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mamoksche

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1

Freitag, 10. Oktober 2014, 05:31

kurzgeschichte - bewerbung dffb regie

Man soll für das ws 2015 eine geschichte schreiben, das thema ist seit circa zehn tagen draußen - Die Nacht am See - VOrgabe - Kurzgeschichte/max 3000 Zeichen

Hoffe man kann hier auch eine kurzgeschichte reinschreiben, ist die erste fassung, bitte um konstruktive kritik - erste fassung

Die
Nacht am See


Der
4. Juli 2015, Ich errinnere mich noch als ob es gestern geswesen wäre


WIe
die Lichter des Fernsehers mit den Möbeln in meinem Schlafzimmer
dunkle Schatten an die Wände werfen. Wie der Ton lautdröhnend in
der Luft vibriert. Wie der See in der Nacht Licht Reflexionen an
das Haus warfen. Wie die Insektenlaute lautdröhnden in der luft
vibrierten. Wie mein Onkel mir mit seinem warmem Atem in meiner Ohr
haucht. Wie der See im dunkeln rauschte. Wie er mich langsam
auszieht . Wie meine Schwester noch im See schwamm. Wie ich meinen
Teddy fest umklammere als er sich selber auszieht. Mich streichelt.
Mich ich lieb hat. Bis ich blute. Dann sagt er mir ich bin was
besonderes. Sein warmer Atem gemischt mit starkem Alkoholgeruch liegt
in meinem hals. Es tut so weh, aber seine starken Arme pressen mich
immer fester in die Bettdecke , es tut so weh. Schweißtropfen fallen
von seinem nackten körper auf meinen Rücken. Von Schweiss
durchtrieft und mit Blutflecken beschmutzt, drückt er mich immer
wieder in das laken. Dann hörte ich einen lauten Schrei meiner
Schwester und einen Schuss. Mein Onkel schubst mic weg und eilt
besorgt aus dem Zimmer.



Wie
lange er wag war und was mit ihm oder meiner Schwester, oder mienem
Vater oder meiner Mutter passierte, dass weiss ich nicht. Ich weiss
nur noch, dass irgendwann die Tür wieder aufging. Langsam
Schwingend. Mit lauten Schritten kamen drei Männer auf mich zu. Auch
ihr Atem roch nach Alkohol. Auch sie fingen mich an zu streicheln.
Ich klammere meinen Teddy so fest das meine Hände wehtun. Wie Feuer
brennt mein Unterleib. Tränen laufen mir das ganze Gesicht herunter.
Ich bin kein Kind mehr. Keine Nacht wird mich jemals so prägen wie
diese Nacht am See.



Aber
was sollte ich tun, ich war ein Kind , ich könnte mich nicht
beschützen. Und jetzt bin ich erwachsen. Aber ich kann mich immer
noch nicht beschützen, ich bin in meinem land nicht sicher. Denn es
wird von tyrannen wie ein kind vergewaltigt und missbraucht. Selbst
jetzt, dreizehn Jahre dannach kriege ich diese schrecklichen Bilder
nicht mehr aus dem Kopf wie der Krieg alles zerstörte. Wie mich die
Männer in meiner Familie und meines Landes ausznutzten. Wie die mich
mit einen von diesen Tieren verheirateten der mich nacht für nacht
missbrauchte, bis heute. Ich will doch nur ein Leben in dem ich
selbst entscheiden kann wer mich missbraucht. Und wenn ich dann einen
Antrag auf Flucht asyl stelle, werde ich als steuerflüchting
abgestempelt.

ToXic pictures

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Freitag, 10. Oktober 2014, 09:39

Zu allererst einmal viel Glück bei der Bewerbung an der dffb. In welchen Bereich soll es denn gehen? Regie, Drehbuch...?

Zum Text, zu dem ich hier meine vollkommen subjektive Meinung - meinen vollkommen subjektiven Eindruck schreibe.
Es gab bei mir beim Lesen so einen Bogen, am Anfang, bei den ersten Zeilen dachte ich - naja, hmm, mal schauen - dann bis kurz vor Ende des ersten Blockes dachte ich - gut, wenn auch ein abgegriffenes Standartthema, aber interessant umgesetzt - danach dachte ich - wozu jetzt noch einen draufsetzen, was bringt das - und dann in den letzten Zeilen - was soll das jetzt, warum werde ich jetzt belehrt.

