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LensChange

Change Reality

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Dienstag, 28. August 2012, 00:19

Was ist eigentlich Horror

Hallihallo wie der TItel schon sagt wollte ich mal ein bisschen über den überbegriff Horror reden, da wie ich bemerkt habe es da sehr viele verschiedene Meinungen gibt.


1- Horror gestern und heute:


Einer der ersten wenn nicht sogar der erste Horrorfilm war Le Manoir du diable von Georges Melies um ca. 1896 dannach wurden es von Jahr zu Jahr mehr wobei ein Großteil der Filme anfangs aus Frankreich kam.
Darunter Klassiker wie Frankenstein, The Werewolf, Der Golem, Dr. Jekyll and Mr. Hyde, Die Vögel, Psycho usw usw.

Großmeister wie Hitchcook, Roger Corman , George A. Romero, Herschell Gordon Lewis uvm. sollte ein jeder mal gesehen haben der sich für das Gerne interresiert.
Da ich oft schon gelesen haben es gibt nichts besseres wie Hitchcook, dem muss ich wiedersprechen, er war seiner Zeit ein Meister und hat vielen den Weg geebnet, aber Bitte wer sieht sich noch Die Vögel, oder Day of the Dead an und hat wirklich Angst???

Heute würde ich den Begriff Horror eher als Überbegriff nehmen. Ich finde es schade das Filme wie High Tension einfach in dei Sparte Horror geworfen werden obwohl mann ganz klar Nein sagen muss es ist kein einfacher Horror und nein auch kein Splatter nur weil Körperlichegewalt besser in Scene gesetzt wird und Blut läuft, ist es noch lange kein Splatter.

Alte Horrorfilme sehe ich heute mit einen schmunzeln und dem Blick fürs Detail aber nicht aus dem Grund warum ein Horrorfilm entsteht.

Ich denke mal 15 Jahre zurück damals wollte ich umbedingt Steven Kings - Es ansehen aber meine Eltern haben mich immer daran gehindert bis ich es eines Tages doch geschafft habe ohne dass meine ELtern was davon mitbekommen haben.
Und es war ein Fehler ich hätte mich fast eingeschiss... und heute ? Nichts gar nichts das mir auch nur annähernd Angst macht.

Heute sind es FIlme wie Eden LAke die mir alleine in den letzten 5 Minuten dass Blut gefrieren lassen oder Inside der einem dem Atem raubt



2- Snuff Tierfolter usw.:



Snuff, Foltervideos, Animalcrushing, usw usw. haben meiner Meinung nach hier überhaupt garnichts verloren :!: dass sind ganz klare Verbrechen und ich finde es aller aller unterste Schublade so eine SCHEI?E mit dem Gerne Horror in Verbindung zu bringen.

Zum Thema Gesichter des Todes ich weis nicht wie oft ich es schon gesagt habe (nicht hier) es gibt von dem Regisseur eine Stellungnahme in einer Doku wo er zugibt dass etliche Scenen nachgestellt wurden :!:

Tierfolter in Filmen, ja leider gab es so etwas. In den alten Cannibalen Filmen der 60er 70er wurden Tiere für den Film getötet. In der heutigen Zeit ganz klar Nein.

Sachen wie diese haben mit Horror nichts am Hut und sollten es auch nie haben Horror ist für mich ein Genre dass mir die Angst die wir als Kinder hatten zb. vor nem Clown oderso wieder bringt, oder mich vor Spannung fast zerreist.




3- Gewalt in Horrorfilmen:

Ich denke es kommt auf die Story und das Genre an, ein Slasher ohne Blut geht einfach nicht, ein Psycschocker braucht es nicht es kommt hier ganz klar auf den Film an. Wobei ich sagen muss dass jeder der sich aus dem Horrorgenre bedient auch dass makabere, unreale und Verbotene sucht sonst brauch ich keinen Horrorfilm ansehen sondern bleib bei Rosamunde Pilcher.

Ob es eine Grenze gibt? Ich sage nein, da wir immer noch von Fiktion reden und nicht von einem realen Handeln.


