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Mr. B

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Freitag, 1. Juli 2011, 01:51

DSLRs als Videokamera - alle Antworten

Hi Forum :)

Im Moment häufen sich wiedermal die Topics zum Thema DSLR als Videokamera, deshalb erstelle ich hier einen laufend von mir aktualisierten Thread mit allen Antworten dazu. Habe mir viel Mühe geben, also lieber anpinnen als löschen ^^ Ihr könnt gerne Ergänzungen anbringen wenn ihr möchtet, wenn sinnvoll übernehme ich sie. Auch Fragen sind willkommen.

Einleitung:
YouTube wird überschwemmt von verwackelten und unscharfen Videos mit unpassenden Schärfeverlagerungen. Plötzlich hat jeder Zugriff zu Kameras mit grossem Sensor, doch nur wenige verstehen es, die DSLRs geschickt zu nutzen. So sieht man sich nun mit hunderten Videos konfrontiert, in denen schön von einer Blume zur anderen scharfgestellt wird, Inhalte lassen sich aber selten finden.
Wer jedoch neben schönen Bildern auch einen richtigen (Kurz-)Film liefern möchte, sieht sich mit folgenden Vor- und Nachteilen der neuen Kameras konfrontiert:

Vorteile:
+ Hohe Bildqualität auch bei Nacht
+ Geringere Schärfentiefe (depth of field)
+ Wechselobjektive nutzbar
+ Manuelle Einstellungen
+ Foto- und Videokamera in einem

Nachteile:
- niedrige Auflösung (auch wenn auf dem Papier 1080p steht ist es doch eher die Hälfte)
- kaum brauchbare Automatismen (ungeeignet für Anfänger)
- Aliasing, siehe hier und hier
- Rolling Shutter (vor allem D90)
- Schlechtes Handling ohne Rig
- kein brauchbarer Autofokus
- schlechte Tonqualität ohne externes Aufnahmegerät
- bei Sonnenlicht ev. gar zu viel Lichtempfindlichkeit -> ND-Filter notwendig
- Zoomen während der Aufnahme verwackelt oft das Bild


von Slashcam Riesige Übersicht DSLR Pro/Contra mit allen Erklärungen (Aliasing, Rolling Shutter, ...)


Hier das ganze als Video (entschuldigt mein Englisch):


Audio:
Die meisten DSLRS bieten mittlerweile einen Mikrofonanschluss, doch lassen sich nur wenige Einstellungen am Ton vornehmen - ein XLR-Anschluss für die guten Richtmikrofone fehlt völlig. Zu empfehlen ist deshalb ein externes Aufnahmegerät (Zoom H4n) oder ein geeigneter Mikrofonverstärker (Juicedlink). Gewisse DSLRS bieten aber von Haus aus auch simple Audioeinstellungen, z.B. lässt sich der Gain bei der D7000 in drei Stufen ändern.
Tipp: Wenn man den Ton extern aufnimmt, sollte man bei der Kamera die Audioaufnahme aktiviert lassen, damit sich der Ton im Schnitt besser synchronisieren lässt.

Sorry für mein schlechtes Englisch damals ^^


Rig:
Für besseres Handling ist auf jeden Fall ein kleines Rig, oder zumindest ein (Schulter-)Stativ zu empfehlen. Dabei muss man nicht allzu tief in die Tasche greifen - günstige und schnell gelieferte Ware von Shops wie Cinecity reichen aus und ich habe damit selbst bereits gute Erfahrungen machen können.


DSLRs im Vergleich
Panasonic
Am besten geeignet ist die Panasonic Lumix GH2 (scharfes Bild, wenig Bildrauschen), auch ihr Vorgänger (GH1) ist sehr zu empfehlen und mittlerweile günstig zu haben. Nahe verwandt mit der GH2 ist die semiprofessionelle Panasonic AG-AF100.
Da Canon und Nikon im Bereich DSLR aber marktführend sind ist für die Panasonic Kameras nur wenig Zubehör vorhanden.

