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Dienstag, 3. Februar 2009, 17:22

Tageslicht vs Kunstlicht und Bauform der Lampen

Vor der Anchaffung meines Lichts habe ich noch einige Verständnisfragen. Grundsätzlich lassen sich die Fragen in zwei Gruppen einteilen: Lichtart und Bauform der Lampen.
Ich habe vor eine kleine Küche und ein kleines Esszimmer im Rahmen eines Kurzfilms auszuleuchten. Beide werden wohl mindestens ein Fenster haben an sonsten ist die Lichtquelle das normale Raumlicht.

1) Lichtart
Ist grundsätzlich Kunstlicht für Innenaufnahmen vorzuziehen und wenn ja, warum?
Wenn ich es richtig verstanden habe sollte das gesamte Licht im Raum aufeinander abgestimmt werden. Das normale Raumlicht hat soweit ich das verstanden habe eine Farbtemperatur von 3200 und das "Fensterlicht" liegt bei ca. 5000-6000.

Also grundsätzlich würde ich dann das Fenster entweder "entfernen" indem ich die Rollos runterlasse etc. oder aber mit einer entsprechenden Filterfolie auf 3200 runterbringen und dann den Raum mit Kunstlicht ausleuchten.
Ist das soweit korrekt? Daraus würde ja folgen, dass ich Kunstlichtlampen brauche.
Alternativ könnte ich mir denken den gesamten Raum mit Tageslicht zu beleuchten und das "Fensterlicht" so zu lassen, wie es ist.
Da ich mir nicht sowohl Kunstlicht als auch Tageslichtlampen leisten kann wüsste ich gerne welcher Ansatz besser ist.

2) Bauform der Lampen
Ich wollte mir erstmal 3-4 Lampen (+sonstigen Kram wie Folien etc) zulegen um "klassisch 3-Punk" zu beleuchten. Bin mir aber nicht sicher ob ich Stufenlinsen oder Fluter/Flächenleuchten brauche oder einen Mix aus beiden?
Wenn ich es richtig verstanden habe sind Stufenlinsen flexibler da man einfacher das Licht zerstreuen kann als es zu bündeln. Wäre nett wenn mir jemand folgende Liste kommentieren könnte:
Hauptlicht: Stufenlinse
Aufhellung: Stufenlinse
Spitzlicht: Stufenlinse
Raumlicht: Fluter
Alle um die 500-1000 Watt?

Der Preisrahmen liegt bei ca. 1000 Euro.

freezer

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Dienstag, 3. Februar 2009, 18:06

Bei Deinem verfügbaren Budget bleibt Dir keine Wahl - nimm Kunstlicht (sofern Du kaufen willst).
Stufenlinser (Fresnel) sind für die meisten Zwecke gut geeignet, da der Lichtaustritt gut kontrollierbar ist. Ein billiger Baufluter kann als indirektes Raumlicht dienen.
Es ist nicht unbedingt nötig, die Farbtemperaturen vollständig abzustimmen. Früher war man da sehr restriktiv und Mischlicht galt als Patzer. Heutzutage darf es ruhig etwas bunt gemischt zugehen. Es hängt auch von der gewünschten Atmo ab. Soll die Szene im Raum bei Tag spielen, Sonnenaufgang mit Lichtstrahlen durchs Fenster, oder Mittag, oder bei Nacht, oder abends bei Mischlicht.

Das vorhandene Raumlicht kannst Du getrost vergessen - viel zu schwach um wahrgenommen zu werden (im Verhältnis zu einem 1000 W Strahler).

Stufen schaffen harte Kontraste wenn Du sie direkt auf den Darsteller richtest. Daher solltest Du ein wenig Frostfolie verwenden.

Merke:

1. Weiches Licht entsteht durch eine große Fläche - je näher am Objekt, desto besser. Gibst Du Frost auf ein Licht und stellst es weit weg, dann hat das kaum weichzeichnende Wirkung, weil es zu einem Punktstrahler wird.

2. Stärkere Scheinwerfer sind meist besser, denn dunkler machen kann man immer, entweder durch Filter oder durch weiter wegstellen - die Helligkeit nimmt quadratisch mit der Entfernung ab. Wenn geht, dann nimm die 1000W Dinger.

3. Bedenke, daß an einen Stromkreis (16 A) maximal 3600 W angeschlossen sein dürfen. Ein Stromkreis kann durchaus aus mehreren Steckdosen in mehreren Räumen bestehen - d.h. selbst wenn Du im Vorzimmer und im Wohnzimmer unterschiedliche Steckdosen nutzt, können die durchaus an einem Kreis hängen. Sieh Dir vorher den Sicherungskasten an - dort steht meistens, welche Räumen auf einem Schuko liegen. Benutze ausschließlich hochwertige Kabeltrommel und Verlängerungskabel, sonst gibt es ständige Ausfälle oder im schlimmsten Fall Kabelbrand. Mehr als 3x 1000 W würde ich nicht an einem Kreis nutzen. Altbauwohnungen haben meist noch viel schlechtere Verkabelung. Besorge Reservesicherungen verschiedenster Bauweise.

4. Hitze. Die Scheinwerfer werden heiß, sehr heiß. Schütze Deine Hände mit Arbeitshandschuhen aus Leder. Benutz keine Plastikklammer oder andere leicht schmelzende, brennbaren Dinge für die Scheinwerfer. Halte ausreichend Abstand zu brennbaren / leicht schmelzenden Einrichtungen mit dem Scheinwerfer. Nutze nur hochwertige, hochhitzefeste und nicht brennbare Folien zB von LEE.

5. Heiße Halogenstrahler sind stoßempfindlich und gehen dann schnell kaputt. Vor dem Umstellen/Einpacken ein paar Minuten auskühlen lassen. Geht ein Leuchtmittel kaputt, dann fliegt meist auch die Sicherung im Sicherungskasten und die Sicherung im Scheinwerfer. Lege Dir einen Vorrat passender Schmelzsicherungen zu (i.d.R. G-Sicherungseinsatz 5x20mm 6,3 A, Flink schaltend, bei 1000 W Scheinwerfer).
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Thom 98

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Dienstag, 3. Februar 2009, 18:09

RE: Tageslicht vs Kunstlicht und Bauform der Lampen

Der Preisrahmen liegt bei ca. 1000 Euro.
Musst du die denn unbedingt kaufen? So wie ich das lese, brauchst du die Lichter erstmal nur für ein bestimmtes Projekt und da wäre es evt. erheblich billiger sich die Technik zu leihen, gerade wenn es ein Kurzfilm mit geringer Drehzeit ist.
Zu deinen Fragen kann ich dir leider nicht viel sagen, nur wollte ich dir eben diesen Tipp geben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Thom 98« (3. Februar 2009, 18:16)


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