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Neo

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Mittwoch, 14. September 2005, 20:20

[AFX] Lichtschwert Effekt in After Effects 6.x

Lichtschwert Effekt in After Effects 6.x
Teil I: Rotoscoping, die Masken in AE

Textfassung von Sven Riebeling, Videotutorial von Heiko Thies, Original Methode von Ryan Wieber




Einleitung:

Das folgende Tutorial behandelt die Grundlagen für die Erstellung und Animation von Masken für den legendären Lichtschwerteffekt aus den Star Wars Filmen.


<a name="downloads">Downloads:</a>


Übersicht:


<hr>

<a name="schritt_i_1">Schritt 1: Projekt anlegen</a>

Als erstes legen wir ein neues Projekt an, und importieren hier unser Video, welches mit dem Lichtschwert Effekt bestückt werden soll. Dann erstellen wir eine neue Komposition, die die exakte Größe und Länge des Originalvideos hat. Hier ziehen wir unser Originalvideo aus dem Projektfenster rein.

In diesem Tutorial arbeiten wir mit einer Szene aus "Star Wars – Die Invasion II – Kampf um Bremen" von Heiko Thies.





In dieser Szene gibt es drei Kämpfer. Für dieses Tutorial reicht es voll und ganz aus, den Lichtschwerteffekt an dem Lichtschwert einer Person darzustellen.

Also fangen wir mal an: Als erstes vergewissern wir uns, das der Zeitmarker ganz am Anfang auf "0" sek. steht. Hierzu einmal drücken, oder den Zeitmarker einfach bis ganz nach links schieben. Dies ist sehr wichtig, da alle Ebenen, die wir in dieser Komposition erstellen werden, zum Zeitpunkt "0" beginnen sollten, da sonst später evtl. fehlende Frames auftauchen könnten.


<a name="schritt_i_2">Schritt 2: Farbflächen anlegen</div>
Nun klicken wir mit auf eine leere Stelle in der Zeitleiste, wählen "Neu –> Farbfläche". Im darauf folgenden Fenster klicken wir als erstes auf "Wie Kompositionsgröße", damit die Farbfläche die gleiche Größe wie das Originalvideo bekommt. Als Farbe wählen wir schwarz, und bestätigen mit OK.





Danach ziehen wir die soeben erstellte schwarze Farbfläche unter das Video. Die Bedeutung dieser Farbfläche wird im späteren Verlauf des Tutorials noch erklärt.



Jetzt wiederholen wir diese Prozedur, erstellen diesmal aber eine weiße Farbfläche! Diese ziehen wir wieder unter das Video, jedoch über der schwarzen Farbfläche!




<a name="schritt_i_3">Schritt 3: Maskenpunkte setzen</a>

Sind die Farbflächen angelegt, können wir mit dem Maskieren beginnen. Dazu spulen wir im Video an die Stelle, wo das Lichtschwert, bzw. unser Stab, Lichtschwertreplika oder ähnliches zu sehen ist, und klicken auf . Um beim Maskieren genauer arbeiten zu können, zoomen wir in das Video etwas weiter hinein. Dazu entweder erst auf , und dann in das Video klicken, oder dort, wo 100% steht, den Zoomfaktor ändern. Nun klicken wir auf die jeweiligen Eckpunkte des Schwertes. Wir maskieren das Schwert mit 5 Punkten, damit wir eine runde Spitze bekommen. Wenn das Schwert etwas außerhalb des Videos ist, setzen wir die Maskenpunkte auch etwas weiter außerhalb, so wie in folgendem Bild:





Nun sieht man aber die weiße Farbfläche noch nicht. Deswegen klicken wir als nächstes in der Zeitleiste auf Schalter / Modi, dann beim Originalvideo in der Spalte Modus auf Normal, und wählen dort Negativ Multiplizieren aus.





Der Ebenenmodus Negativ Multiplizieren lässt alles hindurchleuchten, was sich unterhalb des Videos befindet, und was heller als schwarz ist! Da wir außer der weißen Farbfläche und dem schwarzen Hintergrund nichts weiter unter unserem Originalvideo haben, leuchtet die weiße Farbfläche durch. Ansonsten ändert sich nichts am Video. Die weiße Farbfläche stellt später den Kern des Lichtschwertes dar.



<a name="schritt_i_4">Schritt 4: Ersten Keyframe setzen</a>

Jetzt klicken wir in der Zeitleiste auf die weiße Farbfläche, dann auf den links von der Farbfläche, dann "Masken –> Maske 1" wiederum mit einem Klick auf den öffnen. Hier sehen wir, dass der Modus der Maske auf Addieren gestellt ist. Das hat zur Folge, dass wir nur den Bereich von der weißen Farbfläche sehen, der innerhalb der Maske ist. Der Modus Subtrahieren würde alles außer dem Bereich innerhalb der Maske darstellen. Mehr zu diesem Modus wird im Schritt 11 behandelt. Nun aktivieren wir mit einem Klick auf bei Maskenform die Keyframes:





Ab jetzt merkt sich After Effects jede Änderung der Maske. Wir erkennen einen Keyframe an dem Rauteähnlichen Symbol rechts in der Zeitleiste. Wenn wir nun ein paar Frames nach vorne gehen, und dort die Maske verändern würden, würde After Effects an dieser Stelle einen neuen Keyframe anlegen. Die Frames zwischen diesen, von uns erstellten Keyframes, berechnet After Effects dann automatisch. Das erspart uns an manchen Stellen viel Arbeit. So brauchen wir nicht immer jeden Frame neu anpassen. Das ist aber abhängig davon, wie schnell das Video bzw. die Bewegung des Lichtschwertes ist.