Mich würde eure Meinung dazu mal Interessieren da Horror und Gewalt in Filmen doch ein sehr aktuelles Thema sind gerade im vorsichtigen Deutschland.

Erweitert ruhig um Punkte die euch interresieren. :thumbsup:

Ich will einfach einmal mit Filmbegeisterten wie mich so ein zt. heikles Thema ansprechen und bisschen darüber Disskutieren.

Bin schon gespannt auf eure Antworten. :)

*Farbe (Moderatoren vorbehalten), Schriftgröße und Form gemäß Forenregeln stellenweise geändert*

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Milhouse

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Dienstag, 28. August 2012, 08:46

Hossa,

Tierfolter in Filmen, ja leider gab es so etwas. In den alten Cannibalen Filmen der 60er 70er wurden Tiere für den Film getötet.





Jede Art von "tatsächlicher" Gewalt gegen Menschen oder Tiere in einem Film is ja wohl mal in allererster Linie nur Perversion
- und jeder, der sich sowas als Zuschauer bewusst antut, macht sich meiner Meinung nach tatsächlich als Mittäter schuldig.

Problematisch wird es für mich als Zuschauer, wenn ich mir einen alten John-Ford-Western oder ein gewaltstrotzendes Opus von John Milius rein ziehe. Wie wurden Tiere in den Fünfzigern behandelt bei Dreharbeiten, wie sehr stand John Milius schon in der Kritik ob des Umganges etwa mit Pferden in seinen Filmen?

So großartig auch "Der Wind und der Löwe" als Film ist, so sehr schauderts mich jedesmal, wenn ich sehe, wie dort Pferde offensichtlich über Stolperdrähte geschickt werden.

Eigentlich müsste man sowas ebenso boykottieren wie Coke, McDoof, BLÖD-Zeitung und Tom-Cruise-Filme. Aber ich gebs ja zu, der Mensch ansich ist einfach nur schwach.





Horror? Die Lust auf Horror ist meiner persönlichen Meinung nach eine abgemilderte Form von Masochismus. Man setzt sich freiwillig einer Situation aus, die einem eigentlich Unbehagen verspüren lässt. Warum?

Weil man im Kinositz oder Fernsehsessel trotz allem "sicher" sitzt und sich nicht einer tatsächlichen Gefahr aussetzt?

Ich kenne sowas auch aus einer anderen Sicht heraus. War und bin schon eine ganze Zeit lang aktiv in einem Themenbereich, der allgemein gerne lapidar und reißerisch als "Geisterjagd" bezeichnet wird. Wobei das, was man sich als Außenstehender darunter vorstellt, beileibe nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat - wenn man es ernst meint!

"Geisterjagd" - das ist was für Teenies, die nachts gerne unbefugt in einsame Häuser einsteigen, in denen es angeblich spuken soll und hoffen, dort eine Art Grusel-Kick zu verspüren. Nicht wenige machen sich dabei dann tatsächlich fast in ihre Hosen, denn wenn die Nerven sich erstmal auf ein bestimmtes Level hoch geschaukelt haben, dann wird jedes Knacken der Heizungsrohre gleich zur "real wahrgenommenen Gefahr".

Wer sich aber über einen längeren Zeitraum mit sowas befasst, der kommt irgendwann zwangsläufig an den Punkt, an dem er beginnt, die Dinge rein rational zu betrachten. Heute macht mir kein Knacken eines Heizungsrohres, kein Waschbär im Keller, keine Eule auf dem Dachboden irgendwelche Angst, denn ich suche nicht mehr nach "Geistern", sondern nach realistischen Auslösern für scheinbar paranormale Phänomene.

Mich könnt Ihr in jeden Klosterkeller, in jedes angebliche Spukhaus setzen, das Licht aus machen und mich alleine lassen. Mich gruselts nicht mehr.

Und dennoch liebe ich Horror- und Gruselfilme. Warum? Weil ich immer noch diesen masochistischen Kick suche?

