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niehuesmarin

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Dienstag, 7. Januar 2014, 21:20

Der Weg in die Filmwelt ?

*Ja es gibt die Frage schon in ähnlichen Formen.
Nein sie hat keinen Aufschluss über eine Lösung gegeben, also hier nochmal.*


Ich bin (noch sehr kurz) 17 Jahre alt und habe vor ein paar Jahren Film als meine Passion entdeckt. Nach einigen Videoprojekten habe ich mich entschlossen einen eigenen Kurzfilm zu drehen. In diesem stecke ich momentan mitten drin und habe rausgefunden, dass Regie die richtige Richtung für mich ist, ja ich weiß - jetzt werden einige sagen "Das will doch jedes kleine Kind machen das keine Ahnung hat.... blablabla - informier dich mal... blablabla." Spart euch euch, ich habe mich informiert.

Nach meinem Abitur Mitte diesen Jahres werde ich ein 6 monatiges Praktikum als Mediengestalter absolvieren, danach würde ich gerne nach Berlin (aus privaten Gründen) und diesen Aufenthalt wünschenwerter Weise mit einem Job als Set-Runner bzw. als Praktikant an einem Kinoset verbringen.

Nach einiger Recherche habe ich wohl mitbekommen, dass "Set-Runner" kein Beruf als solcher ist und in Jobbörsen nur spärlich verbreitet ist. ( ;( ) Mich würde nun interessieren wohin ich mich wenden muss, welche Kino- oder TV-Filmproduktionen in Frage kommen. (Wünschenswert wäre ein vergütetes Praktikum [400€ wäre z.B dankbar] :P ). Welche Produktionsfirmen kommen hier für mich in Frage, was für Alternativen und Einstiegsmöglichkeiten habe ich noch ?

Was muss ich danach machen um in Richtung Regie zu kommen, ein Quereinstieg über Set-Running und dadurch geknüpfte Kontakte ? Viele Praktikas und dann in den Beruf ? Ausbildung zum Mediengestalter und dann wieder in den Filmbereich oder gar ein Studium an einer Filmhochschule ? Würde auch gerne Kinofilmregie machen, oder halt TV-Filmregie. Eher ungerne Theaterregie.

Freue mich jetzt schon auf eure Antworten und bedanke mich ganz herzlich!

LG :)

*Topic verschoben*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (8. Januar 2014, 20:35)


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Mittwoch, 8. Januar 2014, 04:25

Das ist in der Tat keine leichte Antwort und ich denke, dass da eine Einzelperson keine vernünfige und allumfassende Antwort liefern kann.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass du vor allem an deiner Schulbildung gemessen wirst und sekundär an dem, was du bisher gemacht hast(Referenzfilm und Festivalteilnahmen). Ein Literaturstudium scheint die Tür in jeden Bereich zu öffnen. Wieso auch immer..

Es gibt verschiedene Wege.


1. Weg
-Praktikum (Hier werden die ersten Kontakte geknüpft und der Blick für qualitatives Schaffen gestärkt)
-Filmhochschule (Hier werden die ersten relevanten Kontakte geknüpft, mit denen du wahrscheinlich in Zukunft arbeiten wirst)
-Noch mal Praktium oder Trainee (Aller einstieg ist schwer, auch nach oder sagen wir vor allem nach dem Studium. Da wirst du selbst nicht die Arbeit unter deinem Können und Niveau machen wollen, aber für die passenden Aufgaben wird man dir noch nicht genug vertrauen. Gut wäre es, wenn du im Studium gute Referenzfilme gedreht hast. Ansonsten musst du in den Sauren Apfel beißen und zunächst das kleine akzeptieren und immer bei Gelegenheit dein Können unter Beweis stellen.)

