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HTS_HetH

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Dienstag, 3. April 2007, 16:31

Keylight Tutorial - Komplettes Compositing von Green- und Bluescreen Szenen

Willkommen zu meinem kleinen Keylight Tutorial für After Effects.

Ich möchte Euch hier anhand eines bebilderten praktischen Beispiels meine typische Vorgehensweise näherbringen und somit die Grundfunktionen von Keylight dem leistungsstarken Keying-Tool in After Effects ein wenig erklären.

Bevor jetzt wieder voreilig gepostet wird, ich weiss es gibt bereits ein ähnliches Texttutorial hier im Forum, aber das war zum einen nicht sehr ausführlich und zum anderen auch recht umstritten was die Vorgehensweise und das Beispielmaterial anging. Abgesehen davon hab ich gerade akute Langeweile hier auf der Arbeit und dabei ist ja schon so manches meiner Texttutorials entstanden. ;)

Kurz zu Keylight. Bis vor kurzem war es noch eine kostenpflichtige Software, welche aber zur Freude der After Effects Pro Version Besitzer gleich mit auf der Installationsdisk vorhanden war. Man musste es lediglich nach der Installation von After Effects selbst noch von der Disk nachinstallieren, um darauf Zugriff zu haben. Eine Sache die erstaunlich wenig User scheinbar wissen, denn die Frage nach Keylight gab es häufig.

EDIT
Kleine Änderung, so wie es scheint war das mit Keylight ein kleiner Trugschluss, die Software selbst ist keine Freeware, jedoch können jetzt auch Nutzer der AE 7.0 Standard Keylight verwenden. Die müssen es dann allerdings beim Hersteller regulär kaufen. Der nachfolgende Download bezieht sich auf eine Lizenzpflichtige Version und ist mehr als Update für die AE 7.0 Pro User anzusehen.


Runterladen kann man es sich unter folgender Adresse:
http://www.thefoundry.co.uk/pkg_download…7D-17B39B7E1192

Somit sollte die Fragerei nach Keylight auch vom Tisch sein, jeder AE Nutzer kann es jetzt nutzen und sollte es auch für Blue- und Greenscreen Shots nutzen, bevor er auf die AE eigenen Keyer wie Color Key & Co. zurückgreift. Was ich hier erkläre kann auch problemlos mit After Effects 6.x gemacht werden, es werden keine AE 7.0 spezifischen Effekte verwendet. Lediglich die Effekte selbst liegen teilweise bei After Effects 6.x noch in anderen Untermenüs wie Bild anpassen statt Farbkorrekturen. Da müsst ihr dann vielleicht ein oder zweimal ein wenig suchen, aber es ist definitiv alles da ;)




Als Beispielfootage für mein Tutorial habe ich eine Greenscreen Szene aus unserem aktuellen Projekt gewählt. Ein schönes Beispiel für nen Amateurfilm Shot mit nicht gerade perfekter Ausleuchtung, Trackingmarkern und eben DV-Kompression. Ich werde hier jetzt alles anhand eines Stillframes erklären und setze dabei voraus das ihr die Grundzüge von After Effects bereits kennt. Dies schließt auch die Nutzung von animierten Masken usw. ein, wer da noch Defizite hat, schaut sich einfach eines der Lichtschwerttutorials hier an, da wird ja fast nur mit animierten Masken gearbeitet.

EDIT:
Als kleine Ergänzung möchte ich noch folgendes hinzufügen. Darauf gebracht hat mich Darth Nihilus gestern, als er noch ein paar Fragen dazu im ICQ stellte. Mein Beispiel Frame zeigt längst nicht so starke DV Kompression wie die meisten es vielleicht gewohnt sind. Das liegt daran das ich ja inzwischen in HD filme und diese Aufnahme hier urspünglich HD Material war. Ich habe es vor dem Tutorial in After Effects lediglich auf 720x576 runterskaliert und als DV AVI ausgerendert, um damit zu arbeiten. Jedoch verhält es sich so das bei dieser Runterkonvertierung scheinbar längst nicht so starke DV Artefakte auftreten wie bei direkt in DV gedrehtem Material. Lasst euch also nicht allzusehr davon blenden das meine Kanten hier und da so extrem sauber sind. Mein Tutorial hier soll ja auch mehr als Workflow Beispiel mit einigen kleinen Tipps gelten und nicht als ultimativer Keying Guide für DV Material.

