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Jicket

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Freitag, 4. August 2017, 19:40

Lichtkonzept für ein großes Wohnzimmer

Hallo Zusammen,
für eine Very-Low-Budget Produktion versuche ich gerade ein Lichtkonzept zu erstellen. Es geht um einen ca. 30sek. Werbespot mit zwei Charakteren. Da ich in der Lichtsetzung sehr wenig Erfahrung habe, würde ich mich freuen hier ein paar Tipps zu bekommen. Das ganze soll mit der Blackmagic Cinema Camera in 2,5K, 12-bit Raw gedreht werden.

Das ist das Setting:
Ein sehr großes Wohnzimmer: Essbereich, Fernsehecke und Küche mit Kücheninsel befinden sich im selben Raum. Dieser Raum hat 2 große Glastüren die auf einen Balkon führen und ein Großes Fenster, alle zur Süd/Süd-West Seite hin. Der Raum befindet sich im 1. Stock.
Siehe Floorplan

Das möchte ich erreichen:
Ein High-Key/Lichtdurchflutetes Bild.
Siehe Beispielfoto

Das ist mein Ansatz:
Das Tageslicht mit Kinoflos auf dem Balkon verstärken. Die Türen und Fenster mit durchsichtigen Gardinen (Ikea Vivan) verhängen, um das Licht etwas
weicher zu machen, um keine Unsummen für Diffusionsfolie auszugeben. Innen mit weiteren Kinoflos, dem durch die Fenster einfallendem Licht entgegenwirken, um den Raum und die Charaktere aufzuhellen.

Meine Fragen:
-Würde alleine das Tageslicht von außen ausreichen, nur die Aufhellung Innen aufstellen?
-Wieviele "Strahler" wären für diesen Raum nötig?
-Kinoflo oder LED?
-Den Charakteren zusätzlich noch eine Spitze/Kicker geben?

Freue mich über alle Tipps und Anregungen.

Viele Grüße
Manuel

ToXic pictures

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Samstag, 5. August 2017, 17:53

Hi,

die Idee mit den Vorhängen ist auf jeden Fall sehr gut, schau aber, dass die nicht zu viel Licht wegschlucken.
Die große Frage ist natürlich, wie Wetterabhängig willst du sein, denn das was man auf deinem Beispielfoto sieht, ist natürlich ein sehr schönes Sonnenlicht, was natürlich - wenn vorhanden - eine hervorragende Sache ist. Wenn es aber nicht vorhanden ist und du es erzählen willst, dann ist das ein deutlich größerer technischer Aufwand.

KinoFlo ist so ne Sache, ich bin kein Fan von den Teilen. Der Output ist recht bescheiden wenn es darum geht bei Tag mit denen zu arbeiten. LED ist wie immer die Sache, dass man da gute nehmen muss um ein entsprechend hochwertiges Resultat zu erzielen.

Wenn du keine Sonne erzählen willst, ist die Sache deutlich einfacher und um deine erste Frage zu beantworten, bei einem nicht sonnig erzählten Tag mit großer Wahrscheinlichkeit ja. Bei einem sonnig erzählten Tag nein.

Bei Frage 2 kann ich keine eindeutige Antwort geben, weil das sehr vom Bildausschnitt und von der gewünschten Lichtstimmung abhängig ist. Letztlich auch vom Equipment.

Kinoflo oder LED... ich würde da sagen idealerweise keines von beidem. Eher Tageslichtscheinwerfer und dann entsprechendes Zubehör.

Was die Spitze / Kicker betrifft... siehe Antwort auf Frage 2... ist komplett davon davon abhängig was du erzählen willst und die das Bild ausschaut.

Grüße
Peter

Jicket

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Sonntag, 6. August 2017, 16:10

Hallo Peter,
vielen Dank für Deine Antwort. Wenn es irgendwie geht, möchte ich auf jeden Fall ein "Sonnenlicht" haben, auch wenn am Drehtag die Sonne nicht scheinen sollte.

Was für eine Leistung sollten die Tageslichtscheinwerfer haben, die von draußen die Sonne imitieren?
Meine erste Idee waren die ARRI HMI 575W, oder wäre das zu wenig Power? Meinst Du mit "...entsprechendes Zubehör" Farbfilterfolien um
die Farbtemperatur am Drehtag anzupassen?

Viele Grüße
Manuel

ToXic pictures

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Dienstag, 8. August 2017, 14:56

Hallo,

ja Sonnenlicht auch wenn die Sonne nicht scheint, das hab ich mir schon gedacht und da fängt es nun an richtig kompliziert zu werden, vorausgesetzt es soll auch gut und glaubwürdig aussehen...

