Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Amateurfilm-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Ace

Registrierter Benutzer

  • »Ace« ist männlich
  • »Ace« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 21. August 2005

  • Private Nachricht senden

1

Samstag, 24. Dezember 2005, 13:39

Kurzfilm: Die Letzten ihrer Art



Inhalt: Das Jahr 2011…ein Großteil der Menschheit wurde durch eine Katastrophe von der Erdoberfläche getilgt. Eine junge Frau (Ellen Koch) ist auf einer ruhelosen Wanderung durch diese zerstörte Welt, auf der Suche nach einem verloren gegangenen Relikt aus ihrer Vergangenheit. Sie begegnet mehreren Menschen…manche laut, andere still, manche nett, andere streitsüchtig…aber alle seltsam.

Nachdem man nun schon seit geraumer Zeit den Trailer dieses Films auf meiner Seite herunterladen kann, habe ich mich nun recht spontan dazu entschlossen zu Weihnachten diesen mit 38min nicht wirklich kurzen Kurzfilm zum Download anzubieten. Ursprünglich war zwar von mir angedacht, eine schöne DVD mit vielen Extras dafür zu basteln, aber da die Arbeiten daran...naja...sagen wir mal schleppend verlaufen, kam es nun zum Download. Aber früher oder später wird der Film dann vielleicht zusammen mit ein paar anderen Kurzfilmen doch noch auf einer DVD landen...mal schauen ;)

Downloadlinks:

Die Letzten ihrer Art (DivX - ca. 160 MB)
Die Letzten ihrer Art (.wmv - ca. 88 MB)



Mehr Informationen gibt es auf meiner Seite www.galp-film.de

Alle große Taten und alle großen Gedanken haben einen lächerlichen Anfang" - Albert Camus

Genesis

unregistriert

2

Samstag, 24. Dezember 2005, 15:39

wow hört sich wirklich interessant an.
wed mir den film ziehen und dann editierern

EDIT:
so hab mir jetzt den film mal angeschaut und muss sagen:
WOW

ihr habt da ein extrem schwieriges thema (geistige vereinsamung des menschen) in philosophischen aspekten behandelt und das bei einer für amateurfilmer sehr tiefgehenden weise. ich hab mir nebenher notizen gemacht, was ich als veränderung vorschlagen würde ebzw. was mir sehr gut gefiel.

- Man hat bei der Stimme der frau (immer dann wenn sie ihre gedanken vorgetragen hat, also wenn sie im film nix ghesagt hat, beim inneren monolog sozusagen) immer ziemlich deutlich den noise-reduction filter gehört (von goldwave). schade, denn dadurch wirkten diese schönen gedanken etwas billig vorgetragen,

- ich denke, man sollte den film zweimal anschauen, um seine volle tragweite zu verstehen. ich finde, ihr hättet z.B. auf Fahrer näher eingehen können, ebenso wie ihr insirekt auch auf den wachtmeister und seinen sinn zugegangen seid,

- sehr sehr gut fand ich die stelle, wo die protagonistin erwäühnt, dass das wort "normal" seine bedeutung in einer absurden welt verloren habe. ergänzt wurde dieser gedanke dann gegen ende, als auf dem schlafplatz des filmmädchens werke von sarte und camus lagen. ich willin meinen aktuellen film voraussichtlich auch gedanken vob camus (aus "caligula") bringen, und außerdem lesen wir gerade als ABI-vorbereitung "der fremde" und daher ist mir camus vetraut :D. Überhaupt fand ich das Absurde hervorragend "illustriert" in dem film. vielleicht werde ich in Franz vorschlagen, den film anzuschauen, wenn ihr damit einverstanden seid,

- habt ihr die musik oder teile von ihr selbst erstellt oder erstellen lassen?,

- die gestorbene welt in form der verlassenen stadt war sehr gelungen. als fahrer und die protagonistin hineinfahren, erwartete ich einen horrorfilm à la Half-Life 2 oder Resident Evil :D. Wo war denn die location genau? sah sehr stilecht aus,

- habt ihr nachsynchronisert oder mirkofon benutzt? die szene vor dem haus von wachtmeister kam klanglich sehr schön und professionell. wie habt ihr aufgenoimmen? mit welcher kamera habt ihr gefilmt?,

- der prediger wirkte etwas unüberzeugt und unüberzeugend, als er vom Gericht Gottes predigte,