Canon
Preis/Leistungssieger ist sicher die Canon 550D, wer etwas mehr möchte greift zur nur leicht teureren 600D und wenn der Fotomodus wichtig ist der 60D (bieten beide ein Klappdisplay), 7D (im Videomodus etwa glech wie die 550D) oder gar 5D Mark II - letztere bietet einen Vollformat Sensor, der die Qualität der Bilder nochmals stark anhebt (vor allem im Lowlight).
Hier ein intressanter Artikel: Canon 600D vs. 60D

Nikon
Nikon ist eher weniger geeignet, am ehesten zu empfehlen ist die D7000, die mittlerweile auch Full-HD-Qualität und manuelle Einstellungen ermöglicht (Blende nicht während der Aufnahme regelbar), siehe mein Video weiter unten. Wer schon Nikon-Zubehör hat ist mit der Kamera aber gut bedient.
Die D90, die D5000 und die D3000 leiden an ihrem schwachen Codec, der limitierten Auflösung und fehlender manueller Einstellungen.
Zu beachten ist, dass die Nikon-Kameras im Full-HD-Modus (sofern sie diesen überhaupt besitzen) bloss mit 24 Bps aufnehmen. Die Lumix und die Canons bieten in der kleineren 720p-Auflösung sogar bis zu 50 Bps und auch im Full-HD-Modus lässt sich mit 25 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Für weitere Informationen sind dieser Artikel und die Tests von Slashcam zu empfehlen.

Meine Erfahrungen:
Beim Dreh von meinem ersten Kurzfilm Schneckentempo nutzte ich zum ersten Mal eine DSLR für einen richtigen Film. Dank zahlreicher vorangegangener Kamera- und CGI-Tests (siehe mein Youtube-Kanal) erwies sich die Arbeit mit der Kamera aber als eine sehr positive Erfahrung, auch wenn ich meine D90 für diese Zeitspanne gegen eine für Videos besser geeignete Canon 550D tauschen musste.
Mit einem günstigen Shouldermount von Cinecity liess sich die Kamera ruhig führen und die Bildqualität war auch bei Nacht extrem gut (zumindest wenn man den Preis der Kamera betrachtet).
Das Ton-Problem löste ich mit dem externen Recorder Zoom H2 und einem Rode NTG2-Richtmikrophon. Die Schärfe liess sich sehr gut jeweils vor dem Dreh ziehen, womit auch kein Schärfeproblem zustande kam.
Probleme bereitete einzig die Speicherkarte - ich hatte bloss eine 4GB-Karte, deren Geschwindigkeit und Kapazität für Full-HD nicht ausreichten. Mittlerweile bin ich deshalb im Besitz mehrerer Highspeed-Karten (min. Class 6 ist empfehlenswert).


Sorry für mein Hochdeutsch. Ein weiteres Video (allgemein zur DSLR als Videokamera) kommt bald ;) Edit: Ist hochgeladen


Alternativen
Lowbudget
Eine gute HD-Kamera und wenn es denn unbedingt Tiefenunschärfe sein muss ein 35mm-Adabter. HD-Cams bieten meist schärfere Bilder als eine DSLR, haben ein besseres integriertes Mikrofon, akzeptables Handling, bessere Automatismen und sind für Anfänger besser geeignet. Auch wenn es mal schnell gehen muss (Reportagen usw.) sind sie die bessere Wahl.

Semipro
Panasonic bietet mit der AF100 eine Kamera, die die Qualitäten der GH2 und einem HD-Camcorder vereint. Sie bietet auch XLR-Eingänge für die Tonaufnahme. Ausserdem kommt in etwa 666 Jahren die Red Scarlet :D

Schärfevergleich: F3, AF100, 5D

Dieser Beitrag wurde bereits 14 mal editiert, zuletzt von »Mr. B« (3. Juli 2011, 22:25)


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Birkholz, flatscreenrecords

Birkholz

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Freitag, 1. Juli 2011, 03:04

Man könnte noch ein FAQ anhängen mit den typischen Fragen wie: "Worin unterscheiden sich die Videomodi der 550D und der 7D"

Latz

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Freitag, 1. Juli 2011, 08:31

Ausserdem haben die Dinger aufgrund des Sensores eine geringe Schärfentiefe.

Das würde ich übrigens bei Vor und Nachteilen aufzählen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Latz« (1. Juli 2011, 10:50)


Kalle

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Freitag, 1. Juli 2011, 09:30

schöne Zusammenfassung! Weiter so! Ausbaufähig!

Es wäre toll, wenn Jemand mit Ahnung nochmal auf die ominöse Auflösung der Kameras einginge. Ich glaube nicht, daß das nur bei mir Verwirrung stiftet, daß man immer wieder liest und hört, die DSLR´s und auch andere "Low-Budget-Camcorder", würden garkein "Full-HD" aufnehmen, sondern bestenfalls 720p. Ich hatte diesen Punkt schon mal woanders angesprochen, aber Niemand scheint es wirklich beantworten zu können.

