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Mittwoch, 1. Juli 2009, 13:11

DER deutsche Film

Ich eröffne mal ein neues Thema, da es von mehreren Leuten im "Filme raten"-Thread vorgeschlagen wurde. Zum Einstieg noch mal den dortigen Verlauf der Diskussion:

Ich hasse zu 99,99995% Deutsche Filme :( Abgesehen von Amateurfilmen :D Die finde ich klasse! Also Ausnahmen ausgenommen^^
Ich hasse zu 99,99995% Deutsche Filme :(

Das ist so ein dämliches Klischee, ich wette, auch du würdest einen Haufen Deutscher Filme gut finden, wenn du offener dafür wärst. Und genau wegen Leuten wie dir hat es der deutsche Film an den Kinokassen so schwer...
Ich hasse zu 99,99995% Deutsche Filme :(

Das ist so ein dämliches Klischee, ich wette, auch du würdest einen Haufen Deutscher Filme gut finden, wenn du offener dafür wärst. Und genau wegen Leuten wie dir hat es der deutsche Film an den Kinokassen so schwer...
Ich sag dazu einfach Folgendes: Ich wäre jedem verbunden, der mir eine Reihe GUTER Deutscher Filme nennen könnte. Bisher hab ich da noch nichts entdecken können. In diesem Sinne sinkt das Interesse natürlich extrem.

Alles was mir in den Sinn kommt, wenn ich an den Deutschen Film denke, sind Bullyfilme, die versuchen auf Blockbuster zu machen, mäßige Literaturverfilmungen, Emmerichs erste Werke, ein Haufen DDR/Weltkriegs-Aufarbeitungsfilme (Kotz) und Dramen mit schlechten Kritiken auf Filmstarts...
Das ist schade. Ich sehe die Sache so wie Der Unaussprechliche. Wenn ich schon immer "die deutschen Filme" höre... Hauptsache, immer schön alles über einen Kamm scheren. Ist aber vermutlich so ein "deutsches Ding", dass man auf die guten "eigenen" Werke nicht stolz ist sondern das ganze dann eher an den "schlechteren/schlechtesten" aufhängt...

Ich nenn nur mal zwei deutsche Filme, die auch international in der Top-Liga spielten (und es meiner Meinung nach immer noch tun) – und deiner Beschreibung nicht entsprechen: "Das Experiment" und "Lola rennt". Such dir doch einfach hier mal selber ein paar weitere raus...
Ich tu nicht alle Filme über einen Kamm scheren, es ist nun mal so, was ich bis jetzt gesehen habe fand ich komisch. Ich weiß auch nicht woran es liegt. Jedenfalls finde ich dass "die Deutschen" keine tollen Actionfilme oder so drehen können. Was mir allerdings gefallen hatte war Stalingrad und Der Vollidiot. Obwohl beim Vollidiot auch nicht alles geil war^^ Ich find einfach dass immer versucht wird ein auf Action zu machen und man manchmal ehr darüber lachen kann. Keine ahnung woran es liegt, wahrscheinlich ist es einfach nur der Deutsche Stil.
Mit Till Schweiger fang ich lieber nicht erst an^^

Trotzdem, ich rate mal: Das Leben der anderen?
Ich sehe das genau so wie DerUnaussprechliche und mp-cw. Ich finde es wirklich schade, dass der deutsche Film so abgestempelt wird. Nur weil es in Deutschland keine effektelastigen Blockbuster gibt und die Filme generell mehr auf der anspruchsvoll-realistischen Schiene fahren, heißt das noch lange nicht, dass sie schlecht sind. Würde dazu gerne mal in einem eigenen Thema mit mehr Leuten darüber diskutieren, hier hat das ja jetzt wenig zu tun.

Eine Reihe guter deutscher Filme? Bitte schön:

- Wut
- Das Boot
- Bang Boom Bang
- Die Unendliche Geschichte
- Der Untergang
- Wo ist Fred?
- Die Welle
- Der Schuh des Manitu
bestimmt gibt es noch welche, die mir jetzt nicht eingefallen sind...

@ Borgory:
Lies dir mal das Buch zu "Vollidiot" durch, das ist um Längen besser. Eines meiner Lieblingsbücher! ^^
Das ist schade. Ich sehe die Sache so wie Der Unaussprechliche. Wenn ich schon immer "die deutschen Filme" höre... Hauptsache, immer schön alles über einen Kamm scheren. Ist aber vermutlich so ein "deutsches Ding", dass man auf die guten "eigenen" Werke nicht stolz ist sondern das ganze dann eher an den "schlechteren/schlechtesten" aufhängt...