<a name="schritt_i_5">Schritt 5: Maskenpunkte animieren</a>

Nun sind wir soweit, dass wir die Maske für das Schwert animieren können. Der Übersichtlichkeit halber blenden wir die weiße Farbfläche mit einem Klick auf das aus. So sehen wir die Maske ohne die weiße "Füllung", damit wir die Ränder des Lichtschwertes besser erkennen können.

Um im Videobereich bequem navigieren zu können, halten wir die gedrückt und können bei gedrückter im Video hin- und herscrollen.

Jetzt gehen wir ein paar Frames nach vorne, und passen die Maskenpunkte dem Schwert aus dem Originalvideo an. Dazu erstmal wieder auf klicken, und dann die einzelnen Punkte verschieben.





In unserem Beispiel sieht man, das der 5. Maskenpunktes an der Spitze des Lichtschwertes für eine leichte Rundung sorgt. Hätten wir diesen Punkt weggelassen, würde das Lichtschwert dort völlig gerade sein, und nicht sehr realistisch wirken. Um die Rundung noch zu verfeinern, gibt es zwei Methoden: Die eine wird im nächsten Schritt, die andere im späteren Verlauf des Tutorials beschrieben.


<a name="schritt_i_6">Schritt 6: Spitze des Schwertes abrunden</a>

Wir drücken und halten + und klicken einmal auf den 5. Punkt (die Spitze). Dadurch rundet After Effects den Punkt etwas ab. Alternativ hätten wir auch auf aus der Werkzeugleiste, und dann auf den entsprechenden Punkt klicken können. Falls wir den Punkt im Nachhinein noch mal verschieben, und die Rundung uns nicht mehr zusagt, kann man die so genannte "Bezier-Kurve" wieder mit + + auf den Punkt löschen. Danach einfach noch mal diese Tastenkombination ausführen, auf den Punkt klicken, und schon hat man wieder einen schönen Bogen.





Dies ist eine relativ aufwendige Methode. Wenn wir uns für diese Methode entscheiden würden, müssten wir in jedem Frame diese Bezier-Kurve erstellen. Eine einfachere Methode wird noch später im Tutorial beschrieben.


<a name="schritt_i_7">Schritt 7: Maske verstecken</a>

Nun kann es passieren, dass das Lichtschwert hinter einer Person komplett verschwindet. Hier bietet es sich an, die Maske kurzfristig zu "verstecken", d. h. sie außerhalb des Bildes zu platzieren.

Dazu klicken wir einmal in eine leere Stelle der Zeitleiste, sodass die Maske deselektiert ist. Dann selektieren wir die gesamte Maske wieder mit einem Klick auf Maske 1 und verschieben diese nach rechts, sodass sie außerhalb des Bildes ist. Hierzu einfach einen Punkt der Maske bei gedrückter verschieben. Da die gesamte Maske markiert ist (alle Punkte sind gelb ausgefüllt), verschieben sich automatisch alle anderen Punkte mit.

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Neo

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Mittwoch, 14. September 2005, 20:22

<a name="schritt_i_8">Schritt 8: Maskenpunkte nachbessern</a>

Wenn man ein paar Frames überspringt, sollte man sich vergewissern, dass die Maske trotzdem sauber auf dem Lichtschwert liegt. After Effects passt die Maske in so einem Fall zwar meistens recht gut an, aber man sollte noch mal ein Blick drüber werfen, und evtl. die Maskenpunkte nachbessern. Hierbei kann man entweder - wie gehabt - einzelne Punkte durch klicken und ziehen verschieben, oder man wählt gleich mehrere Punkte aus, und verschiebt diese. Dazu klickt man einen Punkt an, drückt und hält und selektiert die restlichen Punkte. Nun wieder einen markierten Punkt durch klicken und ziehen an die entsprechende Stelle verschieben. Dann werden automatisch alle angewählten Punkte mit verschoben.


<a name="schritt_i_9">Schritt 9: Maske drehen</a>

Manchmal ist es einfacher, die komplette Maske zu drehen, anstatt die einzelnen Punkte zu verschieben, wie z. B. in folgender Situation:



Um die komplette Maske zu drehen, klicken wir doppelt auf einen beliebigen Maskenpunkt. Nun erscheint ein rechteckiger Rahmen außerhalb der Maske. An den Ecken befindet sich ein Pfeilsymbol. Klicken wir an einer Ecke, so können wir die Maske in eine beliebige Richtung drehen. Wenn wir nun die Maske in die richtige Richtung gedreht haben, müssen wir sie nur noch etwas verschieben, sodass sie wieder mit unserem Lichtschwert übereinstimmt. Dazu einfach in die Nähe der Mitte gehen und bei gedrückter den Rahmen samt der Maske verschieben.




Mit einem Doppelklick bestätigen wir diese Drehung, und können ggf. noch einzelne Punkte verschieben.


<a name="schritt_i_10">Schritt 10: Maske selektieren / deselektieren</a>

Falls einmal alle Punkte angewählt sind, und wir nur einen Punkt selektieren wollen, können wir entweder unten in der Zeitleiste auf eine leere Stelle klicken, um die Maske zu deselektieren, und sie danach mit einem Klick auf die weiße Farbfläche wieder selektieren. Oder wir klicken bei gedrückter Taste einen Punkt an, sodass er nur noch ein unausgefülltes Quadrat ist, und klicken ihn dann erneut an ( nicht mehr drücken!). Damit kehren wir quasi die Auswahl um.



