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rick1000

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Dienstag, 29. November 2011, 11:32

Brief an Emilie (2011)



Einleitung

Nachdem unsere Premiere nun ein paar Wochen zurückliegt, habe ich mich entschlossen unsere Musikvideoproduktion, welche ich eher als szenische Verfilmung mit musikalischer Untermalung sehe, hier im Forum vorzustellen. Der einzige Grund für diese Entscheidung, ist die Überlegung etwas zurückzugeben, für das Wissen und die Connections, die ich für mich selber aus diesem Forum ziehen kann. Damit möchte ich auch allen zeigen, welche Möglichkeiten sich hier für Filmemacher erschließen können, wenn man nur den ersten Schritt wagt, sich nicht entmutigen läßt und stets am Ball/Projekt bleibt. Für mich übrigens meine erstes größeres Film-Projekt nach fast 10 jähriger filmischer Abstinenz.








Entstehung

Fast genau vor einem Jahr habe ich hier im Forum (im Marktplatz) auf eine Anfrage zur Produktion eines Musikvideos geantwortet und mit meinem Partner (ehemals MicromitK im Forum) dies Projekt übernommen (wenn ich im weiteren Verlauf mal von "mir" mal von "uns" spreche sind damit eigentlich immer wir beide gemeint).

Der Entschluss zur Produktion resultierte primär daraus, daß wir selber zeitgleich Verstärkung für unser Team in Hannover gesucht haben und noch kein geeignetes Demomaterial vorweisen konnten. Daraufhin haben wir beschlossen einen kompletten Produktionsablauf von der Entwicklung der Idee bis hin zur "Vermarktung" des fertigen Produkts (DVD, Lizensvergabe für TV Ausstrahlung, Promotion für die Musik CD) zu durchlaufen. Die einzige Bedingung die wir an unsere Zusage knüpften, war das jedem der Zugang kosten- und gemafrei gewährleistet sein würde, was Andreas (von ABAK-Projekt) von Anfang an ebenfalls so sah.



Inhalt

In Zusammenarbeit mit der Berliner Musikgruppe ABAK- Projekt ist dieses Jahr das Musikvideo "Brief an Emilie" entstanden. Es orientiert sich an den Briefwechseln zwischen Theodor und Emilie Fontane, der großen Liebe des Dichters und Schriftstellers. Während Fontanes Zeit als preußischer Presseattache' in London, verfasste er den "Brief an Emilie", auf den wir Bezug nehmen und dessen Text uns als Hintergrund für die Geschichte dient. In Anlehnung an diesen Briefwechsel wird die Geschichte zweier Menschen erzählt, deren tiefe Liebe und Leidenschaft, durch eine lange Phase der Trennung, auf eine harte Probe gestellt wurde. Gedreht wurde an authentisch wirkenden Drehorten in und um die Region Hannover herum. Die Premiere fand am 5. November 2011 in Hannover statt.



Produktionsdaten "Brief an Emilie"

Genre: Musikvideo
Spielzeit: 6:16 Minuten
Format: 1080p / 1.85:1 / DD2.0

Planungsbeginn: November 2010
Drehdauer: 5 Drehtage vom 26. Juni - 26. August 2011 + 1 Drehtag für Interviews (jeweils an Wochenenden)
Produktionsdauer: 6 Monate
Produktionskosten: >1500,- €

Besetzung

Theodor Fontane: Orest Jason Glowienka
Emilie Fontane: Astrid Görs-Jürgensmeier
Musiker 1: Andreas Krause
Musiker 2: Andreas Kupsch
Stimme Theodor: Sven Rebentisch
Stimme Emilie: Ilka Menschig-Krause

Stab

Regie, Idee, Produkion: Sven Weimar, Alviano Hoppe
Drehbuch: Jasmina Kloss, S. Weimar, A. Hoppe
Kamera: Maik Gruner (Gruner Film)
Zweite Kamera: Andreas Benecke
Kamera-Assistenz: Timo Görs
Schnitt: A. Hoppe
Licht: J. Kloss
Maske & Kostüme: Veronika Kaleja, Astrid Görs-Jürgensmeier