Ich nenn nur mal zwei deutsche Filme, die auch international in der Top-Liga spielten (und es meiner Meinung nach immer noch tun) – und deiner Beschreibung nicht entsprechen: "Das Experiment" und "Lola rennt". Such dir doch einfach hier mal selber ein paar weitere raus...
Hey,
ich will nicht sagen, dass es keine guten Filme aus Deutschland gibt. Nur entweder sind diese sehr rar, oder man hört einfach nichts davon, da sie keine Aufmerksamkeit bekommen. Wir können gerne einen eigenen Thread dazu aufmachen. Finde das hochinteressant! Immerhin sind wir ja sozusagen die Zukunft des Deutschen Films, und wenn wir die Problematik
daran erkennen können wirs ja später eventuell besser machen! :)
Natürlich kenne ich "Das Experiment" und "Lola rennt". Die fand ich auch super. Nur damit ihr mir vergebt zähl ich jetzt auch mal ein paar Deutsche Filme auf, die mir gefallen haben! :D

Der Baader Meinhof Komplex
Das Leben der Anderen
Die Wolke
(T)Raumschiff Surprise – Periode 1
Der Untergang
Good Bye, Lenin!
Herr Lehmann
Das Experiment
Der Schuh des Manitu
Sonnenallee
Lola rennt
Werner – Beinhart!
Die unendliche Geschichte
Das Boot
Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Aber das wars auch schon und all zu viele mehr kenne ich ehrlich gesagt auch nicht. Die Filme waren wie gesagt nicht schlecht und haben mir gefallen, all zu besonders sind sie aber auch nicht! Kommt mir so vor als kriegen andere Länder außerhalb der USA das auch besser hin. Jedenfalls fallen mir da zu manchen Ländern mehr GUTE Filme ein. Sooo gut war auch keine einzige der obengenannten Produktionen und alle passen in mein obengenanntes Schema des Deutschen Films. Ich will hier nicht großkotzig und voreingenommen klingen, ich will nur eines besseren belehrt werden. ;)

Und in der Zwischenzeit kam noch dazu:
Weitere gute Deutsche Filme:

-Woyzeck
-Stroszek
-Mein Liebster Feind (Dokumentarfilm über Klaus Kinski von Werner Herzog)
-Fitzcarraldo
-Aguirre - Der Zorn Gottes
-Himmel über Berlin
-Alice in den Städten
-Paris,Texas
-Gegen die Wand
-Auf der anderen Seite
-Angst essen Seele auf
-Händler der vier Jahreszeiten
-Elementarteilchen
-Der freie Wille
-Wer früher stirbt ist länger tot
-Die fetten Jahre sind vorbei
-Schulze gets the blues
-Nirgendwo in Afrika

Und aktuell:
-Berlin Calling (absolut genial, kommt noch im Kino)
-Im Winter ein Jahr (um mal wieder ein Tipp in die Richtung meines Bildes zu geben ;) )

Freddy sagt schon genau wie es ist. Wieso sollte den Deutschland auch anfangen große Actionfilme zu produzieren? Das können die Amerikaner und Asiaten besser, der Deutsche Film muss immer wieder seine eigenen Stil finden. Klar, es kommen viele schlechte deutsche Filme ins Kino, aber es kommen noch viel mehr schlechte amerikanische Filme ins Kino, weil von denen einfach viel mehr kommt. Das Problem ist in der Tat, dass die deutschen Filme zu wenig beworben werden und gegen ein Überangebot von Hollywoodblockbustern bestehen müssen. Aber stimmt schon, wäre mal ein eigener Thread wert, das Thema.

TATORT CALW: HEXENSABBAT mit Vorfilm "Die Rotkäppchen und der Wolf"
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Mittwoch, 1. Juli 2009, 13:32

Doppelpost (aber ich hoffe, es ist OK, da der obere nur zur Zusammenfassung der bisher geführten Diskussion dient).
Hey, ich will nicht sagen, dass es keine guten Filme aus Deutschland gibt. Nur entweder sind diese sehr rar, oder man hört einfach nichts davon, da sie keine Aufmerksamkeit bekommen. Wir können gerne einen eigenen Thread dazu aufmachen. Finde das hochinteressant! Immerhin sind wir ja sozusagen die Zukunft des Deutschen Films, und wenn wir die Problematik daran erkennen können wirs ja später eventuell besser machen! :)
Natürlich kenne ich "Das Experiment" und "Lola rennt". Die fand ich auch super. Nur damit ihr mir vergebt zähl ich jetzt auch mal ein paar Deutsche Filme auf, die mir gefallen haben! :D

[...]

Aber das wars auch schon und all zu viele mehr kenne ich ehrlich gesagt auch nicht. Die Filme waren wie gesagt nicht schlecht und haben mir gefallen, all zu besonders sind sie aber auch nicht! Kommt mir so vor als kriegen andere Länder außerhalb der USA das auch besser hin. Jedenfalls fallen mir da zu manchen Ländern mehr GUTE Filme ein. Sooo gut war auch keine einzige der obengenannten Produktionen und alle passen in mein obengenanntes Schema des Deutschen Films.
Ich will hier nicht großkotzig und voreingenommen klingen, ich will nur eines besseren belehrt werden. ;)

Glaub ich ja ehrlich gesagt nicht, aber ich versuch es trotzdem mal: ;)

Erstens finde ich überhaupt nicht, das alle deine Filme in das von dir genannte Schema passen. Und zweitens hat das ganze auch sehr viel mit Filmmärkten, Interesse an Ungewohntem bzw Ungewöhnlichem, Kulturen, die sich über Jahrzehnte entwickeln usw. zu tun. Ist jetzt seht pauschal, aber jemand, der den Deutschen Film kategorisch als nicht konkurrenzfähig empfindet, aber nur einen kleinen Teil davon kennt, sollte sich nicht wundern, dass Deutsche Filme "keine Aufmerksamkeit bekommen".

