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Marcus Gräfe

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Freitag, 24. Mai 2013, 19:11

PC-Monitor für Videobearbeitung kalibrieren (vor allem bzgl. Helligkeit/Kontrast)

Ich wollte meinen PC-Monitor für Video kalibrieren. Nun gibt es ja in Windows 7 eine Bildschirmkalibrierfunktion. Diese habe ich angewendet. Wenn ich z. B. die Seite http://www.graukeil.de/ aufsuche, so scheint mein Monitor nun eigentlich optimal eingestellt zu sein. Allerdings ist er recht hell. Wenn ich mir ein dunkles Video anschaue (selbst gedreht), so ist es recht hell und ich würde eigentlich noch eine Farbkorrektur machen wollen. Schaue ich das Video aber in der Firma auf einem für Fotobearbeitung kalibrierten Monitor an (auf einem entsprechenden teuren, kalibriert mit so einem Kalibriergerät), so ist das Bild stockdunkel und man müsste es eher aufhellen.

Wie zuverlässig ist das Bildschirmkalibrieren mit Windows 7 und inwieweit kann man Video und Foto gleichsetzen, was die Helligkeit angeht?

Beaverlicious

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Samstag, 25. Mai 2013, 11:58

Da sowohl Fotos als auch Videos im gleichen Farbraum laufen, RGB-Lichtfarben, sollten sie bei richtiger Kalibrierung beide gleich gut dargestellt werden.

Das dass bei dir auf der Arbeit am Fotoarbeitsplatz anders aussieht, wird vermutlich daran liegen, dass der Monitor auf um die 6500K Farbtemperatur kalibriert ist. Zumindest sollte er das um vernünftige druckfähige Fotos zu bearbeiten, auch wenn es im ersten Moment etwas unnatürlich wirkt :-P Zuhause wirst du wahrscheinlich etwas "heisseres" Kelvinzahlen um die 9000K verwenden, würd ich schätzen.

Muss nicht die Lösung des Problems sein, wäre aber mein erster Gedanke dazu :)

Marcus Gräfe

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Samstag, 25. Mai 2013, 12:57

Eigentlich sind Videos doch in einem anderen Farbraum, nämlich YUV. Das wäre nach meinem Wissen der Fall und bei meinen Videoclips zeigt mir z. B. das Tool "MediaInfo" auch YUV als "color space" an.

Und die Farbtemperatur dürfte doch nur die Farben betreffen, nicht aber die Helligkeit, oder?

Beaverlicious

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Samstag, 25. Mai 2013, 14:52

Color Space, dürfte nur der Referenzfarbraum sein. Quasi der Geräteneutrale-Übergangsfarbraum.
Bildschirme können meines Wissens nach nur mit RGB Farbräumen arbeiten.

Ich kenne das nur aus der Druckpraxis. Dort werden RGB Farbräume bevor sie gedruckt werden über das sogenannte PCS=Profile Color Space, einem Referenzfarbraum, der geräteneutral ist, bei Druckangelegenheiten oft der LAB-Farbraum, in CMYK umgewandelt.
Da CMYK oft mehr Farben darstellen kann als der RGB-Raum ist dieser Schritt nötig. Über spezielle Rendering-Intents, wird versucht dem Auge fehlende Farben "vorzugaukeln", das Ergebnis wirkt oft trotzdem oft matter/heller.

Ich könnte mir vorstellen, dass das bei Videos auch der Fall ist, wenn ich auch nicht genau erklären kann warum das so sein sollte :D

Wie gesagt, ist nur nen Versuch zu ner Lösung zu kommen. Ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit ;-)

wabu

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Samstag, 25. Mai 2013, 17:21

Ich meine es anders zu erinnern:

Der RGB Farbraum (z.b. Projektion, Beamer usw) hat einen grösseren Farbraum und mehr Dynamik.

Der ymck Farbraum ist ja für den Druck und ein eZeitungsseite, auch bester Qualität kann einer Projektion nict das Wasser reichen. Und in meinem (alten) Photoshop gibt es im RGB Modus eine Warnung, wenn ich eine Farbe wähle, die im cmyk Bereich nicht dargestellt werden kann.

Bei aller Kalibrierung: solche gravierende Unterschiede sollte es nicht geben.