Dann fällt mir spontan noch eine Problematik ein, mit der ich ständig kämpfe: Das gute Lowlight-Verhalten meiner EOS. Ja, richtig! Die hohe Lichtempfindlichkeit des Chips, womit verbunden ist, daß ich bei Tag im Freien ohne ND-Filter mit Blenden <8 garnicht erst anfangen brauche, es sei denn, ich würde Belichtungszeiten von 1/1000stel und noch kürzer in kauf nehmen. (Sieht dann aus wie bei James Ryan). Ich persönlich behelfe mir mit einem variablen ND-Filter.

Gruß,

Kalle

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joey23

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Freitag, 1. Juli 2011, 11:18

Zitat

+ Hohe Schärfentiefe


Das ist natürlich Unsinn. Die DSLRs haben durch den großen Sensor eine geringe Schärfentiefe.

Mr. B

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Freitag, 1. Juli 2011, 12:32

@Birkholz: gute Idee, ich schaue mal, welche Fragen immer wiederkommen und wenn jemand noch welche hat soll er sie hier posten. Wenn genug zusammen sind mach ich das FAQ.

Das ist natürlich Unsinn. Die DSLRs haben durch den großen Sensor eine geringe Schärfentiefe.

Das glaub ich jetzt nicht - man sieht den Fehler so oft, dass ich ihn jetzt selbst gemacht habe 8| Ist korrigiert!

Edit:
@schlaflos011: Vielen Dank, ist eingebaut.

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schlaflos011

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Freitag, 1. Juli 2011, 14:12

Zitat

Preis/Leistungssieger ist sicher die Canon 550D, wer etwas mehr möchte greift zur 60D


Was hast du gegen die Canon 600d? ;-)

Canon 600d vs 60d

H_P

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8

Freitag, 1. Juli 2011, 14:31

Es wäre toll, wenn Jemand mit Ahnung nochmal auf die ominöse Auflösung der Kameras einginge. Ich glaube nicht, daß das nur bei mir Verwirrung stiftet, daß man immer wieder liest und hört, die DSLR´s und auch andere "Low-Budget-Camcorder", würden garkein "Full-HD" aufnehmen, sondern bestenfalls 720p. Ich hatte diesen Punkt schon mal woanders angesprochen, aber Niemand scheint es wirklich beantworten zu können.

Da stand mal ein Artikel auf Hackermovies.de (das ist ne seite für Filmer für dies die es nicht wissen :D) . Das hat was mit dem vielen Megapixeln zu tun und irgendwas mit Alasing.
Aber was solls. In der Postproduktion etwas nachschärfen und Farbkorregieren und dann fälls keinen mehr auf

Mr. B

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Freitag, 1. Juli 2011, 14:40

Es wäre toll, wenn Jemand mit Ahnung nochmal auf die ominöse Auflösung der Kameras einginge. Ich glaube nicht, daß das nur bei mir Verwirrung stiftet, daß man immer wieder liest und hört, die DSLR´s und auch andere "Low-Budget-Camcorder", würden garkein "Full-HD" aufnehmen, sondern bestenfalls 720p. Ich hatte diesen Punkt schon mal woanders angesprochen, aber Niemand scheint es wirklich beantworten zu können.

Da stand mal ein Artikel auf Hackermovies.de (das ist ne seite für Filmer für dies die es nicht wissen :D) . Das hat was mit dem vielen Megapixeln zu tun und irgendwas mit Alasing.
Aber was solls. In der Postproduktion etwas nachschärfen und Farbkorregieren und dann fälls keinen mehr auf


Bei den Nachteilen oben habe ich zwei Artikel verlinkt, ersterer ist auch bei Hackermovies drin. Meinst du den?

Latz

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Freitag, 1. Juli 2011, 23:31

Und ich muss es nochmal erwähnen, da ich befürchte, meine obige Antwort wurde überlesen:

Die geringe Schärfentiefe der DSLR ist lediglich eine Eigenschaft dieser aufgrund des grossen Sensors.
Dieser Punkt sollte weder als Vorteil, noch als Nachteil ausgelegt werden.