Aber wie heißt es so schön? Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten. Und wer "Lola rennt" und "Das Experiment" als OK aber nicht besonders einstuft, hat eben einen anderen als z.B. ich...

PS: Ich nehme mich übrigens davon aus, dass ich "sozusagen die Zukunft des Deutschen Films", oder ein Teil davon, wäre. Aber es interessiert mich auch sehr, was Leute zu dem Thema meinen, die sich wie Birkholz in dieser Kategorie sehen...

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Borgory

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 14:04

Also wie gesagt, es gibt ja ein paar gute Filme aber viel mehr solche die nicht meinen Geschmack treffen. Das schlimme daran ist, dass die furchtbar viel trubel drum machen wie zb. 1 1/2 Ritter und dann Leuten aus dem Kino kommen enttäuscht sind. Wenn ich zb. an Anatomie denke, ich war damals im Kino und habe es bereut. Seit dem werd ich wohl nie wieder in der Lage sein mir ein Deutschen Kinofilm anzuschauen. Lola rennt hab ich auch noch nie gesehen und keine Ahnung ob ich mal in den Genuss komme. Höchstens wenn er mal im Tv kommt. Aber selbst Tv schau ich so gut wie gar nicht. Einfach zu viel Müll. Nicht nur deutsche Sachen sondern auch alles andere. Das einzige was ich mir gern mal anschaue sind Nachrichten und Dokus. Vielleicht auch mal WM oder EM^^

Was ich auch immer müllig finde sind deutsche Katasrophenfilme, wo immer die besten Szenen schon in der Werbung gezeigt werden und der Rest nur aus gelaber besteht :thumbdown:

Na egal, so empfinde ich das nun und ich kann ja auch ix dafür^^ Aber ich habe feststellen müssen dass auch die deutschen Filme sich verbessert haben ;)

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 14:23

Erstens finde ich überhaupt nicht, das alle deine Filme in das von dir genannte Schema passen. Und zweitens hat das ganze auch sehr viel mit Filmmärkten, Interesse an Ungewohntem bzw Ungewöhnlichem, Kulturen, die sich über Jahrzehnte entwickeln usw. zu tun. Ist jetzt seht pauschal, aber jemand, der den Deutschen Film kategorisch als nicht konkurrenzfähig empfindet, aber nur einen kleinen Teil davon kennt, sollte sich nicht wundern, dass Deutsche Filme "keine Aufmerksamkeit bekommen".

Aber wie heißt es so schön? Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten. Und wer "Lola rennt" und "Das Experiment" als OK aber nicht besonders einstuft, hat eben einen anderen als z.B. ich...

PS: Ich nehme mich übrigens davon aus, dass ich "sozusagen die Zukunft des Deutschen Films", oder ein Teil davon, wäre. Aber es interessiert mich auch sehr, was Leute zu dem Thema meinen, die sich wie Birkholz in dieser Kategorie sehen...
Natürlich passen nicht ALLE genannten Filme in dieses "Schema", aber dennoch kann man da schon eine Dendenz erkennen.
Man sieht dass es hier viele Filmemacher mit vielen Ideen gibt. Ob diese dem Amerikanischen Mainstream-Kino entsprechen oder absolut ausgefallen sind, in Deutschland scheinen solche Leute kategorisch ignoriert zu werden. Ich denke man lässt sich in diesem Land einfach nicht auf Neues ein und versucht an seinen alten Sachen festzuhalten. Das Fernsehprogramm inklusive der zahlreichen TV-Filme lasse ich jetzt mal außen vor.

Ich wundere mich doch gar nicht, dass der Deutsche Film keine Aufmerksamkeit bekommt! :D Und wo hab ich geschrieben, dass ich den Deutschen Film pauschal als nicht kongurrenzfähig sehe? Ich schere hier nichts über einen Kamm, ich sage lediglich, dass ich nocht nicht all zu viel Gutes aus diesem Land gesehen habe, dass ich deswegen von vornherein skeptisch bin, ich aber dennoch so aufgeschlossen bin, um mich davon überzeugen zu lassen, dass der Deutsche Film trotzdem tolle Sachen zu bieten hat. Man kann mir bei diesem "Überangebot" an tollen Filmen aus dem Ausland ja nicht vorwerfen, dass ich bisher noch nicht dazu gekommen bin, mich mit dem Deutschen Film außeinanderzusetzen, bei dem es leider sehr schwehr ist, die Filmperlen zu entdecken. Und es ist ganz selbstverständlich dass aus dem Ausland auch unzählige Mengen von Scheißfilmen kommen!

Das Experiment fand ich in der Tat nur "ok", Lola rennt hingegen war schon "ziemlich cool"! ;)

Ich habe auch nicht direkt geschrieben, dass ich mich als DIE Zukunft des Deutschen Filmes sehe! Ich hoffe lediglich in der ZUKUNFT gute Deutsche Filme zu machen! ;)

Kajika

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 14:40

Der deutsche Film war mal weltweit sehr anerkannt, die Zeiten sind leider vorbei. Die meisten neuen deutschen Filme sind in der Tat größtenteils Müll, es wird nichts gewagt, nichts neues ausprobiert.
Seien wir mal ehrlich, es kommen in den letzten Jahren größtenteils nurnoch WorldWar2-Filme, DDR-Dramen oder billige Pro7-Katastrophenfilme raus.
Das Beste am deutschen Film waren noch die Komödien wie "Der Wixxer", "Keinohrhasen" oder "Schuh des Manitu", aber auch in der Richtung schwächelt es stark.