Ich meine in einem anderen Forum eine Diskussion verfolgt zu haben wo es um die Wiedergabe der verschiedenen Player geht.

Meines Erachtens gibt es im Videobereich nicht so klare ICC Profilierungen wie inm Foto / Printbereich.

Marcus Gräfe

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Samstag, 25. Mai 2013, 18:02

Aber wie kann ich erreichen, dass der Großteil der Zuschauer meinen Film nicht so dunkel sieht, dass man nichts mehr erkennen kann? Es geht im aktuellen Fall um Szenen bei Nacht. Ich habe Sorge, dass einige nur noch schwarz sehen werden, weil mir mein Monitor zu hell vorkommt.

Beaverlicious

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Samstag, 25. Mai 2013, 21:16

@Wabu

Du hast Recht und auch wieder nicht:-P habe das nochmal mit diesem tollen Tool von Apple nachgeschaut, bei dem man einzelne farbräume übereinander legen kann.
Grösstenteils sind die RGB Räume grösser, doch fast jeder CMYK Raum hat mehr Grün und Blau zur Verfügung.^^
trotzdem danke, dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast. In der Praxis werden die theoretischen Hintergründe gern mal vergessen bzw falsch rekonstruiert.

Bccc1

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Sonntag, 26. Mai 2013, 12:15

Bezüglich des Helligkeitsproblems: Man kalibriert üblichweise auf eine Normhelligkeit mittels eines Colorimeters. Üblich sind 120 cd/m^2, definitiv aber unter 200 cd/m^2. Viele Bildschirme werden mit 300-400 cd/m^2 ausgeliefert. Diesbezüglich kann ich den Wikipedia Artikel zur Monitorkalibirierung empfehlen, ein Auszug:

Zitat

Es gibt keine absolut korrekte Monitordarstellung, da das menschliche Auge sich ungewollt an verschiedene Helligkeiten und Farbreferenzen anpasst. Die Darstellung kann allenfalls in sich selbst korrekt sein, d. h. in Relation zu einem Mittelgrau des Monitors. Aus diesem Grund kann man vor einer Kalibrierung/Profilierung als Anwender selbst festlegen, auf welchen Weißpunkt und welche Helligkeitsverteilung man kalibriert.

Wer sich stets ganz auf das Monitorbild konzentriert und einen grauen Bildschirmhintergrund als Referenz für das Auge verwendet, kann die Werte fast beliebig wählen; wird derselbe Monitor bei verschiedenen Lichtverhältnissen benutzt, hat man sowieso keine andere Wahl.

Angenehmer ist es jedoch, den Monitor an das Umgebungslicht anzupassen. In Grafikstudios und Druckereien ist es sogar üblich, den Raum mit speziellem Normlicht auszustatten und dann den Monitor auf dessen Werte zu kalibrieren. Dies hat den Vorteil, dass das Auge sich nicht ständig zwischen Umgebungslicht und Monitor umstellen muss, und dass auch Laien (die nicht gelernt haben, die Farben bewusst innerhalb des Monitors zu beurteilen) eine korrekte Darstellung bekommen.

Die gängigsten Lichtnormen sind D50 (5000 K Farbtemperatur) und D65 (6500 K Farbtemperatur), wobei die Helligkeit meist zwischen 80 cd/m² (reine Bildbearbeitungs-Umgebung, eher dunkel) und 120 cd/m² (normale Raumhelligkeit, auch zum Beurteilen von Papiervorlagen tauglich) eingestellt wird.

Entspricht das Raumlicht keiner Norm, wird man den Monitorweißpunkt zumindest annähern. Wichtig ist, dass die Helligkeit einigermaßen passt. In sehr hellen Umgebungen können auch deutlich höhere Werte als 120 cd/m² nötig werden. Wird es zu hell (z. B. Tageslicht aus großen Fensterflächen) können selbst lichtstarke Monitore mit ihren 300 bis 400 cd/m² nicht mithalten; dort sind dann keine farbkritischen Arbeiten möglich.

