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DP-Productions

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1

Dienstag, 22. Februar 2011, 17:52

Aller Anfang ist schwer - Licht und Folien

Hallo zusammen,

derzeit beschäftigen mich 2 Dinge:

1. Ton und das passende Mikro. siehe Thread

2. Licht

Ich produziere derzeit mit einem guten Freund einen Vodcast und möchte da qualitativ einfach mal einen Schritt nach vorne gehen. Ich habe mir diese Leuchten gekauft. Ich weiß, nicht die allererste Sahne, aber bisher hatten wir überhaupt keine Beleuchtung ausser Neonröhren ;)

Ich möchte gerne trotz der nun besseren Ausleuchtung (die ich mit den Leuchten hoffentlich habe) eine warme Atmosphäre haben. Ähnlich gemütlich wie in einer Kneipe oder so. Nun könnte man das ja über die post-production lösen. Ich bin aber ein Freund von On-Set-Lösungen. Meine Idee sind da Folien. Habe mal gehört das Backpapier einen warmen Ton erzeugt. Aber ihr merkt schon, das ist höchstens Halbwissen und das bringt mich nicht weiter.

Vielleicht kann mir ja jemand hier weiterhelfen.

LG
Meikel

freezer

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2

Dienstag, 22. Februar 2011, 18:50

Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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3

Mittwoch, 23. Februar 2011, 12:45

Ja CTB Folie wird das wohl sein.

Habe mir den Link (und die Unterlinks) mal angesehen. Bezugsquellen sind nun bekannt :) Vielen Dank dafür.

Leider weiß ich nun aber nicht welche Folie bzw. Folienfarbe ich für welche Lichtart verwenden muss.
Wie gesagt, das ganze soll weich und warm wirken. Welche Farbe bzw. Folie muss ich denn da nehmen?

freezer

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4

Mittwoch, 23. Februar 2011, 12:57

Für weicheres Licht nimmt man Frostfolie oder Diffuserfolie. Um die Farbtemperatur wärmer zu bekommen nimmt man CTO (Color to Orange) Folie.
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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Mittwoch, 23. Februar 2011, 15:43

OK und vielen Dank für die Hilfe. :thumbup:

joey23

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6

Freitag, 25. Februar 2011, 10:33

Wobei dich CTO und Frost nicht wirklich weiterbringen.

Lasst uns einen kleinen Ausflug in das Filmlicht machen. Zuerst sollte man immer überlegen welche Stimmung ich nachbauen will. Alles was wir im Film mit Licht machen, bildet uns bekannte Situationen ab, die wir mit bestimmten Sehgewohnheiten verbinden. Wir müssen im ersten Schritt also analysieren, welches Licht "in der Natur" in der von uns gewünschten Szene vorkommt, um dieses dann nachbauen zu können. Wir haben Glück, bei einer Kneipe macht diese Forschungsarbeit sogar Spaß ;)

Wir packen also ein paar Euros ein, haben morgen vormittag nichts vor und schauen uns als erstes einmal an, wie das Licht in einer echten Kneipe entsteht *Prost*:
In einer Kneipe gibt es in der Regel eine ganze Reihe unterschiedlicher Lichtquellen. Typisch wäre wohl, dass über den Tischen jeweils eine kleine Pendelleuchte von der Decke hängt, die gerichtet den Tischen ein wenig Licht geben. Dann sind meist in der Bar kleine Halogendownlights (ebenfalls gerichtet), die nach unten auf den Tresen leuchten und da kleine Lichtpunkte geben. Dann gibt es meistens in den Fenstern irgendwelche bunten Werbe-Neon-Leuchten (ungerichtetes, weiches Licht). Dazu kommt dann noch etwas Dekolicht, ein kleiner Strahler der ein Bild beleuchtet oder eine Pflanze (ebenfalls gerichtet). Wir haben in einer typischen Kneine also viele kleine Lichtquellen die an unterschiedlichen Stellen kleine Lichtinseln setzen und die entsprechenden Reflexionen von den vergilbten Wänden, die das Licht zusätzlich erwärmen.



Aus deinen Leuchten kommt jetzt ein ziemlich kaltes und ungerichtets Licht raus. Deine Leuchten sind perfekt um beispilesweise eine OP-Situation auszuleuchten. Sie machen alles gleichmäßig und möglichst schattenfrei hell. Genau das ist es in einer Kneipe aber nicht. Eine CTO-Folie (CTO = Color Temperature Orange, CTB = Color Temperature Blue) )macht das Licht zwar wärmer, hilft dir aber wenig weiter. Das könntest du auch mit dem Weißabgleich in der Kamera erreichen. CTO-Folie verwendet man um Tageslichtscheinwerfer auf Kunstlichttemperatur zu bringen, wenn man Mischlicht verwendet. Bei Backpapier dürfte aus den ohnehin schon schwachen Scheinwerfern gar nichts mehr rauskommen. Frostfolie macht aus den eh schon zu weichen Scheinwerfern erst recht eine komplette Lichtsuppe.



Ich würde mir für diese Kneipensituation ein buntes Sortiment von Par 20 und Par 30 zulegen. Die entsprechen in ihrer Lichtwirkung etwa dem Licht in einer Kneipe. Die werden dann irgendwo in der Kneipe versteckt und unterstützen das ohnehin vorhandene Licht an den Stellen die wichtig sind, die etwas mehr Power brauchen.
Dann klappts auch mit der gemütlichen Kneipenatmosphäre :)

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »joey23« (25. Februar 2011, 10:44)


hjkoenig

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7

Freitag, 25. Februar 2011, 19:44

Hallo,
das liest man sogar gern, wenn man mit den Fragen zur Zeit gar nichts zu tun hat ...
Gruß, Hajo König
hans joachim könig

freezer

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8

Samstag, 26. Februar 2011, 14:37

Wobei dich CTO und Frost nicht wirklich weiterbringen.


