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Der Unaussprechliche

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Freitag, 3. Juli 2009, 14:46

Nein es ist so gemeint, man bezahlt nicht nach dem geplanten Erfolg, sondern nach dem tatsächlichen Budget des Films. Also je höher die Produktionskosten, desto höher der Preis.

Es geht weniger darum, dass Filme teurer werden sollen, als darum, dass fairere Wettbewerbschancen herrschen. Und dein 2. Punkt spricht für mich eigentlich für die Idee, dann würdest du eben stattdessen in einen billigeren Film gehen, und vielleicht auhc zufrieden sein. Gleichzeitig machen die großen Filme kaum verlusst, weil sie ja mehr verdienen. Die kleinen verdienen hoffentlich mehr, weil mehr Leute in die Filme gehen. Soweit die Theorie, obs wirklich klappt und durchsetzbar ist, bleibt natürlich fraglich. Es ist übrigens auch so, dass die Kinos selber für größere Produktionen auch mehr zahlen als für kleinere, diese Preise geben sie aber nicht an die Zuschauer weiter.

Bentinho

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22

Freitag, 3. Juli 2009, 15:14

Ich würde vermutlich eher trotzdem in den Film gehen und mehr bezahlen. Aber selbst wenn ich - wie du es sagst - dafür in einen billigeren Film gehe, ist das doch unfair gegenüber teureren Produktionen. Es wird ja auch ohne die Macken eines Bruce Willis' Filme geben, die einfach mehr Geld verschlingen als andere.
Genau so könnte es aber auch sein, dass ein "billiger" Film der Kinohit wird und dann aber nur halb so viel einspielt, da die Eintrittspreise niedriger sind.

Irgendwie kann ich mehr Probleme als Vorteile bei der Sache entdecken... :)

Mr Dude

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23

Freitag, 3. Juli 2009, 15:22

Ich muss mich da teilweise Bentinho anschließen. Ich würde zwar eher mal in einen kleinerern Film gehen, dass ich dafür nur 3 Euro oder so bezahlen müsste, aber es wäre unfair gegenüber den teuren Prouktionen, auch wenn es noch lange kein Verstoß gegen den Wettbewerb wäre. Es sei denn es ist irgendw festgelegt, das Kinofilme in einem Kino alle gleich sein müssen. Ein sehr problematisches Thema. Im Kino in meiner Studien-Stadt gibt es jeden Mittwoch den "Tag des besonderen Films" da zeigen sie oft unbekanntere deutsche Produktionen, für etwa 3€ für Studenten, da lässt man sich schon eher aml überreden hinzugehen. Bei 10€ für eine Karte würde ich wohl nie ins Kino gehen, weil ich mir dann auch die DVD kaufen kann, wenn sie rauskommt, oder etwas später...
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Der-irgendwer

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Freitag, 3. Juli 2009, 20:40

Interessante Idee mit den verschiedenen Preisen, würde vllt. kleinere Filme mehr Aufmerksamkeit und Zuschauer erhalten (Und um die geht es ja beim Film).

Noch mal zu den Ländern. Frankreich hat meiner Meinung nach sehr stark abgelassen, die meisten Filme wie ,,Amelie" oder ,,Irreversible" halte ich für sehr überschätzt. Die Italiener haben im letzten Jahr zwei sehr gute Filme gedreht (Il Divo, Gomorha) aber der einzig große Regiesseur den sie noch haben ist Bertolucci und der hat im letzten Jahrzehnt eigentlich nur einen, dafür recht guten Film gedreht. Meiner Meinung nach ist Dänemark momentan am besten vertreten, mit van Trier und Vinterberg sowie ihren skurillen Komödien. Die USA hat eine tolle Independantszene die in den letzten Jahren zwei Meisterwerke hervvorgebracht hat (Brick, Shortbus) aber macht ebenfalls wohl die dümmsten und komerziellsten Filme überhaupt.

Mr Dude

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25

Freitag, 3. Juli 2009, 21:03

[...]aber macht ebenfalls wohl die dümmsten und komerziellsten Filme überhaupt.