So, nun aber los mit dem Tutorial ;)




Wie immer fangen wir damit an, dass wir erstmal unser zu keyendes Footage importieren und es auf das Symbol für die neue Komposition ziehen. Somit haben wir eine neue Komposition erstellt, mit den exakten Abmessungen und der richtigen Länge unseres Videos. Ihr könnt auch jetzt schon euren Hintergrund importieren, welcher später anstelle des Screen zu sehen sein soll. Benötigen tun wir ihn aber erst später.




Als nächstes wählen wir für unser Video Effekt->Keying->Keylight.




In den Einstellungen von Keylight wählt ihr jetzt unter Screen Colour mit der Pipette den Farbton eures Green- oder Bluescreens, welcher am ehesten dem Mittelwert der hellen und dunkleren Flächen entspricht. Solltet ihr perfekt gleichmäßig ausgheleuchtet haben und somit eine einzige gleichmäßige Fläche haben, dann herzlichen Glückwunsch, klickt wohin ihr wollt ;)
Ihr seht, wie Keylight jetzt bereits den Großteil eures Screens entfernt hat und die Darsteller entweder wie in meinem Beispiel auf dem Transparenz-Muster oder auf schwarz zu sehen sind. Wenn ihr sie auf schwarz seht und lieber die Transparenzansicht haben wollt, klickt auf das kleine Symbol unterhalb der Kompositionsansicht, links neben der Schaltfläche "Aktive Kamera". Hier könnt ihr zwischen den zwei Ansichten wechseln. Es macht auch Sinn dieses Feature zu nutzen, da man so leichter Fehler im Keying findet oder noch schattierte Flächen wie oben in meinem Beispiel sehen kann. Man kann sich auch als Hilfe eine sehr grelle sagen wir mal pinke oder rote Fläche unter sein Video legen, um Löcher in den Darsteller besser erkennen zu können. Aber da kann jeder selbst rumprobieren, der folgende beschriebene Weg sollte den meisten Ansprüchen erstmal Stand halten.




Wechselt nun zum verfeinern eures Keys in den Keylight Einstellungen unter "View" auf Screen Matte. Ihr seht das euer Video jetzt nunmehr nur noch aus schwarzen, grauen und weißen Flächen besteht. Dies ist quasi die Alphakanal Ansicht. Weiß bedeutet die Fläche ist 100% sichtbar, schwarz heißt die Fläche ist unsichtbar, alles dazwischen ist eben entsprechend der Helligkeit durchsichtiger oder sichtbarer.