- die szene, in der die prot. gonzales überrumpelt, fand ich verwirrend und etwas billig gedreht. hier hätte mal action ins spiel kommen können,

- schockierend fand ich die szene, in der man den leichnam sieht und dann die prot., diesich die lippen leckt. dieser makabre teil eurer zukunftsvision war gut umgesetzt^^,

- gonzales ändert seine schrift: vor dem haus schreibt er schön, im haus hat er eine sauklaue^^
überhaupt schreibt gonzales irgendwie weniger, als die prot. vorliest und als auf das kleine täfelchen passen kann,

- die figur des gozales war inhaltlich jedoch sehr gut getroffen. zum inhalt komm ich später nochmal,

- gut gemacht war der farbwechsel zwischen vergangenheit (bücherei) und realität (gräulicher farbstich des gesamten films),

- die stelle, an der die prot. sagt: "eigentlich ne ganz billige anmache" kam inmitten der leere einfach so witzig, dass ich heftig schmunzeln musste. also positiv

- das ende ist sicherlich der schwierigste teil bei einem solchen film, der sich im grunde auf geistiger eben abspielt. ich fand euer ende etwas schwammig. ein AHA-affekt wäre gut gekommen

- ich hab mich gegen nach ca. 20 min gefragt, ob ihr im film eigentlich das leben der menschen nach einer katastrophe beschreiben wollt oder nicht viel mehr die vereinsamung des menschen illustrieren wollt. dazu passen jedenfalls die unzähligen anspielungen auf existenzalisten wie sartre und camus. wäre es um einen katastropehfilm gegangen, hättet ihr wahrscheinlich auch beschreiben müssen, wie sich die menschen zusammenschließen. dass ihr sie aber als isolierte lebewesen zeigt, beweist mir, dass ihr die geistige vereinsamung, der kein gurppenzusammenschluss, sondern nur die suche nach dem sinn entgegenwirken kann, meint. um nach camus zu sprechen: ihr zeigt im film die absurdität des lebens angesichts des todes und des endes auf. hier rlauben sich bestimmt auch tausenderlei verlinkungen u.a. zu der figur des mephisto in "faust", aber ich denke, das würde zu weit führen.

alles in allem also ein technisch nicht einwandfreier (ich würde sagen: 2+), inhaltlich aber hervorragender (1++) movie, dem allerdings beim anschauen eine diskussion angeschlossen sein sollte.
In meinen augen eine sehr angenehme abwechslung zwischen den explosionen und compositing-tests, die hier sonst im forum gepostet werden. um mit heller zu sprechen: daumen hoch für filme mit sinn und botschat.
Gruß Genesis

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Genesis« (25. Dezember 2005, 00:55)


Ace

Registrierter Benutzer

  • »Ace« ist männlich
  • »Ace« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 21. August 2005

  • Private Nachricht senden

3

Sonntag, 25. Dezember 2005, 14:51

Danke für deine ausführlichen Gedanken, Genesis...freut mich natürlich sehr, dass du dich dann so intensiv mit dem Film beschäftigt hast. Ich hoffe ich schaffe es jetzt auch auf alles angemessen einzugehen ;)
Zunächst mal die technischen Aspekte.

-Dass die Offtöne nicht ganz so gut klingen, stört mich persönlich auch ein kleines bißchen (bzw. hat mich...inzwischen hab ich mich damit abgefunden/angefreundet). Als wir diese aufgenommen haben, habe ich zu spät bemerkt, dass ich mein eigentliches Mikro zu dem Zeitpunkt verliehen hatte und musste auf ein anderes umsteigen, dass ich mal bei ebay ersteigert hatte, welches dann zum einen viel zu leise aufgenommen hat und zum anderen nen recht deutlichen Rauschpegel hatte...naja...und so kam das dann zustande. Da meine Darstellerin auch nicht immer greifbar ist, musste es auch direkt aufgenommen werden.

- die Musik ist selbstgemacht von einer lokalen Band namens "Hidden Trails" (die es leider nicht mehr gibt). Sie wurde zwar nicht extra für den Film komponiert, aber ich bekam von ihnen rein instrumentale Versionen ihrer Songs zur Verfügung gestellt...sprich: von all den Lieder gibt es auch noch Gesangesversionen. Ein paar kurze Teile wurden auch extra für den Film eingespielt und komponiert, dann aber nicht von den Hidden Trails, sondern von meinem Cousin.

