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mdtmusic

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21

Montag, 25. März 2013, 23:01

Es gibt DAWs mit guten Simulationen und Samples, die nix kosten.
Oh na dann nehme ich direkt mal ein paar davon ;)
Sorry aber woher bekommt man den kostenlose DAWs? ?(
Vielleicht habe ich da was falsch verstanden?

Und zur Grundthematik stimme ich Florian auch zu. Das ist in etwa so, als wenn ich nachdem ich ein
Stück komponiert habe mal "nebenbei" einen Film dazu produziere.

HornkleeTV

Hell van Sing

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22

Dienstag, 26. März 2013, 09:05

Schon mal was von Open Source gehört?
Reaper in der Grundversion (sehr eingeschränkter Funktionsumfang) um nur mal nen Bleistift zu nennen. Aber es gibt noch andere (deren Namen mir entfallen sind). Und was haben alle gegen den MMM? Man kann mit ihm sehr wohl gute Musik machen, denn wenn man die VSTis hat ist es im Endeffekt überall dasselbe:
1.Instrument wählen
2.Noten programmieren
3.Velocity erquälen
"Zeit ist Geld." - "Warum bin ich dann immer pleite?"
Quelle: Lyrialia (Werk: Er, Ich und das Irgendwann)

pikk

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23

Dienstag, 26. März 2013, 09:15

1.Instrument wählen
2.Noten programmieren
3.Velocity erquälen

Ja, dagegen ist ja auch gar nichts zu sagen. Die Ausgangsfrage klang aber mehr nach: "Was muss ich tun/kaufen, um mir das zu ersparen?" Und der MMM ist ja nun eher dafür bekannt, dass man damit Musik nach dem Baukastenprinzip machen kann.

HornkleeTV

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24

Dienstag, 26. März 2013, 09:39

Wenn man denn will, allerdings unterliegt man bei der Nutzung der Samples wie bereits erwähnt strengen Regeln in der Veröffentlichung.
Aber sonst bietet das Programm einen sehr angenehmen Workflow in Sachen Midi^^
"Zeit ist Geld." - "Warum bin ich dann immer pleite?"
Quelle: Lyrialia (Werk: Er, Ich und das Irgendwann)

FlorianLinckus

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25

Dienstag, 26. März 2013, 16:34

Ich möchte kurz erwähnen, dass ich diesen Dampf mal ablassen musste und der Thread dies gerade anbot, da ich ziemlich häufig solch unverschähmte E-Mail erhalte.

Nun aber zum Thema die DAW zum kleinen Preis.

Magix kenne ich ebenso nur von einer 2002 Version, ich denke um schnell etwas zu basteln ist es für den Anfänger genau richtig, allerdings ist das nicht mit dem komplexen komponieren von großen Orchesterpartituren gleich zu setzen, diese bedürfen (insofern der Komponist sein Handwerk versteht) viel Zeit und eine genaue konzipierung.
Man kann viel mit günstigen Libs arbeiten, nicht umsonst bietet zB. EastWest von ihren großen Orchesterlibraries auch Silverversionen an, die eben genau für die Hobbymusiker geschaffen sind. Wer sich aber ernsthaft mit dem komponieren befassen will kommt nicht bei rum sich mit der Materie Musik zu befassen, der Geschichte, der Gegenwart, der Entstehung, der Entwicklung und der Theorie. Musik ist lernen, einen leben lang.

Selbst für routinierte Komponisten, wie ich mich bezeichnen würde ist jedes größere Projekte eine Herausforderung und bedeutet sehr viel Zeitaufwand. Wie ich über Proll Out schon sagte und auch schrieb hat allein die Themenfindung insgesamt ca. 2 Wochen gedauert.
Die Frage, die ein Jungfilmer sich stellen muss und sollte ist eben ob der Film und das Projekt den Aufwand wert ist, dass man einen Komponisten damit beauftagt Musik zu erstellen. Im Hinterkopf sollte man gleich bedenken: "Was kann ich dem Komponisten bieten, was macht mein Projekt für ihn interessant und wie kann ich Ihm helfen seine kreativität in meinem Projekt auszuleben."

