgeladen: Timelapse_Cocaine.mp4 (47,3 MB)

lg
Euer Tofuhuehnchen

Tiger

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:59

Das heißt im Prinzip lege ich fest welche und wieviel Infos ich in meinem Bild haben will um dann damit in der Postproduktion arbeiten zu können?

Im Idealfall willst du alle Bildinformationen der Szene auf der Aufnahme haben d.h. vom hellsten bis zum dunkelsten Pixel und den kompletten Farbraum. Das ist die Theorie, die Prasis sieht erheblich anders aus. Die Dynamik der Kamera ist begrenzt und der Farbraum ebenfalls. Ein Log-Profil bei der Aufnahme hilft hier etwas, falls RAW keine Option ist, kann die Physik aber nicht ausschalten. Wenn der Kontrast der Szene die Möglichkeiten der Kamera übersteigt, verlierst du entweder in den Highlights oder in den Schatten Details. Bei einer DSLR mit 8 Bit mehr, bei einer Red Epic mit theoretischen 16 Bit weniger, aber Verluste gibt es immer. Möglichkeit eins ist Kontrast reduzieren, am einfachsten ist oft die Schatten aufhellen mit zusätzlichem Licht. Möglichkeit zwei ist, auf Details zu verzichten. Fast immer ist es dabei besser, die Schatten absaufen zu lassen als die Highlights auszubrennen, sprich lieber minimal unterbelichtet als überbelichtet. Jeder kennt vermutlich das problem mit reflexionen in Gesichtern wenn die Maske nicht perfekt war, das führt gerne zu ausgebrannten Stellen in Form von weißen Flecken im Gesicht. Das sieht extrem hässlich aus und lässt sich in der Postproduktion nicht mehr wirklich fixen, also lieber hier die Details retten und irgend eine dunkle Zimmerecke opfern.

Es gibt die ETTR Regel = expose to the right. Auf deutsch bedeutet das, so zu belichten, daß die Histogramm-Anzeige an der Kamera am rechten Rand "anstösst" also die hellsten Pixel die Dynamik der Kammera gerade voll ausnutzen. Die Verluste in den Schatten sind wie geschrieben leichter zu verschmerzen. Mit sturem ETTR ist aber jeder Shot unterschiedlich belichtet, daher sieht es oft natürlicher im Zusammenschnitt aus, innerhalb einer Szene bei ähnlichen Bildwinkeln die hellste Einstellung "to the right" zu belichten und für die weiteren Shots die Belichtung stehen zu lassen. Nützliche Tools für eine gute Belichtung sind ein großer Monitor mit vernünftiger Histogramm-Anzeige und im Idealfall Falschfarben-Modus (die Helligkeit wird in eine Farbskala übersetzt) an der Kamera sowie ein Belichtungsmesser, um die ausgeleuchtete Szene besser zu verstehen, auch ohne den Blick durch die Kamera.

Für die Farben gilt eine ähnliche Taktik, der Farbraum hat grenzen. Weiß ist in der Mitte, von da aus geht es in alle Richtungen abwärts. Ist der Weißabgleich verschoben, gehen irgendwo zu früh Fabrinformationen verloren, die nicht mehr hergezaubert werden können. Dazu ist ein korrekter Weißabgleich in der Postproduktion einfacher zu handeln als wenn erst die Farbtemperatur geradegebogen werden muss. Einen sauberen Weißabgleich bekommt man mit einer Graukarte und einem RGB Histogramm oder einem "parade" scope, falls Kamera oder ext. Monitor das kann. Falls später ein Colorist das Material zur nachbearbeitung bekommt, freut er sich, wenn zusätzlich noch ein Colorchecker mit aufgenommen wurde.

Hier noch ein paar Links:

ETTR:

https://en.wikipedia.org/wiki/Exposing_to_the_right

Rec.709 Farbraum, damit haben wir es üblicherweise zu tun (DCI-P3 wenn der Film im Kino läuft):

https://en.wikipedia.org/wiki/Rec._709

xrite Color Checker:

http://xritephoto.com/colorchecker-classic




P.S. zu dem Kokain Film: Das ist hautsächlich farbrauschen, sollte mit einem Denoiser wie Neat Video oder dem eingebauten Tool aus Davinci Resolve Studio leicht in den Griff zu bekommen sein.

Tofuhuehnchen

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Samstag, 14. Oktober 2017, 13:45

Servus Leute,

so, zuallererst muss ich mich mal entschuldigen, dass ich so spät antworte.

Danke @Tiger für den ausführlichen Beitrag und die weiterführenden Links. :)


Zu ETTR: Das heißt ich muss schauen, dass ich mit meiner DLSR die 8Bit die ich zur Verfügung hab so gut es geht ausnutze und daher immer etwas unterbelichte und Schatten im Bild habe anstatt alle Schatten "weg" zu leuchten weil dann das Bild überbelichtet wäre?

Das mag jetzt eine blöde Frage sein, aber im Fall der GH4 wäre es daher sinnvoller alles auf V-Log zu drehen nehme ich an?