Liegt aber auch daran, dass dort die meisten Filme weltweit gedreht werden (abgesehen von Indien). Muss man halt auch immer in der Relation sehen und vieles kommt auch gar nicht erst bis zu uns rüber, was manchmal auch ganz gut ist. :D
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Freitag, 3. Juli 2009, 21:12

Zu Frankreich noch Mal:

Sollte man eigentlich die Filme von Luc Besson erwähnen, oder zählen die schon zu den USA? :D

High Tension fand ich übrigens auch nicht schlecht.

Der Unaussprechliche

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27

Freitag, 3. Juli 2009, 21:45

Ja in Frankreich gibt es momentan eine recht ausgeprägte Horror-Splatter-Szene. Da sind die neben den Asiaten führend. Hatte in Dänemark Lars von Trier völlig vergessen, dann kann man wohl tatsächlich sagen, dass die momentan am besten aufgestellt sind. Neben den USA, die haben schon noch ein paar mehr Independent-Stars wie Jim Jarmush, Spike Jonze , Michel Gondry (ok ist glaube ich ursprünglich Franzose), Charlie Kaufmann, Darren Aronofsky und weitere. Wobei die grenze zu Hollywood da nicht mehr ganz klar ist, viele Filme werden auch im Nachhinein von den großen Studios aufgekauft.

@Mr.Dude: Sowas wie den "Tag des besonderen Films" finde ich extrem cool, sowas müsste es halt öfters geben. Mein Gedanke bei den verschiedenen Preisen war, dass vermutlich weniger Leute in die teuren Blockbuster gehen, die aber kaum Verlust machen, weil die Preise höher sind. Gleichzeitig gehen mehr Leute in die kleineren Produktion, die dadurch Gewinne machen, weil die Preise in etwa gleich bzw nur etwas niedriger als heutzutage üblich sind. Sowas kann natürlich auch zur Folge haben, dass Leute die nur 3 mal im Jahr ins Kino gehen, und dann merken, dass ihre geliebten Blockbuster noch teurer geworden sind abgeschreckt werden und in Zukunft noch seltener gehen, weils so teuer ist, oder sie gehen stattdessen in kleinere Filme. Könnte aber auch sein, dass es sie nicht wirklich stört, weil sie eh selten gehen und ob sie denn 7 oder 10 Euro zahlen macht dann keinen allzugroßen Unterschied. Ist sehr schwer abzuschätzen das ganze, aber durchaus ein interessanter Ansatz.

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Montag, 6. Juli 2009, 11:29

Antikörper fand ich sehr genial!
Aber er ist ja auch ziemlich "amerikanisch".

Sachen wie Tatort kann ich mir nicht reinziehen.
Der ganze Comedy Müll aus Deutschland kannste auch in die Tonne kloppen.
Traumschiff Surprise war gut. Schöne 3D Effekte. Aber mehrmals kann man sich dass auch net reinziehen. ^^

Diese ganzen Scheiß Kriegsdramen kann ich mir nicht antun.
Da schau ich lieber James Ryan oder Schindlers Liste das hat mehr.
Der Untergang ist völlig an mir vorbei gegangen.

Dann, die Welle. Was solln das? Davon gibts doch ne Alte Amerikanische TV Verfilmung. Das reicht doch.
Hätten sie die Welle mit Nazis gemacht hätte es mehr Sinn gemacht. Versteh nicht wieso die Deutschen so dämlich Covern...
Die Wolke sah ziemlich cool in den Trailern aus. Aber war sicher auch nur Müll. Aber da hab ich keine Ahnung.

Anatomie fand ich noch Klasse! Aber wieder, sehr amerikanisch.
Wolfgang Herzog Filme fand ich noch geil! Im letzten spielt sogar Christian Bale mit. ;)
Die Blechtrommel ist auch ein Super Film.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ghostpictures.de« (6. Juli 2009, 11:36)


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Montag, 6. Juli 2009, 19:21

Zitat

Antikörper fand ich sehr genial!
Aber er ist ja auch ziemlich "amerikanisch".


