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Dinosaur_

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  • »Dinosaur_« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 27. Februar 2014, 12:02

Praktikas in Film- und Medienunternehmen

Hi,

aufgrund meiner Situation bin ich gerade dabei mich beruflich umzuorientieren. Hauptsächlich suche ich Praktikas in Film- und Medienunternehmen, die sich auch mit Film-Produktion beschäftigen und neben allgemein, kaufmännischen Aufgaben auch abwechslungsreiche Aufgabengebiete beim Filmset oder Produktion bieten.

Nach langer suche und mehreren Absagen wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es für Quereinsteiger in der Branche ziemlich schwierig ist etwas zu finden, da meistens Studenten für diese Bereiche aufgenommen werden.

Ich hab eine abgeschlossene Ausbildung als Bürokaufmann mit IHK-Zeugnis und ein sehr gutes Arbeitszeugnis womit ich mich immer beworben hab.

Meine Frage ist nun ob jemand von euch denn schomal in der selben Situation war und was daraus geworden ist!?

Ebenfalls bin ich auf der Suche nach IHK-Kursen, die bestenfalls staatlich gefördert werden und über mehrere Wochen gehen, die dann meine Chancen erhöhen könnten in der Branche fuß zu fassen.

Freue mich über jede Antwort.



Gruß, Dinosaur_

*Topic verschoben*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (27. Februar 2014, 20:36)


jk86

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2

Donnerstag, 27. Februar 2014, 14:07

Wichtig ist, dass du einen Einstiegspunkt findest und Eigeninitiative zeigst. Ein branchenfremder Abschluss ist tatsächlich kaum was wert. Wenn ich Personalchef einer Filmfirma wäre, würde ich dich mit deinem jetzigen Profil nur in der Rechnungs- und Verwaltungsabteilung anstellen. Warum? Weil aus deinem Postiing null hervorgeht, was dich interessiert, was du kannst oder lernen möchtest. Dass du dich weiterbilden musst, hast du ja schon begriffen. Wenn es keine Fortbildungen gibt, bilde dich selbst fort! Alles ist besser, als untätig zu bleiben. Praktisches Wissen ist sehr viel wichtiger in einem technikaffinen Beruf als Theorie (die man natürlich auch draufhaben sollte). Du lernst mehr übers Filmen, wenn du die Hochzeit eines Freundes filmst, als wenn du einen Vortrag darüber besuchst.
Kaufmännische Kenntnisse sind aber auch sehr wichtig für Selbstständige. Du hättest damit eine gute Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Selbstständigkeit, nur fehlt dir eben die andere Hälfte des Jobs noch - etwas, was du im Filmbusiness tust. Ton oder Kamera oder Special FX oder oder oder. That's up to you!

Ich denke, viele Filmschaffende haben einen zu verengten Blick. Sie wollen sofort in die Filmbranche. Das ist ja auch nicht falsch, und wenn möglich, warum nicht? Aber es hat einen wesentlichen Nachteil: Filmprojekte sind zeitlich begrenzt. Ein Theater oder beispielsweise eine Zeitung, die auch Online-Nachrichten als Videos anbietet, hat ein festes Programm, das meistens ganzjährig läuft. So hat man im Idealfall eine konstante Einnahmequelle, während man sich beim Film von Projekt zu Projekt hangeln muss und schlimmstenfalls einige Monate kein Geld reinkommt. Die Menschen, die ich kenne und in der Veranstaltungs- und Medienbranche arbeiten, kann ich in zwei Klassen unterteilen: Die, die eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker oder Mediengestalter machen oder abgeschlossen haben, sind fest angestellt. Die, die keine Ausbildung haben, arbeiten zwischen den Projekten an der Supermarktkasse.
Film besteht im Wesentlichen aus den Elementen Bild, Ton und Licht. Also könntest du auch ein Praktikum bei einem Lichttechnik-Verleih machen oder bei einem Fotografen oder dich in die Tontechnik einarbeiten.

Und etwas drittes: Die meisten guten Jobs und Praktika bekommst du nur über Kontakte. Sehr viele Stellen sind nicht ausgeschrieben. Lass alle Menschen, von denen du weißt, dass sie auch nur das entfernteste mit Medien zu tun haben, wissen, dass du dich neu orientieren willst und einen Einstieg in die Branche suchst. Sie werden die Ohren offenhalten. Nutze jede Chance - du wirst viele Absagen erhalten, an deine körperlichen und psychischen Limits geraten, um einen Teil des versprochenen Lohnes geprellt werden, in der Probezeit gekündigt werden und dich selbst hoffnungslos überschätzen. Aber du gehst aus jedem Job schlauer heraus als zuvor und kannst jeden Job als Referenz angeben.

Viertens: Ich habe den Eindruck, dass du den Einstieg ins Filmbusiness als weiteren Schritt auf der Karriereleiter betrachtest. Warum auch nicht, wenn es funktioniert? Meine Erfahrung ist aber eine ganz andere: Als Quereinsteiger musst du quasi von Null anfangen. Einschließlich der finanziellen Unsicherheiten, die das mit sich bringt. Für viele Bereiche gibt es keine Weiterbildungen oder sie kosten einen Haufen Asche, ohne staatlich unterstützt, geschweigedenn irgendwo anerkannt zu werden. Du musst dich also selbst auf den Hosenboden setzen und dir jeden Tag aufs Neue den Arsch aufreißen. Dabei nicht vergessen, wo du hinwillst - ganz viele kleine Schritte machen. It's a long way to the top ;)

Das sind so meine Erfahrungen - als Studentin, die seit 8 Jahren keinen Abschluss schafft. Ich habe letztes Jahr wieder mit Filmen und Fotografie angefangen, einen Kleingewerbeschein angemeldet und arbeite nebenberuflich als Tontechnikerin. Gestern bekam ich die Zusage, Kameraassistenz beim Ballett zu machen. Bekommen habe ich diese Chance nur über Kontakte, die ich als Stagehand bei einem Kulturfestival bekam... ich halte die Augen und Ohren regelmäßig offen nach Aufträgen und Jobs. Ich bin da relativ breit aufgestellt: Neben Einstieg zum Film suche ich auch Referenzen im Bereich Radio, Hörspiel und Recording, Live-Tonmisch, Lichttechnik, Theater, medienpädagogische Projekte, Fotografie. Nur so kommt man an Folgeaufträge und irgendwann in ein Filmunternehmen, wenn man keine branchennahe Ausbildung gemacht hat. Nebenbei verschafft es einem solide Grundkenntnisse.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »jk86« (27. Februar 2014, 14:21)


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