Musik komponieren ist kein Job, sondern eine Leidenschaft. Ob man nun dafür bezahlt und als Dienstleister fungiert oder hobbymäßig betreibt, man hat stets ein Ziel was einen anstrebt und das sollten insbesondere junge Filmemacher unterstützen, den Komponisten nicht ausnutzen und nicht überfordern und viel zu eitlen Wünschen die dem Filmresultat in keinster Weise standhalten können.
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Zeitraffer

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26

Dienstag, 26. März 2013, 17:50

@FlorianLinckus
Einfach interessehalber, da Du Musik komponierst:
Liege ich z. B. mit 1.000 Euro gut, wenn ich einen Komponisten einen Auftrag gebe, für meinen Kölner Zeitraffer die passende Musik für ca. 4 min Länge zu komponieren?

Wie wird die Musik ausgerichtet? Mußt Du den kompletten Film sehen und wird danach die Musik ausgerichtet oder umgekehrt? In meiner Signatur ist der Trailer zu sehen. Im Sommer wird der Zeitraffer fertig.
Kölner Zeitraffer:
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FlorianLinckus

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27

Dienstag, 26. März 2013, 18:36

Habe dir diesbezüglich eine PM geschrieben um das Thema nicht zu sehr ins Off-Topic zu treiben.

lg
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bratpiet

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28

Mittwoch, 27. März 2013, 13:04

der threadgründer ist wahrscheinlich schon lange weg, aber das Thema behandelt trotzdem Grundsatzfragen und ist sehr interessant :)

Wie gesagt ich finde es oft lächerlich das menschen ein paar Knöpfe drücken und das Resultat Ihren Fähigkeiten zuschreiben.. Einen loop abspielen, ein bischen automatisieren und schon hat man fette Musik..?

Aber....wenn man kreativ arbeitet benutzt man immer Dinge die es schon gibt und ordnet sie neu an. In gewissem Sinne macht man nie etwas neues, andererseits ist alles was man neu ordnet eine neue Erschaffung. Wenn die Komponisten von heute wissen wie sie ein Streichorkester nachahmen können, wissen wo und wie sie die Instrumente positionieren müssen, wie sich die Dynamiek entwickelt wie man das mit Midi umsetzen muss, weis sicherlich keiner wie man all diese instrumente auch wirklich spielt, könnte keiner auf all diesen instrumenten den Takt halten, oder noch einen Schritt zurück wie man die Instrumente baut, und in vielen lagen sampled etc.. Im PC ist das ja ganz einfach und alles ist schon vorgegeben.. Das haben wir eben auch schon in die Wiege gelegt bekommen und denken wir können komponieren.. könne wir ja auch ;)... Es gibt übrigens auch die Möglichkeit software zu programmieren die konstant neue Kompositionen auspuckt..

So das wars erstmal ;)

FlorianLinckus

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29

Mittwoch, 27. März 2013, 13:32

Das ist so nicht ganz richtig, ich gebe dir ein Beispiel einer sehr guten Streicherlibrary, den Cinematic Strings.

Wenn man jene berherrschen will, muss man das Instrument, den Computer beherrschen und Kenntnisse über die Spielbarkeit der Instrumente besitzen, bei diesen Streichern hast Du die Möglichkeit ALLES realgetreu zu programmieren, ja programmieren. Wenn man aber keine Ahnung wie sich das Instrument in der realität verhält, nutzten einem die teuersten Samples und Librarys so gut wie gar nichts, denn dann wird das Ergebnis immer noch schlecht klingen.