<a name="schritt_i_11">Schritt 11: Lichtschwerter hinter Objekte verstecken (Subtraktionsmasken)</a>

Bei der Anpassung der Lichtschwertmaske kann es vorkommen, dass Lichtschwerter teilweise hinter Objekte verschwinden sollen. Ist das der Fall, müssen wir mit Subtraktionsmasken arbeiten.

Als erstes ist es empfehlenswert, das komplette Video ganz normal mit den Additionsmasken zu maskieren, und die Subtraktionsmasken erst später zu erstellen.

Hat man die Additionsmaske erstellt und fertig animiert, können wir nun die Subtraktionsmaske erstellen: Wir gehen an die entsprechende Stelle des Videos, wo das Lichtschwert hinter einem Objekt verschwindet.
Hier können wir mit einem Klick auf die "Füllung" der weißen Farbfläche erstmal wieder sichtbar machen, damit wir sehen, was im Moment noch falsch ist. Das ganze sieht dann in etwas so aus:





Wir sehen hier also, dass das Lichtschwert noch "vor" der Person ist, obwohl es in Realität eigentlich "hinter" der Person sein sollte. An dieser Stelle kommt die Subtraktionsmaske zum Einsatz:
Zuerst blenden wir die weiße Farbfläche wieder aus, und erstellen dann eine zweite Maske auf der Farbfläche. Erst auf klicken, und dann mit ein paar Maskenpunkten die Form des Objektes nachzeichnen, welches das Lichtschwert verdeckt (in diesem Fall der Kopf des Darstellers).


Info: Je genauer wir hier arbeiten, desto besser wird das Endergebnis! Jedoch sollte klar sein, dass diese Subtraktionsmaske wiederum mehrere Frames andauert, und dort immer wieder neu angepasst werden muss!





So, ist das getan, muss noch der Modus der Maske auf Subtrahieren gestellt werden. Dazu klicken wir wieder in der Zeitleiste bei Maske 2 in der Spalte Modus auf den Button (Voreinstellung: Addieren), und wählen dort Subtrahieren aus. Damit wir die Auswirkung der Maske sehen können, machen wir die weiße Farbfläche wieder sichtbar (klick auf ).



Wir sehen nun, das unsere zweite Maske Bildpunkte der ersten Maske "unsichtbar" gemacht hat, d. h. die Bildpunkte wurden "subtrahiert". Damit die Subtraktionsmaske aber nicht so scharfkantig wirkt, geben wir ihr eine weiche Maskenkante. Dazu klicken wir auf links neben Maske 2, und geben bei weiche Maskenkante einen Wert von "2-3" Pixel ein. Um die Auswirkungen dieser Einstellung zu sehen, deselektieren wir einfach die Maske. Sie wirkt nun deutlich runder!

Jetzt ist es an der Zeit, die Maske zu animieren. Dazu erstellen wir wieder einen Keyframe (siehe Schritt 4), und gehen in den nächsten Frame (mit ) . Dann erstmal wieder anklicken, und danach die Maskenpunkte dem Video anpassen. Um die ganze Sache zu vereinfachen, können wir auch die gesamte Maske verschieben. Hierzu die Maske deselektieren, wieder selektieren und an einem Punkt an die gewünschte Stelle ziehen.


Damit die Subtraktionsmaske auch nur dann den Bereich abzieht, wenn wir sie brauchen, müssen wir sie verstecken, bevor das Lichtschwert hinter einem Objekt ist, und nachdem es wieder komplett sichtbar ist. Dazu gehen wir einen Frame vor dem Frame, wo wir sie das erste Mal gezeichnet haben, und ziehen sie dort aus dem Bild (siehe Schritt 8). Dasselbe wiederholen wir an der Stelle, wo das Lichtschwert sich nicht mehr hinter dem Objekt befindet! Somit ist gewährleistet, dass die Subtraktionsmaske sich so lange außerhalb des Videos befindet, wo wir sie nicht benötigen.

Wenn wir sie wieder brauchen, gehen wir nicht exakt zu der Stelle, wo das Lichtschwert wieder verdeckt ist, sondern genau ein Frame davor, und klicken auf den Haken links neben der Maskenform:



Mit diesem Klick legen wir einen Keyframe an, ohne die Maskenform zu ändern. Das ist auch richtig so, denn die Maske soll ja nur von Zeitpunkt x bis Zeitpunkt y unverändert an der entsprechenden Stelle bleiben!


Nun können wir fortfahren, und die Maske in den nächsten Frames dem Objekt anpassen.


<a name="schritt_i_12">Schritt 12: Lichtschwerter ein- und ausfahren lassen</a>

Der Star-Wars typische Effekt, ein Lichtschwert ein- bzw. ausfahren zu lassen, lässt sich auch ganz einfach realisieren. Hierzu brauchen wir ein Video, welches die entsprechende Situation darstellen soll.
Es gibt zwei Methoden, um einen solchen Effekt zu erstellen:


Bei der ersten Methode filmt man den Darsteller mit dem Lichtschwertgriff in der Hand. Danach erstellt man nach Augenmaß die Klinge.