Kein Film kommt mehr an Klassiker wie "Fitzcarraldo" ran, der deutsche Film verschwindet international in der Bedeutungslosigkeit. Spanien und Frankreich haben es da schon eher geschafft in den vergangenen Jahren.

Es ist nicht alles schlecht was heute in der BRD produziert wird, aber es ist eben nichts besonders mehr. NAtürlich gibt es immer wieder Ausnahmen wie "Das Leben der Anderen" oder "Nirgendwo in Afrika", aber sowas ist halt wirklich nur die Ausnahme.

Mr Dude

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 14:47

Ich denke was vielen am Deutschen Film fehlt ist der Patriotismus und der Look der Amerikanischen Filme... Deutscher Film ist, wenn es um das Vaterland geht immer rumgeheule und Schulgefühl. Nationalstolz ist für viele gleichbedeutend mit Ausländerhass und Nationalsozialismus, also wird schonmal sowas vermieden... Heraus kommt eine Unzahl an weinerlichen Dramen, die zu stark in ihrer Qualität schwanken. Und zum Look: Das gewisse etwas fehlt in deutschen Filmen irgendwie immer, ich weis auch nicht.... Natürlich kenne ich nicht so extrem viele deutsche wie amerikanische Filme, aber irgendwo ist bei den Amis die Beleuchtung anders und die Kameraführung cooler. Ein gutes Beispiel dafür, dass es Ausnahmen gibt, war "Die Welle" letztes Jahr. Dieser Film hatte einen richtig amerikanischen Touch und auch von der Story her hat man nicht zu sehr auf der deutschen Vergangenheit herumgeritten, obwohl man es hätte locker einbauen können. Fand ich richtig so, es muss ja auch mal gut sein damit.
Dass Actionfilme bei uns nicht ziehen liegt vielleicht auch daran, dass man hier zB einen Autounfall so darstellt wie er passiert, ohne gleich eine Tankstelle oder ein ganzes Dorf mit sprengen zu müssen. Aber ich beziehe mich komplett auf deutsche Kinofilme, denn mit Fernsehfilmen kann ich erst recht nichts anfangen... Dort geht es doch eh nur ums ficken, hab ich den Eindruck, wenn ich die Vorschau für die Pro7 Filme sehe.

Die besten deutschen Filme die ich je gesehen habe:
Die Welle
Führer Ex (bei uns in der Nähe in einem Gefängniss gedreht)
Der Untergang
Das Leben der Anderen (auch wenn es Realitätsfern sein soll, laut einigen ehemaligen Opfern der Stasi)
Knocking on Heavens Door (Obwohl ich Till Schweiger nicht ersehen kann)
Die Edgar Wallace Romanverfilmungen aus den frühen 60ern (Einfach Kult!!)
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Mittwoch, 1. Juli 2009, 15:40

Ich denke was vielen am Deutschen Film fehlt ist der Patriotismus und der Look der Amerikanischen Filme


Ja eben nicht. Den größten Fehler den deutsche Filmemacher machen können ist, zu versuchen den amerikanischen look zu kopieren. Warum auch?
Und mit Patriotismus hat die Qualität eines Filmes nun wirklich nichts zu tun. Wenn deutsche Filme plötzlich mit übertriebenen Vaterlands-Pathos wie in den US-FIlmen daherkommen wäre das unangebracht. In Filmen aus den USA mag das passen, und ist auch mal ganz schön anzuschauen, aber in Deutschen FIlmen hat das nun wirklich nichts zu suchen.

Dass die deutschen so viele Historische Filme rausbringen is eig. toll. Immerhin haben wir eine Geschichte. Und warum diese FIlme zum großteil im 2. weltkrieg spielen hat einen guten Grund. Deutschland trägt immer noch Verantwortung (und wird sie immer tragen. ich sage bewusst Verantwortung und nicht Schuld. Denn schuldig hat sich unsere Generation nun wirklich nicht gemacht). Da gabs mal ne gute rede von Bernhard Schlink (autor: der vorleser), warum deutsche Autoren immer wieder auf den Stoff zurück greifen. Sehr einleuchtend. Ich versuch sie im internet zu finden.

Im Prinzip mag ich deutsche filme, schau aber trotzdem mehr Ausländische. Der dt. Film macht eig. nur einen großen Fehler. Man muss dazu Filme wie das Boot oder Das Leben der anderen anschauen. Alles ernste Themen aber die Filme sind doch höchst unterhaltend. Unterhaltung mit Anspruch zu verbinden vergessen die Deutschen oft. Entweder es ist Unterhaltender schwachsinn wie Keinohrhasen oder Anspruch den eig. niemand sehen will weil es eig. kein Film mehr ist sondern mehr in Richtung Dokumentation geht. Die Amerikaner können noch so Anspruchsvolle Filme drehen, sie vergessen nie das der Film dazu da ist, die Menschen zu unterhalten. Blood Diamon z.b. ist eig ein wahnsinnig ernstes Thema, aber der Film unterhält.

