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MrMansionIV

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Samstag, 24. August 2013, 22:26

Kaufberatung DAW-Controller für Protools und Premiere Pro

Hallo Leute,

da ich momentan sehr viel Audiobearbeitung mache, möchte ich gerne in einen DAW-Controller investieren. Leider habe ich keine Ahnung von der entsprechenden Hardware und brauche deswegen Hilfe bei der Geräteauswahl. :D Es geht um reine Stimm- und Filmmischung, Audioaufnahmen oder Musik werden hiermit nicht gemacht.

Wichtig sind mir min. 6 Motor-Fader.
Ein Shuttlewheel wäre schön, muss aber nicht sein.

Ich arbeite auf einem Windows 7 Ultimate 64-bit Computer, der mit genügend Firewire und USB3.0 Anschlüssen ausgestattet ist. MIDI oder Ethernet sind leider nicht mehr frei.
Kompatibilität soll der Controller vor allem mit Protools haben, da ich aber kleinere Projekte auch mal rein in Adobe Premiere Pro abmische, soll es auch hiermit nach Möglichkeit kompatibel sein. Wenn es zusätzlich mit Cubase kompatibel ist, wäre das ein Bonus. Ist aber kein absolutes Muss.

Preislich stelle ich mir etwa 200 - 300 € vor, mehr macht mein Budget leider nicht mit.

Ich hatte mir bereits das "Behringer BCF2000" rausgesucht, bin mir aber nicht sicher, ob es mit Premiere Pro kompatibel ist. Über Alternativen freue ich mich.
http://www.thomann.de/behringer-bcf-2000

Wäre super, wenn Ihr mir helfen könnt. :)
Viele Grüße
Jan

philflieger

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2

Samstag, 24. August 2013, 22:58

Ich habe einen BCF2000. Er verstaubt in einer Ecke. Warum? Weil man sich mit so einem Ding dumm und dusselig konfiguriert und nichts geschaffen kriegt. Man kann dem Gerät so ziemlich alles beibringen und der meisten Software kann man auch so ziemlich alles beibringen. Aber so so out of the box funktioniert es meist nur so zu 90% wie man es sich wünscht. Die restlichen 10% muss man dann selbst frickeln und das ist ein Fass ohne Boden. Das liegt einfach daran, dass Software viel zu flexibel für Hardwarecontroller ist. Sobald es an Mehrfachbelegung von Controllerelementen geht, ist zwar vieles möglich, aber in der Praxis zu unhandlich. Dann ist so ein Hardwarecontroller schnell mehr lästig als nützlich.

Mein Fazit war: So doof es auch ist mit der Maus virtuelle Controls zu schubsen - ein DAW Controller ist eine unendliche Zeitsenke, die man nicht wirklich braucht. Letztendlich editiert man die Volumekurven dann doch mit der Maus. Ich rate von universellen Hardwrecontrollern prinzipiell ab.

Nachtrag: Ich habe keine Hoffnung, dass Dich mein Ratschlag vom Kauf eines Controllers abhalten wird. Das ist eine Erfahrung die man selbst machen muss. Aber wenn, dann kauf Dir lieber den BCR2000 mit Rotary-Dials statt Motorfadern. Die Motorfader sind einfach nur laut und in der Haptik nicht sooo überzeugend. Mit dem BCR2000 hast Du ein paar Controls mehr zur Verfügung und die Position wird mit den LED-Kränzen auch praxistauglich angezeigt. Aber Du musst nicht gegen stotternde Motorkraft anschieben. Der BCF2000 hat nämlich von Haus aus keine Fader-Touch-Sensoren.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »philflieger« (24. August 2013, 23:11)


MrMansionIV

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3

Montag, 26. August 2013, 20:15

Hallo philflieger,

erstmal Danke für die schnelle Antwort. Ich fürchte du hast Recht, erst mal wird man mich nicht davon abbringen können. ;)

Muss man denn ständig an dem Ding rumkonfigurieren, oder konfiguriert man es einmal und nie wieder? (Natürlich nur, wenn man mit denselben Programmen arbeitet).
Was meinst du damit, dass er nur zu 90% funktioniert? Kannst du da ein paar Beispiele nennen? Das ich in der Preisklasse nicht viel erwarten kann ist mir klar. ;)

Könntest du, oder jemand anders, mir denn ein empfehlenswertes Alternativgerät nennen? Ich würde lieber etwas länger sparen, als in „Müll“ zu investieren. Die Motor-Fader (gerne auch mit Touch) sind mir allerdings wirklich wichtig – habe schon einige Male mit einem DAW-Controller gearbeitet und seitdem ist die Audiobearbeitung in meinem Heimstudio nicht mehr dasselbe. Das war allerdings auch in einer anderen Preisklasse. :D

Viele Grüße
Jan

philflieger

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4

Dienstag, 27. August 2013, 14:58

Zitat

Muss man denn ständig an dem Ding rumkonfigurieren, oder konfiguriert man es einmal und nie wieder? (Natürlich nur, wenn man mit denselben Programmen arbeitet).