In wie fern? Serienkillerfilme sind ja nicht zwingend eine amerikanische Angelegenheit. Das ist eigentlich erst seit ,,Das Schweigen der Lämmer" und ,,Sieben" so. Die Briten und Franzosen, aber auch die Deutschen haben sich immer wieder gern mit dieser Thematik befasst.

Die Welle fand ich auch nicht gut. Obwohl die Amiverfilmung auch eher schlecht ist. Herzog und Fassbinder waren mal echt gute Regisseure und Wenders ebenfalls.

Der Unaussprechliche

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Montag, 6. Juli 2009, 20:43

Wolfgang Herzog Filme fand ich noch geil! Im letzten spielt sogar Christian Bale mit. ;)
Die Blechtrommel ist auch ein Super Film.
Bist du wahnsinnig?!^^ Der heißt Werner Herzog !!! Rescue Dawn war aber in der Tat genial!

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Montag, 6. Juli 2009, 20:51

Zitat

Antikörper fand ich sehr genial!
Aber er ist ja auch ziemlich "amerikanisch".


In wie fern? Serienkillerfilme sind ja nicht zwingend eine amerikanische Angelegenheit. Das ist eigentlich erst seit ,,Das Schweigen der Lämmer" und ,,Sieben" so. Die Briten und Franzosen, aber auch die Deutschen haben sich immer wieder gern mit dieser Thematik befasst.

Die Welle fand ich auch nicht gut. Obwohl die Amiverfilmung auch eher schlecht ist. Herzog und Fassbinder waren mal echt gute Regisseure und Wenders ebenfalls.


Ja aber Antikörper ist halt wirklich sehr SIEBEN like. Die Kameraarbeit und der Schnitt ebenfalls sehr auf Ami getrimmt.
Achja das Ende war Blöd. Scheiß CGI. =(

Wolfgang Herzog Filme fand ich noch geil! Im letzten spielt sogar Christian Bale mit. ;)
Die Blechtrommel ist auch ein Super Film.
Bist du wahnsinnig?!^^ Der heißt Werner Herzog !!! Rescue Dawn war aber in der Tat genial!


Ah Pardon! Ich Idiot. ^^ Hast natürlich recht. =)

Mac Mave

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Montag, 6. Juli 2009, 21:22

Ich glaube ich habe seit "Das Boot" keinen deutschen Major Film mehr gesehen, der mir gefallen hat. Neben zu vielen Komödien und dem ganzen "wir-arbeiten-unsere-Geschichte-mögtlichst-langweilig-und-tragisch-auf-Filmen" gibts einfach zu viele Sachen dir mir am deutschen Film nicht gefallen. Davor verschließe ich mich ganz und gar nicht und seh mir die Sachen auch an, aber berührt hat mich keiner dieser deutschen Filme.
Bei Amateurfilmen sieht es anders aus, da bin ich öfters überrascht als man denkt. Positiv wohlgemerkt. Sei es "Suffer and Die" oder "Turtura".

Was England oder Frankreich vor allem bietet: Filmförderung für Horror und Splatter Filme, auch für die kleinen dreckigen Filme wie "Inside" aus Frankreich oder "Severance" bzw "Eden Lake" aus England. Filme die nicht nur optisch die deutsche Tatort-Optik hinter sich lassen und nicht nur Arte-Zuschauer oder grenzdebile Bully Anhänger befriedigen können.
Mag sein dass sich das ändert, dass junge deutsche Regisseure nun endlich anfangen Filme zu machen für das Publikum und nicht für die Kritiker. Der Weg dahin ist weit.

Der-irgendwer

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33

Mittwoch, 8. Juli 2009, 15:56

Zitat

Mag sein dass sich das ändert, dass junge deutsche Regisseure nun endlich anfangen Filme zu machen für das Publikum und nicht für die Kritiker


Filme zu machen die einfach nur dazu da sind grosse Massen an Menschen anzulocken finde ich repraesentieren kaum das was Filme darstellen sollten. Filme sind Kunst, und Kunst ist nicht dazu da es allen recht zu machen. Mehr finde ich, solte man sich selbst auszudruecken, seine Ideen und Stile verbreiten, etwas zu schaffen, was der Erinnerung wert ist, und das ist nun mal meist nicht massentauglich.