Musik

Arrangment & Mixing: Andreas Krause, Anett Böhnisch
Songwriting & Gitarre: Andreas Krause
Solo-Gitarre: Andreas Kupsch
Klavier: Uwe Grünewald
Backing Vocals: Ina Krause

Drehorte

Westhoyeler Mühle - Melle
Döhrener Turm - Hannover
Verbindungshaus Gothia - Hannover
Keller - Hannover
Lokpark - Braunschweig

Technik

Für die technisch interessierten, wir haben mit Canon 7D, 550D's, Panasonic VF-100,SD1,SD909(später SD99) gedreht - in extrem Fällen wie am Mühlen Set parallel mit allen Kameras (die SD1 nur Making-of, die SD909 Backup für die Haupteinstellung, die Canons nach Drehplan - soweit gleichzeitig möglich - unterschiedliche Einstellungen, die VF-100 für eine zweite - von unserem Projekt unabhängige - Schnittfassung außerdem empfinde ich sie als hübsche Requisite in der Hand einer Kamerafrau). Der Wackelkran ist das "ProAm" Model vom Inder, der Skaterdolly und die modifizierte Rollspinne sind von "Focus35".



Positionierung

Nach dem jetzigen Stand der Dinge, wird das Video dieses Jahr auf einigen Lokalsendern in Berlin laufen. Darüber hinaus wird daran gearbeitet das Video im nächsten Jahr (Fontane Jahr), unter anderem über die Theodor Fontane Stiftung zu verbreiten. Außerdem ist es als Promomaterial für die Veröffentlichung des neuen Albums von ABAK-Projekt im kommenden Jahr, bei BSC Music platziert.

Persönliche Anmerkungen

Angefangen haben wir als zwei Mann Team und bereits am ersten (zugegeben dem aufwendigsten) Drehtag hatten wir 25 (freiwillige) Leute am Set inklusive einem hauptberuflichen Kameramann, der seit dem zweiten Drehtag dabei war. Mittlerweile werde ich schon "fälschlicherweise" als Regisseur von Berufsschauspielern, Stuntmen und Filmausstattern auf deren Mitwirken in zukünftigen Projekten angesprochen, was mich derzeit fast schon überfordert. Dies sage ich nicht um mein Ego zu steigern, da ich das Niveau einiger hier im Forum vorgestellter Produktion kenne, und ich realistsich genug einschätze, daß wir noch lange nicht auf dem Level sind den ich mir wünsche.

Andere seits behaupte ich für mich selber, 80 Prozent von dem umgesetzt und erreicht zu haben was meine eignen Vorgaben & Vorstellungen betrifft. Diesen "Zufriedenheitswert" schreibe ich auch nicht mir zu, sondern den vielen Menschen, die an dem Projekt mit Herz und Seele beteiligt waren. Die restlichen 20 Prozent nehme ich voll auf meine Kappe. Vom Rumgeeier mit Kranfahrten, über eine kompromissbehaftete Colorcorrection, und VFX die nicht auf sonderlich hohem Niveau sind, bis hin zu zwei (von mir) verschlafenen Regieanweisungen, die man nicht den Darstellern anlasten darf, gibt es viel Spielraum für Verbesserungen.

Neben dem eignen Anspruch war mir ein Ziel am wichtigsten - ich wollte das Filmen nach so langer Abstinenz natürlich auch zelebrieren. Die Dreharbeiten und Premiere - als außergewöhnliches Event das man sehr lange in Erinnerung behält. Nicht nur für mich sondern für Cast & Crew, in der Hoffnung das etwas von meiner Leidenschaft überspringt um mit ihnen bei zukünftigen Projekten wieder zusammenarbeiten zu dürfen (Vielleicht erklärt dies meine Einstellung zum Thema Wertschätzung, die ich an anderer Stelle mal geäußert habe). Letzteres Ziel ist mehr als gelungen die Resonanz bei allen Beteiligten war großartig und zählt zu den befridigensten Erlebnissen die ich so für mich verbuchen kann.