Oder weil mich die menschliche Phantasie fasziniert?!

Horror ist für mich kein Blutgespritze nur um des Blutgespritzes willen. Folterpornos im Stile von "SAW" sind für mich eine voyeuristische Perversion, der ich nichts abgewinnen kann. Wer sich sowas mit Begeisterung anschaut, der würde vielleicht auch ins Colloseum gehen, wenn dort wieder Löwen auf Christen (oder jede andere unbeliebte Zielgruppe) losgelassen würden.

Das schließt Ihr für Euch aus?

Dann überlegt doch nur mal, wie verroht die Menschheit mittlerweile geworden ist, dass es sogar reale "Fight-Clubs" gibt. Wie oft schon wurde ich angesprochen, ob ich denn nicht mal mit da hin gehen wollte zum Zuschauen. Sowas ist mittlerweile beim "Normalo" angekommen und gilt für viele nicht mehr als verwerflich. Ist doch "nur Sport".

Is das so?

Horror ist für mich am ehesten das, was man "Gothic-Horror" nennt. Wenn die Erzählstruktur eines Filmes (oder Buches) das Adrenalin des Zuschauers mehr und mehr hat ansteigen lassen - wenn die Hauptdarstellerin am oberen Ende der großen Treppe steht und nach unten ins Dunkel blickt. Man sieht nicht, was dort unten am Fußende der Treppe lauert. Aber man hört es atmen. Und dann knarrt die alte Treppe, weil das unsichtbare Etwas einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt hat. Man sieht dort den Ansatz einer Klaue, lange tierische Krallen, einen Ansatz von Fell...

Sowas bereitet mir nen Grusel-Kick. Ein computeranimiertes Monster, das plötzlich aus dem Nichts springt und einen Protagonisten packt, das sorgt vielleicht für einen Schreck. Wenn es dann noch irgendwelche Arme oder Beine abreißt, dann sorgt dies für einen kurzen Ekelschub. Aber Grusel ist für mich was anderes.

In einem solchen Sinne ist die einzige Regiearbeit von Sir Charles Laughton ein Paradebeispiel für das, was ich meine. "Die Nacht des Jägers" ist Horror, Thriller und Fantasy in einem.

Da fliegen keine Extremitäten oder Gedärme durch die Gegend. Da springt kein Ekelmonster ins Bild und erschreckt die Zuschauer für einen kurzen Moment. Da ist nur Robert Mitchum als geisteskranker falscher Pfaffe, der zwei Kinder jagt. Und wenn der Gesang des Pfaffen über den Missisippi hallt, dann ist das mehr Horror als ein Zwerg in dämlicher Maske auf einem Dreirad jemals erreichen wird, der Leute dazu zwingt, sich gegenseitig die Beine abzusäbeln (vereinfacht und überspitzt ausgedrückt).

Bin ich eigentlich noch beim Thema?

Hm?

Lass ichs einfach. Der größte Horror ist daneben höchstens das Sommerfest der volktümelnden Musik. Oder das ultrabreite Grinsen von Dieter B.

Und in der Hoffnung, dass Ihr zumindest darin zustimmt, möchte ichs nun auch dabei besein lassen.

:)



Liebe Grüße, Andreas









Edit: Rechtschreibfehler korrigiert
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Fischfilet

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Dienstag, 28. August 2012, 09:51

grundsätzlich finde ich eure überlegungen ziemlich gut und richtig - schliesslich sind wir alle sensationslustige masochisten^^

andererseits würde ich saw nicht als grenzenlosen schund abtun. der erste teil, (und ich rede nur vom ersten teil, nicht von den 123972190372 fortsetzungen mit 11872361236 wendungen^^) war meiner meinung nach wegweisend und ein verdammt interessanter film. was unterscheidet denn jigsaw von den anderen serienkillern aus "sieben", "resurection" etc.? er tötet auf bestialische weise was den zuschauer in angst und schrecken versetzt, da theoretisch jeder in die selbe situation geraten könnte (egal wie unwahrscheinlich das auch sein mag). Gepaart mit der aussage " du warst ein böser junge, nun leide dafür" ist das ne gute message, da wir alle doch irgendwie sünder sind ;-)

allein die tatsache, dass unendlich viele fortsetzungen mit immer weniger und dümmlicherer handlung und immer mehr folterquatsch gedreht wurden, lässt saw rückblickend als schund und schlechten gore-mist dastehen. wäre der film ein einteiler geblieben, wäre er sicher vielen in besserer erinnerung als guter horrorfilm und nicht als stundenlange blutarie!