Den Zahn mit der 575er kann ich dir direkt ziehen, das reicht definitiv nicht aus.

Ich zeig dir mal 2 Fotos:





Sorry, die sind wieder riesig... aber vielleicht auch ganz gut, da sieht man auch direkt was zum Thema Zubehör...

Das sind beides Fotos von einem Set wo ich Oberbeleuchter war, deswegen kann ich da auch mehr dazu sagen. Um die Größenordnungen einschätzen zu können - gedreht wurde auf Alexa mit 800Iso, bei dem oberen Bild handelt es sich um einen mittelgroßen Raum - erzählt wurde da ein trüber Tag!!! Geleuchtet wurde mit 3x 6KW - allerdings durch recht dichte Rahmen (das sind die weißen Dinger vor den Lampen). Bei dem unteren Bild - erster Stock, also auch für dich interessant, handelt es sich um ein kleines Zimmer, erzählt wurde hier ein sonniger Tag, geleuchtet wurde hier durch Vorhänge und zwar mit 2x 10KW.

Die Problematik die sich ergibt wenn man eine künstliche Sonne erzählen will ist eine Mischung als Lichtqualität (also wie hart oder weich soll das Licht sein - Sonnenlicht ist sehr hart, wirkt aber in der Kamera wesentlich natürlicher wenn es etwas weicher ist als in der Natur) und der Lichtquantität (also der Menge des künstlichen Sonnenlichtes im vergleich zum restlichen Licht). Ein weiteres Problem ist, je weiter die Lampe vom Set weg steht, desto natürlicher wirkt das Licht, aber desto größere Lampeneinheiten braucht es... Bei den beiden Bildern waren wir zwischen 10m bis 20m vom Set entfernt - das Licht wirke recht natürlich aber die Einheiten sind entsprechend groß.

Nun stellt sich für dich die Frage, wie kannst du da nun eine sinnvolle Lösung für dich herausfinden... Ich würde einen Kompromiss aus deiner und meiner Lösung vorschlagen - heißt zB. eine (oder mehrere) 4KW Stufenlinse(n) - je nach dem, durch wieviele Fenster die Sonne fallen soll. Mit einer 4KW hat man idR. genug Abstand zu den Fenstern und trotzdem noch genug Power um etwas softer leuchten zu können und eine kräftige Sonne erzählt zu bekommen. Sollte kein Starkstrom vorhanden sein (4KW braucht 32A), dann kann man auch mit 2,5KW Stufenlinsen oder M18 (also 1,8KW) arbeiten, bei den 2,5ern ist der Output dann natürlich schon wesentlich geringer, bei den M18ern ist die Lichtmenge ähnlich wie bei den 2,5ern, aber die sollte man auf jeden Fall frosten, weil die Schattenprojektion der M-Serie nicht sehr natürlich aussieht.

Grundlegend ist es sehr schwer Empfehlungen abzugeben, wenn man nicht vor Ort die Gegebenheiten sieht.


Mit "entsprechendes Zubehör" meinte ich so Sachen wie Rahmen, Fahnen, Chimera, Stative, halt alles das, was man zum sinnvollen Arbeiten am Set braucht... Leuchten heißt ja nicht nur Lampe aufstellen und anschalten sondern mit Licht gestalten und dafür braucht man dann den ganzen Kram drum herum...

Wesentlich detaillierter kann man dann etwas sagen, wenn es eine Shotlist, bzw. ein Storyboard gibt, weil viele Entscheidungen im Licht wesentlich vom Bildausschnitt abhängig sind. Wenn ihr zB. gar keine Totale vom Raum habt und somit die Fenster und das einfallende Sonnenlicht nie seht, dann kann man anders Leuchten. Je totaler aber das Bild wird, desto schwieriger wird die Aufgabe ein glaubwürdiges Sonnenlicht zu leuchten - und desto teurer wird der Spaß.

Jicket

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Donnerstag, 10. August 2017, 09:47

Wow. Ok, das wird definitiv nicht im Budget sein :( Dann wird der Spot wohl doch eher an einem trüben Tag spielen müssen.

Hatte bereits eine Shotlist geschrieben, sodass die Fenster nicht im Bild sind. Die Einstellungen noch Closer zu gestalten, um mit kleineren Lichtquellen dem gewünschten Licht ein Stückchen näherzukommen, ist auf jeden Fall eine gute Idee.

Nochmals vielen Dank,
Manuel

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Verwendete Tags

Blackmagic, KinoFlo, LED, Licht, Lichtkonzept

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