Danksagung

Ich beschränke mich hier auf das Forum, die komplette Liste kann bei Bedarf auf www.wh-entertainment.de eingesehen werden. Ich möchte mich bei allen Bedanken, die dieses Forum am Laufen und Leben halten und so viel Wissen, Talent und Inspiration mit sowohl Anfängern als auch Profis teilen. Viele Beiträge motivieren einen alleine schon dadurch, daß andere über ihre Projekte schreiben und einem zeigen, daß die meisten Probleme lösbar und alles andere als einzigartig sind.

Zusätzlich gibt es Leute die einen mit dem was sie selber machen unglaublich pushen und inspirieren. In meinem Fall führte das zu dem Entschluss noch mal einen Nachdreh für Interviews zu machen, nachdem ich hier ein sehr gutes Making-of gesehen habe und zum Andere Leute, die einem quasi auf Zuruf komplette Datenblätter inklusive Eigen-Erfahrung und das Angebot zum Ausprobieren eines Mikrofons zukommen lassen.

So nun bedanke ich mich für Eure Aufmerksamkeit (nach soviel Text) und hoffe, daß ich keine essentiellen Angaben vergessen habe.

Gruß
rick1000
(A.Hoppe)

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »rick1000« (29. November 2011, 18:35)


HobbyfilmNF

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2

Dienstag, 29. November 2011, 12:22

Nach soviel Text hatte ich erst keine Lust mir den Clip anzuschauen aber als ich ihn endlich unter dem vielen Text gefunden hatte war ich doch froh das ich ihn mir angeschaut habe.
Wirklich tolle Aufnahmen und passende Kostüme für eine Geschichte die in einer vergangenen Zeit spielt.
Aber auch wenn mir die Aufnahmen sehr sehr gefallen muss ich doch etwas Kritisieren.
Ich bin mir ziemlich sicher das es damals keine French Nails gab :)
Es ist zwar nur ein kleiner Fehler aber auf sowas solltet Ihr achten um dein Eindruck in eine vergangene Zeit einzutauchen nicht kaputt zu machen.
Jetzt wieder was erfreuliches:
Das Making of ist sehr schön anzusehen, kurzweilig und sehr infomativ.
Ich wünschete sowas würden wir hier im Forum öffters sehen.
Ich danke dir für diesen schönen Clip/Film mit dehr beeindruckenden Bildern, passender Musik und guten Darstellern.
Ich freue mich darauf weitere Projekte von dir/euch zu sehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HobbyfilmNF« (29. November 2011, 12:29)


Selon Fischer

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3

Dienstag, 29. November 2011, 14:21

Ich bin mir ziemlich sicher das es damals keine French Nails gab
Es ist zwar nur ein kleiner Fehler aber auf sowas solltet Ihr achten um dein Eindruck in eine vergangene Zeit einzutauchen nicht kaputt zu machen.

Bäm: "In Europa wurde das Färben und Maniküren von Fingernägeln [...] um 1800 üblich. " Quelle

Ansonsten geb ich dir aber recht: Viel zu viel Text am Anfang (Infos sind toll, hier wurde aber etwas übertrieben), dafür lohnt sich der Clip sehr. Einzig den Anfang fand ich zu lang und zu unspannend. Der Rest ist aber top: schöne Technik, Kostüme und Drehorte. Mir fällt es wirklich schwer, zu meckern :)

HobbyfilmNF

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4

Dienstag, 29. November 2011, 15:04

Bäm: "In Europa wurde das Färben und Maniküren von Fingernägeln [...] um 1800 üblich. " Quelle



Haha dann klugscheißere ich mal etwas weiter.
da mein Frauchen zwei Nageldesignstudios hat und ich so an der Quelle sitze kann ich mit recht behaupten das diese Form noch nicht so alt ist. Es gibt verschiedene Arten von Frensh Nails wie zb. die Mandelform usw.