Gemäß unseres Wissens über den Alphakanal ist klar was wir nun erreichen müssen. Die Darsteller im Video sollen 100% weiß deckend sein und alles andere was wir nicht haben wollen muss schwarz sein, damit es später keine Flecken oder Lücken im gekeyten Material gibt. Im Screenshot oben seht ihr ein Beispiel für meine Einstellungen. Ich schreibe bewusst das es ein Beispiel ist, denn jeder Keying Shot muss mit seinen eigenen Werten verarbeitet werden. Ihr könnt nicht stumpf die Werte übernehmen die ihr hier seht und glauben das ihr damit jede Szene super keyen könnt. Dies sind Werte die sich für mein Beispiel auf die Schnelle als brauchbar erwiesen haben. In einem anderen Shot könnten sie gänzlich anders sein. Darum möchte ich hier auch nur grundlegend darauf eingehen, welche Werte ich generell manipuliere, um meine Szenen meistens zu keyen. Ich werde hier auch nicht jede Funktion von Keylight durchleuchten, sondern mehr meine Standardvorgehensweise zeigen, die sich für mich als brauchbar erwiesen hat und nur einen Bruchteil dessen nutzt, was Keylight alles zu bieten hat.
Als erstes fangen wir an und erhöhen den "Screen Gain", der Wert direkt unter der Farbauswahl die wir anfänglich getroffen haben. Je weiter wir den Regler nach rechts ziehen desto mehr wird vom Screen geschluckt. Hier gilt es jetzt soweit evtl. Schattierungen am Screen rauszulöschen. Übertreibt es aber nicht mit dem Wert, da ihr sonst Gefahr lauft, die Darsteller bereits mit rauszulöschen, speziell in Bereichen welche vielleicht die Farbe des Screens reflektieren.
Als nächstes testen wir aus inwieweit wir "Screen Balance" zu unseren Gunsten nutzen können. Spielt hier mit dem Reglern in beiden Richtungen herum, Ziel ist es die Darsteller selbst noch weißer zu bekommen. Ich habe festgestellt das es hier wirklich mal mit nbegativen und mal mit positvien Werten bessere Ergebnisse gibt. Scheinbar von Motiv, Beleuchtung, Weißabgleich und auch der Kamera abhängig.
Ihr solltet jetzt auch bei eurem Material feststellen, das die Kanten der Darsteller sehr unsauber sind und treppchenähnliche Abstufungen haben. Dies liegt an dem ansich schon sehr stark komprimierten DV Material. Knapp gesagt steht dem DV Material im Luminanzkanal weniger Information zur Verfügung als wir brauchen, dadurch kommt es zu stärken Kompressionsartefakten an den Kanten der Darsteller zum Hintergrund. Dafür könnt ihr in Keylight die "Screen Pre-Blur" Funktion benutzen. Hier wird ein leichter Weichzeichner auf das Material gelegt, um diesen häßlichen Kanten entgegen zu wirken. Aus meiner Erfahrung reicht ein Wert von 1.0 in den meisten Fällen vollkommen aus, oft auch weniger. Nur sehr viel höher würde ich nicht gehen, da dadurch auch viele Details flöten gehen, was ja nicht Sinn unserer Unternehmung ist.
Klappt nun die Einstellungen unter "Screen Matte" auf. Hier können wir jetzt noch unseren Key weiter tweaken, um die Darsteller noch sauberer vom Hintergrund zu trennen. Mit Clip Black und Clip White könnt ihr den Key verstärken, in dem die Kontrase erhöht werden. Clip Blacxk bewirkt das dunklere Flächen schwarz werden, je höher der Wert und clip White hellt die helleren Flächen noch weiter auf. So lassen sich leicht transparente Flächen in den Darstellern schließen und letzte Schatten auf dem Screen weglöschen. Übertreibt es nicht zu sehr mit den Werten, denn je näher sich Clip Black und Clip White kommen, desto pixeliger und grober wird der Key insgesamt. Also immer nur soviel benutzen, das die Darsteller gänzlich weiß sind und man im Hintergrund keine Schattierungen mehr sieht. Die anderen Funktionen wie Shrink, Softness usw dienen dazu den Key noch weiter zu manipulieren. Shrink bedeutet der gesamte Key wird verkleinert / vergrößert je nach positivem oder negativem Wert. Softness kann man sich schon denken, hier wird der Key nochmals unscharf gezeichnet um häßlich grobe Kanten zu verbergen (z.B. wenn man Clip Black und White sehr dicht beieinander hat).




Der folgende Screenshot zeigt ein häufiges Problem, auf das viele Stoßen und welches ich selbst früher gerne ausser Acht gelassen habe. Im rot markierten Bereich seht ihr, das in den dunklen Flächen häßliche Flecken erkennbar sind. Würde man das ganze jetzt animiert sehen wäre es noch deutlicher, da es wie ein Flackern wirkt. Ich habe dazu die Ansicht von Keylight auf "Final Result" gestellt, um zu sehen wie mein Key aussehen wird. Schaut man sich dieselbe Fläche als Screen Matte an, erkennt man keinerlei graue Schattierung die auf ein Loch oder sowas hinweist. Hier scheint sich also wieder im Luminanzkanal des Materials etwas abzuspielen, vermutlich hat Keylight hier etwas von den Informationen verschluckt wodurch diese Artefakte sichtbar werden, ohne das die Ebene hier nun durchsichtig wird. Um diesem Effekt vorzubeugen, könnt ihr bei "Replace Method" den Modus von Soft colour auf Hard Colour oder Original umstellen. In den meisten Fällen ist Hard Colour schon recht brauchbar. Bei Bedarf ändert ihr noch die Farbe entsprechend ab, damit sie der gleicht, die wir ersetzen wollen. Anschließend sollten diese Artefakte verschwunden sein. Original Colour ist auch häufig durchaus zu gebrauchen, aber wenn ihr viel Reflektionen vom Screen auf euren Darstellern habt, gibt das häufig sehr farbige Farbsäume an den Rändern, um die man sich dann noch mals extra kümmern müsste, was ansich ja nicht erstrebenswert ist.




Wir haben nun also unseren Key soweit fertig und können entgültig die Ansicht von Keylight auf "Final Result" stellen, sofern noch nicht geschehen. Das Ergebnis sind unsere Darsteller auf transparentem Grund. Sollte ihr jetzt noch immer mit leicht unsauberen Kanten oder sehr weichen Kanten kämpfen, weil das Material beim Keyen einfach nicht mehr hergab, dann wählt jetzt Effekt->Matte->Matte verbessern.