7River

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Dienstag, 28. August 2012, 10:02

Ich schätze mal, dass Horror jeder ein bisschen anders definiert. Und dass die Ängste bei jedem auch ein wenig verschieden sind. Ein Horrorfilm muss nicht unbedingt brutal sein, die Kunst liegt eher in subtiler Art, würde ich mal sagen.

rick

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Dienstag, 28. August 2012, 10:35

Jede Art von "tatsächlicher" Gewalt gegen Menschen oder Tiere in einem Film is ja wohl mal in allererster Linie nur Perversion

Da bitte ich mal um eine etwas differenziertere Betrachtungsweise. Du erwähnst selber den Ausdruck "eine abgemilderte Form von Masochismus", womit wir schon beim Beispiel "Lustgewinn durch Schmerz" wären.
Die Darstellung von einvernehmlicher Gewalt gegen/zwischen Menschen, bitte ich hier mal auszuklammern . Mir ist klar, daß diese Darstellungen weniger im Horrorfilm als im Bereich Erotik/Pornographie zu finden sind, dennoch
möchte ich hier den Ausdruck "Jede Art", wenigstens etwas relativiert sehen.

Gewalt gegen Tiere hat LensChange ja schon unter dem Punkt der "gesetzlichen Verbote" aufgeführt. Glücklicherweise hat man heute mittels CGI ganz gute Möglichkeiten z.B. virtuelle Zombihunde darzustellen. Das wird den vielen verschlissenen "Flipper", "Lassie" und "Black Beauty" Darstellern zwar nichts mehr helfen, aber wenigstens in diesem Punkt hat wohl ein echtes Umdenken in den letzten Jahrzehnten stattgefunden. Paradoxerweise, wird viel "Aufriß" wegen einiger weniger Tiere im Film/Zirkus/Zoo gemacht. Wohingegen das Schicksal der nicht so prominenten Hühner,Schweine,Kanninchen und Mäuse in der Kosmetik und Lebensmittelindustrie nach wie vor eher weniger Interesse bei uns hervorruft.

Zurück zum Horrorfilm.

Nach längerem Nachdenken, bin ich zu der relativ simplen Definiton von "Was ist eigentlich Horror" gekommen. Fast alle Horrofilme "funktionieren" nur deshalb weil sie mit der Urangst vor dem Tod "spielen". Wobei hier die Palette vom "romantischen" Dracula, über den "realistisch dargestellten" Gewaltverbrecher Jack the Rippe/Hannibal Lecter bis hin zum "phantastischen" Freddy Krüger oder Alien Monster reicht. Merkwürdigerweise ist dies die Angst, mit der sich die meisten Menschen, in der Realität, am wenigsten auseinandersetzen wollen. Vielleicht liegt hier ein Schlüssel zum Erfolg des Horrorfilms.

Zur Frage: "Ob es eine Grenze gibt?" sage ich ganz klar "Ja" (und das gilt für alle Genres). Z.B. dann wenn sich der Film realer Ereignisse bedient um diese als Katalysator im Sinne des "noch realistischeren Grauens" verwendet, sich aber gleichzeitig auf die fiktive (in manchmal nur unbedeutenden Details veränderte) Darstellung beruft. Beispiele wären die sog. Sex/Splash/Nazi/Exploitation- filme. In gewisser Weise gehört Auch Gesichter des Todes, für mich dazu. Unabhängig vom Anteil der nachgestellten Szenen geht es hier schlicht um Gewinnerzielung durch Todesvouyerismus ohne für mich ersichtliche künstlerische oder aufklärende oder wirklich unterhaltsame Tendenzen.