-nachsynchronisiert wurde gar nichts (außer die Offtexte natürlich), der gesamte Ton ist Original. Aufgenommen haben wir damals noch mit einem einfachen Conradmikro, welches wir an einer Teleskopstange als behelfsmäßige Angel befesteigt haben :)
Gedreht wurder der Film komplett mit einer recht simplen Sony Digital8-Kamera (Model hab ich grad keine Ahnung).

-richtig: Gonzales ändert wirklich seine Schrift. Wenn seine Texte nicht vorgelesen werden, wurden sie von der Hauptdarstellerin geschrieben, damit man sie wenigstens halbwegs lesen kann :D Er schreibt auch wirklich deutlich zu wenig auf die Tafeln und das noch zu schnell...aber ich hab schnell gemerkt, dass das in Echtzeit sehr ermüdend werden würde...

- ich hatte die Überrumpelszene auch mal etwas spannungsgeladener und actionreicher geplant, hab mich dann aber eher dagegen entschieden, da es vielleicht nicht in den Gesamtkontext des Films gepasst hätte. Jetzt ist es so ein schwammiger Zwitter aus spannend gedacht, aber nicht gemacht. Könnte vielleicht besser sein, wobei es mich persönlich aber auch nicht sonderlich stört (aber den Macher stören eh oft andere Dinge wie den Zuschauer *g*)

-beim Ende hab ich sogar bewußt auf einen großen AHA-Moment verzichtet, da ich keine endültige Antworten geben wollte. Es geschieht alles nebenbei und recht beiläufig, es gibt keine wirkliche Katharsis der Hauptfigur und keine klare Aussage, ob ihre Entscheidung nun "richtig" war...das soll jedem selbst überlassen bleiben. Wobei ich natürlich eine eigene Meinung habe, was das angeht *g*

So...und jetzt wird es langsam eher inhaltlich :D

Es ist natürlich sehr vorteilhaft, dass du dich mit Carmus bereits beschäftigt hast, weil wirklich viel von seinen philosophischen Gedanken in den Film eingeflossen ist (eindeutiger Nebeneffekt meines damaligen Philosophiestudiums). Es ist zwar alles relativ oberflächlich, aber ich wollte den Film dann auch für Leute, die sich nicht intensiv damit beschäftigen verständlich und unterhaltsam machen.
Deine Interpretationsansätze sind auf jeden Fall interessant und treffen auch sehr gut die Gedanken, die dahinter standen (ich hab nach dem Dreh noch "Die Pest" von Carmus gelesen, in dem das alles an sich noch viel besser und klarer rauskommt...vielleicht gut, dass ich es nicht davor gelesen habe...sonst wäre wahrscheinlich zuviel daraus in mein Drehbuch geflossen *g*). Der Film ist weder Schocker noch Actionbombe, sondern dreht sich zu einem großen Teil um die existentielle Suche nach dem Sinn.
Du bist auch (außerhalb meines ehemlaigen Komillitonenkreises) der erste, dem auffällt, dass da Bücher von Carmus und Sartre rumliegen (das war zum Teil natürlich ein kleiner Hinweis, zum anderen fand ich es ganz witzig, dass gerade die Kinospielerin solche Bücher liest :D)...hat mich gefreut.
Den Film kannst du dann natürlich gerne bei euch im Französischunterricht zeigen...ich freu mich über jede Vorführung. Wenn du willst, lass ich dir dann gern noch eine DVD davon zukommen (auf der halt nichts außer dem Film drauf ist).

So...ansonsten kann ich nur alle anderen noch einmal dazu auffordern ihre Meinung kundzutun...auch wenn das jetzt alles recht intellektuell und dröge klingt...so schlimm ist es, glaube ich, nicht ;)

Alle große Taten und alle großen Gedanken haben einen lächerlichen Anfang" - Albert Camus

Burger King

unregistriert

4

Sonntag, 25. Dezember 2005, 16:52

HI,
Ich war für den Film heute nach bis zwei Uhr morgens wach und habe meine Partie Counterstrike ausgelassen...
...und ich muss sagen es hat sich gelohnt.
Ich kann leider nicht so tiefgründig und Philosophisch darauf eingehen, aber ich finde das ist ein exelentes Beispiel wie man Filme auch ohne VFX usw. geil machen kann.