Noch mal zur Laenderanalyse...Mexiko steht doch ziemlich gut da. Del Toro und Cuarón schaffen es selbst Hollywoodfilmen (Harry Potter und der Gefangene von Askaban, Hellboy) ihren eigenden, kuenstlerischen Stempel aufzudrucken, und Carlos Reygadas hatt mit Stellet Licht einen der besten Filme der letzten Jahre geschaffen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Der-irgendwer« (8. Juli 2009, 16:01)


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34

Mittwoch, 8. Juli 2009, 16:13

Filme sind Kunst, und Kunst ist nicht dazu da es allen recht zu machen. Mehr finde ich, solte man sich selbst auszudruecken, seine Ideen und Stile verbreiten, etwas zu schaffen, was der Erinnerung wert ist, und das ist nun mal meist nicht massentauglich.


Das Problem dabei ist aber, wenn es nur bei Kritikern gut ankommt, gerät es in Vergessenheit, weil es sonst keiner sehen will und wo bleibt dann der künstlerische Ausdruck und die wertvolle Erinnerung? Eein Splatter-Horror-Komödie ist ebenso Ausdruck von Kunst und kann etwas besonderes sein, wenn der Film nicht in einem bloßem Gemetzel und perversen Witzen ausartet. Der schmale Grat zwischen guten Kritiken und Massentauglichkeit muss gefunden werden um einen Film wirklich zu einem Klassiker werden zu lassen. Im deutschen Kino laufen die Filmschaffenden jedoch leider viel zu oft Kreuz und Quer darüber hinweg...
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Donnerstag, 9. Juli 2009, 17:01

Zitat



Das Problem dabei ist aber, wenn es nur bei Kritikern gut ankommt, gerät es in Vergessenheit, weil es sonst keiner sehen will und wo bleibt dann der künstlerische Ausdruck und die wertvolle Erinnerung? Eein Splatter-Horror-Komödie ist ebenso Ausdruck von Kunst und kann etwas besonderes sein, wenn der Film nicht in einem bloßem Gemetzel und perversen Witzen ausartet.


Absoulut richtig.

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Freitag, 10. Juli 2009, 12:26

Hier mal ein interessanter Artikel, den ich gerade gefunden habe, der zum Thema passen dürfte:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,634610,00.html

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Freitag, 10. Juli 2009, 12:44

Der Artikel gibt wirklich einige gute Infos und zeigt auf, dass das Problem eben nicht so einfach ist, wie von vielen (auch hier) dargestellt. Denn, wie ich schon sagte,
[...] hat das ganze auch sehr viel mit Filmmärkten, Interesse an Ungewohntem bzw Ungewöhnlichem, Kulturen, die sich über Jahrzehnte entwickeln usw. zu tun.
Es ist einfach nicht besonders aussagekräftig, wenn man Filmindustrien und das Box Office verschiedener Länder direkt miteinander vergleicht, ohne die Hintergründe zu beachten.

Filmförderung ist – zum Teil eben auch historisch bedingt – ein großes Thema in der deutschen Film"wirtschaft". Die geht sozusagen schon immer am Krückstock und wäre allein nicht lebensfähig (trotzdem gibt es viele positive Gesichtspunkte). Was aber über die Qualität nichts aussagt, sondern nur darüber etwas, dass bei uns sowohl die meisten Zuschauer als auch viele Produzenten schon lange vergessen haben, dass Film eigentlich schon immer eine kommerzielle Kunstform war.

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Donnerstag, 29. September 2011, 14:49

Ich buddel mal einen Thread aus, zum einen, weil der Aspekt Wertschätzung und Selbstausbeutung im AFF auch immer wieder eine Rolle spielt, zum anderen, weil "Der Deutsche Film(standort)" hier neulich Thema war (ich glaube von Epicon initiiert):

Folgenden Artikel, der zum Teil genau auf das verweist, was ich vor zwei Jahren ein Posting weiter oben ansprach, habe ich gerade gelesen. Vielleicht gibt es ein paar Meinungen dazu – zumal hier ja einige Leute in Richtung Film studieren/eine Ausbildung machen und in der Branche ihre berufliche Zukunft sehen:

Zitat

Hollywoodglanz zum Mexikanertarif

Wenn Hollywood-Blockbuster in Deutschland produziert werden, ist das meistens das Ergebnis knallharter Kalkulation: Deutsche Filmschaffende gelten als billige Arbeitskräfte. Projekte wie Tom Tykwers neuer Film wollen der systematischen Ausbeutung entgegenwirken.