Klugscheißermodus aus. :D

rick1000

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Dienstag, 29. November 2011, 19:17

@ HobbyfilmNF & Selon
Vielen Dank für Eure freundlichen Worte und vielen Dank, daß ihr Euch die Zeit genommen habt die Videos zu schauen und vorallem sie im Text zu finden. Ich hab die Links jetzt nach oben geschoben.

Was die Länge des Textes betrifft, berufe ich mich mal auf die Spezialregeln dieses Unterforums und zitiere "...Dies sind wie gesagt die Mindestangaben, d.h. ihr dürft selbstverständlich noch viel mehr posten, je mehr desto besser!"
und ich nehme es auch keinem übel wenn er den Text nicht liest (bis auf die Einleitung, denn die ist mir schon wichtig).

Die Fingernägel... mhm ich denke diese Form wird es frühestens seit den 1960ern geben, womit ich also Hobbyfilmer völlig recht gebe, daß wir da nachlässig waren, ohne auf weitere Details einzugehen.

Was das Intro und Outro im Keller betrifft, waren diese Parts von Anfang an so geplant, daß sie für die Ausstrahlung im TV zur Not auch entfernt werden können. Ich wollte unbedingt die Kerze am Anfang und am Ende haben, daß Ganze in einem Raum der Gegenwart (geplant war ein Dachboden, der deutlich ästetischer gewirkt hätte). Ich kann aber natürlich nachvollziehen, daß es für viele den Einstieg zu lang macht.

Schattenlord

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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 01:38

Interessant, das hier noch nicht mehr geschrieben wurde. Da ich neben dem Essen grad ein paar Minuten Zeit hatte, habe ich mir mal das Video angeschaut. Was soll ich sagen: Selten so viel Kitsch auf einem Fleck gesehen. *g* (Falls mal wieder jemand über Titanic und Co lästert, weiß ich, worauf ich zu verweisen habe...)

Aaaalso, ich geh nur mal kurz auf ein paar Dinge ein, die mir aufgefallen sind: Der O-Ton am Anfang ist asynchron und wirft mich ein bisschen raus, das ist schade. Hier hättet ihr nur ein bisschen schieben brauchen. Der Effekt mit den bewegten Fotos war gut, aber gerade der Übergang zur Filmszene hätte noch ein bisschen weicher verlaufen können, der ist zu starr. After Effects, nehme ich an? (Sorry, hab kein Making Of gesehen, oder Text gelesen, hole ich bei Gelegenheit nach.) EasyEase ist ein mächtiges Werkzeug. ;)
Die Szene mit den Kirschen hat ein paar nette Bilder, insgesamt finde ich die szenischen Umsetzungen eigentlich ganz schick. Sind jetzt Kleinigkeiten und meckern auf hohem Niveau, die ich hier nun an die technische Umsetzung ansetze. Viele Einstellungen waren toll, andere nicht so. Beispielsweise die Einstellung bei 1.17 - hier ist ER im Anschnitt, SIE hat zu viel Luft über dem Kopf. Das Licht vom Fenster hinterlässt einen schönen ausgebrannten weißen Fleck in der Mitte des Bildes, da ihr ja die Blende schön weit geöffnet habt während der Innenszene. Eine andere Positionierung der handelnden Personen und der Kamera wäre vielleicht sinnvoll gewesen. Der Übergang bei 1.15 zu der Szene in der Mühle ist euch auch nicht ganz geglückt. Hardcut in Verbindung mit nem Fade in? Kapier ich nicht.
Warum schwankt eigentlich die Farbkorrektur während der Szene so heftig? Von Rot zu Blau, dann wieder zu Rot? Auf die Farbkorrektur an sich geh ich gleich nochmal näher ein.
Die Kranfahrt bei 1.58 wäre schöner gekommen, wenn ihr zumindest den Horizont im Nachhinein begradigen hättet können. ;) Die Zugszene finde ich von der Beleuchtung gelungen, die kommt cool rüber.
So. Nun kommt ein ganz großes Manko im Film: Es ist ja alles ein bisschen "to much", weniger ist manchmal mehr. Der Kitsch trieft schon so bis in die allerletzte Ecke, Sepia Farbtöne, Langsame Kamerafahrten und schnulzige Piano-Mucke haben ihren Anteil dran - aber die Off Stimmen toppen echt alles. ^^ Warum der Hall? Ich meine, das wirkt wie ein Pfarrer, der in der Kirche die falsche Predigt verliest, aber nicht wie ein Brief, der in der Gedankenwelt eines Mädchens von ihrem großen ach so starken Mann vorgelesen wird. Tot ist er ja anscheinend noch nicht. Tipp: Lass beim nächsten Mal den Hall weg und lass die Zeilen mit mehr Betonung leicht flüstern.
Weiter gehts: Achsensprung bei 2.21 - hier hats mich auch rausgeholt. Bitte die Blickachse im Auge behalten. War jetzt nicht so schlimm, aber es fällt halt auf. Da muss man dann im Schnitt schon genau drauf achten, oder auch beim Dreh.
Die Szene wo sie zurück schreibt ist auch wieder toll ausgeleuchtet. Ansonsten das gleiche Problem mit der Off-Stimme. Leider muss man auch dazu sagen, dass sie eine Stimmmelodie hat, die nicht wirklich viele ansprechen wird. Aber okay.
Die Einstellung bei 4.31 ist gelungen, auch wenn die Abdunklung ungewohnt aussieht. Naja. Ist aber in Ordnung, schöne Kamerafahrt, tolle Blickpunktführung.