Die Fehler die mir aufgefallen sind wurden ja schon genannt und ein Wiederholen währe unnütze.
Für eine "recht simplen Sony Digital8-Kamera" wurden die Bilder sehr gut und wegen den kleinen Technischen Mängeln würde ich dir "nur" eine 1- geben ;)

Ich konnte leider nicht früher Antwortet, musste halt verwandte besuchen usw.

EDIT: Wo habt ihr da eigentlich gefilmt, die gegen ist ja sehr HL² massig, wenn das nicht so weit weg währe (ich wohne ich Bottrop, nähe Essen) würde ich da wohl auch mal was machen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Burger King« (25. Dezember 2005, 16:54)


Genesis

unregistriert

5

Sonntag, 25. Dezember 2005, 17:23

Zitat

Original von Burger King
Wo habt ihr da eigentlich gefilmt, die gegen ist ja sehr HL² massig,



hab ich mir auch gedacht. ich hab sogar gedacht, die musik ändert sich da so in richtung RAVENHOLM....

Renier

Registrierter Benutzer

  • »Renier« ist männlich

Beiträge: 790

Dabei seit: 8. Dezember 2004

Wohnort: Berlin

  • Private Nachricht senden

6

Sonntag, 25. Dezember 2005, 23:17

Danke für diesen Kurzfilm! Es hat mir fast alles sehr gefallen.
Ich kannte ja auch den Trailer und insgesamt habe ich mir den Film auch so in etwa vorgestellt.
Respekt für diese Schauspielleistung, die Location und auch die Story. Meine Lieblingsstellen waren im Auto (leider etwas zu lange hinten rumgesucht) und das schrottige Kino. Fand diesen Zusammenschnitt ganz cool.
Ein paar Details waren ziemlich schlecht:
Die Leiche muss ja ganz frisch sein. Außerdem wieso ist der denn tot? Wenn der an einer Krankheit gestorben ist, dann würde ich den doch nicht essen.
Hab ein Referat über die Steinzeit gemacht. Das waren alles, aber keine Feuersteine. Dann versuche mal mit zwei Zementsteinen ein Feuer zu machen. Viel Spaß!
Ich habe immer drauf gewartet, dass die Bratpfanne bald als unvergleichliches Kampfwerkzeug benutzt wird, Naja hätte wohl die leisen Töne des Films nicht genützt. Der Theme ist nicht immer passend, aber doch ziemlich gut.
Insgesamt super gemacht.
Kann mir vorstellen, welche Arbeit das war, auch wenn gar nicht so viele mitspielen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Renier« (25. Dezember 2005, 23:19)


Ace

Registrierter Benutzer

  • »Ace« ist männlich
  • »Ace« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 21. August 2005

  • Private Nachricht senden

7

Sonntag, 25. Dezember 2005, 23:39

@Burger King: Insgesamt dienen drei verschieden ehemalige Kasernen als Kulissen für den Film. Die Einfahrt wurde in einer amerikanischen Kaserne in Mainz gedreht, die letzte Szene in iner französischen Kaserne in Baden-Baden und der Löwenteil in einer ebenfalls französischen Kaserne in Achern (bei Baden-Baden), welche ideal war, da sie zu dem Zeitpunkt noch nicht anderweitig genutzt wurde (aber während der Dreharbeiten wurde sie bereits abgerissen). Ging dann natürlich nicht ohne Drehgenehmigungen. Half Life 2 hatte ich dabei aber sicher nicht im Hinterkopf...das war noch gar nicht auf dem Markt als wir gedreht haben *g* Ist natürlich alles dann doch ein klein wenig weit weg von Essen...