Bei der zweiten Methode filmt man den Darsteller mit dem kompletten Lichtschwert (Griff + Klinge) in der Hand, und filmt zudem noch einmal den Hintergrund separat, ohne den Darsteller! Hierbei empfiehlt es sich, das ganze auf einem Stativ zu filmen, damit die Szene nicht verwackeln kann, sonst funktioniert dieser Trick nicht! Dann legt man den Hintergrund und das Video mit dem Darsteller übereinander, und maskiert die Lichtschwertklinge (z. B. ein Holzstab oder ähnliches) mit einer Subtraktionsmaske, damit der Holzstab weg ist, und der Schwindel nicht auffallen kann. Danach wird die Klinge wie im nachfolgenden Beispiel animiert.

Diese Methode eignet sich aber nur bedingt. Bei Szenen mit sich bewegendem Hintergrund ist sie z. B. nicht einsetzbar.
Das eigentliche Lichtschwert erstellt man dann wieder mit einer Maske (siehe Schritt 1 und folgende)

Die erste Methode hat den Vorteil, dass man sie auch bei sich bewegender Kamera einsetzen kann. In diesem Tutorial werden wir die erste Methode benutzen:

Vorraussetzung ist, dass eine Komposition mit dem entsprechenden Video erstellt worden ist (siehe Schritt 1).
Nun spulen wir zu der Stelle, wo das Lichtschwert ausfahren soll. An dieser Stelle erstellen wir eine weiße Farbfläche, ziehen diese wieder unter das Video, klicken auf und maskieren das Lichtschwert nach Augenmaß, sodass es ungefähr der Richtung des Griffes entspricht:





Danach setzen wir für die Maske wieder einen Keyframe, und gehen ein paar Frames weiter. Da der Darsteller den Griff nie 100%ig still halten kann, müssen wir die Maske in den nächsten Frames wieder etwas anpassen. Das sollte aber kein Problem darstellen. Meistens reicht es hier wieder aus, die komplette Maske zu verschieben. Man kann die Maske auch mit den Pfeiltasten in Pixelschritten verschieben. Das ist in manchen Fällen genauer und schneller.
Außerdem reicht es hier aus, in jeder 2. bis 3. Frame die Maske zu animieren, da keine extrem schnelle Bewegung herrscht, und After Effects die Zwischenschritte relativ sauber berechnet.


Nun kommen wir zu dem Ausfahreffekt. Hierzu erstellen wir eine Subtraktionsmaske in der weißen Farbfläche. Es reichen normalerweise 4 Maskenpunkte aus, die das komplette Schwert überdecken:





Jetzt setzen wir einen Keyframe für die Maske und gehen ca. "6-10" Frames nach vorne. An der Stelle ziehen wir das untere Ende der Subtraktionsmaske einfach bis ganz nach oben außerhalb des Videos. Dazu wieder anklicken, und die untere Linie der Maske bei gedrückter nach oben bewegen:





Wenn wir nun das Video einmal abspielen, sehen wir schon den Effekt. Allerdings wirkt die Maske noch etwas scharfkantig. Um dies besser zu gestalten, geben wir der Subtraktionsmaske noch eine weiche Maskenkante von ca. "5-25" Pixeln. Dadurch sieht es schon mal besser aus. Zwar sieht das ganze an der Spitze noch etwas unsauber aus, jedoch fällt das nach der späteren Bearbeitung des Videos gar nicht mehr auf, da das Lichtschwert ja relativ schnell ausfährt.


Um das Lichtschwert wieder einfahren zu lassen, müssen wir einfach nur die Subtraktionsmaske von oben nach unten animieren.




Das waren nun die grundlegenden Funktionen und Methoden, um die Maske des Lichtschwertes zu erstellen und zu animieren. In Teil II geht es dann um den sehr ansehnlichen "Glüh" Effekt!

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Neo

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Mittwoch, 14. September 2005, 20:23

Lichtschwert Effekt in After Effects 6.x
Teil II: Der Lichtschwert-Effekt

Textfassung von Sven Riebeling, Videotutorial von Heiko Thies, Original Methode von Ryan Wieber




Einleitung:

Willkommen zum zweiten Teil des Lichtschwert Tutorials! In diesem Teil wollen wir nun den eigentlichen Lichtschwert-Effekt - das "Glühen" - auf die erstellte Maske aus dem ersten Teil anwenden. In diesem Tutorial bearbeiten wir genau das gleiche Projekt wie aus Teil I. Ich habe in diesem Teil bereits ein Projekt geladen, wo alle drei Lichtschwerter schon maskiert sind. Wenn wir mehrere Lichtschwerter in einer Szene haben, sollte jedes Lichtschwert auch eine extra Farbfläche haben, damit wir sie später verschiedenfarbig einfärben können!



<a name="downloads">Downloads:</a>





Übersicht:


<hr>


<a name="schritt_ii_1">Schritt 1: Einstellungsebene erstellen</a>

Wir öffnen unser Projekt, und haben drei Ebenen in der Zeitleiste:


1. Originalvideo

2. weiße Farbfläche

3. schwarze Farbfläche



Wenn wir mehrere Lichtschwerter erstellt haben, haben wir unter dem Originalvideo noch weitere weiße Farbflächen (für die weiteren Lichtschwertmasken).

Jetzt erstellen wir eine Einstellungsebene. Dies geschieht fast genauso, wie wenn wir eine Farbfläche anlegen wollen: Wir klicken mit in einen leeren Bereich der Zeitleiste: "Neu -> Einstellungsebene".
Diese ziehen wir nun zwischen das Video und den Farbflächen. Achtet immer darauf, dass das Video an erster Stelle steht! Dies muss bis zum Schluss so bleiben, sonst funktioniert der Effekt nicht!