Matte verbessern dient dazu, den von uns mit Keylight erstellten Alphakanal unseres Videos noch zu verbessern (Danke Captain Offensichtlich). Im Screenshot seht ihr meine Richtwerte welche meistens ausreichend saubere Kanten liefern. Wie immer gilt es zu experimentieren. Wählt die Werte nicht zu heftig, Speziell beim Faktor 1, sonst geht euch viel von den Darstellern flöten.



Der folgende Schritt ist ansich nur für euch von Interesse, wenn ihr wie ich in meinem Beispiel noch Objekte im bild habt, welche später nicht mehr zu sehen sein sollen. Seien es Kanten von ausserhalb des Screens oder wie in meinem Fall Tracking Marker am Screen selbst. Hier gilt es stumpf gesagt solche Dinge entsprechen sorgfältig auszumaskieren mit Subtraktionsmasken. Für mein Beispiel hab ich nur ne schnelle Maske um dne Bereich gezogen der uns interessiert, für das volle Video hätte ich hier natürlich noch eines an Rotoscoping leisten müssen. In meinem Beispiel erkennt man auch noch kleinen Trackingmarker in Form von Heftzwecken im Screen. Um diese kümmere ich mich gar nicht da sie im weiteren Verlauf des Tutorials später von alleine geschluckt werden.

(Fortsetzung im 2. Posting)

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »HTS_HetH« (4. April 2007, 14:36)


HTS_HetH

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Dienstag, 3. April 2007, 16:32



So, nun da wir unseren Key soweit gezogen haben und die Darsteller komplett vom Hintergrund isoliert sind, können wir mit dem eigentlichen Compositing beginnen, um sie in den neuen gewünschten Hintergrund zu bringen. Ich habe dazu ebenfalls aus unserem aktuellen Filmprojekt ein passendes Hintergrundbild gewählt. Wie man unschwer erkennen kann, passen die Darsteller so ja noch gar nicht zum Hintergrund, die Farben sind nicht passend, die Kontraste zu schwach und alles sieht wie drauf geklebt aus.




Um diesen Problem Abhilfe zu schaffen, wenden wir nun mehrere Effekte aus dem Untermenü Farbkorrektur an, beginnend mit "Kurven".




Ähnlich wie in meinem Screenshot brauchen wir jetzt eine Art S-Kurve, im unteren linken Bereich setzen wir den ersten Punkt und ziehen diesen etwas nach unten rechts. Den zweiten Punkt setzen wir oben rechts und ziehen ihn nur leicht nach links. Es ergibt sich eine ganz leichte S-förmige Kurve und wir sehen das unsere dunkleren Partien der Darsteller bedeutend mehr an Kontrast gewonnen haben.




Da mein Original Video recht farbstichig geworden ist mit einem eher rosa bis violetten Touch, reduziere ich jetzt noch mit dem Effekt "Farbton/Sättigung" die Sättigung meines Materials, wodurch ich einen sehr viel realeren und vor allem neutraleren Look für mein Material erhalte. Dies ist entscheiden, damit meine gleich folgenden Farbkorrekturen auch in späteren Shots immer halbwegs vom gleich Grundmaterial ausgehen und man nicht solche Farbverirrungen später noch sehen kann.




Jetzt wende ich den Effekt "Einfärben" an, um meinen Material schon mal einen leichten zum Hintergrund passenden Farbtouch zu geben. In diesem Fall also für die hellen Töne einen gelblich/orangen Ton und für die Dunklen Töne sehr dunkelsbraun bis fast schwarz. Mit der Stärke kann ich den Effekt entsprechend abschwächen, um noch genug vom original Farbton zu behalten.




In den meisten Fällen braucht ihr vermutlich keine so starken Korrekturen wie ich jetzt in meinem Beispiel, aber gerade das macht es ja interessant, weil man viel mit dem Material spielen muss und sowas ist in einem Tutorial immer hilfreich, weil es einen auf Ideen bringt. In meinem Fall hier also werde ich abschließend noch den Effekt "Farbbalance" anwenden und meinem Material einen richtig krassen rot/orange Ton verpassen, wichtig dabei ist der Haken bei "Luminanz erhalten", da ansonsten die dunklen Flächen unnatürlich stark aufgehellt werden. Nun passen meine Darsteller schon bedeutend besser zum Hintergrund. Aber so richtig wie aus einem Guss wirkt es irgendwie noch nicht.