Thematisch bewegst du dich - vermutlich - auf einem Feld, was die Kollegen der dffb mehr als genug in die Hände geschwemmt bekommen, genauso wie romantische Liebesgeschichten. Deswegen wird es dann interessant & für die Ausschusskommission auch auffällig, wenn es entweder thematisch etwas ausgefallenes ist, oder wenn es sehr interessant umgesetzt ist. Da ist dann auch entscheidend, in welchem Fachbereich du dich bewerben wirst.
Die ersten Zeilen lesen sich für mich recht kompliziert und ich musste erstmal mit der Form klarkommen. Das verliert sich aber im Abschnitt danach, den ich sehr gut finde, weil er, wie ich finde, etwas sehr filmisches hat. Dh. du schreibst sehr bildlich und sehr kraftvoll, ich denke, dass wird eine Kommission gut finden.
Dann kommt das Ende des ersten Teils und der Anfang des zweiten Teils. Da glaube ich fehlt dir ein bisschen dramaturgisches Wissen. Allein wie du den ersten Teil schreibst, hast du einen so starken, auch sehr glaubhaften Konflikt aufgebaut, dass alles darüber hinaus für die Kürze der Geschichte einfach zu viel ist und für mich als Leser unlogisch. Ich kenne die Figuren ja gar nicht und weiß nicht, was da passiert, warum jetzt ein Schuss fällt und warum dann 3 fremde Männer auftauchen. Ich kann das aus einem späteren Abschnitt vielleicht herleiten, aber das ist literarisch und dramaturgisch unglücklich und ich finde, das braucht die Geschichte auch nicht. Mehr will ich dazu jetzt nicht schreiben, ich denke nur, bleib beim Kern der Geschichte.
Zum letzten Abschnitt, was ich finde, was gar nicht in so eine Kurzgeschichte gehört sind "Belehrungen" nach dem Motto "wie schlecht es allen doch geht und was wir jetzt dagegen tun könnten" bzw. "schau mal daaaaaa - Zeigefinger Zeigefinger Zeigefinger". Wenn so etwas nicht in den Figuren angelegt ist, bzw. in nicht in der Aktion einer Figur entsteht, bzw. nicht in der Geschichte verborgen liegt, dann gehört eine solche Art zu Belehren nicht in eine fiktive Kurzgeschichte - generell nicht in irgendeinen fiktiven Stoff. Denn der fiktive Stoff ist ja u.a. dafür da, Missstände ect. zu verarbeiten und dem Leser / Zuschauer zu unterbreiten, aber das geschieht immer in einer Geschichte verpackt und nicht mit dem Vorschlaghammer.

Soviel vom meiner Seite - Kritik gehört zum Leben und Wirken als künstlerisch aktiver Mensch - und ich bin gespannt, was andere sagen, bzw. was du draus machen wirst.

Rockstar2

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3

Freitag, 10. Oktober 2014, 13:19

Hi Mamoksche,

Hier meine Anmerkungen:

- Du springst unglaublich in den Zeitformen. In den ersten zwei Sätzen bist du im Präsens, im dritten und vierten im Präteritum und danach wieder im Präsens. Dieser Wechsel zieht sich durch den ganzen Text und ist für mich nicht nachvollziehbar. Ist das Absicht? Wenn ja, verstehe ich es nicht, da es ja eine Erinnerung ist. Ich würde es besser finden, wenn du in einer Zeitform bleiben würdest.

- Das zweite was mir auffällt sind Rechtschreibfehler sowie Grammatikfehler. Sowas ist tödlich bei Bewerbungen.

Zur Geschichte:

Ich würde nicht damit anfangen der Geschichte einen Zeitstempel aufzudrücken. Denn das Thema ist ja (leider immer noch) zeitlos. Fang einfach damit an den See und das Haus zu beschreiben. Da du jetzt direkt am Anfang klar machst, dass die Person das ganze zwar erlebt aber auch überlebt hat ist das Ende nicht so intensiv wie du es vllt gerne hättest. Ohne die Info, dass die Person sich "erinnert", weiß man bis zum Ende der Geschichte nicht, überlebt sie oder nicht?

Ansonsten sehe ich es ganz klar wie Toxic: Die Geschichte ist verbraucht. Die Leute von der dffb wird es meiner Meinung nach nicht vom Hocker hauen. Es ist harte Kritik, nimm sie dir zu Herzen, nur so wirst du besser. Viel Glück für deine Bewerbung.

LG Rockstar

mamoksche

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4

Freitag, 10. Oktober 2014, 13:33

Ok ich versteh leider nicht ganz was ihr meint dass das ein standartthema ist, eine vergewaltigung eines kleines kindes?

Zu den Zeitformen, Präsens - sie erinnert sich so stark dass es für sie immer noch jetzt ist wenn der onkel sie liebt und wie sie blutet, die vergangneheitsform sind dinge die ausserhalb des hauses passieren und die sie nur halb in errrinnnerung hat

Zur Grammatik, hab den Text gestern kurz runtergeschrieben also erste fasssung, da meine erste kurzeschichte für das thema leider auf über 10000 zeichen kam....

Liebe Grüße und danke für die kritik,

Lucas
@toxic - kennst du irgendwelche guten seiten zur kurzgeschichten theorie/dramaturgie what so ever, meine stadtbibliothek hat dazu leider nur zwei bücher...

wollte die geschichte aus dem hintergrund erzählen dass ich eine randnachricht bzw. interview von einer isis entführten frau gesehn hab der dass wiederfahren ist, vielleicht gehe ich den kurzgeschichten ansatz ja falsch an, aber ich erzähl doch einfach die geschichte, oder ist das zu stereotyp mit der unterdrückten frau, meint ihr dass?