Die Farbkorrektur ist im ganzen Clip unglaublich übertrieben (kitschig), was ich nicht unbedingt schlecht finde. Sie ist zu großen Teilen konsequent und passt sich der Stimmung an, technisch jedenfalls sehr gut umgesetzt.
Insgesamt lässt das Video technisch Luft nach oben, ist aber schon auf einem sehr hohem Niveau. Hier wurden sich Gedanken gemacht, das gefällt. Beim nächsten Mal wirds hoffentlich nicht ganz so endkitschig, dafür vielleicht ein bisschen mehr Story geben. :) Ansonsten schön produziert!

Schattenlord


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rick1000

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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 08:51

Erstmal vielen Dank, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, so präzise auf all die Punkte einzugehen. Ich kann jetzt ein paar Punkte von meiner Liste abhaken, die ich mir im Vorfeld gemacht habe. Die Top 10 der meisten Kritikpunkte, die mich hier erwarten ;)

Nun aber zu den von Dir erwähnten Punkten. Im Grunde genommen spiegelt Deine Kritik den Drehverlauf wieder. Die Szenen sind chronologisch gedreht, man kann ganz gut die Steigerung sehen von Mühle->Turm->Bibliothek->Bahnsteig - es hat etwa zwei Drehtage gedauert bis wir als Team "rundliefen".

In den meisten Punkten teile ich Deine Kritik und bin da selber mit vielen Kleinigkeiten nicht ganz glücklich, weiß aber das z.B. der Achssprung ein Resultat aus dem vorhandenen Material ist. Wir konnten nur etwa 50% von den Einstellungen an dem Tag im Turm abdrehen (zweiter Drehtag, nicht eingespieltes Team, zu knappe Zeit). Also hab ich mit dem gearbeitet was wir hatten und auch nochmal mit den Anderen abgesprochen ob wir mit den Achssprüngen leben können - mich sogar beim Kamerman rückversichert, ob es überhaupt Achssprünge sind.

Der Hardcut->Fade In, war ursprünglich länger, wurde dann zur Kreuzblende, dann nur zu einem Hardcut und am Ende kam das was jetzt drin ist dabei raus. Die verdammte Angst vorm harten Schnitt hat mich da wohl geleitet. Den establishing-shot in der Mühle haben wir sowas von vergeigt, daß mit dem verwendeten Backupmaterial, irgendwie kein fliesender Übergang mehr von Außen nach Innen möglich. Da kam dann sowas halbherziges dabei raus.