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Schattenlord

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 16:28

Ich muss mehreren zustimmen, aber vor allem Noirs Satz: "Unterhaltung mit Anspruch zu verbinden vergessen die Deutschen oft." Das ist wahrscheinlich das Ausschlaggebende. Die Menschen gehen ins Kino um unterhalten zu werden, um einmal den dreckigen Alltag für zwei Stunden hinter sich zu lassen. Ich meine - klar, ich schau mir auch gerne mal was anspruchsvolles und schweres an, aber dazu will ich allein sein, in meinem Zimmer, Abends auf ner DVD. Und ich muss in Stimmung dafür sein. Für sowas geh ich nur äußerst selten ins Kino.
Der deutsche Film ist meistens immer das gleiche. Die gleiche, sture Beleuchtung (Farbfolien und so werden sehr selten angewandt. Wenn ich zum Beispiel Baader/Meinhof Komplex sehe...alles stur weiß. Den ganzen Film über ein und dasselbe Farbschema), die gleichen Farbstufungen, die gleiche Farbkorrektur. Manchmal überzeugt dazu nichtmal die Darstellung der Spieler. Das ist wirklich schade, der deutsche Film verschenkt so viel Potenzial. Man kann doch auch unterhaltend und belehrend zugleich wirken. Siehe die Welle. Für mich ein sehr großer Deutscher Film, Dennis Gansel hat damit echt was großes geleistet.
Was auch noch so eine Sache ist, das ist die Vielfalt. Beim deutschen Film glaubt man alles irgendwie irgendwo in irgendeiner Weise schon mal gesehen zu haben. Liegt auch zum teil daran, das die Farbkorrektur meistens einfach sehr matschig ist. Kontrastlose Farben, keine Spielerein, die das ganze interessanter machen können.
Das größte Manko seh ich im Schnitt. Es ist immer wieder der gleiche emotionslose Schnitt. Ganze Schnittfolgen kann man meistens schon vorhersagen, es ist wirklich ein eingefahrenes Muster, das keine Abweichungen erlaubt und damit leblos / emotionslos wirkt. Das ist schade. Wieso wird denn nicht mal was neues ausprobiert?

Ich will dazu sagen, das wir keineswegs schlechte Filme produzieren! Gerade in den letzten Jahren gab es immer wieder Filme, die wirklich klasse und herausstechend waren. Einigen hätte man mehr Erfolg gewünscht. Aber wir sind einfach einfallslos geworden. Frei nach dem Motto - kennt man einen, kennt man alle....

Es ist einfach an der Zeit, das mal zu ändern. Dafür muss man sich nicht unbedingt am westlichen Vorbild orientieren oder sowas. Aber mit Kreativität und Einfallsreichtum könnte man schon viel reißen.

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 16:29

Den größten Fehler den deutsche Filmemacher machen können ist, zu versuchen den amerikanischen look zu kopieren. Warum auch?

Habe mich bescheuert ausgedrückt. XD Ich will ja nicht unbedingt, dass sowas gezeigt wird, nur wollen es viele sehen... An den Emotionen rütteln zieht halt doch immer am Meisten, besonders bei anschruchslosem Publikum. Und ob Patriotismus bei den Amis angebracht ist ist genauso zweifelhaft, wenn er bei uns verboten sein sollte. Ich will keine Filme sehen, in denen alle Stolz zum Adolf aufblicken, aber genauso wenig wie die Amerikaner sich imemr als Retter der Welt feiern ;) Aber den Look, da könnte man zumindest hin und wieder etwas mehr Farbe in die Aufnahmen bringen, schon käme etwas viel besseres raus...

Und genauso wie man über die schlechte Qualität des deutschen Kinos spricht, sprechen vielleicht einige Franzosen über ihres, bei denen kommen zwar schon ein paar richtig gute Kracher pro Jahr, aber an sich gibt es da viele Parallelen...
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Frederik Braun

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 16:43

RE: DER deutsche Film

So, jetzt schreibe ich doch jetzt schon etwas. 11

Ich denke viele Leute haben durch die zunehmende Amerikanisierung auf dem Filmmarkt, besonders hier in Deutschland, falsche Vorstellungen bzw. Erwartungshaltungen an den deutschen Film. Deutsche Produktionen sind in der Regel schon immer von einem realistisch-anspruchsvolleren Ton geprägt gewesen als Hollywoods Werke. Natürlich gibt es da auch genug Ausnahmen, wie den ein oder anderen Fantasyfilm (Die unendliche Geschichte, Krabat), epische Westernreihen (Winnetou 1 - 3) oder originelle Komödien und Road-Movies (Der Schuh des Manitu, Knocking On Heaven's Door) made in Germany, aber generell zeichnet sich genau dadurch der deutsche Film aus.

Andererseits kann ich auch verstehen, dass es Leute gibt, die vom deutschen Film in gewisser Weise enttäuscht sind, denn es gibt nunmal viel Mist, der heutzutage produziert wird. Besonders die Senderproduktionen sind häufig billige Adaptionen amerikanischer Teenie-Komödien oder Actionfilme, selbst Serien und Sitcoms werden schamlos kopiert (große positive Ausnahme ist hier "Stromberg"). Aber deshalb würde ich nicht den gesamten deutschen Film abstempeln!
Man kann von Til Schweiger halten, was man will (ich für meinen habe nichts gegen ihn). Aber er hat zusammen mit Peter Thorwarth und ein paar anderen in den 90ern eine Reihe schön schräger und origineller (Gangster-)Komödien im deutschen Kino etabliert, zu denen u.a. Knocking on Heaven's Door, Bang Boom Bang oder Lammbock gehören.

