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Tofuhuehnchen

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Donnerstag, 9. Februar 2017, 19:59

ND-Filter - Ein paar Fragen

Servus Leute,


ich bin gerade am Überlegen mir einen ND-Filter für meine 35mm Optik zu besorgen, leider gibt es bei ND-Filtern scheinbar 3 versch. Typen ND2, ND4 & ND8.
Grundsätzlich weiß ich wie ein ND-Filter funktioniert - er verringert die Lichtmenge die auf den Sensor fällt ohne die Farbtemperatur zu ändern.

Die Fragen die sich mir jetzt stellen sind:

- Gibt es Richtlinien oder Faustregeln welchen ND-Typ ich wofür verwende?
- Macht ein ND-Filter fürs Szenische filmen überhaupt Sinn?
- Wäre es sinnvoll mittels ND-Folie Fenster abzukleben um damit das einfallende Sonnenlicht zu "schwächen" / "filtern"?

Ich danke euch jetzt schon für eure Antworten. :)

Euer
Tofuhuehnchen

Tiger

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Donnerstag, 9. Februar 2017, 21:21

Ein ND Filter hilft dir, die Belichtung zu korrigieren, ohne die üblichen Parameter Verschlusszeit, Blende oder Empfindlichkeit verdrehen zu müssen. Eine typische Anwendung sind Außendrehs bei Sonne mit einer empfindlichen Kamera die z.B. nicht unter ISO 400 geht. Selbst bei maximal geschlossener Blende müsstest du mit der Verschlusszeit von den üblicherweise gewünschten 180° (1/50 bei 25 FPS) abweichen. Ein anderer Fall ist ein gut beleuchtetes indoor Set, du willst aber maximal offene Blende für maximale Tiefenunschärfe. Mit dem ND Filter bekommst du das Bild dunkler, ohne die Blende anfassen zu müssen, du gewinnst sozusagen ein paar Blendenstufen. Wie viel das genau ausmacht je nach Filter kannst du hier nachlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Neutraldichtefilter

Ich habe immer 0,9 und 1,8 dabei, das Reicht für fast alle Situationen, die mir bisher begegnet sind. Man kann auch zwei Filter "stapeln". Wenn du Filter kaufst, finger weg von Kunststoff-Filtern, die sind zwar verlockend günstig aber selten wirklich farbneutral. Für den schnellen Wechsel ist ein Filterhalter (oder Mattebox) mit 4x4 Slots nützlich, die Filter sind aber deutlich teurer als Schraubfilter.

Zu deinen Fragen:

1. Kommt drauf an, wie viele Blendenstufen du brauchst, siehe Tabelle bei Wikipedia. Kannst ja mal an deiner Kamera ausprobieren, was 3 bzw. 6 Blendenstufen für einen Unterschied machen.
2. Ja, siehe oben
3. Ich sag mal nein, du bräuchtest ja unmengen Folie und müsstest sehr genau und spaltenfrei die Fenster abkleben. Eher dunkelt man mal gezielt ein Fenster ab, wenn der Lichteinfall nicht passt.

Tofuhuehnchen

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Samstag, 11. Februar 2017, 15:20

Servus Tiger,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Danke für den Link zum Wiki-Artikel, die Tabelle ist sehr hilfreich! :)

Der Gedanke mit dem abkleben der Fenster scheint also mal auszuscheiden. Was mich jetzt grad etwas verwirrt...würde abdunkeln nicht bedeuten, dass man dann gar kein Licht mehr reinkriegt? Oder meinst du damit dass dann vorm Fenster ein großer Fleck Schatten "erzeugt" wird um das Fenster so abzudunkeln?

lg
Euer
Tofuhuehnchen

EvilMonkey

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Samstag, 11. Februar 2017, 16:07

Zu der Fenstergeschichte: Doch. Das wird so gemacht und auch relativ häufig. ND-Folie ist nicht sonderlich teuer und es ist meist deutlich billiger, bequemer und einfacher das Fenster (sauber) abzukleben und so um ein paar Blenden zu verdunkeln als den kompletten Raum mit Kilowatt an Licht zu grillen um ihn vier Blenden heller zu machen.

Kommt natürlich aber immer auf die Szene an.