Die Einstellungsebene ist eine Ebene, die wir mit Effekten belegen können. Das hat Auswirkungen auf alle Ebenen, die sich darunter befinden. In unserem Tutorial hat sie dementsprechend Auswirkungen auf ein oder mehrere weiße Farbflächen (für die Lichtschwertmasken) und auf den schwarzen Hintergrund, unsere schwarze Farbfläche.


<a name="schritt_ii_2">Schritt 2: Effekte auf Einstellungsebene anwenden</a>

Als nächstes belegen wir die Einstellungsebene mit dem Effekt schneller Weichzeichner. Diesen finden wir im Menü: "Effekte -> Weich- und Scharfzeichnen -> Schneller Weichzeichner". Daraufhin öffnet sich folgendes Fenster:





In diesem Effektfenster geben wir bei Stärke einen Wert von "1" ein. Dadurch wird die Maske etwas weicher gezeichnet. Dieser Wert kann aber variieren. Je nach dem, wie weit das Schwert von der Kamera entfernt ist, müssen andere Werte genommen werden. Da wir im Moment nur den Kern leicht weich zeichnen wollen, und in diesem Beispiel das Lichtschwert recht weit von der Kamera entfernt ist, wählen wir einen geringeren Wert, z. B. "0,6". Allgemein ist "1" ein guter Wert, doch wenn das Lichtschwert sehr weit von der Kamera entfernt ist, sollte man mit den Werten etwas experimentieren. Wenn das Lichtschwert ganz weit von der Kamera entfernt ist, braucht man im Normalfall diesen Weichzeichner gar nicht. Ein anderer Fall ist, wenn das Lichtschwert ganz nah an der Kamera ist. Dann sind Werte von "2-3" empfehlenswert. Das Wichtigste ist aber, das später alles "natürlich" wirkt. Zu übertriebene oder untertriebene Werte lassen das ganze zu amateurhaft wirken.
Jede Szene kann anders sein, also müsst ihr nach Augenmaß die Werte einstellen, und mit eigenen Augen beurteilen, wie es im Endeffekt wirkt.

Ganz wichtig ist auch noch, dass wir die Einstellung Kantenpixel wiederholen aktivieren, da sonst das Lichtschwert abgehackt wird, sofern es sich außerhalb des Videos befindet.
Folgendes Bild zeigt die Auswirkungen der Einstellung:






<a name="schritt_ii_3">Schritt 3: Einstellungsebene duplizieren und Werte anpassen</a>

Als nächstes duplizieren wir die Einstellungsebene. Dazu deselektieren wir erst einmal die Ebene (klick in leeren Bereich der Zeitleiste), und klicken nun die Einstellungsebene an. Dann gehen wir auf "Bearbeiten -> Duplizieren". Alternativ können wir auch + drücken. Hätten wir die Einstellungsebene vorher nicht deselektiert, hätten wir das zuletzt selektierte dupliziert, also unseren schneller Weichzeichner Effekt!
Wir duplizieren unsere Einstellungsebene "4" mal, sodass wir nun insgesamt "5" Einstellungsebenen haben:





Nun müssen wir die Einstellungen der duplizierten Einstellungsebenen bearbeiten. Dazu klicken wir die 2. Einstellungsebene von unten her gesehen (in unserem Beispiel also Ebene Nr. 5) mit an, wählen dort Effekteinstellungen öffnen. Alternativ können wir auch drücken.

Nun geben wir dieser Einstellungsebene einen Wert von "10". Dieser Wert stammt aus dem Tutorial von Ryan Wieber, und ist kein Richtwert. Je nach Situation und Belieben kann dieser Wert variieren. Was aber wichtig ist, dass sich der Wert in den nächsten Einstellungsebenen immer verdoppelt! Also gehen wir danach in die Effekteinstellungen der 3. Einstellungsebene, und tragen dort einen Wert von "20" ein. In der 4. Einstellungsebenen dann "40", und in der 5. und letzten Einstellungsebene "80".
Nun sieht man erstmal von dem Effekt gar nichts mehr. Das liegt daran, das wir insgesamt 5 Einstellungsebenen haben, und eine Einstellungsebene immer auf darunter liegende Ebene wirkt. Somit addiert sich der Weichzeichner Effekt mehrmals, und man sieht gar nichts mehr. Um das zu ändern, markieren wir alle 5 Einstellungsebenen. Dazu klicken wir die erste an, drücken und halten und klicken dann die letzte an. Nun ändern wir den Voreingestellten Modus Normal auf Negativ Multiplizieren.






<a name="schritt_ii_4">Schritt 4: Glühen verfeinern</a>

Nun glüht unser Schwert schon etwas. Allerdings ist das ganze noch ein bisschen zu extrem. Deshalb verfeinern wir die ganze Sache etwas: Wir deselektieren alle Ebenen, klicken erst auf den bei der Einstellungsebene und dann den bei Transformieren. Dort angekommen, ändern wir den Wert der Deckkraft auf 75%. Dasselbe wiederholen wir bei der 2. Einstellungsebene mit einem Wert von 50%, und bei der ersten mit einem Wert von 25%.





Damit erreichen wir, dass das Schwert im Kern relativ stark, und nach außen hin immer schwächer leuchtet.