Ich habe letzten ein sehr nettes Telefon mit einem Musikdirektor von RTL gehalten, er fragte mich welches von meinen Stücken auf Soundcloud mit echten Instrumenten eingespielt sei. Nun, keines. Er war sehr erstaunt und ich mag nun vielleicht arrogant klingen, aber diesen Sound bekommt man nicht hin wenn man keine Ahnung von der Materie besitzt, ich trickse nicht, ich schreibe JEDE Note selbst, jede Artikulation, kann große Partituren verfassen, ja gar ein Orchester dirigieren (wenn auch nicht professionell).
Und ich glaube KEINER, hat bei der Premiere von Proll Out gemerkt, dass wir kein echtes Orchester hatten, hätte ich nichts im Making Of davon erwähnt wüssten das vermutlich nur die geschulten Ohren, der normale Musikhörer erkennt bei einer guten digitalen Produktionsarbeit keinen Unterschied mehr.
Echte Instrumente sind IMMER besser, weil sie leben, aber man kann heute
schon sehr gut nachahmen und ein Instrument digital zum leben erwecken.

Knopfdruck sind Loops zusammenschustern, das ist wahrlich kein komponieren.

Das moderne Komponieren kommt nun einmal aus dem Computer und selbst ein Beethoven hätte mit dem PC komponiert, hätte er einen besessen. Es ist viel einfacher und schneller als die Handschrift.

Schiebt man einen Author etwa in eine Schublade weil er eine Schreibmaschine zum schreiben nutzt? Oder heute den PC?

Letzlich schieben wir Noten in eine andere Reihenfolge wie der Author seine Buchstaben und Wörter. Die Kunst ist zu versuchen den Klang neu zu erschaffen.
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jk86

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Mittwoch, 27. März 2013, 17:31

Knopfdruck sind Loops zusammenschustern, das ist wahrlich kein komponieren.
(...)
Letzlich schieben wir Noten in eine andere Reihenfolge wie der Author seine Buchstaben und Wörter.
Anders gesagt, du hast also eine fest umrissene Palette an Instrumenten und Tönen. Sie werden durch die Samples in deiner Soundbibliothek vorgegeben und du kannst sie lediglich verschieden anordnen, arragieren, zusammensetzen, komponieren.
Preisfrage: Was ist da der Unterschied zum Looping?

FlorianLinckus

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31

Mittwoch, 27. März 2013, 17:45

Die Frage meinst Du hoffentlich nicht ernst?! ;)

Looping sind fertige Audiostücke und Teile, Rythmen etc...

Mit den Samples hast du ALLE Freiheiten die du auch hast wenn Du eine Partitur schreibst, nur eben das man sie digitial vorproduzieren kann. Da ist ein gewaltiger Unterschied.
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Mittwoch, 27. März 2013, 18:40

Was das vielleicht missverständlich macht ist die unterschiedliche Bedeutung des Wortes "Sample" in den verschiedenen Musikrichtungen.
In einigen Bereichen der elektronischen Musik ist ein Sample oft tatsächlich ein fertiges Musikalisches Bauteil - ob das nun eine Gesangslinie ist oder eine kleine Klaviermelodie ist spielt keine große Rolle. Grad im HipHop ist das ja oft maßgeblicher Bestandteil des Musikstils. Das ist die eine Bedeutung von "Sample" und "Sampling"

Bei Orchesterproduktionen ist es (meistens) anders. Bei den gängigen Virtuellen Instrumenten haben sich die Hersteller viele Stunden mit den Musikern hingesetzt und Ton für Ton einzeln abgenommen, und das meist in allen möglichen verschiedenen Artikulationen und Spielweisen.
Es gibt also bei einem Instrument das einen Tonumfang von zwei Oktaven hat für gehaltene Töne mindestens 24 einzelne Samples, für Staccato gespielte Töne nochmal 24 (wobei meistens davon wesentlich mehr aufgenommen werden, um den sog. Machine-Gun Effekt zu vermeiden. Also eher 96 oder 192 samples) und so weiter und so fort.
Wenn man diese Samples dann richtig in einem Samples einprogrammiert, kann man z.B. auf einem E-Piano eine Melodie spielen und es klingt, als hätte das nun eine Oboe, eine 10-Köpfige Violinensektion oder eine Trompete gespielt.
Die einzelnen Samples für sich haben aber keinen musikalischen inhalt - es sind einfach nur einzelne Töne. Das ist der große unterschied zu Loops und zum Sampling im HipHop oder der gängigen Discomucke ;)

