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johnnycash89

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1

Montag, 12. September 2011, 12:36

Follow Focus für VDSLR selbst entwickeln (bitte um Mithilfe)

Hallo,

ich habe mich heute bei euch angemeldet und schreibe hiermit meinen ersten Beitrag.
Euer Forum ist wirklich sehr informativ und mit den zahlreichen Filmen/Clips der User sehr unterhaltsam.

Da ich für meine Panasonic GH2 noch einen Rig mit Follow Focus benötige, habe ich mir in den letzten Tagen einige Gedanken gemacht, wie man das selbst bauen kann.

Beim Follow Focus habe ich schon konkrete Zeichnungen und Pläne und wollte bei euch fragen, worauf es dabei ankommt, da ich selbst noch nie einen Follow Focus in der Hand hatte.

Als Grundprinzip soll er so, wie die üblichen Modelle, wie zb von Proaim funktionieren.

Allerdings habe ich 2 Ideen, wo ich nicht weiß, ob die 1. Sinn machen und 2. eventuell schon bei bereits existierenden Modellen umgesetzt wurden.

1. Der FF soll träge laufen, wie ein Gelgelagerter Stativkopf. Macht das Sinn? Viele alte Objektive haben zwar bereits einen sehr "smoothen" Focus, einige aktuelle Modelle sind für den Videobereich doch recht hakelig. Daher denke ich, dass ein smoother FF dann ein besseres Gefühl gibt.

2. Möchte ich einen Anfangs- und Endpunkt beim Focus festlegen können. Das ganze soll so funktionieren, dass der Widerstand am Rad kurz vor Erreichen des jeweiligen Endpunkts erhöht wird, sodass man nicht aprupt gegen den Endpunkt knallt, sondern "sanft" ankommt.
Für die Umsetzung dieser Idee ist es für mich wichtig zu wissen, wie die üblichen FF untersetzt sind.
Muss man am Rad mehr als 360 Grad drehen, um beide Anschläge des Focus vom Objektiv zu erreichen?
Wenn ja, dann muss mein Entwurf noch etwas modifiziert werden, wenn nein, wäre das super.


Ich denke, dass das gerade für Zoomobjektive interessant sein könnte (Follow Brennweite? ;) )

Wäre schön, wenn Ihr mir nen paar Tipps aus der Praxis geben könnt, reich techninsch müsste das machbar sein.


Gruß, Johannes

joey23

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2

Montag, 12. September 2011, 13:32

1.: Ich denke nicht, dass sich ein selbstbau finanziell überhaupt lohnt. Es gibt sehr brauchbare Systeme um 200€. Bedenke, dass das Ding absolut ohne Spiel sein muss. Da braucht man schon ne ausgerüstete Metallwerkstatt, um das wirklich selbst SINNVOLL bauen zu können.

2.: Normalerweise läuft der FF ohne jeden Wiederstand. Fotoobjektive mit Autofokus eigenen sich ohnehin nicht gut zum Fokus ziehen. Der Weg ist zu kurz, der Mechanismus zu hakelig, der Einsetllweg viel zu klein! Zum Filem sollte man sich also anständige manuelle Objektive kaufen - ist ohnehin billiger. In wie weit man das über eine Federung des FF ausgleichen kann weiß ich nicht, ein Versuch wäre aber sicherlich spannend.

3. Anfangs- und Endpunkt haben normale Systeme auch nicht. Ich wüsste auch nicht, wozu ich das brauchen sollte. Man markiert sich die Punkte an der Scheibe und stellt beim Ziehen entsprechend ein. Das Problem ist weniger sauber anzuhalten, sondern eher den Weg zwischen "Start" und "Stop" so einzuschätzen, dass der Schauspieler auch während der Bewegung scharf bleibt. Außerdem bewegt sind ein Schauspieler eh mal einen Tick weiter vor, und bleibt weiter hinten stehen, mal muss man 3 oder 4 Fokuspunkte haben und so weiter. In den seltesten Fällen dreht man nur von A nach B. Auf diese Anschlagsmechanik würde ich verzichten. Konzentriere dich lieber auf die Kernfunktion: Fokussieren ohne Spiel! Das ist schon schwer genug ...

Zum Zoom: das macht ohnehin nur mit Objektiven mit durchgängiger Blende Sinn, da andere Objektive sonst beim Zoom die Blende zudrehen, wodurch das Bild dunkler wird. Ich brauche beim Filmen den Zoom nicht, trotzdem haben Filmoptiken natürlich am Zoomregler auch einen Zahnkranz und der Zoom wird bei Bedarf nach Außen geführt. Neu ist diese Idee also nicht wirklich, nur braucht das eben im Grunde keiner.

Alexxx11

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3

Montag, 12. September 2011, 15:28

Anfangs- und Endpunkte könnten durchaus Sinn machen, vor allem im DSLR-Bereich, weil viele Objektive einen unendlichen Fokusring haben. Der Fokusring lässt sich also an der Naheinstellgrenze und der Unendlichkeitgrenze weiterdrehen. Wenn man also einmal darüber hinaus ist, sind alle Fokusmarkierungen "weg". Daher, falls du einen Selbstbau durchziehst, würde ich flexible Stop-Punkte einplanen. Dieses Feature gibt es bei kaum einem professionellem Follow Focus aus dem Grund, dass bei echten Filmobjektiven keinen unendlichen Fokusring gibt.

rick1000

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4

Montag, 12. September 2011, 17:15

Die Fokuspunkte sind nicht weg, man muß nur zurückdrehen und wenn man nicht 3 bis 4 volle Umdrehungen gemacht hat, sollte man sie eigentlich schnell wieder haben. Außerdem ist es sehr unwahrscheinlich, daß man über die Markierungen hinaus dreht, dafür markiert man sich ja die Fokuspunkte.