mamoksche

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5

Freitag, 10. Oktober 2014, 16:55

Die
Nacht am See


Wenn
meine Mutter wieder hier ist. Dann darf sie nicht davon wissen, wie
die Lichter des Fernsehers mit den Möbeln in seinem Schlafzimmer
dunkle Schatten an die Wände werfen. Wie der Ton lautdröhnend in
der Luft vibriert. Wie der See in der Nacht Licht Reflexionen an
das Haus werfen. Wie die Insektenlaute lautdröhnden in der luft
vibrieren. Wie mein Onkel mir mit seinem warmem Atem in mein Ohr
haucht. Wie der See im dunkeln rauscht. Wie er mich langsam auszieht
. Wie meine Schwester noch im See schwamm. Wie ich meinen Teddy fest
umklammere als er sich selber auszieht. Mich streichelt. Mich ich
lieb hat. Bis ich blute. Mir sagt ich ich bin was besonderes. Sein
warmer Atem gemischt mit starkem Alkoholgeruch liegt in meinem hals.
Es tut so weh, aber seine starken Arme pressen mich immer fester in
die Bettdecke , es tut so weh. Schweißtropfen fallen von seinem
nackten körper auf meinen Rücken. Von Schweiss durchtrieft und mit
Blutflecken beschmutzt, drückt er mich immer wieder in das laken.
Ich klammere meinen Teddy so fest das meine Hände wehtun. Wie Feuer
brennt mein Unterleib. Tränen laufen mir das ganze Gesicht herunter.
Als er fertig ist zieht er sich an und wickelt mich in meine Decke.
Mein Körper bebt und zittert. Er trägt mich aus dem Haus heraus zum
See. Mit mir im Arm läuft er immer tiefer ins Wasser rein. Es ist
eiskalt. Die Stellen aus denen ich blute fängt er an zu waschen.
Versucht das Blutmeines Körpers dass auf mir klebt wie warmer roter
Honig wegzureiben. Als er fertig ist mich zu säubern,trägt er mich
in den Vorgarten vor seinem Haus und setzt mich zu meiner Schwester,
dann geht er ins Haus. Ich zittere. Stechende Eiszapfen tropfen mir
die Nase herunter. Mir ist eiskalt. Meine Schwester zittert
nicht.Ihre blauen Augen haben nicht einmal Tränen in den Augen.
Regungslos sitzt sie da. Mir ist so kalt dass meine zehen langsam
taub werden, aber wieder hereingehen dass kann ich nicht. Fest
umklammere ich meinen Teddy, es ist so kalt. Ich denke daran wieder
reinzugehen. Denke an ihn. Denke an die Kälte. Ich Kuschele mich zur
Decke meiner Schwester. Sie ist eiskalt. Ihre eisblauen Augen sind
inzwischen zugefallen, ihre Lippen sind blau. Ich bin ganz müde.
Mama wo bist du?

MagnoliaDriver

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Freitag, 10. Oktober 2014, 17:15

Hey Mamoksche,

Ich bewerbe mich auch diesen Herbst an der DFFB. Kurzgeschichte habe ich aber noch nicht geschrieben. Bin da momentan noch sehr mit dem zu erstellenden Kurzfilm beschäftigt.

Deine Geschichte fand ich jedoch leider auch nicht besonders interessant, wahrscheinlich weil ich Domian ( eine Fernsehsendung) gucke und so eine Geschichte jeder 2. Anrufer erzählt.

Eine Frage: Wegen dem Robert Bresson Zitat. Meinst du man sollte alle Filme von Bresson kennen und das dann in seinem Text mit einbinden oder einfach frei, ohne jeglichen Bezug zu seinen Filmen, schreiben? Kenne leider nur von Bresson Pickpocket.

mamoksche

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7

Freitag, 10. Oktober 2014, 18:19

Hey Mamoksche,


Eine Frage: Wegen dem Robert Bresson Zitat. Meinst du man sollte alle Filme von Bresson kennen und das dann in seinem Text mit einbinden oder einfach frei, ohne jeglichen Bezug zu seinen Filmen, schreiben? Kenne leider nur von Bresson Pickpocket.


Ich denke es geht ihnen um deinen Gedankengank, wie wäre es wenn du einfach einbindest dass dir dabei sofort die filme einfallen, wenn du dich um die weiterführung des gedankens - Dinge, die uns zufällig gelingen-

–welche Kraft sie haben! beschäftigst.

Rockstar2

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8

Freitag, 10. Oktober 2014, 19:44

Hey Mamoksche,

der zweite Text ist vom Inhalt schon besser. Grammatik, Kommata und Rechtschreibung sind aber immer noch grauenhaft. Auch wenn es eine erste Fassung ist, vor dem abschicken noch mal kurz drüber lesen und auf Rechtschreibung zu achten, schadet nicht!

Gleich der erste Satz ist nicht vollständig. Meine Freundin meinte, vllt. ist das ja Kunst den Punkt genau dort zu setzen. Ich würde die ersten beide Sätze durch ein Komma miteinander verbinden um die Verknüpfung zu schaffen.
Der Inhalt des zweiten Satzes hat mich schmunzeln lassen:
"(...) wie die Lichter des Fernsehers mit den Möbeln in seinem Schlafzimmer dunkle Schatten an die Wände werfen." Wie bitte? Die Lichter des Fernsehers werfen mit Möbeln Schatten an die Wände? ?( Lustig: Ja. Kunst: Ja? Schlecht geschrieben: Ja!

Die Idee, so pervers sie im Grunde ist, hat Potential. Bisher wirkt sie aber auf mich wie einfach mal runtergeschrieben und hier reingepostet ohne sich damit auseinander gesetzt zu haben, wie man daraus wirklich eine interessante Geschichte machen kann.

Ich an deiner Stelle würde noch viel intensiver das Geschehen aus der Sicht des Mädchen oder Jungen beschreiben. Anstatt: "Wie der Ton lautdröhnend in der Luft vibriert" würde ich schreiben: Der Ton des Fernsehers dröhnte intensiv in meinen Ohren. Oder anstatt: "Wie er mich langsam auszieht" würde ich schreiben: Ich spüre seine harten Fingernägel auf meiner Haut, als er mit das Nachthemd von der Schulter streicht. Du verstehst was ich meine? Die Widerlichkeit des Kindes muss sich im Leser widerspiegeln, damit du erreichst, dass nach dem letzten Satz: "Mama, wo bist du", der Leser sich fragt: Ja Mama, wo bist du?????? Ich glaube die Geschichte wird auch besser, wenn du die Mutter am Anfang aus der Geschichte heraus lässt und sie nur mit der Frage am Ende ins Spiel bringst.