Unterm Strich ist das Komponieren mit Orchestersamples also nicht groß anders als das schreiben einer Orchesterpartitur - nur dass man direkt hören kann wenn man blödsinn komponiert. Letzteres ist natürlich ein gewaltiger Vorteil. Das Arrangement muss man genauso schreiben und es kommt noch der Aufwand hinzu, dass man die einzelnen Instrumente durch richtige Einstellungen realistisch klingen lassen muss. Man ist den selben Gesetzmäßigkeiten unterworfen, wie es auch die Komponisten der klassischen Musik waren (ich meine damit nicht unbedingt die Tonsatz- und Kompositionsregeln, da wird immer ewig drüber diskutiert wenn man die erwähnt. Ich meine eher die Gesetzmäßigkeit von "Das klingt kacke und das nicht" ;) )

Die einzigen One-Shot Samples die man als Bausteine verstehen könnte sind Orchestrale Effekte und Texturen, die sich einfach noch nicht digital nachbauen lassen. Aber auch da sind zurzeit die Hersteller fleißig am forschen und arbeiten und es werden erste Lösungen schon angeboten, mit denen selbst Cluster erstellt werden können (z.B. VSL Dimension Strings).

So viel mal dazu :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bri&DI Studios« (27. März 2013, 18:46)


jk86

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33

Mittwoch, 27. März 2013, 19:44

Looping sind fertige Audiostücke und Teile, Rythmen etc...
Looping ist die Vorgehensweise, Samples in Schleifen (loops) zusammenzuschneiden.
Ein Sample kann eine Millisekunde lang sein oder zehn Minuten... tut der Sache keinen Abbruch, es ist dieselbe Vorgehensweise.

Im Hip Hop/Electro wird viel mit Samplern, Drumcomputern und Grooveboxen gearbeitet, die letztendlich nix anderes machen als Software mit VSTs: Sie spielen auf Knopfdruck ein vorproduziertes Sample. Das kann das Tagesschau-Jingle sein oder der kurze Moment, wo der Bogen über die Violinsaite streicht. Samplefolgen und Verfremdungen des Klangs werden einprogrammiert und dann auf Play gedrückt, um die ganze Komposition zu spielen. Es ist also dieselbe Vorgehensweise, wie bei der Komposition von Filmmusik durch Orchester-VSTs.

Ob man jetzt faul ist und nur fünf zehnsekündige Radiosamples zusammenschneidet, oder aus Beethovens neunter zehn Takte neu zusammenschnipselt, ist keine Frage des Musikstils, sondern der Einstellung der Person, die die Musik macht.
Auch Beatproduzenten, Rapper und andere Menschen in der elektronischen Musik können Wochen und Monate an einem Song frickeln und sehr penibel auf jeden einzelnen Ton achten. Sie können dabei schnell so viele Spuren händeln, wie es Instrumente in kleinen Sinfonieorchestern gibt. Diese Liebe zum kleinen Detail und diese Perfektionswut ist nicht der "klassischen" Musik vorenthalten, also finde ich auch diese Abwertung von aller anderen Musik falsch und arrogant. Ich mag epische Filmscores und klassische Musik, aber es ist eben nicht der einzige Weg, Filmmusik zu machen.

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Mittwoch, 27. März 2013, 20:12

Juhu, endlich liest mal wieder jemand in einen Post von mir etwas rein, was ich weder geschrieben noch gemeint habe. Hatte ich lange nicht mehr. Es ist interessant, dass es immer Leute gibt, die eine Abwertung anderer Musikrichtungen gerne in etwas hereininterpretieren. Vielleicht möchte man Leute mit klassischem Musikhintergrund einfach gerne als arrogante Schnösel sehen.