Ein weiteres Kalibrierungsziel neben dem Weißpunkt ist die Helligkeitsverteilung - oft vereinfacht als Gamma bezeichnet. Meist empfiehlt sich ein Gammawert von 2,2 oder die sogenannte sRGB-Kurve, weil dies auf den Großteil der unprofilierten Bilder passt. Sobald das Anwendungsprogramm Farbmanagement beherrscht, wird die Helligkeitsverteilung ohnehin automatisch angepasst; auch wenn der Monitor auf Gamma 2,2 kalibriert war, werden Bilder mit Gamma 1,8 (z. B. ProPhotoRGB) oder L* (z. B. ECI-RGB V2) trotzdem korrekt dargestellt.

Marcus Gräfe

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9

Sonntag, 26. Mai 2013, 15:31

Danke für eure Antworten bisher. Auch wenn ich irgendwie nicht viel schlauer bin als zuvor. ;)

Ich kann einfach immer noch nicht verstehen, warum ein Video, welches auf einem profesionell kalibrierten Monitor fast nicht mehr zu erkennen ist, bei mir sehr hell ist, obwohl ich einen optimalen Graukeil sehe.

wabu

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Sonntag, 26. Mai 2013, 23:02

Dann mal step by step.

Besorge dir eine Graukarte, am besten mit Farbfeldern

Schau mal hier



Die von Jobo, auf der Seite ganz unten, gibt es wohl nicht mehr. Dann würde ich die von B.I.G. nehmen

Das ganze auf weissem und schwarzem Hintergrund filmen.

Dann spiel das mal ab - und halte die Karte neben den Monitor....

Marcus Gräfe

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11

Sonntag, 26. Mai 2013, 23:11

Aber wie stelle ich denn das Bild der Kamera ein? Ich könnte das Bild doch extrem dunkel machen und dann müsste ich den Monitor extrem hell machen. Damit hätte ich doch immer noch keine optimale Einstellung.

Eine Graukarte haben wir bestimmt in der Firma.

Marcus Gräfe

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Montag, 27. Mai 2013, 22:29

Ich bin bei meiner Recherche heute auf die Seite http://einklich.net/etc/gamma.htm gestoßen. Dort gibt es ein Gamma-Testbild (die Grafik mit dem "F"). Ich habe nochmal meine Monitoreinstellung zurückgesetzt, ebenso die Kalibrierung. Dann habe ich nur mit dem Gammaregler meiner Grafikkarte (ATI) das Bild eingestellt. Nun sieht es deutlich dunkler und damit meiner Meinung nach korrekt aus. Alle Testbilder auf diversen Seiten erscheinen korrekt. Möglicherweise hat sich mein Problem damit gelöst. Allerdings scheint die Windows-Kalibrierung demnach völlig unbrauchbar zu sein.

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Montag, 27. Mai 2013, 22:37

Wenn da noch Not wäre:

Die Farbtafel als Foto nehmen. In Photoshop u.ä. bei Tonwertkorrektur das weißfeld und das Schwarzfeld anklicken. Dann ist es sinngemäss optimiert und du hast dann ggf auf dem Bildschirm das Bild als Referenz

rick

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Dienstag, 28. Mai 2013, 11:49

Allerdings scheint die Windows-Kalibrierung demnach völlig unbrauchbar zu sein.

Die Einstellungen über das Tool der Grafikkarte zu machen ist sinnvoller. Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Problem sind die Monitore bzw. die Hersteller, die z.B. Rot stärker betonen (mein LG macht das). Es ist fast unmöglich den mit einem anderen Monitor so einzustellen, das beide halbwegs farbidentisch sind.

Das Bilder/Videos die auf kalibrierten Monitoren erstellt wurden für den normalen Anwender meist zu dunkel sind, ist nicht unüblich, was daraus resultiert, das Monitore häufig mit zu hoher Kontrasteinstellung verwendet werden, damit die Farben so schön leuchten.

Für die Bildschirmkalibrierung wäre die Webseite Deines Monitorhersteller noch interessant, denn dort gibt es häufig eigne Programme mit denen man die Einstellungen des Monitors durchführen kann. Der Forte Manager (von meinem LG) hat z.B. einen Kalibrierungsdurchlauf, bei dem man in ein paar Schritten die wichtigsten Parameter halbwegs brauchbar einstellen kann.