Gerade in Fällen wo reale Ereignisse als Pate für einen Film stehen, fällt für mich das (entschuldigende) "Fiktive" weg. In dem Moment wo ein Film aber keine Fiktion mehr zeigt, muß ich mich damit auseinandersetzen, ob ich mich wirklich mit seiner Handlung, zum bloßen Zwecke der Unterhaltung auseinandersetzen möchte. Eine halbwegs seriöse Doku über "Den Schlächter von Rothenburg" oder die Morde von Jack Unterweger, würde ich mir im Sinne der "aufklärenden Unterhaltung" durchaus ansehen. Das Ganze aber als autenthisch wirkende Horrofilm Inszenierung zu sehen, würde in mir die Frage nach dem "Unterhaltungswert" (warum unterhält mich die Darstellung von Tod/Gewalt/Mord) aufwerfen.

Ich sage nicht, daß dieser "Voyeurismus" unnatürlich oder grundsätzlich schlecht ist. Mit dem Wissen das es ein Teil der "dunklen" menschlichen Psyche ist, würde ich mir nur wünschen, daß mehr Leute auch zu diesen "Abgründen" ehrlich stehen würden (das ist jetzt keine Unterstellung Euch gegenüber LensChange oder Milhose) und sich eben nicht auf das "Fiktive" berufen - "Ist ja nur ein Film, dient nur der Unterhaltung" - müßte dann heißen "Ich finde es total phaszinierend Gewalt/Spuk/Greultaten, aus sicherer Distanz beobachten zu können".

Im Zuge der Recherchen zu diesem Beitrag habe ich gerade szenenweise Fragmente eines Films angesehen, bei dem ich mich schon immer gefragt habe, würde ich mir den Film anschauen und wenn ja warum. Die Antwort ist erschreckend, weil ich den Film ja nun bruchstückhaft, aus reiner Neugierde gesehen habe, und das im Wissen, daß ich viel Gewalt-Müll ertragen werde um eventuell meinen Vouyerismus in einer anderen Richtung zu befriedigen. Ich bin jetzt schlauer, aber fühle mich nicht wirklich "gut" unterhalten.

@Milhouse
Ich schließe mich nicht von einem Gang ins Colloseum aus. Gemessen an der historischen Zeit und den vorhandenen Unterhaltungsmöglichkeiten, sowie dem damaligen Leben und der weltanschulichen Indoktrination, wäre ich vermutlich ein treuer Kunde im Colloseum gewesen.

Soweit muß man heutzutage aber gar nicht gehen, um den Alltags-Thrill im Unterhaltungsfernsehen zu suchen. Von "Wetten daß..." bis zu "Die 20 schlimmsten Unfälle in Liveshows" oder auch so banalen Dingen wie Motorsport, Stuntsprüngen über Autos oder Würmeressen im Dschungel, lassen wir uns doch immer wieder (teilweise gerne) vom Nervenkitzel "Es könnt ja was passieren - hoffentlich passiert nichts und wenn, dann vielleicht nur ein kleines Bißchen" leiten.

Milhouse

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Dienstag, 28. August 2012, 15:46

@ Rick:

mit manchen Deiner Aussagen machste mir echt Angst.

;)

Klar, wenn wir im alten Rom leben würden, würden wahrscheinlich die meisten von uns den Feierabend im Colloseum verbringen.

Aber wir sind uns sicher darin einig, dass die Menschheit sich seit dem alten Rom moralisch mittlerweile etwas entwickelt hat?!

Reformation und Aufklärung im Zeichen den Humanismus haben mehr und mehr aufgezeigt, dass der Mensch "edel, hilfreich und gut" sein soll.

Ok, Guantanamo zeigt, dass es damit nicht so sonderlich weit her ist - aber ich bin sicher, auch die Aufseher in diesem Lager und sicher auch Mr. Obama wissen genau, dass sie sich damit in den Grenzbereichen des moralisch vertretbaren bewegen bzw. weit darüber hinaus getreten sind.