Hier mal eine Liste mit wirklich genialen deutschen Filmen:

- Wut
mit Oktay Özdemir, August Zirner, Corinna Harfouch, Robert Höller, Ralph Herforth,...

- Das Boot
mit Jürgen Prochnow, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge, Klaus Wennemann,...

- Knocking on Heaven's Door
mit Til Schweiger, Jan Josef Liefers, Thierry van Werveke, Moritz Bleibtreu,...

- Die Unendliche Geschichte
mit Barret Oliver, Noah Hathaway, Tilo Prückner,...

- Wo ist Fred?
mit Til Schweiger, Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel, Anja Kling, Christoph Maria Herbst,...

- Der Schuh des Manitu
mit Michael 'Bully' Herbig, Christian Tramitz, Sky DuMont, Marie Bäumer, Rick Kavanian, Hilmi Sözer,...

- Bang Boom Bang
mit Oliver Korittke, Markus Knüfken, Ralf Richter, Diether Krebs, Martin Semmelrogge, Hilmi Sözer, Til Schweiger,...

- Der Untergang
mit Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Ulrich Matthes, Corinna Harfouch, Christian Berkel, Michael Mendl,...

- Die Welle
mit Jürgen Vogel, Jennifer Ulrich, Max Riemelt, Frederick Lau, Christiane Paul,...

- Mogadischu
mit Thomas Kretschmann, Saïd Taghmaoui, Nadja Uhl, Herbert Knaup, Christian Berkel, Simon Verhoeven, Jürgen Tarrach,...

und es gibt noch viele mehr (u.a. zum Beispiel die Winnetou-Filme oder die Werke von Werner Herzog, Wolfgang Petersen, Tom Tykwer,...), aber zumindest die Genannten muss man sich erstmal angeschaut haben, bevor man ein Urteil fällt! ;)

Nils

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 17:06

Ich denke, es gibt hervorragende deutsche Filme. Viele wurden bereits genannt, mir gefallen auch noch z.B.

Schule (recht ernster Spaßfilm mit guter Atmosphäre und durchaus greifbarer Message)

Requiem (angenehm unspektakulärer Film über ein von Dämonen besessenes Mädel mit genialer Zeitdarstellung der 70er)

Fassbinder-Filme wie "Warum läuft Herr R. amok?"


Eigener Stil? Weiß nicht, das haben doch die Filme der anderen Länder (außer Indien/Bollywood :D) auch nicht. Ich zumindest sehe keine Parallelen in irgendeiner Weise zwischen "Transformers" und "Bob Roberts", obwohl beide amerikanisch sind. Oder zwischen "Nikita" und "Delikatessen". "Trainspotting" und Ms. Marple"? Sorry für die Unsachlichkeit ;). Bin nur der Meinung, ein Land an sich sagt nichts über den Film aus.

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 17:21

Einem Land kann man echt keinen Stil zuweisen, eher eine Tendenz, zB in Indien mit der Tanzerei. Stile gehören einem Regisseur.
Ich denke auch, dass ein Film der komplett im amerikanischen Stil gemacht ist, bei uns trotzdem nicht ziehen würde... Viel hängt bei einem Kinogang auch an den Namen und "Johnny Depp, Christian Bale und Michale Mann" ziehen doch etwas mehr als viele deutsche Namen... Und die die es drauf haben hauen leider viel zu oft ab... Siehe Thomas Kretschmann, den ich für den besten deutschen Schauspieler halte und Till Schweiger (er hatte es zumindest versucht).
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Mittwoch, 1. Juli 2009, 19:24

Also ich muss sagen, ich bin auch kein großer Fan des meisten deutschen Kinos. Es gibt leider einfach zu viele Möchtegern-Künstlerisch-Wertvolle Filme (so nenne ich sie einfach mal). kann jetzt nicht wirklich Beispiele nennen und es kann auch sein, dass ich das nur subjektiv so wahrnehme.

In meinen Augen liegt die "Hochsaison" des deutschen Films schon hinter uns. Um die 80er rum gabs viele wirklich gute und auch erfolgreiche deutsche Filme. Einige wurden schon genannt. Was mich wundert ist, dass die relativ guten Komödien noch garnicht gefallen sind:

die Otto-Filme

die Filme mit Diddi Hallervorden

und natürlich die Supernasen-Reihe :D


So dämlich die Streifen auch sind, ich liebe sie und schau sie immer wieder gern :D

Die 80er waren aber allgemein und global auch das beste Film-Jahrzehnt, dass es bisher gab. Da kamen so viele geile Filme raus und da legte man auch immer noch sehr viel Wert auf eine gute Story. Wesentlich mehr als heute.

Natürlich gibts aber heute auch noch einige Perlen. "Free Rainer" oder "Wo ist Fred" fallen mir auf Anhieb ein und ich fand beide ganz gut. Es ist eben ein bißchen anders als das meiste aus Hollywood.

Viele haben einfach Vorurteile darüber und blenden die deutschen Filme geistig komplett aus. Klar, wenn man kaum deutsche Produktionen sieht, dann hält man auch keine positive Erinnerung im Gedächtnis.