Ein Kollege sagte mir mal : einen Regisseur unter 30 nimmt niemand ernst. Das stimmt in der Regel also solltest du im besten Fall dir die nötige Zeit nehmen, um die Welt reisen, viele kleine und große Projekte angehen, dich als freundliches Gesicht in der Branche bekannt machen und wenn du eines schönen Tages 30 bist, auf eine menge Projekte zurück blicken kannst, auf die du unheimlich stolz bist, wird man dir vertrauen. Wer weiß, vielleicht bist du, wenn du es ordentlich machst schon viel früher bereit aber ich habe gelernt, dass umso mehr Gas man gibt, umso eher dreht man sich auf der Stelle. Also langsam und ohne sich selbst zu stressen. Mache die Projekte um Aufsehen zu erregen. Es gibt 2 wichtige Dinge für deinen späteren Erfolg. 1. Können und 2. Bekanntheit. Ohne Können aber mit Bekanntheit wirst du zwar immer wieder etwas machen dürfen, wirst aber nie ein sonderlich guter Filmer. Am besten du arbeitest dir beides ausgewogen an.

2. Weg
Ich würde vor allem dir, einem so jungen Filmemacher davon abraten, aber ja es gibt noch diesen verlockenden Weg. Der Weg des Autodidakten.
- Lesen (Du solltest viel lesen und herausfinden, was in deinem eigenen Bauch vorgeht, wenn du einen Film gut findest. Es gibt eine menge guter Bücher und ja die solltest du auch während der Filmhochschule lesen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass solche Bücher einen übers Ziel hinausschießen lassen. Ist mir passiert. Du siehst die Welt plötzlich anders und bist enorm verwirrt. Es wird sich entwirren. Das lesen von Büchern ist wichtig und auch richtig aber nicht immer zu jeder Zeit. Während dem Studium solltest du lieber auf das hören, was dir deine Dozenten und deine Kollegen raten. Dann lebst du nicht in einer Paralleldimension und wirst ausgewogener sein.)
- Praktikum (Es ist eigentlich beim Film nicht so wichtig ob du beim Filmverleih, Filmförderung, VFX, Schnitt, Set, Produktionsassistent oder sonstiges arbeitest. In der Filmwelt findest du in jeder Firma gleichgesinnte, die vielleicht gerade genau das gleiche machen wie du und so jung sind wie du. Es muss nicht zwingend als Regieassistent sein. Den Zweck habe ich oben schon beschrieben)
- Kontakte knüpfen und warm halten (Du wirst vielen Leuten begegnen. Ich habe bei meinen Projekten immer darauf geachtet bei jedem Projekt ein paar neue Leute anzuheuern, mit denen ich vorher nichts gemacht hatte oder sie nicht einmal wirklich kannte. Dadurch ergeben sich in Zukunft manchmal wahre Wunder. Du solltest also wenn du nicht arg ausgelastet bist, manchmal hier und da helfen. Auch wenn es etwas völlig anderes ist als das, was du normalerweise machst. Es wird dich bekannter machen, Kontakte einbringen, die dich später weiter empfehlen werden und du an Projekte gelangst, die du nie erträumt hättest usw. Es ist auch wichtig sich die Kontakte zu notieren, aufzuschreiben wer genau das ist, woher du ihn kennst, was er/sie so macht und natürlich die Kontaktdaten. Dann solltest du immer wieder mit diesen Leuten in Kontakt treten. Sie sollten wissen was du so machst, du solltest wissen was sie gerade so machen. Wichtig ist immer zu zeigen : HEY ICH LEBE NOCH UND ICH KANN DAS DA, ICH BIN DERZEIT HIER UND DA UND BALD DORT UND DA!