Zum Thema Gewalt - es macht sicherlich einen Unterschied, ob ich selbst mich bewusst irgendeiner Form von Sadomasochismus unterwerfe oder ob ich stillschweigend dulde, dass Personen oder auch Tiere gequält werden, die darauf vermutlich nicht wirklich abfahren. Mich selbst einer Form von "Thrill" auszusetzen und dabei dann eine subtile Form von "Lust" zu empfinden, das ist nichts, was mir tatsächlich physischen Schaden zufügt. Die Vorstellung aber, in einem Film miterleben zu müssen, wie einem Lebewesen (Ich trenne hier nicht zwischen Mensch und Tier) bewusst körperliche Schmerzen zugefügt werden, die stößt mich persönlich einfach nur ab.

Natürlich könnte man da eine gewisse Doppelmoral unterstellen, wenn man erwidert, dass die gespielte Folter eines Menschen im Rahmen eines Filmes ja im Grunde eine Art "Ersatzbefriedigung" für eine reale Folter darstellt und ebenso verwerflich gewertet werden könnte.

Nur - wenn Tarantino in "Reservoir Dogs" einen Darsteller einem anderen ein Ohr absäbeln lässt und ich weiß, das ist nur Special Effect, dann verliert das für mich jeden Bezug zur Realität. Ja, es ist natürlich eine fetischisierte Handlung, die mich an die Grenze meiner moralischen Gesinnung kommen lässt. Aber ich bin mir immer darüber im Klaren, dass dies nur eine ritualisierte Form von Ersatzhandlung ist, die niemandem wirklich weh getan hat. Thats Hollywood. Ich denke, exakt dies macht die Faszination des Mediums Film aus.

Nichts davon ist real. Der Leib ist nur eine Hostie und das Blut nur Messwein. Kein Opfer musste sein Leben dafür aushauchen. Ersatzofer halt, um unsere eigentlich blutrünstigen Triebe zu kanalisieren und in eine unblutige Richtung zu lenken.

Das nenne ich Zivilisation. Und ich bin mir darüber im Klaren, dass in uns mehr Tier steckt, als die meisten von uns sich bewusst machen. Ich will aber ein "besserer Mensch" sein und ordne mich darum dem unter, was mir als ethisch korrekt vermittelt wurde und wird.

Horrorfilme als "Therapie"?

Horrorfilme als "Religionsersatz"?

Horrorfilme als "Mittel, die eigenen Agressionen passiv zu durchleben", um diese nicht aktiv nach außen dringen zu lassen?

Jedenfalls bin ich mir einer Sache bewusst: ich selbst erlebe einen Horrorfilm nicht aus einer voyeuristischen Haltung heraus - um zu sehen, wie andere geängstigt, gefoltert, gedemütigt werden.

Ich selbst sehe einen Horrorfilm, um meine eigenen Ängste zu erleben. Um diese vielleicht kontrollierbar zu machen.

Und dennoch setze ich mich anschließend nachts alleine und im Dunkel in jedes beliebige Hexen- oder Spukhaus und empfinde Null Grusel dabei.

Das erscheint mir selbst zwar etwas schizophren, aber es wird wohl auch nie jemand behaupten, dass der menschliche Geist eine einfach erklärbare Apparatur ist?!

:D

Liebe Grüße, Andreas
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Dienstag, 28. August 2012, 16:33

Zitat

Die Vorstellung aber, in einem Film miterleben zu müssen, wie einem Lebewesen (Ich trenne hier nicht zwischen Mensch und Tier) bewusst körperliche Schmerzen zugefügt werden, die stößt mich persönlich einfach nur ab.