Ansosten finde ich das Ende an sich ganz gut. Ich stelle mir beim lesen die Frage: Ist die kleine Schwester in diesem Moment gestorben oder sitzt sie einfach nur frierend da und hat ebenfalls Angst ins Haus zu gehen?

Dennoch ist bei dieser Geschichte noch viel Luft nach oben.

LG Rockstar

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rick

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9

Samstag, 11. Oktober 2014, 00:00

@toxic - kennst du irgendwelche guten seiten zur kurzgeschichten theorie/dramaturgie what so ever, meine stadtbibliothek hat dazu leider nur zwei bücher...
...nein, kenne ich nicht, aber Dramaturgie funktioniert ja im Grunde genommen immer nach dem gleichen Prinzip, egal, welche fiktionale Form man da vorliegen hat. Es gibt immer einen Spannungsbogen, immer einen Protagonisten und immer einen inneren und äußeren Konflikt. Das Ganze ist natürlich noch komplexer, und die Kombination und die Umsetzung des Ganzen bestimmt dann die Form, aber von der Sache her basiert alles auf diesen Bausteinen.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen viele verschiedene Kurzgeschichten zu lesen, auch um herauszufinden, was dich thematisch und formell interessiert, denn ein Kafka schreibt ja anders als ein Ende oder ein Brecht.


Zitat


vielleicht gehe ich den kurzgeschichten ansatz ja falsch an, aber ich erzähl doch einfach die geschichte, oder ist das zu stereotyp mit der unterdrückten frau, meint ihr dass?
Einen falschen Ansatz gibt es erstmal nicht. In der Kunst - egal in welcher - gibt es erstmal kein Richtig und kein Falsch. Es gibt Regeln und die sollte man kennen. Wenn man die kennt kann man die brechen.
Du musst für dich den Kern der Geschichte kennen - deine Aussage. Du musst wissen, was du erzählen willst. Alles Weitere ergibt sich daraus. Du lernst deine Figuren kennen, die / den Ort und du überlegst dir einen erzählerischen Bogen. Wenn du die Geschichte einer unterdrückten Frau erzählen willst, dann erzählst du die Geschichte einer unterdrückten Frau, egal, ob das Thema schon Tausendmal erzählt ist oder nicht, denn DU hast es noch nicht erzählt und DU wirst es anders erzählen als alle anderen vorher. Nur du musst es für dich spannend und erzählenswert empfinden, denn nur dann kannst du es für deine Leser spannend und interessant vermitteln.

Ich an deiner Stelle würde noch viel intensiver das Geschehen aus der Sicht des Mädchen oder Jungen beschreiben. Anstatt: "Wie der Ton lautdröhnend in der Luft vibriert" würde ich schreiben: Der Ton des Fernsehers dröhnte intensiv in meinen Ohren. Oder anstatt: "Wie er mich langsam auszieht" würde ich schreiben: Ich spüre seine harten Fingernägel auf meiner Haut, als er mit das Nachthemd von der Schulter streicht. Du verstehst was ich meine? Die Widerlichkeit des Kindes muss sich im Leser widerspiegeln, damit du erreichst, dass nach dem letzten Satz: "Mama, wo bist du", der Leser sich fragt: Ja Mama, wo bist du?????? Ich glaube die Geschichte wird auch besser, wenn du die Mutter am Anfang aus der Geschichte heraus lässt und sie nur mit der Frage am Ende ins Spiel bringst.

Diese ganze Sache finde ich nicht gut! Schreib die Sachen wie du es gut und richtig findest, denn die Formulierung ist deine Art die Geschichte zu transportieren. Rechtschreibung und Zeichensetzung und ein gewisses Maß an Grammatik sind wünschenswert, aber nicht zwingend, wenn es einen Grund gibt diese Regeln zu brechen.
Ich zB. finde die Formulierung "Wie der Ton lautdröhnend in der Luft vibriert" sehr schön und ich brauche zB. keine intensivere Beschreibung, wie der Onkel da an ihr herumfingert. Vieles geschieht in Subtexten und vieles wird im Leser assoziiert. Deswegen - so kitschig wie das klingt - höre auf dein Herz und deine Empfindungen beim Schreiben und formuliere wie DU das gut findest, denn das hat auch etwas mit einer persönlichen Handschrift zu tun, die von jedem sehr subjektiv wahrgenommen wird und die für eine Bewerbung an einer künstlerischen Hochschule sehr wichtig ist. Wie ich schon schrieb, ich finde, dass du (ich gehe grad nur vom 1. Text aus, den zweiten hab ich noch nicht gelesen) im ersten Abschnitt sehr bildlich und für meinen Geschmack recht schön formulierst.