Tiger

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Samstag, 11. Februar 2017, 16:48

...das ist dann aber kein Ersatz für den ND Filter vor der Kamera, sondern ein Weg, das Tageslicht mit dem zusätzlichen Licht zu balancen. Wenn ich es nur insgesamt drei Blenden dunkler brauche, ist der ND Filter sicherlich einfacher, als den halben Raum abzukleben ;)

Ich hatte eher die Situation im Kopf, wenn durch irgend ein Fenster außerhalb des Bilds die Sonne unkontrolliert reinknallt und man das Fenster dann abhängt oder nen Flag aufstellt.

tevauloser

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Samstag, 11. Februar 2017, 22:46

Abdunkeln, verdunkeln??? In meiner Erfahrung geht es doch darum, nicht zu verdunkeln, sondern durch den Einsatz des ND Filters eine grössere Blende verwenden zu können, um den ach so modischen Bokeh zu erhalten, oder stehe ich jetzt auf dem Schlauch?

movie-grinder

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Samstag, 11. Februar 2017, 23:49

Abdunkeln, verdunkeln??? In meiner Erfahrung geht es doch darum, nicht zu verdunkeln, sondern durch den Einsatz des ND Filters eine grössere Blende verwenden zu können, um den ach so modischen Bokeh zu erhalten, oder stehe ich jetzt auf dem Schlauch?
es kommt darauf an von welcher position man drauf schaut. am eingang des objektives wird verdunkelt, am sensor macht sich das dann in der nutzung einer kleineren blende bemerkbar die in mehr bokeh resultiert. ist also beides richtig und nur eine frage der perspektive.

tevauloser

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Sonntag, 12. Februar 2017, 00:11

Erwischt! Es heisst: grössere Blende gibt mehr Bokeh, nicht kleinere :D
Ne ne, ist schon klar nun.

ToXic pictures

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Montag, 13. Februar 2017, 08:40

Ich bin gerade am Überlegen mir einen ND-Filter für meine 35mm Optik zu besorgen, leider gibt es bei ND-Filtern scheinbar 3 versch. Typen ND2, ND4 & ND8.
Grundsätzlich weiß ich wie ein ND-Filter funktioniert - er verringert die Lichtmenge die auf den Sensor fällt ohne die Farbtemperatur zu ändern.
Ersteinmal ganz grundsätzlich zu ND's:
Ein ND ist ein ND egal, was da für eine Zahl draufsteht oder von welcher Marke der ist - es ist ein Neutral-Grau-Filter. Die Zahl hat etwas mit der Dichte des Filters zu tun, wenn man es mit hochwertigeren Filtern zu tun hat, dann gibt es da keine ND2 / ND4 / ND8, sondern da gibt es ND.3, ND.6, ND.9, ND1.2 ect. weil das sagt dir sofort, wieviel Licht der schluckt. ND.3 = -1Blende, ND.6 = -2Blenden usw.
Was die Marke angeht, da gibt es tatsächlich größere Unterschiede, selbst bei hochwertigen Herstellern wie Tiffen, B+W, Schneider. Da geht es um minimale Farbstiche, Tiffen ist zB. wärmer als Schneider. Also nicht unbedingt unterschiedliche Hersteller Mischen.


- Gibt es Richtlinien oder Faustregeln welchen ND-Typ ich wofür verwende?
- Macht ein ND-Filter fürs Szenische filmen überhaupt Sinn?
- Wäre es sinnvoll mittels ND-Folie Fenster abzukleben um damit das einfallende Sonnenlicht zu "schwächen" / "filtern"?
1) Nein gibt es nicht. Es ist von der Situation abhängig und davon welche Arbeitsblende du brauchst. Wenn du draußen in der Sonne stehst und unbedingt bei 800ISO eine Blende 2.8 haben willst dann wirst du wesentlich mehr Filtern müssen als wenn du eine Blende 5.6 brauchst.
Glas würde ich definitiv dem Plastik auch vorziehen und ich würde auch eher zu einem Satz hochwertigerer ND raten als zu billigen, weil die farblich wesentlich neutraler sind.

2) Ja ganz unbedingt! Die Frage nach Tiefenschärfe ist hier ganz wesentlich.

3) darauf wurde bereits geantwortet und ja, es ist üblich und macht auch Sinn...

Schloime

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Montag, 13. Februar 2017, 13:24

Hallo,

nur so aus eigener Erfahrung: Billige ND-Filter decken nur den sichtbaren Bereich ab, sind im Infraroten aber eher durchlässig. Da die Sensoren in fast allen Kameras auch ein bisschen IR mit aufnehmen, kann das zu den unerwünschten Farbverfälschungen kommen. Betroffen ist vor allem Schwarz, was dann recht seltsame Braun- und Rotstiche bekommt.

Infrarot ist im Übrigen auch für manch andere Farbprobleme zuständig, wäre aber einen eigenen Thread wert. Fragen dazu gerne über PM oder neuen Thread.

joey23

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Montag, 13. Februar 2017, 14:45

Zitat

- Wäre es sinnvoll mittels ND-Folie Fenster abzukleben um damit das einfallende Sonnenlicht zu "schwächen" / "filtern"?


Wie bereits geschrieben ist das durchaus gängige Praxis. Allerdings sollte man bedenken, dass man die Folie immer leicht sieht. Es bilden sich zum Beispiel Reflexionen zwischen Folie und Fenster etc. Zum Abdunkeln ist das okay, aber sichtbar im Bild möchte man ein so abgeklebtes Fenster eher nicht haben.

Verwendete Tags

DLSR, ND, ND-Filter

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