- Noch ein Praktikum, noch ein Job den du eigentlich nicht machen willst und noch ein unbezahltes Projekt. (Filme machen ist hart und jeder kämpft darum nicht zu ertrinken. Es gibt manche, die spezialisieren sich auf etwas, das jeder braucht, das aber wenig Verantwortung trägt. Du bist jung, hast noch keine Familie aber es gibt andere in der Branche, die wollen ihre 3 Kinder ernähren. Wie gesagt, musst du vor allem viel rum kommen und Erfahrung, sowie Bekanntheit erlangen. Wenn du zu früh eine eigene Produktionsfirma gründest, kann es sein, dass du mit immer den selben Leuten arbeitest und nie wirklich bekannt/anerkannt wirst. Das kann natürlich auch anders laufen aber ich würde vor allem für die ersten 5-10 Jahre raten 1/5 eigene Projekte und 4/5 fremde Projekte angehen. So verdienst du Geld, sammelst unheimlich viel Erfahrung, wirst reifer, stumpfst nicht ab und vor allem wichtig : du drehst dich nicht auf der Stelle)

Es kann noch andere Wege geben. Ich bin nicht allwissend und selbst kämpfe ich wie eine Made, würde die gleiche Frage wie du stellen können. Jeden Tag versuche ich noch etwas zu machen, das mich voran bringt, jeden Tag ein neuer Plan und ein mir am Herzen liegendes Projekt auf Eis gelegt, keine Meldung mehr bekommen oder eine Absage, die Anfangs gut ausgesehen hat. Habe schon an Filmen mitgewirkt, die du vielleicht kennst oder definitiv davon gehört hast. Prahlen will ich damit nicht, denn es gibt nichts zu prahlen. Die meisten Jobs sind undankbar und bei näherer Betrachtung könnte sie beinahe jeder erledigen.

Gut zu wissen
Wenn du als Regisseur erfolgreich sein willst, musst du an Wert gewinnen. Ich habe es nie einsehen wollen aber es ist wichtig mit den Filmen auf Festivals erfolgreich zu sein. Aber die Festivals mögen nicht jeden Film. Vor allem in Deutschland bin ich der Meinung, dass man sich zu sehr an Oberflächentheorien klammert weil niemand, auch die meisten Macher nicht wissen was ein guter Film eigentlich ist. Das siehst du hoffentlich anders, denn wenn du es so siehst wie ich, wird es dir immer im Weg stehen. Meine Festivaleinreichungen bisher kann man momentan noch auf einer Hand zählen. Ein Fehler den du nicht begehen solltest. Mache jeden Film so, dass er für dich ein Klassiker wird. Achte auf die Details, denn umso mehr du davon drin hast, umso wertvoller wird der Film in deinen eigenen Augen sein und entsprechend wirst du dahinter stehen können, wenn du ihn jemanden zeigst. Alles was du im Film zeigst, wird dem Zuschauer das Gefühl vermitteln, dass du als Regisseur das genau so wolltest. Er wird nicht wissen, dass das helle rote Licht eigentlich blau und schwach sein sollte nach deiner Vorstellung. Jede schwache Darstellung der Schauspieler wird man auf deine Visuelle Missverständnis schieben und glauben : du hast es so gewollt weil du ein Dummkopf bist. Also nimm dir die Zeit, entweder aus dem was dir zur Verfügung steht etwas solides zu schmieden oder das zu bekommen, was du für deine Vision benötigst. Beim Film verzeihen die Leute nicht weil niemand weiß, was eigentlich daraus hätte werden sollen. Vermeide Kompromisse indem du bessere Ideen improvisierst. Verstehe dein Werk und es wird ein Kinderspiel.

REFERENZFILM ist das A und O. Ich habe bisher vielleicht einen halbwegs guten Kurzfilm gemacht. Seit dem ich den habe, redet man anders mit mir und es reden mehr Leute mit mir. Ich werde von Firmen angerufen, die mich vor 2 Jahren nicht als unbezahlten Praktikant wollten, mich nun als einen Mitarbeiter mit künstlerischer Leitung und einem satten Honorar locken. Das alles weil sie meinen Kurzfilm gesehen haben.

Wenn du einen Produzenten suchst oder Filmförderung beantragst, wird man deine Referenzfilme ansehen. Wenn du mit anderen guten Jungfilmern arbeiten willst, wird man deinen Referenzfilm ansehen. Umso solider der in jeder Hinsicht ist, umso mehr werden sie mit genau DIR zusammen arbeiten wollen. Also solltest du egal wie klein das Projekt auch sein mag, so viel Mühe reinstecken, dass du am Ende die Aufnahmen stolz präsentieren kannst.