Beim Weißabgleich arbeite ich meist nur mit einem weißen Blatt Papier auf das ich dann den WB einstelle(zu meiner Schande nur mit den voreingestellten Profilen).
Dieser colorchecker den du mir verlinkt hast ... der dient wenn ich die Erklärungen richtig verstanden habe dazu nacher Referenzen für die vorhandenen Farben zu haben und gleichzeitig mit dem weißen Feld das mit drauf ist einen korrekten WB einzustellen.
Das heißt ich stelle meinen WB auf das weiße Feld des colorcheckers ein, filme diesen dann mit und habe einen korrekten WB, in der Postproduktion kann dann für die Nachbearbeitung auf die zusätzlichen Referenzfarben des Colorcheckers zurückgegriffen werden.
Diese Prozedur müsste ich aber sobald die Kameraposition sich ändert jedesmal machen oder?


lg
Euer Tofuhuehnchen

wabu

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Samstag, 14. Oktober 2017, 13:52

Das "jedes mal machen" ist eine Ansichtssache.

Ändert sich bei ausgeleuchteten Szenen denn die Lichtfarbe? eher nicht.

Für die Belichtungsmessung gilt das natürlich nicht.....

Bei Tageslicht nehme ich als Referenz den (leicht) bedeckten Himmel (mittags) oder eine entsprechende Voreinstellung

Scheint dann die Sonne ist es eben "wärmer" wie auch zum Abend hin. Aber auch die Gewitterstimmung ist stimmiger...

Tofuhuehnchen

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9

Samstag, 14. Oktober 2017, 13:57

Servus Wabu,

hmm.ich denke ich verstehe. Dann müsste ich den colorchecker inkl. WB eigentlich nur beim ändern der Szene bzw. der Lichtverhältnisse machen. Bei ein und derselben Szene inkl. gleichgebliebender Beleuchtung aber anderem Kamerawinkel / Kameraposition wäre das nur am Anfang der Szene notwendig. Geh ich dann zB raus drehen oder drehe einen Scheinwerfer ab muss ich das wieder neu machen.

Die Belichtungsmessung mache ich dann danach mit diesem Histogramm von dem Tiger geschrieben hat damit ich dann eine Referenzbelichtung raussuche (zB bedeckter Himmel) und meine Szene daran anpasse?


lg
Euer Tofuhuehnchen

vobe49

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Samstag, 14. Oktober 2017, 18:08

Vielleicht noch ein Gedanke was den Shutter angeht.

Solange ich mit einem Camcorder gefilmt habe, der einen ND-Filter an Bord hatte, habe ich das auch so nach der "reinen Lehre" gemacht: 25 oder 50 fps --> 1/50 sec. Seit einiger Zeit filme ich jedoch mit der Bridge-Kamera Sony RX10 Mark 3, und die hat keinen Graufilter eingebaut; man muss also bei hellem Wetter einen Graufilter aufschrauben. Wenn man bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht ständig schrauben will, muss man ein variables Graufilter einsetzen - habe ich versucht und damit keine so guten Erfahrungen gemacht, weil die variablen ND-Filter zumindest bei Fotos einen Qualitätsverlust brachten - bei Videos wird das ggf. auch so sein.

Ein Bekannter sagte mir, er filmt prinzipiell mit der Fotoeinstellung. Ich habe das dann intensiv getestet und kann bei der Art von Videos, die ich hauptsächlich mache (keine Szenen mit sich schnell bewegenden Objekten oder mit schnellen Bewegungen der Kamera) keinen Qualitätsnachteil erkennen. Vorteil für mich, der neben dem Filmen immer auch fotografieren will und der sich mit der optimalen Nutzung der Einstellmöglichkeiten im Bereich Fotografie gut auskennt: ich wechsele zwischen Video- und Fotoaufnahme nur den Auslöseknopf und da man bei der RX10 Tasten programmieren kann, liegen die schön neben einander.

wabu

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Sonntag, 15. Oktober 2017, 10:06

Für Vobe49


hier kann man gut sehen wie was wirkt: Alle Autos die weietr weg sind ruckeln nicht.

Deswegen ist mir die Beli Zeit zu 90% wurscht

Für Tofuhuehnchen:

Wenn du Szenen anpassen willst / musst dann hilft das (vielleicht)

Du machst ja keine Reproduktionen in verschiedenen Lichtverhältnissen....

Tiger

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Montag, 16. Oktober 2017, 20:19

Zu ETTR: Das heißt ich muss schauen, dass ich mit meiner DLSR die 8Bit die ich zur Verfügung hab so gut es geht ausnutze und daher immer etwas unterbelichte und Schatten im Bild habe anstatt alle Schatten "weg" zu leuchten weil dann das Bild überbelichtet wäre?

Das mag jetzt eine blöde Frage sein, aber im Fall der GH4 wäre es daher sinnvoller alles auf V-Log zu drehen nehme ich an?