Die Farbschwankungen (die ich einleitend als kompromissbehaftete Farbkorrektur erwähnt habe) kommen hauptsächlich vom Material der Panasonic Backupkamera auf das wir ein paar Mal zurückgreifen mußten. Ich suche nach wie vor dringend eine Möglichkeit in Premiere (ohne Umweg über AE oder MagicBullet) mit selektiver Farbkorrektur arbeiten zu können, daß würde mir die Farbanpassung deutlich erleichtern.

Die Farbkorrektur selber, sprich der (Kitschige)Look entspricht in etwa dem Stil den ich auch beim Fotografieren häufig verwende. Die Alternative wäre ein schmuddelig wirkender Gold-Look gewesen, der hat mir aber schon bei den Testaufnahmen überhaupt nicht gefallen.

Das was Du als größtes Manko siehst, ist eine "Fehl-Interpretation". Es handelt sich nicht um Off-Stimmen sondern um Sprechgesang, der Bestandteil des Songs ist (inklusive Hall/Reverb). Da wir keinerlei Einfluß auf die Sprechrollen nehmen konnten, kann ich nur Dein Feedback an die Musiker weiterleiten und bitte um Verständniss, daß ich nicht mehr dazu sagen kann.

Meine Gedanken zum Thema Kitsch. Das Wort klingt schon so negativ ;) - Nehme ich jetzt mal als persönliche Meinung/Vorliebe/Aversion so hin.

Sehr cool finde ich, daß wir vor Titanic als Refrenzmaterial für Kitsch taugen - egal wie sehr das von Dir als Kritik gemeint war, aber mit einem Hollywoodblockbuster (egal in welcher Kategorie und in welchem Kontext) in einem Atemzug gennant zu werden, ist mein bis dato wohl größter Erfolg.

Ich gebe Dir recht, daß unsere "dünne" Geschichte sicherlich nicht besonders Innovativ ist.

Wir haben es vermutlich genauso wie Cameron bei Titanic gemacht und uns erstmal gefragt wer ist unser Zielpublikum und wie vermitteln wir diesem unsere Message und so haben wir uns letztlich für eine Anneinanderreihung von Klischees, in schöne Bilder verpackt, entschieden. Ich liebe Klischees - jeder versteht sie. Sie sind meist das Resultat aus dem ertsen Bild/Gedanken, das die überwiegende Mehrheit der Zuschauer einem Schlüsselwort zuordnet Bsp. Abschied -> Bahnhof.

Die Stimmen aus dem Filmemacherlage oder der Filmstudierenden tendieren übrigens eher in die selbe Richtung wie Deine (zu viele Klischees), die Stimmen des Publikums gehen eher in Richtung "Es hat mich bewegt". Ich interpretiere daraus: Der Anspruch vieler Filmemacher ist sehr hoch, sie wollen etwas Neues, Innovatives nie Dagewesenes schaffen. Der Anspruch des Publikums ist möglicherweise etwas geringer - wenn es "nur" unterhalten werden möchte. Das wird für mich sicherlich auch in Zukunft ein Drahtseilakt sein, mich A) zu verwirklichen und B) damit das Publikum nicht zu verwirren.

Ich danke Dir nochmal für die Zeit die Du Dir genommen hast und werde sicherlich die technischen Details wie Thema Anschnitt, Begradigung, asynchroner Ton im Hinterkopf behalten - Ich kann das derzeit nur mit "Betriebsblindheit" nach wochenlangem Schnitt erklären.

Gruß
Rick

Schattenlord

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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18:27

Meine Gedanken zum Thema Kitsch. Das Wort klingt schon so negativ ;) - Nehme ich jetzt mal als persönliche Meinung/Vorliebe/Aversion so hin.