Ich habe nie alle anderen Musikrichtungen abwerten wollen oder als minderwertig bezeichnet. Ich sagte nur, dass Sampling in der elektronischen Musik teilweise eine andere Bedeutung hat, als bei Orchestermusik.

Es ist gängige Praxis im HipHop, dass Samples anderer Produktionen lizensiert und verwendet werden - wer sagt dagegen denn was? Meine Güte, wenn ich das richtig in erinnerung habe, ist so HipHop überhaupt entstanden. Natürlich werden viele Instrumentals auch selbst produziert, hab nie was gegenteiliges behauptet. Die Sache ist, dass wenn ich sage "Ich arbeite mit Samples" und ein DJ/Produzent sagt "Ich schneide da jetzt dieses Sample hier rein" meinen wir wohl meistens verschiedene Samples mit unterschiedlicher musikalischer Aussagekraft und es besteht die Doppeldeutigkeit von der ich oben geschrieben habe.

Und um genau diese musikalische Aussagekraft eines Samples ging es mir:
Man arbeitet mit Samples, die inhaltlich quasi neutral sind - einfach nur ein Ton. Das ist nicht nur in der digitalen Produktion von Orchestermusik so, sondern auch in vielen anderen Musikrichtungen. Wer so arbeitet, schafft zwangsläufig ein eigenes Werk - denn die Samples die man benutzt haben für sich stehend keine Wirkung.
Worum es hier in diesem Thread zwischenzeitlich ging, sind Loopbaukasten. Loopbaukasten funktionieren so, dass man eine auswahl an loops hat, die schon jeweils einen beträchtlichen musikalischen Inhalt haben. Man legt einen Loop über den anderen und ist dann der Überzeugung etwas neues, eigenes geschaffen zu haben. Darum und nur darum ging es. Und das ist kein Erschaffen neuer Musik, sondern das Zusammenbauen der Musik, die jemand anderes erschaffen hat.

Man kann Loops und längere Samples unglaublich kreativ einsetzen und etwas eigenes schaffen - auch dafür gibt es Beispiele aus verschiedensten Musikrichtungen. Aber darum ging es hier überhaupt nicht.

jk86

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Mittwoch, 27. März 2013, 20:38

Man legt einen Loop über den anderen und ist dann der Überzeugung etwas neues, eigenes geschaffen zu haben. Darum und nur darum ging es. Und das ist kein Erschaffen neuer Musik, sondern das Zusammenbauen der Musik, die jemand anderes erschaffen hat.
Und genau darum geht es mir ja auch. Nur weil ich auf deinen Beitrag geantwortet habe, heißt das nicht, dass du jetzt im Kreuzfeuer stehen würdest ;)

Es scheint in diesem Thread den Grundtenor zu geben, dass Musik oder Kunst oder wasauchimmer im wesentlichen aus dem eigenen kreativen Schaffen besteht, und es haben sich User zu Wort gemeldet, die das einfache "Click and Play" als wenig kreativ oder nicht innovativ erachten oder diesem Vorgang den Charakter von Musik oder Kunst mehr oder weniger subtil in Abfrage stellen.
Ich sage nur, dass es da keine Unterschiede gibt, ob man zehn Samples zusammenklickt oder zehn Tausend. Es ist und bleiben Samples, die sich nur in der Länge unterscheiden. Insofern geht der fünfzehnjährige Nachwuchsrapper mit seinem Alesis SR-16 genauso vor wie der Filmkomponist, dem professionelle Software und ein riesiges Kompendium an VSTs zur Verfügung steht. Mir bleibt schleierhaft, wie man da einen Unterschied zwischen Kunst und Nicht-Kunst oder Musik und Nicht-Musik machen will. Ich stelle den Begriff der Kunst, der Musik und die Attitüde "ich hab's gemacht, also ist es mein Werk" in Frage. Gerade, wenn man die Instrumente nicht selber spielt, sondern eingespielte Samples benutzt. Ab wann kann man davon sprechen? Nach einer Stunde Rumgefrickel oder nach sechs Monaten? Keine Ahnung. Ich denke, es gibt darauf keine Antwort, also ist die Grenze zur Kunst eine willkürliche.