@Renier: Freu mich, dass dir Film gut gefallen hat. Möchte natürlich kurz auf deine kleinen Kritikpunkte eingehen. An sich hast du da durchaus einen Logikpatzer entdeckt...zumindest wenn es darum geht, warum die Leiche noch so frisch ist. Weshalb er jedoch tot ist, hab ich mir durchaus überlegt. Es ist wird im Film zwar nie von einer Figur angesprochen (da ich gar keinen Schwerpunkt auf die Art der Katastrophe legen wollte, die die Menschheit ausgerottet hat), aber meine persönliche Erklärung für das Aussterben der Menschheit war eine weltweite (und sehr geheimnisvolle) Epidemie. Die wenigen, die diese überlebt haben, waren Menschen, die sich aus irgendeinem Grund als immun dagegen herausgestellt haben. Der junge Mann, der als Mittagessen herhalten muss, fiel auch dieser Epidemie zum Opfer und da unsere Hauptdarstellerin immun gegen diese ist, ist sie auch nicht gefährdert. Aber wie gesagt...warum er so frisch ist, lässt sich dadurch wirklich nicht erklären. Aber bisher wurde das seltsamerweise auch meistens einfach als gegeben hingenommen (wobei ich ehrlich gesagt auch gehofft habe, dass das passieren würde *g*)
Und...juhu...endlich spricht mal jemand die Steine...natürlich wirklich ein recht dicker Patzer ;) War ein ziemlich spontaner Einfall und auf die Schnellle ließen sich dann keine Feuersteine besorgen :D

Alle große Taten und alle großen Gedanken haben einen lächerlichen Anfang" - Albert Camus

Burger King

unregistriert

8

Sonntag, 25. Dezember 2005, 23:55

@ Schade ist ja doch schon ein Stück, ich hätte da wirklich gerne mal was gedreht.

Damon_Hawke

unregistriert

9

Dienstag, 27. Dezember 2005, 15:34

Ich übernehme einfach mal aus dem AFM:


Auf den Film hab ich mich ja schon länger gefreut und die DVD hätte ich sogar gekauft. Aber als Weihnachtsgeschenk nehm ich den Film natürlich auch. Merci!

Also, technisch gesehen kann ich die Meinung von DieRatteEins nicht teilen, denn vor allem in Punkto Schnitt und Kameraperspektiven ist dieser Film so manch anderem voraus. Sehr beeindruckend. Farbkorrektur wurde offensichtlich gemacht (inkl. amerikanischer Nacht, etc) und man darf nie vergessen - ein jeder nach seinen Fähigkeiten. Der Ton war nicht so prickelnd, ja, aber das kann an der Kompression liegen, oder daran, dass einfach kein "meine-Eltern-bezahlen-mir-alles-solange-ich-still-bin"-Richtmikrofon zur Hand war.

Großes Plus ist natürlich die Grundidee des Films: Kein Bumm-bumm, sondern, wenn ich es richtig verstanden habe, ist das Ganze eine Meditation über Sinnfindung. So ziemlich alle in dem Film sind ja irgendwie auf ein sinnloses Ziel ausgerichtet. Dass es kein so richtiges Happy-End gibt, finde ich da ziemlich gut. Die schauspielerische Leistung war gut, die Location wirkt natürlich wahre Wunder. Weil bisher nur darauf hingewiesen wurde, dass "die Suchende" gut aussieht - sie spielt auch gut. Und Gonzales war ein cooler Charakter. Feine Dialoge - ich wünschte, mir würden solche Sätze einfallen. "Und wenn du ankommst?" - "Dann fahr ich wieder zurück."
Die Tatsache, dass wir nichts über das "was ist passiert" erfahren, unterstreicht nur die Sinnlosigkeit dieser Welt. Unterstellen wir also dem Regisseur einfach mal Methode...

Warum dann nur "8" Punkte, wenn ich das alles so gut fand?

Naja, der olle Damon hat immer was zu meckern, will aber nur helfen. Hier zwei Dinge, die mir nicht so gefallen haben.
1. Musik - Nicht falsch verstehen. Ich fand die Musik für sich allein eigentlich ziemlich gut, vor allem da selbstgemacht. Aber die Bilder, die Szenen sollten doch eher Einsamkeit, Trostlosigkeit und zum Teil Hoffnungslosigkeit vermitteln. Die Musik war aber eher sehr positiv, so eine Art Hau-Ruck-Jetzt-gehts-wieder-Los-Stimmung wurde damit vermittelt. So hab ich das jedenfalls empfunden. Gute Mucke, hat aber imho nicht gepasst.
2. Zu glatt. Der Film ist nicht langweilig (obwohl an ein-zwei Stellen einen Tick zu lang), aber er ist zu reibungslos. Wer schon mal ein Buch über das Schreiben gelesen hat, egal ob Drehbuch oder sonstwas, wird das Credo all dieser Bücher kennen: Konflikt. Egal ob Actionfilm, Komödie oder Roadmovie. Es gibt immer einen Konflikt. Den habe ich hier vermisst. Obwohl die Menschen zu Kannibalen geworden sind, verhalten sie sich immer noch äußerst liebenswürdig gegenüber Unbekannten (potentiellen Mahlzeiten). Und das Buch - der heilige Gral für unsere Protagonistin - da wird die Spannung schon aufgebaut - findet sie das Buch? findet sie es nicht? Doch dann geht alles ganz schnell. Da ist ja ein Buch. Kann ich es haben. Ja. Okay. Zack! Ende. Das hätte ich anders gemacht.