Beaverlicious

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Dienstag, 28. Mai 2013, 11:56



Das Bilder/Videos die auf kalibrierten Monitoren erstellt wurden für den normalen Anwender meist zu dunkel sind, ist nicht unüblich, was daraus resultiert, das Monitore häufig mit zu hoher Kontrasteinstellung verwendet werden, damit die Farben so schön leuchten.


Warum dann überhaupt kalibrieren, wenn ich Gefahr laufe, dass der Ottonormal-Bildschirm-Besitzer nacher nix mehr erkennt?

bmxstyle

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Dienstag, 28. Mai 2013, 12:54


Warum dann überhaupt kalibrieren, wenn ich Gefahr laufe, dass der Ottonormal-Bildschirm-Besitzer nacher nix mehr erkennt?
Damit das Filmchen auf Festivals vernünftig Dargestellt wird, zumindest bei denen wo es eine gute Widergabekette gibt.

Ich hab mir einen Monitor kalibriert, der zweite Monitor am PC steht so gut wie auf Werkseinstellungen. Gucke immer das es auf beiden gut aussieht. Aber im Endeffekte sieht es auf allen Monitoren die ich dann zum gegencheck nehme anders aus. Gucke mir dann später immer alles nochmal auf dem Monitor in der Firma an, 3 verschiedenen LCD TV´s, Laptop und Pc von meinem Bruder.

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Dienstag, 28. Mai 2013, 15:23

Warum dann überhaupt kalibrieren, wenn ich Gefahr laufe, dass der Ottonormal-Bildschirm-Besitzer nacher nix mehr erkennt?

Ist eigentlich wichtiger im Printbereich. Bei LCD/Beamer etc. gibt es immer Farbabweichungen. Wie bmxstyle schon sagte, geht es darum, besonders bei Kontrast/Helligkeit/Gamma einen Kompromiß zu finden. Gut ist es auf 2-3 Geräten zu checken wie das Bild aussieht. Wenn die Helligkeit auf dem Bearbeitungsmonitor nicht richtig eingestellt ist (z.B. zu dunkel), dann sieht man bei 8bit Farbverläufen nicht, ob es in den ganz dunklen Bereichen einen sanften Übergang gibt oder einen krassen Sprung ins Schwarze, das würde man auf einem zweit Monitor mit anderer Einstellung dann mitkriegen.

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Marcus Gräfe

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Dienstag, 28. Mai 2013, 19:02

Warum dann überhaupt kalibrieren, wenn ich Gefahr laufe, dass der Ottonormal-Bildschirm-Besitzer nacher nix mehr erkennt?

Wenn ich meinen Monitor nicht kalibriere, so laufe ich ebenfalls Gefahr, dass das Bild zu hell/zu dunkel beim Zuschauer ist. Wenn ich kalibriere, kann sich wenigstens niemand beschweren - denn das Bild ist korrekt.

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Freitag, 11. März 2016, 10:14

Farbräume - RGB - CMYK - Klarstellung

Hallo,

auch wenn das Theme hier schon ein paar Jahre alt ist, wollte ich bezüglich der Farbräume RGB und CMYK etwas klar stellen - erst recht, weil ich hier lesen konnte, dass CMYK einen größeren Farbraum hätte als RGB!

Bevor wir über Farbräume reden, sollten wir doch erst einmal klären was Farbe ist! Denn wenn das klar ist, wird man das mit den Farbräumen auch besser verstehen.

Farbe wir rein technisch von uns (Menschen) mit den Augen gesehen und im Gehirn ausgewertet. Da die Auswertung im Gehirn eine ganz individuelle Geschichte ist, kann eigentlich kein Mensch vom anderen Menschen behaupten, dass dieser gerade genau die gleichen Farben sieht wie man selbst, auch wenn man gleichzeitig das gleiche Farbobjekt betrachtet!

Technisch gesehen besteht das Auge aus Stäbchen und Zapfen - die Stäbchen sind für das Hell-/Dunkelsehen verantwortlich, und die Zapfen für die Farbe. Farbe bedeutet aber: der Mensch kann nur drei Farben sehen! Rot, Grün und Blau. Die restlichen Farben ergeben sich aus der Mischung der unterschiedlichen Erregungsstärken der jeweiligen Zapfentypen.