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Mittwoch, 27. März 2013, 20:40

Man legt einen Loop über den anderen und ist dann der Überzeugung etwas neues, eigenes geschaffen zu haben. Darum und nur darum ging es. Und das ist kein Erschaffen neuer Musik, sondern das Zusammenbauen der Musik, die jemand anderes erschaffen hat.
Und genau darum geht es mir ja auch. Nur weil ich auf deinen Beitrag geantwortet habe, heißt das nicht, dass du jetzt im Kreuzfeuer stehen würdest ;)

Es scheint in diesem Thread den Grundtenor zu geben, dass Musik oder Kunst oder wasauchimmer im wesentlichen aus dem eigenen kreativen Schaffen besteht, und es haben sich User zu Wort gemeldet, die das einfache "Click and Play" als wenig kreativ oder nicht innovativ erachten oder diesem Vorgang den Charakter von Musik oder Kunst mehr oder weniger subtil in Abfrage stellen.
Ich sage nur, dass es da keine Unterschiede gibt, ob man zehn Samples zusammenklickt oder zehn Tausend. Es ist und bleiben Samples, die sich nur in der Länge unterscheiden. Insofern geht der fünfzehnjährige Nachwuchsrapper mit seinem Alesis SR-16 genauso vor wie der Filmkomponist, dem professionelle Software und ein riesiges Kompendium an VSTs zur Verfügung steht. Mir bleibt schleierhaft, wie man da einen Unterschied zwischen Kunst und Nicht-Kunst oder Musik und Nicht-Musik machen will. Ich stelle den Begriff der Kunst, der Musik und die Attitüde "ich hab's gemacht, also ist es mein Werk" in Frage. Gerade, wenn man die Instrumente nicht selber spielt, sondern eingespielte Samples benutzt. Ab wann kann man davon sprechen? Nach einer Stunde Rumgefrickel oder nach sechs Monaten? Keine Ahnung. Ich denke, es gibt darauf keine Antwort, also ist die Grenze zur Kunst eine willkürliche.
Oh man... Sorry aber diesen stupiden Mist meinst Du doch nicht ernst?! oO
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Mittwoch, 27. März 2013, 20:43

Man legt einen Loop über den anderen und ist dann der Überzeugung etwas neues, eigenes geschaffen zu haben. Darum und nur darum ging es. Und das ist kein Erschaffen neuer Musik, sondern das Zusammenbauen der Musik, die jemand anderes erschaffen hat.
Und genau darum geht es mir ja auch. Nur weil ich auf deinen Beitrag geantwortet habe, heißt das nicht, dass du jetzt im Kreuzfeuer stehen würdest ;)

Es scheint in diesem Thread den Grundtenor zu geben, dass Musik oder Kunst oder wasauchimmer im wesentlichen aus dem eigenen kreativen Schaffen besteht, und es haben sich User zu Wort gemeldet, die das einfache "Click and Play" als wenig kreativ oder nicht innovativ erachten oder diesem Vorgang den Charakter von Musik oder Kunst mehr oder weniger subtil in Abfrage stellen.
Ich sage nur, dass es da keine Unterschiede gibt, ob man zehn Samples zusammenklickt oder zehn Tausend. Es ist und bleiben Samples, die sich nur in der Länge unterscheiden. Insofern geht der fünfzehnjährige Nachwuchsrapper mit seinem Alesis SR-16 genauso vor wie der Filmkomponist, dem professionelle Software und ein riesiges Kompendium an VSTs zur Verfügung steht. Mir bleibt schleierhaft, wie man da einen Unterschied zwischen Kunst und Nicht-Kunst oder Musik und Nicht-Musik machen will. Ich stelle den Begriff der Kunst, der Musik und die Attitüde "ich hab's gemacht, also ist es mein Werk" in Frage. Gerade, wenn man die Instrumente nicht selber spielt, sondern eingespielte Samples benutzt. Ab wann kann man davon sprechen? Nach einer Stunde Rumgefrickel oder nach sechs Monaten? Keine Ahnung. Ich denke, es gibt darauf keine Antwort, also ist die Grenze zur Kunst eine willkürliche.
Oh man... Sorry aber diesen stupiden Mist meinst Du doch nicht ernst?! oO
Ähm, doch. Aber vielleicht möchtest du ja was darauf antworten, statt es einfach als stupide abzutun? Zum Beispiel, warum du es stupide findest?