Sehr cool finde ich, daß wir vor Titanic als Refrenzmaterial für Kitsch taugen - egal wie sehr das von Dir als Kritik gemeint war, aber mit einem Hollywoodblockbuster (egal in welcher Kategorie und in welchem Kontext) in einem Atemzug gennant zu werden, ist mein bis dato wohl größter Erfolg.

Jetzt mal keine Höhenflüge kriegen, tatsächlich war mein Kommentar sehr ironisch gemeint. ^^ Obwohl du dich beim Thema Kitsch durchaus mehr wie messen kannst. Ob das nun positiv ist, liegt im Auge des Betrachters.
Ich persönlich hab nichts gegen Kitsch, mag ihn selbst gerne, aber er muss auch Grenzen haben. Kein Zuschauer würde das sonst Anderthalb Stunden durchhalten... Oder manchmal auch nur ein paar Minuten. ;)
Wir haben es vermutlich genauso wie Cameron bei Titanic gemacht und uns erstmal gefragt wer ist unser Zielpublikum und wie vermitteln wir diesem unsere Message und so haben wir uns letztlich für eine Anneinanderreihung von Klischees, in schöne Bilder verpackt, entschieden.

Irks. Hier würde ich gerne eine Grenze ziehen.
Der Anspruch vieler Filmemacher ist sehr hoch, sie wollen etwas Neues, Innovatives nie Dagewesenes schaffen. Der Anspruch des Publikums ist möglicherweise etwas geringer - wenn es "nur" unterhalten werden möchte. Das wird für mich sicherlich auch in Zukunft ein Drahtseilakt sein, mich A) zu verwirklichen und B) damit das Publikum nicht zu verwirren.

Du hast es vollkommen erfasst. Nur hoffe ich, das in Zukunft der Anspruch bei beiden Parteien weiter wächst. Kitsch hin oder her.

Bin gespannt auf dein nächstes Werk.


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yoda51

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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 22:27

Kitsch hin oder her, ich gehe mal davon aus, dass der Film in Gefühle hervorrufen sollte. wobei noch zu klären wäre ob das Wort überhaupt zutrifft.

Zitat:
Kitsch steht zumeist abwertend gemeinsprachlich für einen aus Sicht des Betrachters minderwertigen, sehnsuchtartigen Gefühlsausdruck. In Gegensatz gebracht zu einer künstlerischen Bemühung um das Wahre oder das Schöne, werten Kritiker einen zu einfachen Weg, Gefühle auszudrücken, als sentimental, trivial oder kitschig.

... und ich glaube nicht.
Ich finde den Film sehr gelungen, ob da jetzt in der Mühle ein Achsensprung ist oder nicht, oder ob eine leichte Kamerafahrt besser gewesen wäre, sei dahin gestellt. Die Macher dieses Filmes wollten es so. Ob das jetzt der Location geschuldet ist oder einen anderen Grund hatte. Wir sind alle Amateure und nicht ohne Fehler.
Nicht vergessen: Amateurfilmforum und nicht Oskar-Nominierungskommision.

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 21:08

Ein gelungener Film mit gut gewählten Requsiten und Kostümen. Die Stimmung und das Bild auf "alt" gemacht passt perfekt dazu. Die Musik ruhig und sinnlich und am Ende die Kamerafahrt in den Sonnenuntergang. :thumbup:

iSven

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Samstag, 11. Februar 2012, 15:55

Danke für die Kritik. Im großen und ganzen stimmen Rick und ich euren Punkten zu.
Der Vergleich mit Titanic hat mich auch gleich erstmal zum schmunzeln gebracht. Und alleine dort einen Vergleich zu ziehen hat das Projekt für mich lohnenswert gemacht – vor allem, da ich den Film gerade analysieren musste.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »iSven« (14. Februar 2012, 01:08)


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Sonntag, 12. Februar 2012, 12:17