Mein Tipp: viele verschiedene Kurzgeschichten lesen - von unterschiedlichen Autoren; dir ganz genau überlegen WAS willst du erzählen; dir genau überlegen WER sind deine Figuren und WAS ist der KONFLIKT. Daraus den Spannungsbogen bauen - wie auch immer der aussieht, der muss auch nicht klassisch sein und dann ganz so wie es sein Empfinden für richtig hält das Ganze ausformulieren. Und noch etwas, bei solchen Bewerbungen muss man sich auch nicht extremst pingelig an Vorgaben halten. Man sollte nicht zu sehr über- oder untertreiben, aber wenn es ein paar Zeichen mehr werden, dann wirst du nicht gleich aus der Bewerbung ausgeschlossen, wenn das Ergebnis dafür überzeugt.

mamoksche

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10

Samstag, 11. Oktober 2014, 01:43

Heiligabend


In
dem Jahr in dem wir unseren letzten Urlaub am Haus unseres Onkels
verbrachten war es wie immer eiskalt, und besonders wegen Weihnachten
vermisste ich meinen Vater der vor einem halben Jahr an meinem
fünften Geburtstag gestorben war sehr. Doch Nicht einmal die
Tatsache dass Weihnachten ist lässt mich verdrängen, dass wir bei
meinem Onkel sind und der Fernseher Schatten an die Wand wirft. Wie
der Ton laut dröhnend in der Luft vibriert. Wie der See
Lichtreflexionen an das Haus wirft. Wie die Insekten lautdröhnend in
der luft vibrieren. Wie mein Onkel mir mit seinem warmem Atem in mein
Ohr haucht. Wie der See im dunkeln rauscht. Wie er mich langsam
auszieht . Wie ich meinen Teddy fest umklammere, als er sich selber
auszieht. Mich streichelt. Mir seine schmutzigen Fingernägel in die
Haut schabt. Mich ich lieb hat. Mir immer wieder sagt wie lieb er
mich hat. Bis ich blute. Innerlich. Sein warmer Atem gemischt mit
starkem Alkoholgeruch liegt in meinem Hals. Es tut so weh, dass meine
Beine ertauben, seine starken Arme pressen mich immer fester in die
Bettdecke. Schweißtropfen fallen von seinem nackten behaarten körper
auf meinen Rücken. Von Schweiss durchtrieft und mit Blutflecken
beschmutzt, drückt er mir immer wieder mein Gesicht in das Laken.
Ich klammere mich so fest an einen Teddy dass meine Hände wehtun.
Wie Feuer brennt mein Unterleib. Tränen laufen mir das ganze Gesicht
herunter und verebben als stumpfer Schrei im Laken. Sein Atem geht
schneller, dass macht er immer so zum Ende. Als er fertig ist zieht
er sich an und wickelt mich in meine Decke. Mein Körper bebt und
zittert. Er hebt mich hoch und trägt mich aus dem Haus heraus zum
See. Mit mir im Arm läuft er immer weiter in den See. Mit langsamen
behutsamen Schritten geht er immer weiter bis das wasser hoch genug
ist meine Decke einzuweichen. Es ist eiskalt. Die Stellen aus denen
ich blute fängt er an zu waschen. Versucht das Blutmeines Körpers
dass auf mir klebt ,wie warmer roter Honig , wegzuwaschen. Als er
fertig ist mich zu säubern,trägt er mich in den Vorgarten vor
seinem Haus und setzt mich zu meiner Schwester, dann setzt er sich
auf seine Veranda. Ich zittere. Stechende Eiszapfen tropfen mir die
Nase herunter.Vor mir erstrahlt der Weihnachtsbaum den meine Mutter
mit uns geschmückt hat. Mir ist eiskalt. Ich zittere am am ganzen
Körper. Regungslos sitzt meine Schwester neben mir und starrt den
Weihnachtsbaum an. Mir ist so kalt dass meine Zehen langsam taub
werden. Fest umklammere ich meinen Teddy denn mein Vater mir
geschenkt hat, es ist so kalt. Ich denke daran wieder reinzugehen.
Denke an ihn. Denke an die Kälte. Ich Kuschele mich zur Decke meiner
Schwester. Ihre warmen braunen Augen sind inzwischen zugefallen, ihre
Lippen sind blau. Ich bin ganz müde. Ich denke wieder daran
reinzugehen wo es warm ist. Er sitzt immer noch trinkend auf der
Veranda und starrt auf den Weihnachtsbaum. Sie sitzt immer noch auf
ihrem Suhl auf der Veranda. Wie sie mich anschaut mit ihren eiskalten
blauen Augen. Müde.Mutter.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »mamoksche« (11. Oktober 2014, 01:49)


verlaeufer

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Dienstag, 2. Dezember 2014, 04:16

Hallo dir! Erstmal: Glückwunsch zu deiner Entscheidung es an der DFFB zu versuchen. Das wird hart und du wirst dran wachsen. Schaun wir uns mal deine Kurzgeschichte auseinandergepflückt an. Die Kritik ist meine Meinung, nimm sie nicht zu voll. Sei dir bewusst das alle diese Kritikpunkte Teil von Juryfragen sein koennten, wenn du mit dieser Geschichte wirklich in die zweite oder dritte Runde kommst. Das heisst, dass die Art wie ich das lese und kritisiere ziemlich hart wirken koennen. Ich werd auch nochmal ne generelle Kritik schreiben, das hilft vielleicht mehr. Hier aber erst mal Satz fuer Satz:


Zitat

In dem Jahr in dem wir unseren letzten Urlaub am Haus unseres Onkels
verbrachten war es wie immer eiskalt, und besonders wegen Weihnachten
vermisste ich meinen Vater der vor einem halben Jahr an meinem
fünften Geburtstag gestorben war sehr.
- Du fängst mit “In dem” “In dem” an. Weil das aber kein Stilmittel ist, finde eine bessere Variante. Vielleicht “Im gleichen Jahr”.
- Du meinst sicher “im” Haus, “am” Haus macht doch keiner Urlaub. Außer ein Hund.
- Der Halbsatz danach gehört in einen eigenen Satz.
- Der Halbsatz nach dem Halbsatz genauso. Das sind eigentlich drei eigenständige Informationen und du könntest viel mehr damit spielen.
- “Im gleichen Jahr in dem wir unseren letzten Urlaub im Haus unseres Onkels verbrachten war es wie immer eiskalt. Eiskalt und Weihnachten.”
- Ich würde die Sache mit dem Vater und Vermissen anders einbauen. Das passt hier noch nicht.
- edit: nochmal hier durchgeschaut. Mein "Im gleichen Jahr" Vorschlag ergibt keinen Sinn. Eher "Wie jedes Jahr war es auch in unserem letzten Urlaub im Haus unseres Onkels eiskalt. Weihnachten und eiskalt." Wobei das nicht so schoen klingt. Vielleicht faellt dir da was besseres ein, versuch einfach die "In dem" "In dem" Dopplung zu vermeiden.


Zitat

Doch nicht einmal die Tatsache dass Weihnachten ist lässt mich verdrängen, dass wir bei
meinem Onkel sind und der Fernseher Schatten an die Wand wirft.
- Auffälliger Tempuswechsel. Entweder “ließ mich verdrängen” oder im Teil davor die Zeit ändern.
- Ein Fernseher wirft Licht an die Wand. Mit dem Schatten verbindet man erstmal das Schwarze hinter dem Fernsehr. Ich glaub aber nicht dass du das meinst, dann wäre nämlich nicht beschreiben ob der Fernseher an ist oder aus.
- Dieser Satz führt uns in den Gedanken ein, dass es dumm ist, dass dieser Mensch bei seinem Onkel weilt. Allerdings nur halbgar und im Widerspruch zu der Erwartung die uns im ersten Teil gegeben wurde. Die Erwartung war da nämlich “Urlaub” “Weihnachten” “Eiskalt” (d.h. das Haus des Onkels ist was wärmendes, was rettendes vor dieser klirrenden Kälte). Heißt für dich im Umkehrschluss dass du hier mehr auf das Eiskalte raus musst. Oder direkter beschreibst warum der Onkel kacke ist. An und fuer sich ist die Erklärung der Scheissigkeit des Onkels ueber den "verdrängung"-Satz gut, nur in der Erwartung mit dem ersten Teil passt es nicht.


Zitat

Wie der Ton laut dröhnend in der Luft vibriert. Wie der See
Lichtreflexionen an das Haus wirft. Wie die Insekten lautdröhnend in
der luft vibrieren. Wie mein Onkel mir mit seinem warmem Atem in mein
Ohr haucht. Wie der See im dunkeln rauscht. Wie er mich langsam
auszieht .
- "der Ton laut dröhnend in der Luft vibriert." Uuuuh. Wie Bäume die "wie Streichhölzer" umknicken ein richtig abgelutschtes Stilmittel. Versuch eine eigene Sprache für Bilder zu finden.
- Es ist bei dem Satz auch nicht klar, welchen Ton du meinst. Falls das ein Mysterium sein soll, also "der Ton" weil seine Geheimheit später noch wichtig wird: perfekt. Falls nicht, erklärs kurz (Ich denke es ist die Kiste, deren Ton du meinst.). Vielleicht sowas wie "Wie das Programm seine Geräusche an die Wand kratzt." Schall"wellen" eignen sich ansonsten auch gut als Allegorie. Wellen die Branden...
- "Lichtreflexionen ans Haus wirft." Hmm, faktisch nicht falsch, allerdings finde ich "Lichtreflexionen" ein Scheisswort. Zu lang, zu hackig. Fraglich auch warum der See personifiziert wird, wenn doch das Licht "handelt". "Wie das Licht sich vom See an die Hauswand wirft."? Hmm, ne. Auch noch nicht hundertprozentig.
- "Insekten" ach da dröhnts wieder. Sollte also ein Stilmittel sein. Ich wuerde die Wiederholungen bei "Wie der..." im Satzanfang lassen. Alles darueber hinaus setzt Signale. Und darum geht es beim Kurzgeschichte schreiben ja: Signale setzen, aber mit Absicht. Hier fehlt die Absicht, jedenfalls kommt die "dröhnen"-Wiederholung nicht noch einmal.
- "Warmer Atem" - es reicht wenn du: "Wie mein Onkel mir seinen warmen Atem ins Ohr haucht" schreibst. Zum Inhalt: Aha! Jetzt wirds knusprig!
- "Wie der See im dunkeln rauscht." Gute Ueberleitung ins creepige, aber: Wat? Welcher See rauscht denn? Meinst du Schilf?
- "Wie er mich langsam auszieht." jap. Allerdings finde ich "langsam" hier ein Fremdwort. Es wirkt in dem Zusammenhang sexuell erregend (also, aeh, nicht auf mich. Sexuell erregend fuer die beschreibende Person). Ansonsten wuerde man das Detail vielleicht weglassen, oder den Bruch der Grenze betonen. "Wie er mich immer weiter auszieht"? Auch wenn mir bewusst ist, dass du hier die Szenerie unheimlicher werden lassen willst, wirkt "langsam" fehl am Platz.