Um der Sache den letzten Schliff zu verpassen wende ich jetzt noch die altbekannte Technik des Lightspills (auch Color Wrap genannt) an. Der Effekt bewirkt dann später, das die Farben des Hintergrunds auf den Darsteller im Vordergrund leicht "überbluten" um die Keyingkanten noch ein wenig zu kaschieren und den Eindruck zu verstärken der Darsteller würde wirklich in der neuen Szene stehen und nicht davor. Dazu müssen wir jetzt sowohl die Ebene mit unseren Darstellern als auch die Ebene mit dem Hintergrund in je eine Unterkomposition bringen. Dies machen wir ganz einfach in dem wir zuerst unser Video anklicken und dann STRG+SHIFT+C drücken. Im folgenden Popup wählen wir die untere Option "Alle Attribute in die neue Komposition verschieben" aus. Dies ist besonders wichtig, da so die anschließend erstellte Unterkomposition die exakten Maße hat, wie unsere momentane Hauptkomposition. Dies Funktioniert dann auch mit größeren und kleinere Ebenen. Das ist deswegen so wichtig, weil wir für den Lightspill Effekt gleich alle Ebenen in der gleichen Größe haben müssen. Das gleiche machen wir jetzt noch mit der Ebene des Hintergrundes.




Nun wo wir die beiden neuen Unterkompositionen haben, duplizieren wir mit STRG+D die untere Komposition mit unserem Hintergrund und ziehen dieses Dupliakt ganz nach oben über unsere Darsteller. Scheint ja erstmal wenig Sinn zu machen, aber darauf gehe ich gleich noch ein. Auf diese obere Ebene wenden wir jetzt Effekt->Kanäle->Matte festlegen an.




Jetzt gilt es in dem eben angewandten Effekt zwei Dinge einzustellen. Bei "Matte verwenden aus Ebene" wählen wir unsere Unterkomposition aus, welche die Darsteller beinhaltet, sprich die mittlere der drei Kompositionen. Besonders wichtig ist jetzt nicht zu vergessen noch den fehlenden Haken bei "Matte Umkehren" zu setzen. Was haben wir jetzt erreicht? Ansich nichts weiter als das das Duplikat des Hintergrunds jetzt ein Loch in Form unserer Darsteller hat. sprich wir schauen durch die obere Ebene hindurch.




Als nächstes wählen wir noch den Effekt Weich/Schwarfzeichnen->Schneller Weichzeichner. In meinem Beispiel habe ich eine Stärke von 20 gewählt. Hier gilt es ein wenig zu experimentieren, zudem ist es abhängig davon die nah die Darsteller an der Kamera dran sind. Je weiter sie weg sind, desto kleiner sollte der Wert sein, sonst sieht es nachher sehr seltsam aus. Wichtig ist hier noch der Haken bei Kantenpixel wiederholen. Sonst könnte es am Bildrand zu seltsamen Effekten kommen. Wie wir jetzt sehen ist der Hintergrund natürlich jetzt unscharf und überlabt dadurch unsere Darsteller.




Um den Effekt jetzt fertig zu machen, duplizieren wir die obere Ebene nochmals. Anschließend löschen wir den Effekt Schneller Weichzeichner in diesem Duplikat und wir sind fertig. Somit blendet der Hintergrund an den Kanten der Darsteller über und alles wirkt noch ein Stück stimmiger und wie aus einem Guss.




Als abschließende Spielerei fasse ich die vier Ebenen jetzt noch in einer neuen Unterkomposition zusammen, welche ich anschließend dupliziere. Auf das obere Duplikat wende ich nochmals die Kurven an und stelle hier sehr extreme Werte ein, wodurch nur noch die sehr hellen Flächen zu sehen sind. Anschließend kommt ein starker Weichzeichner rauf.




Für die Ebene wird jetzt noch die Füllmethode "Negativ multiplizieren" eingestellt, wodurch die hellen Flächen aufgehellt werden und die dunklen Flächen unangetastet bleiben. Das Verleiht unserem Shot noch ein nettes Glühen, was hier in meinem kleinen Lava Beispiel recht stimmig wirkt. Da der Glow aber so noch zu krass ist, setze ich die Deckkraft der Ebene auf 50%. Wenn ihr die Einstellungen für die Füllmethode so nicht sieht, ihr erreicht sie ebenfalls über das Rechtsklick-Menü der entsprechenden Ebene oder wenn ihr im Falle von After Effects 7 unten links das markierte Symbol anklickt.