So das wärs von meiner Seite. Haben sicher andere noch was hinzuzufügen.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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jk86

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Mittwoch, 8. Januar 2014, 09:04

Dem schließe ich mich in weiten Teilen an. Ergänzung: Du kannst beim Theater viel mehr über Regie lernen als als autodidaktischer Filmer, gerade im Bereich Menschenführung, Kommunikation und Schauspielarbeit. Solange du keinen Schulabschluss und keine Ausbildungsstelle hast, wird dir nur das Autodidaktische bleiben - und die Möglichkeit, Theater zu machen. Oder schließe dich einem Offenen Kanal an.

Verabschiede dich auch von dem Traum, nur für's Kino und TV zu filmen. Beiß dich darauf nicht so fest, sondern nutze jede günstige Gelegenheit. Dazu gehört Theater ebenso wie Werbefilmproduktion, Hörspiele, Radio undundund. Solche Referenzen sind besser als gar keine, und als Regisseur musst du querdenken können.

Zum Literaturstudium muss ich sagen: Ich hab das zwei Jahre lang gemacht und hab noch gute Kontakte zu meinen Komillitonen. Kein einziger von denen hat jemals einen Film gedreht oder Regie geführt. Dafür eignet sich ein Studium der TFM viel besser.

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Mittwoch, 8. Januar 2014, 09:57

Das mit dem Literaturstudium war ein kleiner Gag :D

niehuesmarin

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Mittwoch, 8. Januar 2014, 17:59

Danke für diese sehr ausführliche Antwort!

Mein Abi habe ich ja Mitte diesen Jahres...
Mein Plan wäre wirklich den Weg des Studiums in Kombination mit Praktika zu gehen.

Ich bedanke mich noch mal sehr für die Antworten, die waren sehr hilfreich!

jk86

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Donnerstag, 9. Januar 2014, 14:33

Du wirst aber nicht einfach so nach dem Abi ein Regiestudium anfangen können. Die großen Filmhochschulen haben meines Wissens ein Mindestalter und du musst dich mit Referenzen und Praktikanachweisen bewerben. Dann studier doch lieber erstmal was anderes und mache in deiner Freizeit Filme, oder mach eine themennahe Ausbildung, z.B. als Mediengestalter. In 5-10 Jahren kannst du das mit Regie studieren immer noch probieren. Du bist ein junger Mensch, dir läuft keine Zeit weg :)

niehuesmarin

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7

Donnerstag, 9. Januar 2014, 19:27

Du wirst aber nicht einfach so nach dem Abi ein Regiestudium anfangen können. Die großen Filmhochschulen haben meines Wissens ein Mindestalter und du musst dich mit Referenzen und Praktikanachweisen bewerben. Dann studier doch lieber erstmal was anderes und mache in deiner Freizeit Filme, oder mach eine themennahe Ausbildung, z.B. als Mediengestalter. In 5-10 Jahren kannst du das mit Regie studieren immer noch probieren. Du bist ein junger Mensch, dir läuft keine Zeit weg :)

Ich denke man sollte den Beitrag schon lesen....
Ich werde nun erstmal ein 6 monatiges Praktikum machen, danach eine 1-2 weitere Jahre und evt. noch ein Jahr eine Abendschule in Regie.

Danach würde ich gerne studieren gehen. Sprich in 4-6 Jahren...
Von daher hat sich dein gesamter Beitrag erübrigt...

jk86

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Freitag, 10. Januar 2014, 14:04

Du wirst aber nicht einfach so nach dem Abi ein Regiestudium anfangen können. Die großen Filmhochschulen haben meines Wissens ein Mindestalter und du musst dich mit Referenzen und Praktikanachweisen bewerben. Dann studier doch lieber erstmal was anderes und mache in deiner Freizeit Filme, oder mach eine themennahe Ausbildung, z.B. als Mediengestalter. In 5-10 Jahren kannst du das mit Regie studieren immer noch probieren. Du bist ein junger Mensch, dir läuft keine Zeit weg :)

Ich denke man sollte den Beitrag schon lesen....
Ich werde nun erstmal ein 6 monatiges Praktikum machen, danach eine 1-2 weitere Jahre und evt. noch ein Jahr eine Abendschule in Regie.