Am heutigen Montag beginnen im Studio Babelsberg die Dreharbeiten zu dem Megaprojekt „Wolkenatlas“. Die vielfach verschlungenen Episoden des gleichnamigen 700-Seiten-Romans von David Mitchell umfassen einen Zeitraum von fast 700 Jahren und driften tief ins Sciencefictionhafte. Um die Materialmenge in den Griff zu kriegen, wird der Film parallel von zwei Teams gedreht, angeführt von Tom Tykwer und den Brüdern Andy und Lana Wachowski.

Dafür bringen die Regisseure ihre langjährigen Produzenten mit: X-Filme-Geschäftsführer Stefan Arndt ist ein enger Partner Tykwers seit dessen Debüt „Die tödliche Maria“. Der Australier Grant Hill, der bereits „Titanic“ verantwortete, produziert die Wachowski-Filme seit den legendären „Matrix“-Sequels.

Auch die Besetzung ist megaprominent: Für die Hauptrolle wurde Tom Hanks verpflichtet, in weiteren Rollen sollen Susan Sarandon, Ben Wishaw und Halle Berry zu sehen sein. Hinzu kommen für europäische Verhältnisse schwindelerregend hohe Kosten: Rund 100 Millionen Euro soll der Film verschlingen. Ob er damit die teuerste deutsche Produktion aller Zeiten ist, hängt davon ab, wie man die sechs Millionen Reichsmark umrechnet, die 1927 für „Metropolis“ ausgegeben wurden.

Sehr viel mehr ist über das Projekt in diesem Stadium nicht zu erfahren, neugierig aber macht es allemal. Tatsächlich ist die Zeit reif für einen neuen deutschen Blockbuster. Zumal sich das Studio Babelsberg seit Beginn des Jahrtausends zu einem Anziehungspunkt für Großproduktionen entwickelt hat, von Polanskis „Pianist“ über Tarantinos „Inglourious Basterds“ bis zu Roland Emmerichs Shakespeare-Film „Anonymous“, der im November ins Kino kommt. Der lautstarke Jubel darüber, dass Deutschland bei internationalen Produktionen wieder eine Rolle spielt, begleitet seit Jahren alle größeren Filmpremieren und Festivals.

Was im allgemeinen Wir-sind-wieder-wer-Getöse weitgehend untergeht, sind nüchterne Fakten und weniger erfreuliche wirtschaftliche Faktoren, die überhaupt erst dazu führen, dass Deutschland als Drehort wieder eine Rolle spielt. Vor allem sind es Deutschlands komfortable Förderstrukturen, die internationale Projekte anziehen. So rechnen die „Wolkenatlas“-Produzenten damit, zwölf bis 16 Prozent (also zwölf bis 16 Millionen Euro) durch solche Zuschüsse abzudecken: geleistet vom Deutschen Filmförderfonds, der Filmförderungsanstalt und dem Medienboard Berlin-Brandenburg. Andere Länder wie Kanada oder Neuseeland locken mit eigenen Anreizsystemen, Standorte wie Budapest, Prag oder das marokkanische Ouarzazate bieten besonders günstige Arbeitskräfte. Die Entscheidung, wo gedreht wird, ist das Ergebnis knallharter Kalkulation.

Filmproduktionen kommen nicht wegen der hundertjährigen Geschichte nach Babelsberg, und auch nicht vorrangig wegen der dort vorzufindenden Kompetenz. Zwar gibt es im Produktionsbereich durchaus Spitzenpositionen für deutsche Mitarbeiter – schließlich ist es wegen der Förderungen notwendig und lukrativ, deutsche Koproduktionen einzugehen. Doch die meisten hiesigen Filmschaffenden, die an internationalen Projekten beteiligt sind, arbeiten oft überqualifiziert und unterbezahlt in subalternen Assistenz- und Fahrerjobs. Hinter vorgehaltener Hand ist in der Branche von „white Mexicans“ die Rede. Die Attraktivität Deutschlands für internationale Produktionen mag die funkelnde Seite der Medaille sein; die andere erfordert die Bereitschaft, sich ausbeuten zu lassen.