Da durch den zusätzlichen Glow jetzt meine dunklen Flächen ein wenig an Kontrast verloren haben, lege ich abschließend noch eine Einstellungsebene über die beiden Unterkompositionen und wende hier noch den Effekt Farbkorrektur->Helligkeit und Kontrast an und erhöhe hier den Kontrast ein wenig und dunkle das ganze noch etwas ab. Dadurch gibt´s schöne knackige lebendige Farben und das ganze wirkt nicht mehr so ausgeblasst.


So, das war´s dann auch soweit. Sicherlich jetzt nicht Hollywood was wir hier produzieren, aber durchaus ein Effektshot mit dem ich gut leben kann. So in etwas könnt ihr euch meinen Workflow für Greenscreen Szenen vorstellen. Vielleicht hilft dieser Einblick dem einen oder anderen ja weiter oder bringt euch noch auf neue Ideen. Es gibt hier und da Arbeitsschritte die andere vielleicht anders machen würden, aber zumindest sieht man ja was sie bewirken und was für ein Ergebnis sie erzielen.

EDIT:
Danke an Quaddo, ich hab noch nen Tippfehler in der Tastenkombination für die Unterkomposition gehabt. Die richtige Tastenkombination lautet STRG+SHIFT+C um eine oder mehrere Ebenen in eine Unterkomposition zusammenzufassen. Habe dies im Text auch korrigiert.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »HTS_HetH« (4. April 2007, 13:06)


Kajika

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3

Dienstag, 3. April 2007, 17:00

Genial^^
Meine keying Ergebnisse sind meist zu nichts zu gebrauchen, hoffe jetz wirds anders :D
Mfg
Kajika

PS: Wie kriegst dus hin dass deine Benutzeroberfläche so nen schönes dunkelgrau hat?

HTS_HetH

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4

Dienstag, 3. April 2007, 17:24

Freut mich wenn ihr was damit anfangen könnt. Nur als Randinfo, die Szene und der Hintegrund haben nichts miteinander zu tun im Film ;)

Die UI Farbe von AE 7 kann man in den Einstellungen unter Farben so einstellen.

5

Mittwoch, 4. April 2007, 09:34

HI,

erstmal cooles Tutorial Heth

Aber kann es sein dass in dem Keylight ein Trojaner drin is?
Bei mir starten jetzt aufeinmal Internetexplorer und Co. mit irgendeiner Werbung!?

Naja....

HTS_HetH

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6

Mittwoch, 4. April 2007, 10:23

Die Wahrscheinlichkeit ist mehr als gering, da TheFoundry ein namhafter Hersteller ist und wohl kaum Trojaner etc in seine Software integrieren würde.

Getestet habe ich die Downloadversion natürlich nicht, habe Keylight ja nun sowieso direkt mit auf der Installationsdisk von AE.


@Alle: Ich habe gerade noch eine kleine Ergänzung gemacht, als Hinweis sozusagen. Oben im Tutorial unter EDIT zu finden.

7

Mittwoch, 4. April 2007, 10:42

Gutes Tut, nett anzuschauen, ist gut zu machen. Nur im ersten Teil fehlt das 6te Bild *g*

Aber das Tutorial ist spitze, konnte Bildungslücken ausfüllen^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Thomym« (4. April 2007, 10:44)


Spielzwerg

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Mittwoch, 4. April 2007, 10:52

@Heth:

Auf der CD ist aber Version 1.1, im Internet schon 1.2. Ich hab die neue mal kurz getestet und hab das Gefühl das die Keying Ergebnisse besser waren (der Schatten war z.B. sofort weg, die Kanten saubere)

Kann natürlich auch sein das ich einen besseren Farbton zum Keyen ausgewählt habe ;)

HTS_HetH

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Mittwoch, 4. April 2007, 11:06

@Thomym: Welches Bild fehlt? So wie ich das sehe funzt alles und fehlen tut auch nichts.

Quaddo

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Mittwoch, 4. April 2007, 13:02

Ich glaub du hast was falsches geschrieben , das ist doch STRG+Shift+C und nicht STRG+ALT+C.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Quaddo« (4. April 2007, 13:03)


HTS_HetH

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Mittwoch, 4. April 2007, 13:06

Danke für den Hinweis, habe es eben geändert, mein Tippfehler.

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