Danach würde ich gerne studieren gehen. Sprich in 4-6 Jahren...
Von daher hat sich dein gesamter Beitrag erübrigt...

Nö, du redest anfangs von EINEM Praktikum und dann Setrunner-Job und Studium,
später von Praktika neben dem Studium,
also brauchst du mir hier nicht vorwerfen, ich hätte deinen Beitrag nicht gelesen.
Beides wird bei vielen Studiengängen funktionieren, aber nicht im Regiestudium.

Und wenn ich dir nen guten Rat geben darf, 400€ sind viel zu wenig, um davon leben zu können. Als Studentin brauche ich jeden Monat mindestens 600€. Realiter schaffe ich das aber auch nur mit 450€-Job + Vollzeit in den Ferien - find erstmal nen Arbeitgeber, der dir mehr als 8€/h bezahlt, geschweigedenn dir mehr als 450€ bezahlt und sich so Lohnnebenkosten aufbürdet. Preisfrage: Wo bleibt da noch die Zeit für's Filmen, wenn ich ernsthaft studiere? (Mache ich deshalb schon lange nicht mehr.)

Deshalb ist die Anstellung in einem Theater oder ähnlichen Kleinkunstbetrieb so attraktiv, die haben ein durchgehendes Programm und brauchen deshalb feste Mitarbeiter oder wenigstens feste Freie. Es ist nämlich ziemlich scheiße, sich jeden Monat aufs Neue zu fragen, wie man die nächste Miete bezahlen soll, aber eine dauerhafte Anstellung in der Filmproduktion ist rar gesäht, weil fast immer projektbezogen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jk86« (10. Januar 2014, 14:15)


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EvilMonkey

JanH

Jan

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Samstag, 11. Januar 2014, 05:21

Ein Besonderling sein. Herausragende Ideen herausragend vermitteln können. Und wie schon von jk86 geschrieben: Ein Querdenker sein, der jede kreative Aufgabe (egal aus welchem Bereich) interessiert und engagiert angeht... einen großen Horizont haben und kontaktfreudig sein. Zutaten für's Erfolgsrezept beisammen? ;-)

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niehuesmarin

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10

Samstag, 11. Januar 2014, 23:11

Nö, du redest anfangs von EINEM Praktikum und dann Setrunner-Job und Studium,

später von Praktika neben dem Studium,

also brauchst du mir hier nicht vorwerfen, ich hätte deinen Beitrag nicht gelesen.

Beides wird bei vielen Studiengängen funktionieren, aber nicht im Regiestudium.

Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt, wollte dich nicht angreifen :)
Dachte eher an 3-4 Jahre Praxiserfahrung vor dem Studium. So war das eher angedacht.
Und wenn ich dir nen guten Rat geben darf, 400€ sind viel zu wenig, um davon leben zu können. Als Studentin brauche ich jeden Monat mindestens 600€. Realiter schaffe ich das aber auch nur mit 450€-Job + Vollzeit in den Ferien - find erstmal nen Arbeitgeber, der dir mehr als 8€/h bezahlt, geschweigedenn dir mehr als 450€ bezahlt und sich so Lohnnebenkosten aufbürdet. Preisfrage: Wo bleibt da noch die Zeit für's Filmen, wenn ich ernsthaft studiere? (Mache ich deshalb schon lange nicht mehr.)

Stimmt, aber ich werde ohne Job schon auf 500€ kommen, meine Eltern leben getrennt und wollen mir beide was dazu geben.

Es ist nämlich ziemlich scheiße, sich jeden Monat aufs Neue zu fragen, wie man die nächste Miete bezahlen soll, aber eine dauerhafte Anstellung in der Filmproduktion ist rar gesäht, weil fast immer projektbezogen.