Das menschliche Farbsehen kann sich also nur zwischen diesen drei Farben abspielen - Die Farben, für welche er im Auge die notwendigen Rezeptoren hat!

Dieses hat die Technik dann auch analog umgesetzt und sendet aus Bildschirmgeräten auch nur diese drei Farben - RGB.

Das CMYK- Farbprofil kann eindeutig nicht mehr Farben darstellen als RGB!
Warum: Wenn ich mir bewußt mache, dass die Grundlage für das sehen das natürlich Licht ist, und dieses eine Summe aller sichtbaren Farben ist, so ist eine gedruckte Farbe letztendlich die Farbe, die das Druckmedium nicht absorbiert. Ein Grünes Objekt (Blätter der Bäume) albsorbiert also alle anderen Farben, und die die es nicht "braucht" werden dann reflektiert. die reflektierten Farben erreichen unser Auge und lösen letztentlich die Empfindung "grün" aus. Das entscheidene ist aber, dass Licht weggenommen wurde. Bei CMYK sind also die reinsten und klarsten Farben das Cyan, Magents, Yellow - wenn sie einzeln auf das Blatt gedruckt werden. Male ich diese auf die Ecken eines gleichseitigen Dreiecks, so würde die Mischung der Farben auf den Dreiecks-Seiten die maximale Reinheit von gemischten Farben zeigen. Mehr geht nicht - nur wenn ich weitere reine Vollfarben diesem Farbsystem hinzufüge!

Wenn sich also das Rot, welches unser Auge optimal wahrnehmen kann (als RGB-Licht), aus Magenta und Yellow gemischt wird, dann bedeutet es, dass das vollwertige Tageslicht durch diese beiden Farbstoffe so lange reduziert wird, dass Reste von rot und grünem Tageslicht in unserem Auge die Wahrnehmung von (abgeschwächtem) Rot ergeben.

Aber, was nicht zu vergessen ist - CMYK kann ohne das W (Weiß), nicht auskommen. Dieses ist das Trägermaterial -> Papier. Dieses alleine leuchtet auch nicht wie die Sonne, sondern wirkt auch schon lichtmindernd. Daher muß ein Grafikdesigner der Ahnung von seinem Beruf hat, natürlich wissen, welche Farbe sein Papier hat! Jeweils für jede Papiersorte gibt es dann jeweils für jede Druckmaschine theoretisch ein eigenes Farbprofil. Als Beispiel ist hier die "Yellow-Press" oder die "Financial Times" zu nennen, welche auf rosa/gelb-Papier gedruckt werden. Jedem sollte klar sein, dass diese in einem Foto maximal das Rosa der Seite als Zahnweiß darstellen kann. Speziell für diese Zeitungen gibt es genormte Farbprofile für CMYK.

Und genau daher, dass die Farbprofile so umfangreich sind, wie die Anzahl der Drucker und Monitore der Welt, kalibriere ich als Grafikdesigner meine Monitore nicht 100% genau! Wenn ich wissen will wie eine Farbe aussieht, muss ich das Farbmusterbuch nehmen und mir die Farben für die jeweilige Papierart bei normalem Licht ansehen. Erst dann sehe ich: so sieht es also aus wenn man 30% Magenta und 30% Cyan auf dieses Papier druckt. An einem Monitor, und sei der noch so toll kalibriert und eingestellt, kann man dieses nicht sehen und setzt so vielleicht einen teuren Druckauftrag in den Sand!

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the machine one, Senner

Marcus Gräfe

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Samstag, 23. April 2016, 15:05

In der Firma kalibrieren wir Monitore für Videobearbeitung neuerdings mit den Testbildern von BUROSCH, d. h. nicht mehr mit einem Kalibriergerät, wie man es für die Fotobearbeitung verwendet (das haben wir sonst immer gemacht). Die Filme sahen sonst leider auf nicht kalibrierten Monitoren zu schlecht aus. Der Vorteil ist, wir können unseren Fernseher identisch kalibrieren, weil wir da logischerweise kein Kalibriergerät verwenden können (man benötigt dazu schließlich die Möglichkeit, die Software auszuführen und ein Farbprofil abzuspeichern).