Dieser colorchecker den du mir verlinkt hast ... der dient wenn ich die Erklärungen richtig verstanden habe dazu nacher Referenzen für die vorhandenen Farben zu haben und gleichzeitig mit dem weißen Feld das mit drauf ist einen korrekten WB einzustellen.


ETTR: 8 Bit sind nur die halbe Wahrheit, damit wird der maximale Wertebereich (0-255) pro Farbkanal definiert. Die GH4 kann 10 Bit am HDMI ausgeben, intern nimmt sie mit 8 Bit auf. Wichtig ist aber vor allem auch der Dynamikumfang des Sensors, der wird bei der GH4 mit 10 Blendenstufen angegeben. Das ist der Abstand vom hellsten zum dunkelsten Helligkeitswert, der abgebildet werden kann. Hat das Motiv mehr Kontrast als sich mit den 10 Blendenstufen abbilden lässt, musst du zwangsläufig oben oder unten "abschneiden". In vielleicht 95% der Fälle ist unten abschneiden und oben korrekt belichten = ETTR die bessere Wahl. Z.B. bei einer Person vor einem hellen Himmel kann das aber auch in die Hose gehen (natürlich angenommen, es ist kein zusätzliches Licht/Reflektor/whatever verfügbar um den Kontrast des Motivs zu korrigieren). Du filmst dann mit ETTR schön gezeichnete Wolken und und ein schwarzes Gesicht. In dem Fall würde ich eher die Struktur im Himmel opfern und die Blende so weit öffnen, daß das Gesicht erkennbar ist. Hier ist ein gutes Auge und Erfahrung des Kameramanns gefragt, welche belichtungsentscheidung getroffen wird.

V-Log: Damit gewinnst du zwei Blendenstufen Dynamik. Der Trick ist, daß die Helligkeitswerte nicht mehr linear über den verfügbaren Wertebereich verteilt werden sondern in komprimierter Form (Log-Kurve). Die Werte rücken sozusagen näher zusammen, dadurch gibt es am Ende der Skala mehr Platz. Der Nachteil ist, daß die Abstufungen zwischen den Helligkeitswerten enger werden. Das kann sich durch "banding" d.h. sichtbare Abstufungen z.B. bei blauem Himmel bemerkbar machen, vor allem wenn später noch intensive Nachbearbeitung erfolgt. Abhilfe schafft ein externer Recorder am HDMI Port, der wie oben geschrieben 10 Bit ausgibt, was eine vierfach höhere Helligkeits-Auflösung pro Farbkanal bedeutet. Ein weiterer Nachteil von V-Log ist die zwingende Nachbearbeitung, die Aufnahmen sind "roh" zu nichts zu gebrauchen. Eine vernünftige Beurteilung der Bilder auf dem internen Display ist ebenfalls schwierig, da auch hier "Log" angezeigt wird. Mein persönliches Fazit zu V-Log: Mit externem Recorder/Monitor ist das Beste, was man aus einer GH4 rausholen kann. Bei interner Aufnahme ist V-Log nur brauchbar, wenn man sich sehr gut damit auskennt und später keine große Bearbeitung geplant ist.

Colorchecker: Eine vernünftige Color Grading Software kann mit dem Color Checker im Bild nicht nur weiß sondern den gesamten Farbumfang korrigieren und damit eine einheitliche Basis für die weitere Bearbeitung schaffen. Das ist aber nur richtig sinnvoll, wenn die entsprechende Farbbearbeitung dann auch erfolgt. Sonst wirkt es oft eher künstlich, wenn die Farben immer 100% korrigiert sind, da auch durchaus natürliche verschiebungen der Farbtemperatur z.B. bei langsam untergehender Sonne, in einer Kneipe bei Kerzenlicht oder bei indirekter Beleuchtung gnadenlos rauskorrigiert werden. Der Einsatz des Color Checkers sollte immer dann erfolgen, wenn sich die Farbtemperatur von einer Szene zur nächsten geändert hat oder wenn man eine Szene z.B. im Freien bei wechselnden Bedingungen über mehrere Tage verteilt dreht. Innerhalb einer Szene sind ständig wechselnde Farb- und Helligkeitswerte eher nicht erwünscht, daher sollte für die verschiedenen Clips einer Szene (unter gleichen Bedingungen gedreht) auch keine unterschiedliche Korrektur erfolgen.

joey23

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Dienstag, 17. Oktober 2017, 12:18

Soweit alles richtig, ausser dass die GH5 auch intern 10 Bit 422 aufzeichnen kann.

Tiger

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Dienstag, 17. Oktober 2017, 19:39

Yep, die GH5 kann das, Tofuhuenchen hat aber die GH4 am Start. Wobei selbst die GH5 vermutlich mit einem externen Recorder mit Prores oder DNxHD noch ein besseres Bild liefert als mit den internen Codecs. Ich habe das mangels GH5 allerdings noch nicht getestet.

joey23

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Mittwoch, 18. Oktober 2017, 08:31

Klar, intern ist das trotzdem noch H264.

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