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Amibobo

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  • »Amibobo« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 23. August 2012, 23:16

Daumenwerte für Lichtstärkenunterschiede?

Guten Abend Forum,

gibt es Daumenwerte für die Unterschiede zwischen den Lichtstärken der unterschiedlichen Lichtpositionen?

Für Interviews gibt es neben Hauptlicht, Aufhelllicht, Spitzenlicht und Raumlicht noch eine Reihe weiterer "Lichtpositionen" wie Hinterlicht, Streiflicht, Kicker, Augenlicht (ich benutze die Bezeichnungen aus dem Buch von Achim Dunker). Wie stark sollen die jeweiligen Lichter sein?

Klar hängt es von der jeweiligen Situation ab, ich wollte mal grobe Daumenwerte wissen womit man mal beginnen kann und durch rumprobieren die jeweilige Situation optimieren kann.
Gelegentlich hab ich gelesen, dass z.B. das Fülllicht im Verhältnis zum Hauptlicht 1:2 sein soll.

Nimmt man das Hauptlicht als 100%, wie sollten dann die anderen Lichter sein?

Vielen Dank und viele Grüße
Markus

joey23

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2

Freitag, 24. August 2012, 10:38

So pauschal lässt sich da keine Zahl sagen. Das ist zu 100% von deiner Umgebung abhängig, und dem Look bzw Eindruck den du vermitteln willst.

rick

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3

Freitag, 24. August 2012, 11:34

Der Grundgedanke der Ratios zueinander besteht eigentlich darin, für die entsprechende Szene zu bestimmen, wie groß der Unterschied, zwischen der hellsten Lichtspitze zum dunkelsten Schatten ist. Somit sind die Ratios auch vom Dynamikumfang des Filmmaterials abhängig. Je mehr Blendenstufen der Dynamikbereich erfassen kann, umso größer werden die Verhältnisse zu den einzelnen Lichtquellen ausfallen.

Dann kommt die Szenenbedingte Ausleuchtung dazu. Je flacher die Ausleuchtung umso geringer die Ratios zueinander. Umgekehrt kann man bei einem Filmnoir oder Hollywood Portrait Look auf Ratios von bis zu 64:1 kommen (auch wieder Abhängig von Dynamikumfang und Blende).

Beim Spitzlicht als Haarlicht hängt das Verhältniss z.B. auch von der Haarfarbe ab. Blonde Haare in einer hellen Umgebung brauchen viel mehr Spitzlicht als dunkle Haare. Bei zuviel Licht überstrahlen sie, so muß man also beim Keylight mit gringerer Helligkeit anfangen, wenn man noch Struktur im Spitzlicht der Haare haben möchte. Entsprechend ändert sich der Ratio von Key zu Spitzlicht.

Typische Werte für Keylight zu Fill und Kicker (dazu gehört auch das Spitzlicht) liegen häufig bei 3:1 bis 1:1. Wobei es stark davon abhängt wieviel Einfluß das Keylight auf die Schatten haben soll.

Besonderheiten wären noch Snoots oder Lichtfinger, bei denen die Ratios entsprechend hoch sind (meist deutlich heller als das Keylight) um sie auch in helleren Szenen gut darstellen zu können.

Allgemeine Aussagen sind wirklich schwierig zu treffen, da selbst gleiche Vorgaben wie Interviews oder Filmszenen, fast immer unterschiedlichen Vorlieben oder Notwendigkeiten unterliegen. Gerade bei der Dreipunkt Beleuchtung, hängt es im Hinblick auf Schatten und Ausleuchtung, auch davon ab, wie fotogen eine Person ist (Stichworte - Schokladenseite, kaschieren von Problembereichen, Brillenträger etc.) und wie stark man den "Akte-X-Effekt" (eine Gesichtshälfte komplett schwarz) haben möchte. Im Interview würde man den Ratio Key zu Filllight z.B. bei einem Kriegsveteranen (3-4:1) stärker ausfallen lassen, als bei einer Heidi Klum (1-2:1).

Als ganz rudimentäre Regel die fast immer funktioniert, kann ich eigentlich nur sagen, Keylight > Filllight (der Name Aufheller sagt es eigentlich schon).

Verwendete Tags

Lichtstärke, Verhältnisse

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