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FlorianLinckus

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Dienstag, 26. März 2013, 18:52

Filmmusik - Komponist buchen(GEMA Ja/Nein?)/Stock Music/Selbst erstellen - Der Hilfethread

Liebe Forenfreunde,

ich möchte euch gern etwas ausführlicher die Thematik Filmmusik vorstellen, ihre Zweck, ihren Hintergrund und ihren Nutzen für eure Projekte.

Da sehr oft Fragen diesbezüglich kommen, ob man seine Filmmusik selbst stellen sollte, einen Komponist buchen oder gar auf Royalty Free Music zurückgreifen sollte möchte ich alle 3 Fragen beantworten und die Vor- und Nachteile erläutern.

Aber fangen wir ganz vorn an: Der Komponist

Der Komponist ist ein ebenso wichtiges Mitglied des Projektes wie zB. der Kameramann, der Drehbuchautor oder gar der Regisseur selbst.
Der Komponist ist dazu da eure Bilder, eure Visionen in Töne zu fassen und das Projekt mit entsprechenden Werken zu unterstützen. Filmmusik kann sehr lebendig sein, sie kann den Film aber auch komplett zerstören. Darum ist es wichtig vor Beginn des Projektes auch daran zu denken ob- und wie ihr Musik einsetzen wollt. Soll es nur ein Song sein, oder soll es ein vollwertiger Soundtrack sein der die Handlung und die Bilder zusammenfasst.
Die Entscheidung sollte möglichst früh getroffen werden und möglichst früh solltet ihr Entscheiden ob ihr jemanden dafür in eure Produktion holen wollt, die Musik selbst erstellen wollt oder eben auf fertige Stücke zurückgreifen wollt

Wenn ihr euch also dazu entschieden habt einen Komponist zu beauftragen denkt bitte daran: Er ist ein vollwertiges Mitglied eures Teams, sehr wichtig also.
Er wird nicht innerhalb von wenigen Sekunden und einigen Klicks Musik für euren Film erstellen, er wird sich Gedanken machen, benötigt Zeit und das Vertrauen der gesamten Produktion.
Es ist daher wichtig ihn frühst möglich in euer Vorhaben einzuweihen, vergesst nicht, dass viele Komponisten viel Zeit in die Konzipierung stecken, überlegt euch Vorher ob ihr ihm ein Budget anbieten könnt mit dem er seinen zeitlichen Aufwand ausgleichen kann.

Schickt ihm alle Informationen zu eurem Projekt, so dass er entscheiden kann ob ihm das Projekt liegt, er die Zeit hat und/oder das Interesse.

Die wichtigste Regel: Seid nicht arrogant zu ihm. Behandelt ihn mit Respekt.
Betrachtet auch euren Film kritisch, zeigt ihm auf wie das Projekt verwertet wird. Ein Credit reicht nicht aus, Credits sind absolut irrelevant für die Zukunft. Das Projekt macht die Musik.

Wenn ihr meint ihr fangt gerade an eure ersten Erfahrungen zu sammeln, so schaut ob ihr vielleicht doch erst einmal auf fertige Musik zurückgreift bevor ihr jemanden die viele Arbeit aufheizt. Die Erfahrung bringt die Qualität wenn man lernt, so ist es bei uns Komponisten/Musikern auch.

Macht nicht den Fehler zu denken, dass ihr Geschichten wie Steven Spielberg erzählen könnt und dafür natürlich auch einen fetten Hollywoodscore eines John Williams verlangen könnt. Seid kritisch zu euch selbst und betrachtet was den Film am besten unterstützen kann.

Viele junge Filmemacher spielen mit dem Gedanken selbst die Filmmusik zu erstellen, der Gedanke ist gut, denn so lernt ihr den Aspekt aus der Sicht eines Komponisten kennen und wie viel Arbeit er dahinter wirklich hat.
Wenn euer Projekt also eine gewisse Qualität herzeigen kann, so könnt ihr auch vom Komponisten, den ihr bucht und bezahlt eine gewisse Qualität verlangen, nicht jeder Komponisten genügt den Ansprüchen aber hier im Forum sind viele junge Talente die gern und aus Leidenschaft Filmmusik schreiben, vielleicht gar einige die lediglich einen Kasten Bier verlangen, aber behandelt uns Musiker mit Respekt.

_FL-
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FlorianLinckus

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Dienstag, 26. März 2013, 20:01

Part 2: Komponist buchen, die Zusammenarbeit, Herangehensweise.

Angenommen ihr entscheidet euch für einen Komponisten, habt ihn gefunden und ihr seid euch einig darüber was wie sein soll... wie geht man nun vor?

1. Kommunikation
Die Kommunikation ist wichtig, sie bestimmt wie das Verhältnis zwischen Regisseur und Komponist wird, wie das Verständnis für die Wünsche des anderen aufgefasst wird und letztendlich wie das Ergebnis sein wird.
Macht euch zuerst Gedanken was für einen Stil die Musik haben soll, redet mit dem Komponisten darüber und checkt in erster Linie ab welche Möglichkeiten er zu bieten hat euch diesen auch zu erfüllen.
Sprecht über Themen, beratet euch untereinander. Arbeitet zusammen an Melodien, Harmonien und/oder an der Rhythmik.

2. Das Drehbuch
Wenn ihr relativ früh entschieden habt mit wem ihr arbeiten wollt, sendet dem Komponisten das Drehbuch, so dass er sich bereits im Vorfeld Gedanken machen kann, lasst ihm kompositorisch noch Freiraum um auf seine Ideen eingehen zu können.