<a name="schritt_ii_5">Schritt 5: Lichtschwert einfärben</a>

Jetzt sind wir soweit, dass wir das Lichtschwert einfärben können. Dazu erstellen wir eine neue Einstellungsebene, ziehen diese an 2. Stelle (wieder unter das Video), und geben ihr den Effekt Farbbalance. Dazu wieder in das Effektemenü: "Effekte -> Anpassen -> Farbbalance".
In der darauf folgenden Effekteinstellung legen wir nun die Farben für das Lichtschwert fest. In unserem Tutorial entscheiden wir uns für ein rotes Lichtschwert. Weitere Farben sind im nächsten Schritt aufgelistet.

Um unser Lichtschwert nun rot zu bekommen, stellen wir bei Balance: Rot Mitten und Balance: Rot Spitzlicht einen Wert von "100" ein. Nun wirkt das ganze noch etwas eigenartig. Wir müssen nämlich noch die Einstellung Luminanz erhalten anklicken.





Diese Einstellung bewirkt folgendes: Unser Farbbalance Effekt wird mit dieser Einstellung über die Farbflächen mit den Weichzeichnern gelegt, jedoch so, das an dem eigentlichen Glühen nichts verändert wird. Ist die Einstellung Luminanz erhalten deaktiviert, würde After Effekts den Farbbalance Effekt über alle Einstellungsebenen mit dem Weichzeichner legen, und es würde unschön aussehen.





Bei genauerem Hinsehen erkennt man, das im rechten Bild das Leuchten eher "ballonförmig" wirkt, während es im linken Bild bei aktivierter Einstellung wesentlich schlanker aussieht!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (19. Mai 2007, 22:36)


Neo

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Mittwoch, 14. September 2005, 20:24

<a name="schritt_ii_6">Schritt 6: Weitere Lichtschwertfarben</a>

Hier ist eine Auflistung mit Beispielbild weiterer möglicher Lichtschwertfarben aus den (neuen) Star Wars Filmen:

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0">
<tr>
<td>

</td>
<td>

</td>
<td>

</td>
</tr>
<tr>
<td>
Rotes Lichtschwert:

Rot Mitten: 100

Rot Spitzlicht: 100

</td>

<td>
Rosa Lichtschwert:

Rot Mitten: 100

Rot Spitzlicht: 100

Blau Mitten: 100

Blau Spitzlicht: 100

</td>
<td>
Grünes Lichtschwert:

Grün Mitten: 100

Grün Spitzlicht: 100

</td>

</tr>
<tr>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>

</td>
<td>

</td>
<td>

</td>
</tr>
<tr>
<td>
Blaues Lichtschwert:

Blau Mitten: 100

Blau Spitzlicht: 100

</td>

<td>
Cyan-Blaues Lichtschwert:

Blau Mitten: 100

Blau Spitzlicht: 100

Grün Mitten: 50

Grün Spitzlicht: 25

</td>

<td>
Gelbes Lichtschwert:

Rot Mitten: 100

Rot Spitzlicht: 100

Grün Mitten: 100

Grün Spitzlicht: 100

</td>
</tr>
<tr>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>

</td>
</tr>
<tr>
<td>
Orangenes Lichtschwert

Rot Mitten: 100

Rot Spitzlicht: 100

Grün Mitten: 50

Grün Spitzlicht: 50

</td>
</tr>
</table>

Diese Werte sind keine Richtwerte. Ihr könnt auch eure eigene Lichtschwertfarbe mischen, dem sind keine Grenzen gesetzt! Allerdings sind das die Farben, wie sie auch in den originalen Star Wars Filmen vorkommen!


<a name="schritt_ii_7">Schritt 7: Weitere Lichtschwerter einfärben</a>

Wenn wir mehrere Lichtschwerter haben - wie z. B. in unserer Tutorial Szene - möchten wir diese natürlich auch einfärben. Das praktische der Einstellungsebenen ist, das sie alle Effekte auf die darunter liegenden Ebenen anwenden. So können wir z. B. eine andere weiße Farbfläche, die den Lichtschwertkern des 2. Lichtschwertes darstellt, unter die Einstellungsebenen legen, und der Effekt wirkt sich nun zusätzlich auf diese Farbfläche aus! Dies können wir im Prinzip mit beliebig vielen Farbflächen wiederholen, aber wir wollen ja nicht, das alle Schwerter die gleiche Farbe haben!

Aus diesem Grund duplizieren wir unsere erste Komposition. Dazu klicken wir sie im Projektfenster einmal mit an, und duplizieren sie mit + für unser Beispiel zwei mal, sodass wir insgesamt drei Kompositionen haben (für unsere 3 Lichtschwerter). Wenn wir mehr als drei Lichtschwerter haben, müssen wir sie halt mehrmals duplizieren.

Nun haben wir für jedes Lichtschwert eine eigene Komposition. In der ersten Komposition blenden wir dann die Farbfläche für das erste Lichtschwert ein (klick auf das ). Alle anderen Lichtschwerter bleiben ausgeblendet. Danach öffnen wir die zweite Komposition mit einem Doppelklick im Projektfenster. Hier blenden wir dann die Farbfläche des zweiten Lichtschwertes ein, und in der dritten Komposition dementsprechend nur das dritte Lichtschwert. Jetzt können wir in den jeweiligen Kompositionen den Lichtschwertern andere Farben geben. Für unser Beispiel habe ich das erste Lichtschwert rot, das zweite cyan-blau und das dritte grün eingefärbt.