Ich würde sagen, in seiner Situation schon, denn er will keine Kneipe ausleuchten, sondern einen Videopodcast zuhause machen.

Aus deinen Leuchten kommt jetzt ein ziemlich kaltes und ungerichtets Licht raus. Deine Leuchten sind perfekt um beispilesweise eine OP-Situation auszuleuchten. Sie machen alles gleichmäßig und möglichst schattenfrei hell.


Und nichts anderes ist weiches Licht.
OP-Licht sieht ganz anders aus - ich habe schon in einem OP-gedreht - das ist faktisch wie die Halogenspots in Deiner Aufzählung oben.

Eine CTO-Folie (CTO = Color Temperature Orange, CTB = Color Temperature Blue) )macht das Licht zwar wärmer, hilft dir aber wenig weiter. Das könntest du auch mit dem Weißabgleich in der Kamera erreichen.


Die CTO Folie hilft ihm sehr wohl weiter, denn er hat mit Sicherheit zuhause in seinem Zimmer bei der restlichen Beleuchtung Kunstlicht. D.h. in seiner derzeitigen Mischlichtsituation bringt ihm der Weißabgleich nicht viel - außer er will absichtlich mit der Mischlichtsituation spielen.

Frostfolie macht aus den eh schon zu weichen Scheinwerfern erst recht eine komplette Lichtsuppe.


Falsch, falsch, falsch!
Die Frostfolie vergrößert die Abstrahlfläche. Weiches Licht ist IMMER ein Resultat einer größeren Lichtfläche, sonst wären ja Softboxen komplett sinnlos. Stellt man eine diffuse Lichtquelle näher an das Objekt, so werden die Schatten weicher, stellt man die diffuse Lichtquelle weiter weg, so werden die Schatten härter, weil die Lichtfläche relativ kleiner wird. Deswegen liefert die Sonne ja harte Schatten, obwohl sie eine riesige Fläche hat - sie ist einfach unglaublich weit weg. Mondlicht ist übrigens gleich hart wie Sonnenlicht, da der Mond viel näher bei der Erde ist und für uns optisch in etwa die gleiche Fläche wie die Sonne hat.


Ich würde mir für diese Kneipensituation ein buntes Sortiment von Par 20 und Par 30 zulegen. Die entsprechen in ihrer Lichtwirkung etwa dem Licht in einer Kneipe. Die werden dann irgendwo in der Kneipe versteckt und unterstützen das ohnehin vorhandene Licht an den Stellen die wichtig sind, die etwas mehr Power brauchen.
Dann klappts auch mit der gemütlichen Kneipenatmosphäre


Du hast leider nicht genau gelesen, was der Threadersteller tatsächlich vorhat ;)
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
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Pfabi

joey23

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9

Samstag, 26. Februar 2011, 18:52

Zitat

Ich würde sagen, in seiner Situation schon, denn er will keine Kneipe ausleuchten, sondern einen Videopodcast zuhause machen.


Egal was er drehen will. CTO braucht er nur, wenn er unterschiedliche Lichttemperaturen mischen will.

Zitat

Und nichts anderes ist weiches Licht.
OP-Licht sieht ganz anders aus - ich habe schon in einem OP-gedreht - das ist faktisch wie die Halogenspots in Deiner Aufzählung oben.


Weiches Licht entsteht durch eine möglichst große Lichtemitierende Fläche. In OP-Säälen sind leuchtstoffröhren mit reflektoren in der Rasterdecke (auch auf dem Foto zu sehen) um eben die Austrittsfläche zu vergrößern. Das selbe passiert bei seinen Leichten mit dem Reflektor, auch ohne Softbox. Er erhält weiches Licht. Er fragt nach einer gemütlichen Stimmung, und Gemütlichkeit entsteht durch Licht und Schatten. Schatten ist genau das, was man in einem OP möglichst vermeiden möchte.

Zitat


Die CTO Folie hilft ihm sehr wohl weiter, denn er hat mit Sicherheit zuhause in seinem Zimmer bei der restlichen Beleuchtung Kunstlicht.


Korrekt, wenn er unterschiedliche Lichttemperaturen mischen will, braucht er CTO oder CTB. Außer er will damit bewusst spielen. :)

Zitat

Falsch, falsch, falsch!

Falsch? Du sagst doch das gleiche wie ich! Frostfolie vergrößert die Lichtaustrittsfläche und erzeugt damit weicheres Licht. Das Problem: Damit es gemütlich wird, braucht er das gar nicht. Er braucht eine vielzahl kleiner gerichteter Lichtquellen mit kleinen Lichtaustrittsöffnungen. Vorbild in der Natur sind Kerzen und Fackeln an der Höhlenwand.

Zitat

Du hast leider nicht genau gelesen, was der Threadersteller tatsächlich vorhat ;)

Ich bin auf seine "gemütliche Lichtstimmung" eingegangen: "Ähnlich gemütlich wie in einer Kneipe oder so." Da wird er mit den vorhandenen Scheinwerfern nicht hinkommen. Auch (bzw erst recht nicht) mit Frost oder Backpapier.

Joey

PS: Einfach noch mal die Fotos ansehen, dann weißt du was ich meine :)

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