Wenn etwa den eingeflogenen Mitarbeitern ihre Überstunden vergütet werden, den deutschen aber nicht. Wenn die Hollywood-Maskenbildnerin das Vielfache des Gehalts ihrer deutschen Kollegin verdient. Wenn der amerikanische Szenenbildner einen deutschen Partner hat, der zwar genauso qualifiziert ist und genauso viel arbeitet, aber bezahlt wird wie ein Assistent. Und wenn ausgebildete Drehbuchautoren für einen Hungerlohn als Fahrer arbeiten.

Jeder, der mit internationalen Produktionen zu tun hat, kennt solche Fälle oder hat sie selbst erlebt – offen darüber sprechen möchte niemand. Zu groß ist die Angst, sich ins Abseits zu stellen, zumal es nur wenige Großprojekte gibt und sich die meisten Beschäftigten mühsam von Film zu Film hangeln. Wer kann es sich da erlauben, schlecht über einen Hollywood-Regisseur zu sprechen oder auf arbeitsrechtliche Verstöße hinzuweisen?

Ein Insider, der an mehreren internationalen Projekten beteiligt war, erläutert die Sachzwänge, die zu Ungleichbehandlung führen. „Ungerechtigkeiten gibt es, Punkt“, sagt er. „Es findet immer und überall Ausbeutung statt.“ Verhindern lasse sich das oft nicht. Wenn eine Hollywood-Schauspielerin ihre eigene Visagistin mitbringen möchte, kann ihr nicht einfach jemand anderes vor die zu pudernde Nase gesetzt werden. „Was nützt es, dass ich für die Gage drei deutsche Maskenbildner engagieren kann, wenn sie der Schauspielerin nicht die Sicherheit geben, die sie braucht?“

Ebenso bringen Regisseure, die nach Babelsberg kommen, in der Regel ihre Szenenbildner mit. Meist sind sie jedoch der Sprache nicht mächtig und kennen sich in der Stadt nicht aus. Also brauchen sie Assistenten, die ihre künstlerische Vision teilen und sich im Fundus und in den einschlägigen Läden zurechtfinden, kurz: Leute, die die Aufgabe auch eigenverantwortlich meistern könnten. Nur: Im Abspann werden sie bloß als Assistent genannt und auch so bezahlt.

Warum verkaufen sich Menschen derart unter Wert? Ganz einfach: Bei einer großen Produktion als Assistent zu arbeiten statt bei einer kleineren als Abteilungsleiter, kann sich lohnen. Wer für wenig Geld an einem Tarantino- oder Polanski-Film mitwirkt, investiert in die eigene Filmografie. Wobei nicht jeder Posten dazu geeignet ist, sich im Filmgeschäft hochzudienen. Der Drehbuchautor, der als Fahrer jobbt, hofft meist auf einen unwahrscheinlichen Zufall, auf die Freundschaft mit einem Hollywood-Star oder das Interesse eines Produzenten.

Die Ungleichbehandlung bei den Überstunden ist zudem auf die unterschiedlichen Weisen zurückzuführen, wie in den USA und in Deutschland Arbeit organisiert ist. Die US-Gewerkschaften schreiben Mindestlöhne vor, Regisseure verdienen mindestens 16 500 Dollar pro Woche, Regieassistenten fast 4500 Dollar, und es gibt feste Sätze für die Überschreitung der vereinbarten Arbeitszeit.

Dagegen ist das deutsche Arbeitsrecht eher restriktiv geregelt, maximale Arbeitszeit und Mindestruhezeit sind gesetzlich festgelegt. Geleistete Überstunden werden oft schon deshalb nicht abgerechnet, weil sie gegen diese Bestimmungen verstoßen.