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Mittwoch, 1. Juli 2009, 19:49

Die 80er waren aber allgemein und global auch das beste Film-Jahrzehnt, dass es bisher gab. Da kamen so viele geile Filme raus und da legte man auch immer noch sehr viel Wert auf eine gute Story. Wesentlich mehr als heute.
Das unterschreib ich Mal und füge noch die Musik der 80er hinzu! Von Pop bis Rock bis Metal! :D

freezer

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Donnerstag, 2. Juli 2009, 09:34

Ein paar deutsche Filme, die mir gut gefallen haben, möchte ich noch anfügen:

* Krabat
* Das Parfüm
* 23
* Der bewegte Mann
* Schlafes Bruder
* Der Name der Rose
* Jenseits der Stille
* Soloalbum
* Nackt
* Die fetten Jahre sind vorbei
* Wer früher stirbt ist länger tot
* Liegen lernen
* Die Blechtrommel
* Die Feuerzangenbowle (alt, aber gut)
* 100 pro
Robert Niessner - Planung / Kamera / Licht / Postproduktion
8010 Graz - Austria
Blackmagic Cinema Camera Blog

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »freezer« (2. Juli 2009, 09:42)


Der-irgendwer

unregistriert

16

Freitag, 3. Juli 2009, 10:08

Mit den deutschen Filmen verhält es sich eigentlich genauso wie mit den Filmen aus anderen Ländern. Es gibt Klassiker, die meist ein bisschen älter sind (Woyzec, Angst essen Seele auf, M) es gibt Kultfilme (Lola rennt, Schwarze Schafe) herrvorragende Filme (Im Winter ein Jahr, Sommer vorm Balkon) gute Filme (Vier Minuten, Rolltreppe abwärts) mäßige Filme (Das Parfum, Krabat) enttäuschende Filme (Der Baader-Meinhof-komplex, Keinohrhasen) und schlechte Filme (1 1/2 Ritter, Lissi und der wilde Kaiser) Filme.


Kein Film kommt mehr an Klassiker wie "Fitzcarraldo" ran, der deutsche Film verschwindet international in der Bedeutungslosigkeit. Spanien und Frankreich haben es da schon eher geschafft in den vergangenen Jahren.

Wirklich? Spanien stimmt ja....aber Frankreich, das wohl bedeutsamste filmschaffende Land in der Filmgeschichte (man denke nur an die Novelle Vague), was haben die in den letzten Jahren groß gemacht? Eigentlich nur mäßige Komödie und Vormittagsprogrammskunstfilme (gibt natürlich auch Ausnahmen)

Bentinho

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17

Freitag, 3. Juli 2009, 12:05

Ich verstehe gar nicht, wie man hier immer von den "deutschen Filmen" sprechen kann!
(Fast) jeder Film ist anders und genauso sieht jeder jeden Film anders. Was ich als langweilig bezeichne, halten andere für spannend und genau so auch umgekehrt...
Hängt wahrscheinlich davon ab, mit welchen Ansprüchen man ins Kino geht, bzw. sich einen Film anguckt... Wenn ich einfach nur unterhalten werden will, finde ich einige Filme gut, wenn ich jedoch bei jedem Film auf die gesellschaftsbezogene Aussage achte, wird's eng mit den "guten" deutschen Filmen.
Was micht zu der Frage bringt, was "gut" überhaupt ist! Würde mich mal interessieren, was das für euch ist... :)

Frederik Braun

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18

Freitag, 3. Juli 2009, 12:08

Wirklich? Spanien stimmt ja....aber Frankreich, das wohl bedeutsamste filmschaffende Land in der Filmgeschichte (man denke nur an die Novelle Vague), was haben die in den letzten Jahren groß gemacht? Eigentlich nur mäßige Komödie und Vormittagsprogrammskunstfilme (gibt natürlich auch Ausnahmen)


In puncto "bedeutsamstes filmschaffendes Land" muss ich dir recht geben. Aber mäßige Komödien und Vormittagsprogrammskunstfilme? Da muss ich dir widersprechen! Auch in der heutigen Zeit gibt es noch grandiose Filmproduktionen aus Frankreich, z.B. in den 90ern mit "Hass - La Haine" oder 2002 mit "Irréversible". In dem Atemzug sind direkt auch Namen wie Mathieu Kassovitz, Christophe Gans ("Pakt der Wölfe"), Jean-François Richet ("Mordinstinkt") und Jean-Pierre Jeunet ("Die fabelhafte Welt der Amélie"), und nicht zuletzt Schauspieler Vincent Cassel zu nennen, die die französische Klasse weiter aufrecht erhalten können, wenn auch der Stil nicht mehr unbedingt der der Nouvelle Vague-Autorenfilme ist.

Da können weder Deutschland noch die USA mithalten.

Der Unaussprechliche

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19

Freitag, 3. Juli 2009, 12:57

Da können weder Deutschland noch die USA mithalten.
Naja ganz so kann man es dann auch nicht sagen. Die USA haben abseits von Hollywood eine überragende Independentszene die regelmäßig absolute Perlen hervorbringt. Und auch Hollywood liefert neben der Massenware einfach durchaus regelmäßig sehr gute Filme. Hauptsächlich weil diese Regisseure die aus der Independentszene kommen oft später auch mit den großen Studios zusammenarbeiten.