<a name="schritt_ii_8">Schritt 8: Lichtschwerteffekte zusammenfügen</a>

Nun gilt es, die drei Kompositionen zu kombinieren. Dazu müssen wir erst einmal das Originalvideo in den letzten zwei Kompositionen ausblenden. Falls wir später das Video mit Ton exportieren möchten, empfiehlt es sich, in den Kompositionen zusätzlich den Ton des Originalvideos zu deaktivieren. Dazu einfach auf das Lautsprechersymbol links neben dem Video klicken. Somit vermeiden wir, dass später der Ton doppelt oder sogar dreifach vorhanden ist, da er sonst übersteuern würde!

Jetzt sehen wir nur noch den Lichtschwerteffekt auf schwarzen Hintergrund. Die schwarze Farbfläche ist wichtig, denn ohne sie würde der Effekt nicht funktionieren!
Als nächstes erstellen wir eine neue Komposition. Als Name können wir hier z. B. "Final" eintragen. Die restlichen Einstellungen für Auflösung und Länge sollten denen der ersten Komposition entsprechen. In dieser neuen Komposition ziehen wir nun die drei Kompositionen mit den Lichtschwerteffekten rein. Dabei ist zu beachten, dass die Komposition, bei der wir das Video nicht ausgeblendet haben, an letzter Stelle steht! Als Modus wählen für die beiden oberen Kompositionen Negativ Multiplizieren.





Normalerweise passt man ja die Reihenfolge der Kompositionen nach der Position der Lichtschwerter im Video an. Lichtschwerter, die weiter vorne im Bild sind, stehen weiter oben. Bei Lichtschwertern, die mehr im Hintergrund sind, wäre es sinnvoll, die Kompositionen dieser weiter unten zu haben. Da sich der Leucht-Effekt der Lichtschwerter aber addiert, ist es völlig egal, in welcher Reihenfolge die Lichtschwertkompositionen stehen. Wichtig ist wie gesagt nur, dass die Komposition mit dem sichtbaren Video an letzter Stelle steht. Alternativ hätte man auch in allen Kompositionen das Video ausblenden können, und es dann in unserer "Final" Komposition an letzter Stelle einfügen können.

Als Ergebnis sehen wir nun alle drei Lichtschwerter mit unseren gewünschten Leucht-Effekten. Die schwarze Farbfläche, die wir zu Beginn des Tutorials in Teil I erstellt haben, ist an dieser Stelle erforderlich. Durch den Modus Negativ Multiplizieren wird alles, was heller als schwarz ist, sichtbar. Die schwarze Farbe wird transparent, das Leuchten dagegen addiert sich mit dem Video.




Das war soweit alles, was ihr für den Leucht-Effekt von Lichtschwertern wissen müsst. In Teil III werden wir den Lichtschwertern noch den letzten Schliff geben, und noch ein paar nette Effekte einbauen!

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Mittwoch, 14. September 2005, 20:26

Lichtschwert Effekt in After Effects 6.x
Teil III: Liebe zum Detail, zusätzliche Effekte

Textfassung von Sven Riebeling, Videotutorial von Heiko Thies, Original Methode von Ryan Wieber



Einleitung:
In unserem letzten Teil des Lichtschwert Tutorials geht es um das Einfügen von zusätzlichen Effekten.
Unser Schwert glüht zwar schon, und sieht recht ansehnlich aus. Doch mit ein paar kleinen zusätzlichen Effekten verpassen wir dem Lichtschwert noch den letzten Schliff! Wir wollen das Lichtschwert mit einer sehr effektiven Methode abrunden, fügen einen Leuchteffekt beim Aufprall zweier Lichtschwerter hinzu und lassen Objekte Funken sprühen, wenn das Lichtschwert diese streift.





<a name="downloads">Downloads:</a>




Übersicht:

Effekt 1: Kontaktblitz beim Aufprall zweier Lichtschwerter[/b]





Effekt 2: Aufblitzen beim Ausfahren des Lichtschwertes




Effekt 3: Funken und sonstige Effekte




Effekt 4: Lichtschwert flackern lassen




Effekt 5: Lichtschwerter abrunden




Letzter Schritt: Das fertige Video als AVI Datei ausgeben





<hr>


<a name="kat1">Effekt 1: Kontaktblitz beim Aufprall zweier Lichtschwerter</a>

Um den Zusammenstoß zweier Lichtschwerter glaubwürdiger zu gestalten, wollen wir nun einen Kontaktblitz (im engl. ein so genannter "saberclash" ) einbauen.
Dazu brauchen wir erstmal eine Grafik, die das Aufblitzen darstellt. Dazu verwenden wir für dieses Tutorial die Datei flash.mov. Diese Datei stand ursprünglich als kostenloser Download im Star Wars Fanfilms Forum bereit, daher könnt ihr diese ohne Bedenken beliebig oft einsetzen. Das praktische an dem "Aufblitzvideo" ist die riesige Auflösung. Sie lässt sich somit auch für Kampfsequenzen einsetzen, die ziemlich nahe an der Kamera stattfinden (und ein dementsprechend großen Kontaktblitz benötigen).