Tja, das ist der Unterschied zwichen Theorie und Praxis. Theoretisch ist es natürlich so, dass man das Gerät und seine Software einmal konfiguriert und dann bleibt das so. Der BCF2000 vergisst auch nichts beim Ausschalten.

Aber in der Praxis denkt man dann sowas wie: "Ach eigentlich wäre es doch praktisch, wenn ich auch die Aux Sends mit Motorfadern steuern könnte." Kein Problem, das kann man dem Gerät beibringen. Der Software kann man vielleicht auch beibringen, dass sie bei einem Wechsel auf ein anderes Controller Preset den aktuellen Status der Aux Sends sendet.
Dann denkt man: "Ach wäre es nicht besser wenn ich den EQ von diesem Gitarrenverstärkersimulatorplugin per Controller blind bedienen könnte?" Funzt auch. Beim nächsten Projekt stellt man dann fest, dass diesmal das Plugin in einem anderen Slot, auf einem anderen Kanal ist und dass die mühsam erstellte Konfiguration hier angepasst werden müsste. Dann kommt mal ein Update für eine Software. Wie rettet man den DAW Teil seiner Controllerkonfiguration? Klar geht das, bei guter Software sogar automatisch. Aber woher weiß man das? Das rauszubekommen / auszuprobieren bedeutet auch Zeitaufwand.

Oder man hat in diesem einen Projekt mal drei Spuren für gedoppelte Gitarren, die man dann auf einem Subbus submixt. Die Software bietet auch die praktische Möglichkeit die Einzelspuren auszublenden, so dass man auf dem Bildschirm nur noch den Subbus sieht. Auf dem Controller sind die Spuren dann aber noch lange nicht unsichtbar. Aber möchte man deswegen auf Übersichtlichkeit verzichten? Also fängt man an sein Projektaufbau nicht mehr nach Logik, sondern nach dem Controller zu richten und schubst dafür Spuren durch die Gegend, passt Midi Kanäle an, ...

Ratzfatz hat man den Controller auch zig-fach belegt und verliert den Überblick in welcher Konfiguration welcher Regler nun was genau steuert. Wo war noch gleich der Frequenz- / Gain- / Q-Regler für den EQ? Da kann man sich nur noch mit ausgedruckten Papierschablonen behelfen. Den Versuch die ausgeschnitten über den Controller zu legen verwirft man schnell, weil die eselsohrigen Dinger einfach nur rumrutschen und nerven. Weiterhin sind sie natürlich chronisch out-of-date, weil man im Workflow festgestellt hat, dass es ein kleines bißchen anders konfiguriert viel besser wäre. Das denkt man eigentlich bei jedem Projekt.

Um die Controllerkonfigurationen zu verwalten braucht man schnell eine Software. Die vom Hersteller berteitgestellte ist einfach nur Schrott, aber es gibt brauchbare Freeware. Die hat zwar vielleicht nicht gerade die Komplexität eines Kernfusionsreaktors, aber einer gewissen Einarbeitung bedarf auch die. Schwuppdich hat man eine weitere Baustelle. Das was man hier bastelt ist auch noch abhängig von jeder einzelnen Software, die man steuern möchte, möglicherweise von spezifischen Konfigurationen dieser Softwares und natürlich auch dem Controller selbst.

Das Midiprotokoll für sich ist komplex genug - insbesondere auch wegen historisch gewucherten Eigenheiten und Standards. Aber ohne das en detail zu begreifen kann man so einen Controller nicht vernünftig konfigurieren. Man kann es auch positiv formulieren: Wer so einen Controller konfiguriert und ihn nicht nach 2 Tagen frustriert in die Ecke kickt, der kennt den Nebenkriegsschauplatz "Midi" dann auch wie seine Westentasche.