Mittlerweile gibt es billig Lösungen mit Kabelbindern (vielleicht als Anregung hilfreich)

joey23

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5

Montag, 12. September 2011, 17:27

Anfangs- und Endpunkte könnten durchaus Sinn machen, vor allem im DSLR-Bereich, weil viele Objektive einen unendlichen Fokusring haben. Der Fokusring lässt sich also an der Naheinstellgrenze und der Unendlichkeitgrenze weiterdrehen.


Stimmt, bei Canon sind das die USM-Objektive. Allerdings ist das dann schon das Ende des Fokusweges, ich denke das ist nicht das, was er damit bezwecken wollte. Ich denke er will er pro Shot den Weg begrenzen?

johnnycash89

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6

Montag, 12. September 2011, 18:11

Vielen Dank erstmal für eure Antworten.

Zur Wegbegrenzung:
Ich denke, dass man diese für verschiedene Zwecke verwenden kann.
Wenn man zb. alte Objektive an die GH2 (bzw microfourthirds) adaptiert, ist der UnendlichFokus teilweise kurz vor dem Anschlag des Fokusweges. Das könnte man dann durch die Begrenzer im FF beheben.
Die Möglichkeiten bei Objektiven ohne Fokusanschlag habt ihr ja bereits genannt.

Ich hätte allerdings gedacht, dass das sanfte abbremsen beim Fokusieren von Punkt A und B im Workflow hilfreich sei. Dann muss man beim Filmen nicht auf die Markierungen achten (man kann sich dann mehr auf das Display/Viewfinder konzentrieren), sondern man merkt es dann am mechanischen Widerstand.
Allerdings habe ich da wenig praktischen Erfahrungen und so, wie es sich bei euch anhört, scheint sowas keinen Sinn zu machen.
Schade, denn ich hätte sowas gern versucht, umzusetzen. Aber nur zum Selbstzweck wäre es dann doch zu aufwändig.

Die Möglichkeiten mit Drehbank und Fräse zur technischen Umsetzung habe ich, daran sollte es nicht scheitern. Mir geht es dabei auch weniger darum, Kosten zu sparen, ich sehe es eher als "Herausforderung", den "perfekten" FF zu konstruieren. Man kann es sozusagen als weiteres Hobby neben dem Filmen sehen.


Wenn ihr weitere Vorschläge habt, dann bitte posten :)


Gruß, Johannes

joey23

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7

Montag, 12. September 2011, 18:38

Zitat

Dann muss man beim Filmen nicht auf die Markierungen achten (man kann sich dann mehr auf das Display/Viewfinder konzentrieren), sondern man merkt es dann am mechanischen Widerstand.


Eigentlich schaut der Fokuspuller gar nicht auf das Display, sondern nur auf seine Markierungen und den sich bewegenden Darsteller. Sind zB Fliesen auf dem Boden, kann man sich anhand dessen etwa merken, wie die Position im Raum gerade ist, wieviel "Prozent" der Bewegung der Darsteller also bereits zurückgelegt hat. Sind keine Fliesen da, muss man sich andere Anhaltspunkte im Raum suchen oder welche Anbringen und ggf noch mal zwischenpositionen auch am Rad markieren. Auf dem Display lässt sich wegen der zweidimensionalen Darstellen keine Tiefeninformation ablesen. Da wäre das Schärfe ziehen also nur nach "Versuch und Irrtum" möglich. Unscharf, korrigieren, scharf, unscharf, korrigieren .. Hässlich, wenn auch wohl bei vielen Praxis, wenn ich mir die Ergebnisse so anschaue. Schaut der Fokuspuller auf den Darsteller, sieht er auch, wenn der Darsteller über seine Endposition hinaus schießt, und kann entsprechend reagieren. Das erfordert ziemlich viel Feingefühl und noch mehr Übung. Ich würde vermuten dass ein sich ändernder Widerstand da eher hinderlich ist. Ein Anschlag am Fokusende des Objektivs kann aber natürlich trotzdem hilfreich sein, erst Recht bei einem USM-Objektiv.

rick1000

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Montag, 12. September 2011, 19:06

Diese Stopps gibt es z.B. bei Zacuto Fokus Ringen oder ZipGear
Bei Redrock sieht es dann soaus
In der DIY Variante nimmt man dafür häufig Büroklammern, oder so wie an meinem FF Stecknadeln.

Das träge Laufen des FF, müßte dann über die anzahl der Zähne oder die Übersetzung bewerkstelligt werden (normal wäre 1:1 glaube ich - wäre dann so ein Winkelgetriebe). Müßte es im Modelbau oder der Robotronic auch mit anderen Übersetzungen geben. Ein Gedanke den ich mal hatte, wäre eine Zahnstange die mittels einer Kurbel bedient wird anstatt eines Winkelgetriebes.

Eine andere interessante aber sehr teure Variante könnte der Fluid Zoom Hebel von Chrosziel sein (das ist aber ein rein theoretischer Gedanke ohne das ich so ein Ding jemals bedient hätte).

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »rick1000« (12. September 2011, 19:21)


johnnycash89

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Dienstag, 13. September 2011, 19:54

Wow, ist schon erstaunlich, wie sich die Professionellen Ausstatter sich so ein kleines Teil bezahlen lassen.


@joey: Du hast da sicherlich Recht, nur als Amateur ist man auch mal alleine mit der Kamera unterwegs.
Und wenn ich mit nem Shoulder Rig rumlaufe, dann sehe ich die Markierungen am FF Rad nicht wirklich gut.
Oder hab ich da was falsch verstanden?

Gruß, Johannes

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