Momentan ist es wirklich schwer zu sagen, welches Land für die Filmkunst am wichtigsten ist. Frankreich ist zwar noch gut dabei, hat aber nicht mehr das revolutionäre wie früher. Spanien hat noch Almodovar und Amenabar, wobei ersterer etwas in die Jahre gekommen ist und zweiterer auch in Hollywood versucht Fuß zu fassen. Italien trauert denke ich auch alten Zeiten mit Fellini, Bertolucci, Leone und Antonioni hinterher. Dänemark würde ich dafür als relativ stark bezeichnen, sie haben ihren klaren eigenen Stil, ein paar "Stars" die international Karriere machen (Mads Mikkelsen, Ulrich Thomsen), und echte Kultfilme wie "Adams Äpfel". Schweden hat auch keinen Ingmar Bergman mehr, dafür würde mir jetzt spontan "So Finster die Nacht" als einer der besten Filme der letzten Jahre einfallen. England hat Danny Boyle, der aber mitlerweile weniger für Englisches Kino steht, sondern eigentlich auf der ganzen Welt zuhause ist. Was von Guy Ritchie noch zu erwarten ist wird sich zeigen.
Aber man sieht schon die Tendenz, die Zeit des großen Autorenkinos ist eigentlich vorbei. Und zwar überall in Europa, nicht nur in Deutschland.

Wobei es Deutschland noch vergleichsweise gut geht. Werner Herzog ist wieder voll im Geschäft, auch wenn das hier in Deutschland aus irgendeinem Grund totgeschwiegen wird, oder hat jemand mitbekommen, dass er dieses Jahr für den Oscar nominiert war? Wim Wenders und Volker Schlöndorff drehen noch gute Filme, auch wenn ihre großen Meisterwerke vermutlich schon hinter ihnen liegen. Einige feiern Erfolge in Hollywood (Tom Tykwer, Roland Emmerich, Wolfgang Petersen). Auf Festivals usw sind wir gut vertreten, in Cannes gewinnt der in München geborene Michael Haneke und Christoph Waltz bekommt den Darstellerpreis, bei den Oscars waren wir auch gut vertreten. Auch etwas anspruchsvollere Filme wie "Die Welle" und "Wolke 9" können sich an der Kinokasse durchsetzen. Also so schlecht ist die Situation nicht, natürlich auch nicht besonders gut, aber alles schlechtreden braucht man auch nicht.

Die Frage ist jetzt nur wie man mehr Leute in Deutsche Filme locken kann, und was diese anders machen müssen. Das eine ist eben der Unterhaltungsfaktor. Den Mittelweg bekommen in Deutschland die wenigsten Regisseure hin, entweder rein Arthouse oder absolut anspruchslose Komödie. Gelegentlich gibt es dann Filme die den Mittelweg doch schaffen, zb zuletzt "Berlin Calling", die werden aber kaum beworben und gehen deshalb unter. Dann hat sich Deutschland meiner Meinung nach zu sehr auf geschichtliche Themen festgelegt, zuletzt hat "John Rabe" gezeigt, das die Leute jetzt wirklich genug von der Thematik haben. Da müssen meiner Meinung nach neuere und frischere Ideen her. Man schaue nur rüber nach Österreich. Die bringen in letzter Zeit wirklich sehr sehr coole Filme heraus, zb "Der Knochenmann" oder "Contact High". Beides mit bitterbösem Humor, aber absolut unverbraucht, lustig, und einzigartig. Filme die das Zeug zum Kulfilm hätten, würden sie stärker beworben werden. Da liegt denke ich auch ein Hauptproblem vom deutschen Kino, und vom Independent Kino allgemein, es wird einfach zu wenig dafür geworben. Die meisten Leute bekommen von vielen Filmen ja einfach gar nichts mit, wie sollten sie da auf die Idee kommen in die Filme zu gehen? Da müsste irgendeine Lösung her.

Was ich auch noch für einen spannenden Ansatz halte ist folgendes: Man zahlt für Filme entsprechend ihrem Budget. Also zb für Transformers 10 Euro, für Berlin Calling 5 Euro, für Stae of Play 7 Euro. Wäre eigentlich absolut logisch, da es bei allen anderen Produkten ja auch so gemacht wird, nur beim Kino nicht. Diesen Vorschlag hat vor kurzem irgendein Produzent in der SZ gemacht, finde ich ansich keine schlechte Idee, was haltet ihr davon? Und würde es was bringen?

Bentinho

Tibetanischer Friedensmönch

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20

Freitag, 3. Juli 2009, 13:52

Naja, im Ansatz wäre das durchaus logisch, aber zwei Probleme fallen mir dazu ein:

1. Wie soll der Preis denn dann bestimmt werden? Wird dann eine Zuschauerprognose erstellt und der Durchschnittspreis ausgerechnet, oder wie soll das laufen?
2. Ich bezahl doch für das Endergebnis und nicht für die Produktion! Wenn so jemand wie Bruce Willis verlangt, dass seine aufkeimende Glatze in der Postpro verdeckt wird und dadurch die Produktionskosten in die Höhe schießen lässt, bezahl ich doch kein Geld dafür...

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