Zitat

Wie ich meinen Teddy fest umklammere, als er sich selber
auszieht. Mich streichelt. Mir seine schmutzigen Fingernägel in die
Haut schabt. Mich ich lieb hat. Mir immer wieder sagt wie lieb er
mich hat. Bis ich blute. Innerlich.
- Okay. Kannst du im Grossen so lassen. Die letzten beiden Saetze wuerde ich weglassen. Das ist in der beschreibenden Haltung, die der Erzaehler einnimmt, zu verwirrend. Wir wissen noch nichts ueber die Sexualitaet des Opfers und wir wissen nicht, ob du im Zeitraffer deiner Erzaehlungen hier grade einfach fuenf Schritte weitergesprungen ist und sie/er nun wirklich blutet. Da du sehr wahrscheinlich "Die Seele blutet" meinst, wuerde ich dir davon allein schon aus dem Grund abraten, weil du nicht in diesen Kitsch versinken willst, wenn du ueber so harten Tobak schreibst.


Zitat

Sein warmer Atem gemischt mit starkem Alkoholgeruch liegt in meinem Hals. Es tut so weh, dass meine
Beine ertauben, seine starken Arme pressen mich immer fester in die
Bettdecke. Schweißtropfen fallen von seinem nackten behaarten körper
auf meinen Rücken. Von Schweiss durchtrieft und mit Blutflecken
beschmutzt, drückt er mir immer wieder mein Gesicht in das Laken.
Ich klammere mich so fest an einen Teddy dass meine Hände wehtun.
- "Warmer Atem" den Satz finde ich schon fast Polizeiprotokolarisch. Sie umklammert einen Teddy aber "Alkoholgeruch" kann sie Buchstabieren? Diese Kinder heutzutage! Vielleicht "Sein saurer Atem liegt in meinem Hals."
- "Es tut so weh..." nein. Auch die Saetze danach: Nein. Zu dem hier: Nichts tut doch so weh, dass etwas ertaubt. Das Ertauben waere ja sogar der Grund zur Freude, weil die scheiss Schmerzen endlich nachlassen.
- Die Arme sind stark? Und die sind sogar so stark, dass sie dich an die Bettdecke druecken koennen? Oh nein! Himmel hilf! Willst du hier grade ne Vergewaltigung erzaehlen? Dann lass uns das auch glauben. Da sind die Arme dann "zu Stark" und sie druecken einen "nach unten".
- "Schweistropfen" - da gehts um Ekel. Aber behaarte Koerper als Ekel? Ich weiss nicht. Heisst das es waere weniger Schlimm gewesen, wenn er nicht behaart gewesen waere? Oder ist es Verachtung die aus dem Opfer spricht? Dann ist der Koerper vielleicht "fett" und "widerwaertig" und die Schweistropfen fallen nicht bloss sondern sie "triefen" oder "siffen".
- "Schweiss / Blutflecken" in der Konstellation dieses Satzes waere der Onkel derjenige der von Blutflecken beschmutzt ist und von Schweiss durchtrieft seinen Akt vollfuehrt. Ich weiss nicht, aber es waere Eindrucksvoller wenn das Opfer dabei bleibt sich selbst zu beschreiben.
- "Teddy" ich glaub ehrlich gesagt die Haende koennten ihr/ihm abfallen und es wuerde weniger Wehtun als alles andere was grade passiert. Ausser, und den Twist kannst du vielleicht machen, sie/er konzentriert sich auf dem Schmerz in den Haenden um alles andere zu vergessen.


Zitat

Wie Feuer brennt mein Unterleib. Tränen laufen mir das ganze Gesicht
herunter und verebben als stumpfer Schrei im Laken. Sein Atem geht
schneller, dass macht er immer so zum Ende. Als er fertig ist zieht
er sich an und wickelt mich in meine Decke.
- "Feuer" stells um in "Mein Unterleib ein einziges Feuer." Das wirkt apathisch und dadurch realistischer. Der Satz in der Originalfassung wirkt etwas archaisch/altbacken.
- "Traenen" jap, der Satz passt. Allerdings waere der Schrei "stumm", stumpf waere er nur, wenn er etwas ganz bloedes als Inhalt haette.
- "Atem geht schneller" Uh, den Satz fand ich richtig gut, weil er das "immer" zum richtigen Zeitpunkt einfuehrt und nochmal die Gaensehaut durchjagt.
- "Als er fertig ist zieht er sich an" hier wuerde ich dem Opfer mehr Zeit geben das Ende zu beschreiben. Das machst du zwar noch mit dem Zittern. Aber jemand der die Vergewaltigung so deutlich beschreibt wuerde doch das Ende mehr herausstellen.


Zitat

Mein Körper bebt und zittert. Er hebt mich hoch und trägt mich aus dem Haus heraus zum
See. Mit mir im Arm läuft er immer weiter in den See. Mit langsamen
behutsamen Schritten geht er immer weiter bis das wasser hoch genug
ist meine Decke einzuweichen. Es ist eiskalt.
- Ersten beiden Saetze sind okay. Kleine Korrektur: "traegt mich aus dem Haus zum See" reicht, das "heraus" ist wieder doppelmoppeln.
- "Schritten" hier reicht "behutsam", weil behutsame Schritte immer langsam sind. Ich wuerde dann nach "hoch genug ist" den Punkt setzen. Dann "Langsam zieht das Wasser in die Decke. Es ist eiskalt."