3. Rohschnitt (Spotting)
Bevor wir mit der Arbeit beginnen sichten wir den Rohschnitt, schauen uns das Material an, hier wird der Stil festgelegt und grob an welchen Stellen Musik einsetzen soll, das Spotting ist insofern wichtig, dass der Komponist später nicht wie ein Blinder in der Suppenschüssel am Film rumstochern muss und selbst herausfinden muss in welchen Szene nun Musik vorkommen soll und in welchen nicht.

4. Feinschnitt
Am Feinschnitt ist es wichtig, dem Komponisten einen Timecode mitzuliefern, ohne jenen können nachhaltige Änderungen am Schnitt zur Hölle werden, denn er komponiert darauf, schneidet ihr etwas dann passt am Ende gar nichts mehr, kommuniziert rechtzeitig mit dem Komponisten, gebt ihm bescheid wenn noch etwas geändert wird.

5. Die eigentliche Zusammenarbeit
Der Komponist wird nun Szene für Szene vertonen, nach euren Wünschen und Vorlagen (oder Temptracks) hier ist es enorm wichtig Punkt 1 zu beachten! Kommuniziert, so oft wie möglich! Tauscht euch aus aber nehmt Rücksicht auf die Gedanken des anderen, das gilt sowohl für den Regisseur als auch für den Komponist. Versucht bei Unstimmigkeiten einen Kompromiss zu schließen, versucht nicht zwangsläufig euren Dickkopf durchzusetzen, sondern findet euch in der Mitte wieder.
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FlorianLinckus

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Mittwoch, 27. März 2013, 12:19

Part III: Stock Music/Temptracks

1. Temptracks

Mehr oder weniger ein Fluch, sowie ein Seegen für den gebuchten Komponisten, ein Fluch insofern, dass die meisten Regisseure und Produzenten sich so auf den Temptrack fixiert haben, so dass für neue Ideen des Komponisten meistens einfach kein Platz mehr ist und man sich zu dem sehr genau daran halten muss/soll. Ein Seegen, wenn der Regisseur es nur als Layout sieht, als Ideengeber und dem Komponisten dennoch gut freie Hand lässt zu entscheiden ob er sich dem Temptrack nähert oder doch etwas eigenes ausprobiert. Je nach Zeitaufwand kann ein Temptrack schon Hilfreich sein!

Nun kommen wir aber zu Stock Music.

Wenn ihr euch selbst noch nicht sicher seid, ob ihr euch zutraut mit Komponisten zu arbeiten, so nutzt eine der vielen Möglichkeiten vielleicht auf freie, bereits erstellte Musik zurück zu greifen, viele Komponisten schreiben im Laufe der Zeit Stücke die dann in der Schublade versauern, ein muss ist das jedoch nicht, denn genau die Stücke können eben für Anfänger im Filmbereich günstig zur Verfügung gestellt werden, beide Seiten haben Vorteile und Nutzen daraus: Der Komponist verwertet sein Werk und der Regisseur und Jungfilmemacher lernt wie der die Musik in seinen Szenen einsetzen und dem entsprechend an den Schnitt anpassen kann. Hier ist beiden Seiten geholfen.
Es gibt inzwischen unzählige Portale mit GEMA-Freier Musik, allerdings darf man auch GEMA Musik nicht außer Acht lassen (aber zur GEMA kommen wir ganz am Ende).
Nutzt am besten Google und schaut euch in Ruhe um, lasst euch Zeit und kauft A oder B Lizenzen der Werke, somit tut ihr dem Komponisten auch noch etwas gutes in dem ihr seine Arbeit an dem Stück fair entlohnt, die Preise für Stock Music entscheidet der Komponist nämlich meistens selbst.

Wie gesagt, lasst euch Zeit bei der Wahl der Werke und sucht das für euch passende aus.
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4

Mittwoch, 27. März 2013, 17:06

Part 4:

Musik selbst erstellen.

Ist man nun mit beiden optionen nicht so richtig zufrieden und selbst der Meinung das Talent zu besitzen, so kann man die Musik natürlich auch selbst erstellen, dafür gibt es zahlreiche Programme, die fertig vorbasierte Loops bieten und sich somit ein schnelles und relativ gutes Ergebnis in kurzer Zeit erzielen lässt. Zu beachten sei bei der Verwendung solcher Loobs der Urheber- und die Leistungsschutzrechte, jedes Programm hat dort seine eigenen Vorlagen und die sollten genaustens studiert werden.
In meinen Augen ist es nicht richtig sich mit genutzten Loops als Komponist zu bezeichnen, denn man macht im Grunde nichts weiter als die Arbeit anderer zusammenschustern. Daher, spart euch in diesem Fall einfach den Music Credit.

Wenn ihr wirklich komponieren wollt, schätzt vorerst eure Fähigkeiten und Kenntnisse ab, checkt ab ob ihr gewillt seid etwas Geld in eine gute DAW zu stecken und beschafft euch die Samples/Libs die ihr braucht, wenn gute Qualität gewollt ist wird das nicht billig und die Option jemanden ins Boot zu holen ist da definitiv die bessere und vielleicht günstigere Variante. Viele Wege führen zum Ziel.

Günstige Einsteiger DAW's sind zB. Magix Music Maker, Reason oder Fruity Loops.
Nicht alle beinhalten gleich ein großes Paket an Sounds, meist müssen diese dann extra erworben werden, hütet euch Programme illegal zu nutzen, in der Musikszene habt ihr schneller eine Klage am Hals als euch evtl. lieb ist.
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