Mich auch. Aber in einem Film mitzuerleben, wie einem Menschen bewußt körperliche Schmerzen (in seinem Einverständnis), zur Luststeigerung zugefügt werden, ist eine völlig andere Situation. Es gibt wohl mindestens genausoviele SM-Filme/Pornos mit realen Schmerzen, wie Horrorfilme mit gestellten Schmerzen. Wenn es sich um Produktion aus namenhaften Quellen handelt, kann ich mir die erstgenannte Gattung, ohne davon abgestoßen zu sein, recht komfortabel und ohne schlechtes Gewissen anschauen. Daran finde ich nichts perverses- nur darum ging es mir bei der Differenzierung.

Ersatzofer halt, um unsere eigentlich blutrünstigen Triebe zu kanalisieren und in eine unblutige Richtung zu lenken.

Das ist ein guter Erklärungsansatz. Für viele wird das sicherlich sogar funktionieren. Ich kenne sogar Menschen, die diese Kanalisierung vermutlich gar nicht benötigen.

Aber auf der anderen Seite kann es eben auch zur Reizüberflutung und Desensiblisierung führen. Wir hatte das Thema ja schonmal und mir ist bewußt, daß ein moralisch gefestigter Mensch durch den Konsum von Horrorfilmen nicht unbedingt zum Nachahmer wird. Nur viele jüngere Konsumenten sind leider moralisch noch nicht genug gefestigt und mittlerweile gibt es etliche Horrorfilme sogar auf youtube zu sehen (ich bin geradezu erschrocken, was ich da alles heute entdeckt habe).

Dieser Umstand kann die Kanalisierung genau in die falsche Richtung laufen - nach dem Motto "Ist ja normal hab ich häufig schon auf Youtube gesehen", kann das schon in Richtung: "mehr davon, noch realer, am realsten" führen. Ich will da sicherlich keine neue Diskussion lostreten, darum formuliere ich alles im sehr vagen Konjunktiv und merke an, daß ja nur ein Teil der Horrorfilme überhaupt von der Thematik des allzu realen Hintergrundes betroffen ist.
Andere Filme diese Genres sind zu recht große Meilensteine der Filmgeschichte und das zeigt, daß der Horrorfilm unzählige Facetten zu bieten hat. Wie Du schon sagtest, ist oft das was wir nicht sehen das gruseligste.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß wenn Du im nächsten Spukhaus bei Nacht sitzt und die Heizungsrohre klopfen ;)

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Dienstag, 28. August 2012, 19:02

@LensChange,
Woher willst du wissen, dass es kein Snuff gibt? Es konnte bisher nicht Bewiesen werden, dass es ihn gibt, aber auch das es ihn nicht gibt. Selbsverständlich hat " Psycho " oder die älteren Zombiefilme ihre Wirkung auf den Zuschauer verloren, dass wiederum liegt daran, dass der Mensch einer Reizüberflutung unterliegt, die er nicht zwingend bemerken muss. In den letzten Jahren ist die Hemmschwelle gesunken, weil brutale und echte Filmchen über die Handys flimmern auf denen Leute verdroschen werden. Wer am meisten drischt, ist am coolsten. Das ist Krank. Und das ist der wahre Horror. Ein Film ist ein Film ist ein Film ist ein Film. Nicht mehr und weniger. Du kannst Hitchcock - Filme nicht mit der heutigen Zeit vergleichen. Sie waren westentlich subtiler und intelligenter aufgebaut als die heutigen. Klar kann man niemanden mehr Schocken mit " Die Vögel ", aber es kommt immer auf die Sehgewohnheit an. Logisch hat ein 10 - jähriger mehr Angst vor einem harmolsen Horror - Film als ein Erwachsener. Ein Horror Film spielt auch immer mit der vorhandenen Angst des Zusehers.

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Mittwoch, 29. August 2012, 07:46

Die blosse Tatsache, dass es unzählige Serienmörder gibt, die ihre Taten auf Video dokumentierten und die Tatsache das einige von denen den Weg ins Netz gefunden haben klärt meiner Meinung nach die Frage ob es Snuff gibt oder nicht.

Es gibt ihn!