Man könnte jetzt überlegen, den Controller nur für Minimalzwecke zu verwenden. Also z.B. nur die ersten 8 Spuren mit Volume, Panorama, Solo und Mute. Aber was will man damit? Um mit diesen paar Parametern einen statischen Rohmix zu erstellen ist ein Controller nun wirklich keine Unentbehrlichkeit. Interessant wird es ja erst wenn es um Automation geht. Automationskurven per Controller aufzuzeichnen ist wie ein Instrument zu spielen. Das braucht Übung und es ist eine Performance, die man für jeden Einsatz ein paar mal exerzieren muss bis sie sitzt. Es entstehen zahllose Stützpunkte, die im Nachhinein kaum zu editieren sind. (Gute Software bietet da immerhin die Möglichkeit Stützpunkte auszudünnen.) Viel einfacher und tausendfach präziser ist es aber Automationskurven direkt mittels Bezierlinien zu zeichnen. Dafür bietet der Controller aber gar keine Hilfe. Das ist auch einer der wesentlichen Gründe, weshalb mein Controller verstaubt. Richtig Spaß macht er eher an anderen Stellen, wo er ein bißchen zweckentfremdet wird. Das fängt beim Equalizer an, den man dann endlich mit geschlossen Augen bedienen kann, ohne dass ein Großteil der Aufmerksamkeit von der Darstellung einer Frequenzkurve abgesaugt wird. Aber schon sowas geht eben nicht mehr out-of-the-box. Da muss man frickeln. Plugins per Controller zu bedienen macht Spaß, wenn man z.B. einen Parameter findet der "OOoouuueeeeiiiIIÄÄÄääöööoooouuUUU" macht, den anfassen und eine Performance damit aufzeichnen kann. Aber für sowas ausfefeilten Konfigurationen zu basteln hatte ich dann auch blad dran gegeben. Das war einfach zu viel aufwändiger als mal eben on the fly ein - zwei Controls anzulernen. Das sind dann die Konfigurationsaufwände, die jedesmal anfallen.

Der fehlende Fader-Touch-Sensor ist zwar blöd, aber ich habe in meinem obigen Post dessen Bedeutung etwas übergewichtet. Man kann sich eine Knopfreihe zum Fader-Touch umkonfigurieren, was ein passabler Kompromiss ist.

Zitat

Was meinst du damit, dass er nur zu 90% funktioniert? Kannst du da ein paar Beispiele nennen?

Genau sowas wie dass im Idealfall per plug & play sowas funktioniert wie: die esten 8 Kanäle mit Volume, Panorama, Solo und Mute. Wäre es nicht wichtiger dort Fader-Touch zu haben? Das ist aber einspezifischer Workaround für eine Unbequemlichkeit dieses Geräts und hat somit in einem Standardpreset nichts zu suchen. Wie man den Controller belegt haben möchte hängt auch sehr von der Arbeitsweise und den Gewohnheiten des Anwenders ab. Was möchte man auf den beiden Knopfreihen lieber haben? Arm, Mute, Solo, Fx-Bypass, ...? Beim Musikmischen brauche ich z.B. eigentlich kein Control für das Panorama. Das lege ich einmal fest und brauche da nichts mehr dynamisch zu verändern. Ich bräuchte da eher einen Aux Send z.B. für Hall. Wenn aber bei der Videobearbeitung ein Soundeffekt akustisch der Bewegung im Bild folgen soll, mag Panorama einen ganz anderen Stellenwert haben.
In Standard Presets sind Knöpfe eher auf Play, Record, Stop und Pause konfiguriert. Das braucht aber kaum wer, dafür sitzen die Tasturtastenkürzel ja ohnehin. Sinvoller wären mir Automation-Read, -Touch, -Overwrite.

Zitat

Das ich in der Preisklasse nicht viel erwarten kann ist mir klar. ;)

Die grundsätzliche Problematik, dass man eine grenzenlos flexible Software mit einem (ziemlich) grenzenlos flexiblen Controller verheiraten muss, löst auch Geld nicht. Was ich als echtes Upgrade empfinden würde wäre eine dynamische Beschriftung für jedes einzelne Control. Aber damit würde die Konfiguration ja noch weiter explodieren. Mehr Geld könnte vielleicht auch leisere Motoren und Regler die am Anschlag nicht klacken kaufen. Aber andererseits bekommt man für WENIGER Geld auch einen BCR 2000. Es macht zwar einen Heidenspaß Motorfader von Geisterhand durch die Gegend flitzen zu sehen. Aber Hand aufs Herz: der Spaß nutzt sich ab und dann sind Geräuschlosigkeit umd mehr Controls sehr viel wertvoller als Faderballet. Ob die Wertanzeige nun per LED Kranz oder Faderstellung erfolgt, macht wirklich den Braten nicht fett. Ein dediziertes Jog-Dial für Navigationszwecke hat der BCR 2000 aber leider auch nicht.

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