Stimmt, danke für den Hinweis, beim genaueren Betrachten ergibt das Sinn, aber inwiefern unterscheidet sich Theaterregie von Kinoregie ? (Abgesehen davon, dass keine Kameras da sind.)

HornkleeTV

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Samstag, 11. Januar 2014, 23:46

...insofern, als dass das, was von den Schauspielern verlangt wird, zwei komplett andere paar Schuhe sind, ebenso wie das, was du inszenierungstechnisch machst.
Schauspieler:
Beim Theater eher große Gesten, die auch aus der letzten Reihe noch gesehen werden können.
Beim Film "kleinere", realistischere Gesten, da der Zuschauer durch die Kamera wesentlich näher am Geschehen ist...
[Es heißt immer (dezent karikiert!) dass du Filmaktuere nicht zum Theater und Theaterspieler nicht zum Film schickst, die sind da vollkommen unbrauchbar]
Inszenierung:
...was sich deutlich in der Herangehensweise bezüglich der Inszenierung niederschlägt. Beim Theater hast du eine Bühne, die, je nach Theaterstil (klassisch, episch, postdramatisch etc...) kaum bis wenig umgebaut wird oder auf ein eher minimalistisches Bühnenbild reduziert (insbesondere in der Postdramatik). Beim Film kommt es schon wieder auf eine ganz andere Art der Kulisse an, dementsprechend sind natürlich auch viele Abläufe und der Aufbau der z.T. komplett Szenen anders.
Es gibt gute Gründe warum zwischen Theater- und Filmregie unterschieden wird, schließlich sind die beiden Felders sehr unterschiedlich
- was aber nicht heißt dass man keinen Spagat zwischen ihnen machen oder umherswitchen kann, ebenso können beide Berufe aus Erfahrungen des jeweils Anderen profitieren. Wenn du aber die Wahl zwischen Theater und Film hast - nimm den Film wenn du zum Film willst.
"Zeit ist Geld." - "Warum bin ich dann immer pleite?"
Quelle: Lyrialia (Werk: Er, Ich und das Irgendwann)

<<<ThE SpEZi>>>

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Samstag, 11. Januar 2014, 23:59

Hier vielen jetzt so fot die Worte Praktikum, Job und Studium, dass ich noch mal das offensichtliche beisteuern muss, um die Bedeutung zu unterstreichen:
EIGENE PROJEKTE

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JanH

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Sonntag, 12. Januar 2014, 02:11

Für mich klang die Frage auch eher nach IMM, weil ich keine konkreten Vorstellungen meinerselbst habe - wie kann ich trotzdem noch meinen Unterhalt verdienen? Das war der Grund, warum ich es gar nicht erst versucht habe, ihn auf die Selbstinitiative hinzuweisen. Wer geniale Ideen hat, macht sich über so etwas eigentlich als aller-aller-letztes Gedanken, weil er Hals über Kopf mit Drehbuch schreiben, organisieren etc. beschäftigt ist...

Monitor

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14

Sonntag, 12. Januar 2014, 09:27

Hier ein Hinweis auf eine Ausbildungsmöglichkeit, ist mir beim Mitlesen so in den Sinn gekommen, weiss nicht, ob hilfreich:

http://www.macromedia-fachhochschule.de/…CFUON3god5FgAzw

jk86

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15

Sonntag, 12. Januar 2014, 12:41

Na, wenn man die 4750 € pro Semester aufbringen kann - ich könnte es nicht... das sind ja 800€ pro Monat.

niehuesmarin

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16

Sonntag, 12. Januar 2014, 13:08

Na, wenn man die 4750 € pro Semester aufbringen kann - ich könnte es nicht... das sind ja 800€ pro Monat.
Das ist es, es gibt aber eben auch staatliche Hochschulen die das anbieten (soweit ich weiß).
Wäre dann eher was denke ich mal.

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Einstieg, film, regie

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