Mr. B

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Samstag, 2. Juli 2011, 00:05

Die geringe Schärfentiefe der DSLR ist lediglich eine Eigenschaft dieser aufgrund des grossen Sensors.
Dieser Punkt sollte weder als Vorteil, noch als Nachteil ausgelegt werden.

Eine Eigenschaft kann positiv oder negativ sein und in diesem Falle würde ich sie als positiv bewerten, da sie einem mehr Kontrolle über den Look des Bildes gibt. Klar, für jemanden, der damit nicht umzugehen weiss, ist es eine ziemlich schlechte Eigenschaft, aber wir sind hier im Amateurfilm-Forum, nicht im Urlaubsfilmerforum ^^

Broken Tape Productions

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Samstag, 2. Juli 2011, 22:02

Außerdem lässt sich die geringe Tiefenschärfe auch einfach "abschalten" durch eine höhere Blendenzahl.
Deswegen würde ich auch die Option eine geringe Tiefenschärfe zu erreichen eindeutig als Vorteil zählen!

NO!R

Theater!

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Samstag, 2. Juli 2011, 22:31

Tiefenschärfe auch einfach "abschalten" durch eine höhere Blendenzahl.

Einfach? Man braucht dann gleichtzeitig mehr Licht. Und wenn man nicht bei Sonnenlicht filmt ist das vor allem bei Amateurfilmern ein echtes Problem.

Broken Tape Productions

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Samstag, 2. Juli 2011, 22:44

Naja die Belichtungszeit kannst du ja bis zu 1/30s erhöhen und die ISO-Werte kannst du auch hochschrauben. Mit bis zu ISO1600 kriegst du meiner Meinung nach bei der 550d immer noch gute Ergebnisse.
Natürlich letzten Endes musst du Kompromisse eingehen, denn maximale Tiefenschärfe bei schwachen Licht ist wohl nicht machbar. Aber ich bilde mir mal ein, dass derjenige der sich eine DSLR zum Filmen zulegt, über diese Einschränkungen bescheid weiß und von dem her damit umzugehen weiß.

mfg BTP

Kalle

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Sonntag, 3. Juli 2011, 10:47

Tiefenschärfe auch einfach "abschalten" durch eine höhere Blendenzahl.

Einfach? Man braucht dann gleichtzeitig mehr Licht. Und wenn man nicht bei Sonnenlicht filmt ist das vor allem bei Amateurfilmern ein echtes Problem.

NO!R, wenn ich mit Irgendetwas bei der T2i keinerlei Probleme habe, dann ist es zu wenig Licht! Ich habe fast immer Probleme mit zu viel Licht!!! Ohne Graufilter hat man am Tag selbst drinnen manchmal Probleme bei dem Kitobjektiv die Blende 3.5 bei ISO100 durchzuhalten, ohne abblenden zu müssen,(und das ist ja schon kein besonders lichtstarkes Objektiv). (Wohlgemerkt, Verschlußzeiten von 1/100stel und kürzer will ja eigentlich keiner haben, das mal vorrausgesetzt). Ist es wirklich mal arg düster, dann mache ich halt das Canon 1.8/50 drauf,(preisgünstig), oder, wenn es weitwinkliger sein soll mein Beroflex-M42-2.8/28,(noch preisgünstiger :D ). Sobald ich jedoch die Türschwelle übertrete ist selbst bei Weltuntergangsstimmung mein Problem Nr.-1 bei der EOS zuviel Licht! 8-)

Gruß,

Kalle

NO!R

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16

Sonntag, 3. Juli 2011, 15:30

Also ich seh so oft Aufnahmen mit ner 550 oder ähnlicher kamera, die viel zu wenig Licht haben, dass ich diese Aussage nicht unterstützen kann. Weil wenig Licht bedeutet Blende öffnen und das bedeutet in 95 prozent der Fälle ein unscharfes Bild weil es einfach verdammt schwer ist den Fokus bei diesen Verhältnissen zu treffen. Wie gesagt ich spreche nicht von Szenen bei Tageslicht.

Kalle

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Sonntag, 3. Juli 2011, 16:52

Also ich seh so oft Aufnahmen mit ner 550 oder ähnlicher kamera, die viel zu wenig Licht haben, dass ich diese Aussage nicht unterstützen kann. Weil wenig Licht bedeutet Blende öffnen und das bedeutet in 95 prozent der Fälle ein unscharfes Bild weil es einfach verdammt schwer ist den Fokus bei diesen Verhältnissen zu treffen. Wie gesagt ich spreche nicht von Szenen bei Tageslicht.