Wie stark diese Asymmetrien sich zuspitzen, hängt ganz von der Mentalität und Motivation der Verantwortlichen ab. Wer vor allem möglichst billig drehen will, investiert nicht viel Energie in die Vermeidung von Ungleichbehandlungen. Ein ehemaliges Crewmitglied berichtet von einem später weltweit gerühmten Projekt, bei dem aus den nichtigsten Gründen reihenweise Mitarbeiter entlassen wurden. Bei einem anderen habe eine Zweiklassengesellschaft geherrscht zwischen der importierten Filmkompetenz und den ortsansässigen Arbeitskräften: „Viele Deutsche im Art Department fühlten sich von der englischen Crew wie Rumänen behandelt.“

Aber es gibt auch Gegenbeispiele, und sie kommen ebenfalls aus Babelsberg. Beim „Vorleser“ etwa wurden wichtige Teile des Filmteams in Deutschland rekrutiert, mehr noch bei Tykwers „Parfum“ und „The International“ sowie aktuell bei Emmerichs „Anonymous“. „Wolkenatlas“ bildet nun den nächsten Schritt. Erstmals bei einem Projekt solchen Maßstabs wurde das, was im Produzentenjargon „Wertschöpfungskette“ heißt, komplett in Deutschland angesiedelt.

Laut Produzent Stefan Arndt wird der hierzulande initiierte Film aus Deutschland heraus vorangetrieben und in Deutschland produziert und verwertet. „Alles bleibt hier“, sagte er in einem Interview. „Das ist keine Konstruktion wegen Steuervorteilen oder Zuschüssen. Die deutsche Branche hat sich so professionalisiert, dass dieses Projekt nun möglich ist.“ So empfiehlt sich „Wolkenatlas“ als Modell für die Nachhaltigkeit des Filmstandorts Deutschland. Wenn es nun noch gelingt, die Erfahrung der ansässigen Filmschaffenden zu einem Faktor in den Rechnungen der Produzenten zu machen, werden hier in auch in Zukunft große Filme -gedreht.
Quelle: Von David Assmann, im Tagesspiegel (12.09.2011)

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Dienstag, 22. November 2011, 22:58

Erneut ein Artikel von meinem aktuellen Lieblingsportal out-takes.de; dieses Mal ein paar interessante Gedanken zum Thema deutsche Filmbranche und wie sie sich selbst verkauft. Vielleicht sind fehlendes Selbstbewusstsein und mangelhafte Selbstverortung ja auch einer von vielen Gründen für den Ruf und Zustand des deutschen Films... Was meint ihr dazu?

Zitat

Menschen und Märkte: Wie viele Menschen arbeiten denn am Deutschen Film?

Denk ich an Deutschland – fällt mir zum Beispiel seine Automobilindustrie ein. Oder Siemens. Das deutsche Ingenieurwesen ist eine dieser Sachen, für die das Land in der Welt immer wieder bewundert wird. Eine andere ist seine Verwaltung: Sogar deutsche Gesetze sind Exportschlager. Es hilft halt, wenn alles bis ins Kleinste irgendwie genormt, geregelt und in Zahlen gefaßt wird, damit man den Überblick behält. Was für Schmähungen mußte sich dagegen noch unlängst Griechenland gefallen lassen, wo man angeblich nicht mal wußte, wie viele Beamte der Staat überhaupt beschäftigt. Sowas kann ja nicht gut gehen.

Vor acht Jahren stellte ich mir wieder mal eine Frage. Wie viele Leute arbeiten eigentlich in unserer Filmindustrie? Jetzt kann man natürlich gleich zurückfragen, warum das einer wissen wollte, und liegt damit sogar im Trend. Denn so simpel, wie die Frage klingt: Die Antwort ist es nicht.
weiterlesen...
Quelle: Peter Hartig am 22. November 2011 auf out-takes.de

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Donnerstag, 15. Dezember 2011, 11:02

wenn man bedenkt die quantität der Filme in Hollywood. Vom geschätzte 1000 Filme schafft es einer mit Erfolg im Kino. Abgesehn der Produktionkosten die auch nicht vergleichbar sind.

Ich wieder..

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