Bitte hört auf - ich hab euch NIEMALS mit Titanic verglichen. Sowas würde ich mir im entferntesten nicht anmaßen. Ich habe lediglich einen sarkastischen Querverweis gezogen. ^.^


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Donnerstag, 6. September 2012, 23:46

Hatte schon früher mal in den Film hineingesehen, das Wort "Musikvideo" hatte mich aber ein wenig abgeschreckt. Jetzt doch noch einmal angeschaut. Ausführliche Kritik kommt jetzt nicht, dazu ist das Projekt schon zu alt und Christoph hat eh schon eine Menge geschrieben (hab das mal nur so überflogen, aber das was ich las, da stimme ich größtenteils zu).

Ansich ein Film, wie geschaffen für mich. Historisch und schöne Bildgestaltung (Kamera + Location, Requisite, Kostüm...). Das find ich schon mal gut. Das große Zimmer mit dem Schrank kommt sehr gut. Auch die Kranfahrt in die Sonne ist ziemlich geil. Einige Einstellungen am Bahnhof haben auch sehr gefallen.

Allerdings gab es auch Einstellungen, von denen ich nicht so angetan bin. Zum Beispiel und vor allem die Nahaufnahme von Theodor am Tisch. Die wirkt so deplaziert. Kann an der Kadrage liegen, aber auch an der Montage. Außerdem ist mir zu viel Glow drauf, was mich auch bei vielen anderen Einstellungen gestört hat. Der Look war nicht ganz konsequent. Aber das hat Christoph mit der Farbkorrektur auch schon angesprochen.

Zu viel Kitsch war es für mich nicht. Der Film ist niemals langatmig, war richtig kurzweilig ihn anzusehen. Auch wenn jetzt von der Story nicht allzu viel hängen blieb, bis auf zwei Musiker an der Mühle, ein Mann in London, eine Frau in Berlin und Briefe^^. Zu erzählen, wo sich die beiden örtlich befinden, ist mit dem Karten-Shot sehr gut gelungen. Muss man nochmal erwähnen!





rick

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Freitag, 7. September 2012, 08:11

Vielen Dank SR-Pictures, für Deine Kritik. Es ist immer schön, von jemandem der schon "hochkarätiges" produziert hat, eine Meinung zu hören. Ich bin mit der Bezeichnung Musikvideo auch nicht happy, aber so wird es von Prudence Records über Itunes und Amazon vertrieben und wie Du schon sagtest, ist die Story ja auch eher banal und nicht unbedingt, daß was man im klassischen Sinne von einem "Kurzfilm" erwartet.

Jackyjake

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Dienstag, 24. Dezember 2013, 00:41

Die Farbschwankungen (die ich einleitend als kompromissbehaftete Farbkorrektur erwähnt habe) kommen hauptsächlich vom Material der Panasonic Backupkamera auf das wir ein paar Mal zurückgreifen mußten. Ich suche nach wie vor dringend eine Möglichkeit in Premiere (ohne Umweg über AE oder MagicBullet) mit selektiver Farbkorrektur arbeiten zu können, daß würde mir die Farbanpassung deutlich erleichtern.
@rick1000 Tut mir Leid wenn das schon erwähnt wurde (Habe mir nicht alles durchgelesen) aber die Möglichkeit gibt es! Unter Datei -> Neu -> Einstellungsebene. Wenn man Effekte darauf bearbeitet, werden diese auf alle in der Timeline darunter liegenden Clips angewendet.
Nur so als kleiner Tipp am Rande.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jackyjake« (24. Dezember 2013, 13:28)


Herzenswarm

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Dienstag, 25. März 2014, 03:38

Lach... Das fiel mir auch als erstes auf, die Nägel, es ist nicht nur French, sondern das sind Gel-Nägel. Und Gelnägel gab es sicherlich nicht zu dieser Zeit. :)
Aber ich bin vom Rest echt begeistert, sehr toll gemacht. :-)

Liebe Grüße
Ani
"Ich werde niemals dein Leben sein, ich werde immer ich selbst sein."
Ani Baron

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