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Mittwoch, 27. März 2013, 20:53

Es Loop ist keine EIGENKREATION, keine eigene Idee, keine eigene Anordnung von Tönen... Beethoven konnte auch nicht alle Instrumente spielen, beherrschte das Handwerk, welches ich ebenso beherrsche, die Notenschrift.

Mit Samples von Instrumenten zu arbeiten ist im Grunde nur eine digitale Partitur zu erstellen, man spielt JEDES Instrument quasi selbst ein! Jeder Ton der in einem Stück vorkommt ist EIGENES platziert, bei einem Loop-Beat ist das nicht der Fall, da hat bereits jemand anderes diese Arbeit geleistet.

Du solltest dich nicht persönlich angegriffen fühlen... aber fahre mit dieser Aussage mal in einem Musikhochschule. Oder besuche mal ein paar Stunden Kompositionsunterricht, du wirst schnell merken, das Musik komponieren und Musik zusammen stellen 2 verschiedene Geschichten sind.
Wir "erfinden", kreieren, haben eigene Ideen, erschaffen Farben, der andere bastelt nur das zusammen was Nummero Uno vorher getan hat.

Wenn Du es jetzt immer noch nicht verstehst, werde ich dich nicht weiter aufklären, denn so schwer ist der Unterschied nicht zu verstehen.
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Mittwoch, 27. März 2013, 21:21

Ich bin wohl nicht diejenige, die sich hier persönlich angegriffen fühlt...
Mit Samples von Instrumenten zu arbeiten ist im Grunde nur eine digitale Partitur zu erstellen, man spielt JEDES Instrument quasi selbst ein!
Entschuldige mein überaus bescheidenes Musikwissen, ich bin ja nur eine kleine Tontechnikerin. Aber: in einer VST sind die Instrumente bereits eingespielt, und deine Aufgabe als Komponist ist es, die Länge des Tons, Frequenz, Dynamik, Tonfolgen und so weiter festzusetzen. Ich sehe darin immer noch keinen Unterschied zum Umgang mit Samples in anderer als der klassischen Musik. Man könnte auch sagen: Du bastelst nur die Musik der Instrumente zusammen, die andere eingespielt haben. Zweifelsohne auf eine sehr gute Weise.

Was der Unterschied zwischen Samples, Loops und Looping ist, habe ich schon gesagt und werde darauf nicht mehr eingehen. Einer Technik, der du dich zwangsweise bedienst, wenn du Filmmusik komponierst, ist und bleibt Looping. Ob dir das nun gefällt oder nicht.

Zitat

Oder besuche mal ein paar Stunden Kompositionsunterricht, du wirst
schnell merken, das Musik komponieren und Musik zusammen stellen 2
verschiedene Geschichten sind.
Entschuldige ebenfalls, dass ich nun mein großes Latinum raushängen lasse: Komposition bedeutet nichts anderes als Zusammenstellung.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »jk86« (27. März 2013, 21:32)


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Mittwoch, 27. März 2013, 21:33

Ich denke die Diskussion ist überflüssig, was wenn ich dir sage, dass ich Noten auf Papier schreibe?! Sie danach erst digital produziere?! Ist es dann immer noch das gleiche?!

Da Du Tontechnikerin bist würde ich dir den Unterschied am liebsten in der Praxis nahelegen... aber vermutlich würde da nichts bei herauskommen, da du deine sture Meinung vertreten wirst. (Nicht böse gemeint).

Danke für die Blumen, ich freue mich doch gern zu hören, dass ich ein guter Bastler bin. 8-)
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