Offenblende wollen ja alle gerade gerne, wegen der sehr schmalen Tiefenschärfe für szenisches Filmen. Da, wo es hingehört, sieht es auch gut aus: Z.B. eine Gruppe von Personen, wo gerade einer spricht und von daher besonders hervorgehoben werden soll, oder auch von mir aus eine Blume :D im Feld, die ich geziehlt aus irgeneinem Grung zeigen möchte usw. usw.
Ich gebe Dir allerdings recht, daß das, was man von DSLR´s auf YouTube sieht, zu 90% grauenhaftes Gewackel ist mit sinnbefreiten Schärfeverlagerungen, Blende 1.4 und hauptsache (fast) alles unscharf auf Teufel komm raus. Manchmal tut es richtig gut einen alten Streifen zwischendurch anzuschauen: Miss Marple oder Edgar Wallace! Herrlich! Von vorne bis hinten alles scharf und trotzdem immer wieder zeitlos schön. Sogar bei den Karl May-Filmen war das glaube ich so. Trotzdem konnte man die auch fünfmal anschauen.

Mr. B

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Sonntag, 3. Juli 2011, 21:55

So, habe mal eine kurze Zusammenfassung als YouTube-Video realisiert. Damit es auch Leute aus anderen Ländern verstehen können, habe ich mich in der englischen Sprache versucht - ich scheitere ja bei Hochdeutsch sowieso fast genauso, da ich Schweizer bin :D


joey23

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Montag, 4. Juli 2011, 09:04

Ach, diese Tiefenunschärfe wird sowieso hoffnungslos überschätzt. Wer gestern Abend den Tatort gesehen hat, hat gesehen, dass es auch fast komplett ohne geht. Immer alles scharf, fast so wie früher. Trotzdem sieht es "professionell" aus. "Filmlook" ist eben mehr als nur Blende 1.4...

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Montag, 4. Juli 2011, 11:53

Ach, diese Tiefenunschärfe wird sowieso hoffnungslos überschätzt. Wer gestern Abend den Tatort gesehen hat, hat gesehen, dass es auch fast komplett ohne geht. Immer alles scharf, fast so wie früher. Trotzdem sieht es "professionell" aus. "Filmlook" ist eben mehr als nur Blende 1.4...

leider nicht gesehen, Joey23, aber ich achte immer wieder bewußt bei Filmen darauf, wie die das handhaben. Egal, ob Fernseh- oder Filmproduktionen und meistens komme ich zu dem Schluß, daß man ca. 20% der Szenen mit kleineren Chips nicht ganz einfach hätte verwirklichen können,(Kamera weiter weg und reinzoomen).
---Meist sind das dann Dialoge in Räumen, wo die Situation sich zuspitzt, oder auch mal eine brenzlige Situation im Freien, wo ganz gezielt eine Handlung, oder Mimik eines Protagonisten als Reaktion auf ein Ereignis besonders hervorgehoben werden soll. Da wird es dann mit einem 1/3"-Chip "eng". Da sind Schärfeverlagerungen ein mögliches Gestaltungsmittel.
Bei den restlichen 80% ist die Tiefenschärfe sehr groß. Andernfalls würde der Zuschauer auch schnell die Orientierung verlieren.
Es gab ja auch mal Zeiten, da wurde gaaanz klassisch in die Handlung eingeführt, also Totale-Halbtotale-"Amerikanische"-Halbnah-Großaufnahme. Naja, das ist Heute lockerer, aber so´n paar Grundregeln gelten sicher immer noch. Ich will damit sagen: Meist gibt es dann im gesamten Film 2-3 Szenen, wo mal als besonderer Effekt die Schärfe von einem Zweig, Tier, etc. auf, sagen wir mal, eine Wagenkolonne gelenkt wird, nur so als Beispiel. Aber selbst diese Erzeugung von Spannung ließe sich mit guten, logischen Einzelschnitten genauso erzeugen.
Ich denke also, der Fehler liegt darin, einen einzigen Darstellungseffekt, also Tiefenschärfeverlagerung/DoF, als alleinigen "heiligen Gral" des ominösen "Filmlooks",(was auch immer diesen genau ausmacht---wir tun uns ja immer noch schwer mit einer Definition), überzubewerten.