*konkreter Hinweis zu abstoßendem, nicht jugendfreien Material im Netz entfernt*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Movie Visions« (29. August 2012, 10:16)


LensChange

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Mittwoch, 29. August 2012, 23:54

Sry wollte keine Diskussion lostreten.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »LensChange« (5. September 2012, 20:13)


Movie Visions

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Donnerstag, 30. August 2012, 10:03

Ich dachte in diesem Thread wird diskutiert was Horror ist? Was hier gerade diskutiert wird hat nichts mit dem Genre Horror zu tun. Kommt mal wieder zum eigentlichen Thema, sonst werde ich hier dicht machen - mit dem Verweis, euch in irgend ein Gore-Board für diese Perversionen zu verziehen. Klar ist das Internet grundsätzlich böse, offen und unzensiert, aber in diesem Forum lesen und schreiben junge Kids mit, die nicht absichtlich mit solchen Dingen konfrontiert werden wollen und vor allem sollen! Lasst den Schwachsinn gut sein und sprecht über Horrorfilme. Danke.

LensChange

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Mittwoch, 5. September 2012, 20:14

Da hast du vollkommen recht, Sry meinerseits wollte solche Themen eigentlich selber nicht ansprechen.

Ich denke man sollte in Deutschland noch einmal über den Jugendschutz nachdenken der meiner Meinung nach total falsch läuft. Ein 30 jähriger kann sich nen Film ab 18 nur geschnitten ansehen und ein 12 Jähriger kommt von Horror bis Porno innerhalb von 5 minuten an alles was er haben will.


Was ich immer noch schade finde ist das Deutschland im Bereich Horror oder Thriller sich einfach überhaupt nichts traut, aber auch in anderen Länderen ist Horror meist auf der letzten Sprosse der Leiter.

Filmen wie High Lane finden überhaupt keine Beachtung und werden einzig und alleine wegen ihrer Brutalität verurteilt. Wobei High Lane hier nur einer von vielen Filmen ist.

Ich würde gerne auch mal von der Dreharbeit eines Horrorfilms reden. Diese Arbeit wird oft total vergessen.

7River

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Mittwoch, 5. September 2012, 20:34

Vor 20 oder 25 Jahren musste man noch in die Videothek gehen, um an Horrorfilme zu kommen. Zudem musste man 18 Jahre alt sein, und um die Filme zu kopieren, brauchte man zwei Videorekorder, ein „Kopierdings“ (mir fällt der Name nicht ein) und außerdem dauerte der Kopiervorgang die komplette Spielfilmlänge des jeweiligen Films – und das für eine Kopie. Heute findet man alles im Internet. Selbst Computerspiele, die hier nur eingedeutscht erhältlich sind, gibt es im Internet uncut. Beispiele erspare ich mir.

Heute kann man Jugendschutz nicht mehr so richtig kontrollieren.

J11

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Montag, 15. Oktober 2012, 15:37

Horrorfilme

Ich bin auch etwas verwirrt, bezüglich der Debatten mit "Horror" und "Jugendschutz". Ich denke jedoch auch, dass Horror von jedem anderes definiert wird. Ich persönlich finde Filme, wo es nur wichtig ist, möglichst viel Blut fließen zu lassen total "Nicht-Horror". Was mich da viel eher trifft und auch Angst macht, sind solche Sachen, die eben auch wirklich sein könnten und eben auch Sachen, die an die Psyche gehen.

Spoiler Spoiler

Gleichzeitig bin ich aber auch eine kleine Mimose und fand "Gesetz der Rache" echt schlimm, also die Stellen, wo er den Mörder/Vergewaltiger so quält und auch Shutter Island ist mir zu Horror. :)



*Spoiler-Tag eingefügt*

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amijunge

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Freitag, 26. Oktober 2012, 10:46

Erstmals denke ich, dass sich im Laufe der Zeit der Blickwinkel verändert hat. Was vor 20 Jahren noch unter Horror läuft ist jetzt wahrscheinlich eine Lachnummer. Tanz der Vampire zum Beispiel war damals wirklich ein grusliger Film und wenn ich ihn mir heute anschaue, hab ich Lachtränen in den Augen.

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