Zitat

Die Stellen aus denen ich blute fängt er an zu waschen. Versucht das Blut meines Körpers
dass auf mir klebt ,wie warmer roter Honig , wegzuwaschen.
- Erster Satz: Umstellen. "Er faengt an die Stellen aus denen ich Blute zu waschen."
- "Blut meines Koerpers": Hier sollte fuer die Vorstellung des Lesers schon lange geklaert sein wer geblutet hat. Da hab ich ja oben schon was zu geschrieben (Schweiss/Blut). D.h. diese Info kann weg. Dann wird der Satz auch weniger Schachtelig unleserlich. Sowas wie "Versucht das Blut wegzuwaschen, das auf mir klebt wie warmer, roter Honig."


Zitat

Als er fertig ist mich zu säubern,trägt er mich in den Vorgarten vor
seinem Haus und setzt mich zu meiner Schwester, dann setzt er sich
auf seine Veranda. Ich zittere.
- Ich wuerde fuer die Leserlichkeit einfach ein "Dann" benutzen. Das gibt dem Satz ausserdem einen normalerzaehlerischen Twist, der durch die Infromation "Schwester" fies kontrastiert wird. Vorgaerten sind immer vor Haeusern. Wohin er nach dem Absetzen geht, waere dem Opfer ja wahrscheinlich drecksegal. "Dann traegt er mich in den Vorgarten des Hauses und setzt mich zu meiner Schwester. Ich zittere."


Zitat

Stechende Eiszapfen tropfen mir die Nase herunter. Vor mir erstrahlt der Weihnachtsbaum den meine Mutter
mit uns geschmückt hat. Mir ist eiskalt. Ich zittere am am ganzen Körper. Regungslos sitzt meine Schwester neben mir und starrt den Weihnachtsbaum an.
- Kannst du so lassen. Finde ich eine gute (nicht moralisch!) weil vorstellbar fiese Szene.


Zitat

Mir ist so kalt dass meine Zehen langsam taub werden. Fest umklammere ich meinen Teddy denn mein Vater mir
geschenkt hat, es ist so kalt. Ich denke daran wieder reinzugehen. Denke an ihn. Denke an die Kälte. Ich Kuschele mich zur Decke meiner Schwester. Ihre warmen braunen Augen sind inzwischen zugefallen, ihre Lippen sind blau. Ich bin ganz müde. Ich denke wieder daran reinzugehen wo es warm ist. Er sitzt immer noch trinkend auf der Veranda und starrt auf den Weihnachtsbaum. Sie sitzt immer noch auf ihrem Suhl auf der Veranda. Wie sie mich anschaut mit ihren eiskalten blauen Augen.

Müde.

Mutter.
- Grande Finale!
- "Zehen": Nochmal Taubheit? Ich weiss ja nicht. Warum ist das jetzt noch wichtig. Wichtig ist: Es ist himmelarschenskalt und ich wurde vergewaltig. Scheisse ich will rein. Also beschreibe: Kaelte. Das wissen wir jetzt schon. Wenn du sie nochmal untermalen willst, werde nicht so technisch, denk dran durch was das Maedel grade durch ist. Da sind die optionen Schock, Apathie und Wut. Aber nicht technologische Beschreibung ueber den Zustand der Extremitaeten. Ausser du machst mit der Geschichte einen auf Comfort Woman und beschreibst alles protokollarisch distanziert. Tatest du bislang aber nicht.
- Vater: Lass die Info aus der Geschichte, oder Pack sie oben rein. Er hat bislang keine Rolle gespielt, ausser gestorben zu sein, und er wird auch keine weitere mehr spielen. Kurzgeschichten sind auch dafuer da zu zeigen dass man sich fokkusieren kann. Das man es schafft unwichtige Teile zu erkennen und auszublenden. Der Vater waere fuer mich so ein Ding. Was hat er damit zu tun dass die Mutter ne Psychopathin ist (was ich aus Gendersicht ja mal bedenklich als Kern deiner Geschichte finde)? Und was ist dann mehr dran als das uebliche langweilige "Papa ist der Held an dem ich mich festklammern kann?"-Gejuckel?
- "Denke daran reinzugehen" Siehe oben. Sie WILL rein weil es ist sackkalt. Als Kind denkt man doch nicht ueber das fuer und wieder nach, man will.
- "Denke an ihn" fieser Satz in diesem Zusammenhang. Vielleicht ganz gut, vielleicht total schlecht, ich kanns nicht sagen. Nur auffaellig.
- "Kuschele mich an die Decke" ich wuerde hier das "an die Schwester kuscheln beschreiben, nicht an die Sache die die Schwester umgibt. Einfach weil die Schwester ihr wichtiger waere als die Decke.
- Naechsten Satz umstellen oder weglassen (siehe oben und rein "wollen").
- "Er sitzt auf der Veranda" jap finde ich gut.
- "eiskalten" blauen Augen. Okay. Die Info dass die Mutter da sitzt ist neu und laesst uns geschockt zurueck. Aber wenn ihre Augen nur eiskalt sind, dann heisst das sie ist sauer ihren Kindern gegenueber, oder generell boese. Beides waere die langweiligste Variante weil es kaum was zu spekulieren gibt. Wenn sie aber mit ihren "trueben" blauen Augen schauen wuerde, wuessten wir nicht was mit ihr los ist. Ob sie vielleicht unter Drogen steht, oder nach dem Tot des Vaters schwer krank wurde etc. Da waere einfach mehr Fleisch fuer Vieldeutigkeit dahinter. Und da du ja nicht genau aufloest was los ist, ist Vieldeutigkeit dein way to go ;). Das Ende passt ja dann auch genau in diesen Schlag.

So far, so good.

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »verlaeufer« (2. Dezember 2014, 23:33)


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