Sehr schöner Film, der jetzt in meine Favoritenliste aufgenommen wird.

Neo

Registrierter Benutzer

  • »Neo« ist männlich

Beiträge: 2 081

Dabei seit: 1. August 2003

Wohnort: Langgöns

Hilfreich-Bewertungen: 5

  • Private Nachricht senden

10

Dienstag, 27. Dezember 2005, 21:04

Also ich machs mal kurz und knapp, da ja das meiste schon gesagt wurde, dem ich mich hier anschließe.

Erstmal Respekt für das gewählte Thema, ist echt kein einfaches, und der Film ist mal was "neues" hier im Forum. Allgemein fand ich den Film aber an vielen Stellen zu langathmig, d. h. es kam nie wirklich Spannung auf. Gegen Anfang bei der Autofahrt hatte ich eigentlich mehr erwartet. Schauspielerisch wars bis auf ein paar kleine Patzer gut, der Ton... ja eigenltich gut verständlich, aber teils übersteuert (Streit-Szene), teils viel zu leise (Gedanken-Stimme)
Technisch hätte ich mir bei manchen Szenen ein schärferes Bild gewünscht, kann sein das da was mit dem (Auto)focus bei euch net gestimmt hat ^^
Farbkorrektur ist mir gar nicht so aufgefallen, wirkte aber schon ziemlich grau das ganze, also Posiviv für die Szenerie.

Damon_Hawke

unregistriert

11

Mittwoch, 28. Dezember 2005, 00:39

Der war also doch unscharf! Ich fing schon an, es auf meine Augen zu schieben... ;-)

Purzel

Medienmogul

  • »Purzel« ist männlich

Beiträge: 3 313

Dabei seit: 7. August 2003

Hilfreich-Bewertungen: 184

  • Private Nachricht senden

12

Mittwoch, 28. Dezember 2005, 02:11

So, jetzt hab ich den Film seit ein paar Tagen auf der Platte und heute Nacht bin ich in Stimmung, mir den mal reinzuziehen...

Schwäre Koscht wie die klitschkos sagen würden, aber dennoch gut umgesetzt, klasse Einstellungen,auch wenn manche irgendwas vermuten lassen (Ellen stellt den Flachmann auf den Boden und man erwartet förmlich, daß da jetzt kommt und die Hand packt oder ähnliches)
Trotz allem habe ich wie andere schon erwähnten trotz mehrmaligem Anhören die Dialoge beim Mittagessen fast nie verstanden wie auch die Stelle, wo Ellen draussen sitzt und sich an den Bauch fasst. Da dachte ich sie wäre schwanger, daß es wohl Hunger war,hab ich dann auch festgestellt.
Schön fand ich, daß es nach all der einsamen zeit wohl schon normal war, daß man Kannibale wird.
Das wurde klasse rübergebracht und war warscheinlich genau deshalb so schockierend.

Irgendiwe hatt ich erwartet, das sie am Schluß den Fahrer nochmal wieder trifft.
Daß sie den Name ihrer besten Freundin vergessen hat, war unglaubwürdig. Und noch ein Kritikpunkt:
Da denkt man, es kommt mal ein vernünftiger Film ohne StarWars und dann das! Die anderen werden mich jetzt steinigen - ich muß weg! *duckundweg* ;-) (den letzten Punkt bitte nicht ganz ernst nehmen)

Alles in allem hat mir dieser Film sehr gut gefallen, was auch an den Darstellern lag, die haben fast alle gut gespielt. Gib das bitte weiter...

Ich hoffe, ihr macht noch mehr Filme!


Greetz Purzel
Wenn Amateurfilmen einfach wäre, hieße es RTL.

Social Bookmarks