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sandro1243

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Donnerstag, 14. Januar 2016, 09:27

Footage angleichen für LUT

Hey Leute,
ich habe vor einigen Tagen bei einem Videodreh für ein Musikvideo mit einer a7s und einer a5100 gedreht. Um das Footage der 5100 an das Slog2 Footage der a7s an zu passen habe ich in Premiere mit Lumetri den Kontrast reduziert, (vorab habe ich in den Kameraeinstellungen schon die Sättigung und den Kontrast auf -3 gestellt) bis es in etwa hin kam. Dann habe ich in einer Einstellungsebene einen LUT über alle Clips aktiviert und hatte somit einen Farblook. Ich hoffe ihr konntet mir bis hier hin folgen.
Das ergebniss ist super, keine Probleme. Aber ich bin mir nicht sicher was den Qualitätsverlust angeht, da ich das a5100 Footage ja erst Kontrastärmer und dann weider Kontrastreicher mache...
Diese Problem ergibt sich natürlich nur wenn ich mit LUTs arbeite, wenn ich selber einen Farblook kreiere dann würde ich wohl anders vorgehen.

Habt ihr erfahrung damit? Wie handhabt ihr das? Haltet ihr das was ich mache für totalen Quatsch, oder würdet ihr das vielleicht auch so machen?

LennO

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2

Donnerstag, 14. Januar 2016, 14:19

Hey Leute,
ich habe vor einigen Tagen bei einem Videodreh für ein Musikvideo mit einer a7s und einer a5100 gedreht. Um das Footage der 5100 an das Slog2 Footage der a7s an zu passen habe ich in Premiere mit Lumetri den Kontrast reduziert, (vorab habe ich in den Kameraeinstellungen schon die Sättigung und den Kontrast auf -3 gestellt) bis es in etwa hin kam. Dann habe ich in einer Einstellungsebene einen LUT über alle Clips aktiviert und hatte somit einen Farblook. Ich hoffe ihr konntet mir bis hier hin folgen.
Das ergebniss ist super, keine Probleme. Aber ich bin mir nicht sicher was den Qualitätsverlust angeht, da ich das a5100 Footage ja erst Kontrastärmer und dann weider Kontrastreicher mache...


Also… die Antwort ist tatsächlich "es kommt drauf an", und zwar darauf was du bei Premiere eingestellt oder nicht eingestellt hast. Premiere und AE lassen es zu die Bit-Tiefe der Farb-Verabreitung selbst zu bestimmen (während der Rest der Welt standardmässig in 32bit float arbeitet -> Nuke, Resolve, Fusion…, was sinnvoller ist). In Premiere bedeutet dies dass in deinen Sequenzeinstellungen "Maximale Bittiefe" aktiviert sein muss (ist eine kleine Checkbox). Dann kannst du bedenklos alle Effekte verwenden die mit dem kleinen "32 bit" Symbol versehen sind. Was die Sache nervig macht: Während Color Wheels, Kurven etc 32bit sind ist es zum Beispiel die simple Tonwertkorrektur nicht… es sei denn das hat sich mitlerweile mal geändert. Was ist der Unterschied? Wenn dein Framebuffer 32bit float ist sind alle Farbtransformationen aufgrund des großen Präzision der floats non-destruktiv und verlustfrei umkehrbar. Nehmen wir an wir benutzen eine Tonwertkorrektur (in After Effects meinetwegen, oder etwas anderes als die Tonwertkorrektur in Premiere was 32bit unterstützt) um die Werte so in die Mitte zu drücken, das ein fast nur noch graues Bild entsteht. In 32bit pro Kanal lässt sich diese gepresste, grau Bild mit einer zweiten Tonwertkorrektur wieder zum Original "entspannen" und wir haben keinerlei Präzisions oder Farbverlust (oder sagen wir mal der Form halber: Wenn dann zu vernachlässigenden im weiten Nachkommabereich). Mit einem 8bit Framebuffer werden deine Werte durch die erste Tonwertkorrektur im Grau Bereich irgendwo zwischen rgb(110,110,110) bis rgb(130,130,130) landen. Das sind nur noch 20 Farbwerte pro Kanal! Wenn wir das wieder aufspannen auf den Originalwertebereich, gibt es übelstes Banding und du hast natürlich so ziemlich alles an Informationen verloren was vorher mal da war.

Also: In Premiere Maximale Bittiefe aktivieren, dann bist du ziemlich safe ;)




Habt ihr erfahrung damit? Wie handhabt ihr das? Haltet ihr das was ich mache für totalen Quatsch, oder würdet ihr das vielleicht auch so machen?


Nein, das kann man durchaus so machen wie du das machst. Der übliche Weg ist eigentlich aber folgender: Du hast ja einen "Ausgangsfarbraum"(der Kamera, im Falle der a7s halt ihr slog2) und einen "Arbeitsfarbraum" oder "Zielfarbraum", meinetwegen sRGB oder Rec. 709. Nehmen wir einfach mal sRGB. Normalerweise bringst du erstmal die Footage aller Kameras in diesen Farbraum über entsprechende LUT's, Meta Settings etc. So würdest du also ein slog2->sRGB LUT benutzen für deine a7 Footage und ein "Wasauchimmer die 5100 rausgibt" -> sRGB LUT für die anderen Aufnahmen. Dann würdest du die Footage aneinander angleichen, entweder in dem du die eine an die andere anpasst, oder beide aneinander annäherst. Danach würden dann erst das Grading kommen, entweder halt händisch oder über ne weitere LUT die sRGB als Eingang erwartet und schönen Farbspass hinten rausgibt ;) Aber prinzipiell spricht nichts dagegen es auch anders zu machen. Meinetwegen du hast ne schöne Korrektur für die slog2 Footage und willst halt dass die andere Footage genauso aussieht, dann kannste sie auch direkt da hinbringen. Mit Float-Berechnungen muss du dir da auch keine Sorgen machen, auf dem Weg irgendwo was an Farbinformationen zu verlieren.

sandro1243

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3

Freitag, 15. Januar 2016, 08:17

Okay, Super. Danke schon mal für die Antwort! :)
Aber eine Frage stellt sich mir jetzt noch... Was gibt es denn für nachteile wenn ich die Sequenz auf maximale Bittiefe stelle? Sonst ergibt sich für mich auch kein sinn das Häkchen nicht sowieso zu setzen.

LennO

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4

Freitag, 15. Januar 2016, 10:28


Aber eine Frage stellt sich mir jetzt noch... Was gibt es denn für nachteile wenn ich die Sequenz auf maximale Bittiefe stelle? Sonst ergibt sich für mich auch kein sinn das Häkchen nicht sowieso zu setzen.


Keine. Also natürlich verbraucht damit das ganze ein bisschen mehr RAM…, theoretisch ist das ganze minimal Prozessor-Intensiver (vollkommen zu vernachlässigem auf jedem Computer aus den 2000ern ^^) … aber das mans umstellen kann oder muss, das ist einfach ein Adobe Ding. FCPX macht das von vornherein beispielsweise standardweise, und wie gesagt, Resolve, andere Compositing Software ausser AE, alles was Farbsensitiv ist arbeitet normalerweise immer 32bit pro Kanal intern.