<a name="schritt_iii_1">Schritt 1: Blitz einfügen</a>

Zuerst gehen wir in unserem Video mit den Lichtschwertern an eine Stelle, wo sich zwei Lichtschwerter treffen:





An dieser Stelle wollen wir nun den Kontaktblitz einbauen. Hierzu ziehen wir die importierte Flash.mov Datei aus dem Projektfenster in die Zeitleiste, und positionieren diese über dem Video!
Nun sehen wir zunächst einmal den Blitz auf schwarzem Hintergrund. Wir stellen den Modus der Ebene (auch "Füllmethode" genannt) auf <font id="col_emodus"><font id="col_emodus">Negativ Multiplizieren</font></font>, damit unser ursprüngliches Video durchleuchtet und somit sichtbar wird. Wem der Blitz noch nicht hell genug ist, kann auch die Füllmethode auf <font id="col_emodus">Addieren</font> stellen.


<a name="schritt_iii_2">Schritt 2: Größe anpassen und Blitz verschieben</a>

Danach passen wir die Größe des Kontaktblitzes an. Da der Blitz in den Star Wars Filmen meist eine ovale Form hat, müssen wir ihn skalieren. Dazu klicken wir auf den Pfeil neben der Ebene des Blitzvideos, und dann auf Transformieren. Dort wollen wir den [b]y-Wert[/b] der Skalierung verändern. Als erstes müssen wir hier auf das "Unendlich" Zeichen klicken, damit wir beide Werte unabhängig voneinander verändern können.






Danach einmal auf den [b]y-Wert[/b] klicken, und einen neuen eingeben. Man kann auch den Wert bei gedrückter Maustaste verkleinern, bzw. vergrößern. Das ist wesentlich komfortabler und lässt uns schneller die Veränderungen sehen.

Als letztes müssen wir nur noch den Blitz an die entsprechende Stelle verschieben. Hierzu einfach den Kreis in der Mitte des Blitzvideos bei gedrückter verschieben. Wenn wir nun unser Video abspielen, sehen wir einen schönen Saberclash beim berühren zweier Lichtschwerter!


<a name="schritt_iii_3">Schritt 3: Weitere Blitze einbauen</a>

Da sich die Lichtschwerter ja nicht nur ein einziges Mal berühren, müssen wir den Blitz noch an weitere Stellen einbauen.
Wir gehen als erstes an die nächste Stelle, wo sich die Lichtschwerter berühren. Jetzt duplizieren wir das Blitzvideo einmal. Erst auf das Blitzvideo klicken, dann mittels + ein Duplikat erstellen. Ist das getan, können wir das Duplikat einfach in der Zeitleiste an die entsprechende Position verschieben:





Zu guter Letzt noch die Position im eigentlichen Video anpassen, und fertig ist der zweite Blitz! Nach diesem Prinzip können wir nun alle weiteren "Lichtschwertberührungen" mit diesem Effekt versehen.


<a name="schritt_iii_4">Schritt 4: Blitze hinter Objekten</a>

Falls es mal zu einer Szene kommt, in der sich Blitz teilweise hinter einem Darsteller befindet, verfahren wir genauso wie in Schritt 11 im ersten Teil des Tutorials, wo wir die Lichtschwerter mit einer Subtraktionsmaske hinter Objekten versteckt haben.




<a name="kat2">Effekt 2: Aufblitzen beim Ausfahren des Lichtschwertes</a>

Um den Ausfahreffekt eines Lichtschwertes optisch ansprechender zu gestalten, fügen wir ein kurzes Aufblitzen an das Ende des Lichtschwertgriffes ein, bevor es ausfährt.
Hierzu sollte erst einmal unser Projekt geöffnet sein, welches das Video mit dem fertigen Lichtschwert- und dem fertigen Ausfahreffekt beinhaltet!


<a name="schritt_iii_5">Schritt 1: Aufblitzen einfügen</a>

Zuerst gehen wir einen Frame vor der Stelle, an der das Lichtschwert ausfährt. Nun importieren wir wieder unsere Flash.mov Datei, falls noch nicht geschehen, und ziehen diese wieder über das Video. Danach wieder den Füllmodus auf <font id="col_emodus"><font id="col_emodus">Negativ Multiplizieren</font></font> stellen.


<a name="schritt_iii_6">Schritt 2: Größe anpassen</a>

Nun passen wir die Größe etwas an. Dazu skalieren wir das Blitzvideo wieder bei dem y-Wert. Da es für unseren Zweck aber noch zu groß ist, klicken wir wieder auf das "Unendlichzeichen", damit die Skalierung wieder fixiert wird. Jetzt können wir das Video etwas verkleinern, indem wir einen Wert bei Skalierung bei gedrückter nach links ziehen. Somit verändert sich gleichzeitig der zweite Wert, da wir ja die Skalierung fixiert haben.
Haben wir den Blitz nun auf der richtigen Größe, brauchen wir ihn nur noch an das obere Ende des Lichtschwertgriffes zu verschieben.






<a name="schritt_iii_7">Schritt 3: Blitz einfärben</a>

Da unser Lichtschwert rot ist, wollen wir den Blitz auch rot einfärben. Dazu belegen wir das Blitz Video mit dem Effekt Farbton / Sättigung, den wir über "Effekte -> Anpassen -> Farbton/Sättigung" finden. Dort angekommen, aktivieren wir die Einstellung Färben.





Jetzt können wir über die Funktion Einfärben: Farbton unseren Blitz mit einem kräftigen Rot einfärben. Dazu einfach den zweiten Wert bei gedrückter nach links bzw. nach rechts in den positiven, bzw. negativen Bereich ziehen und somit die Farbe ändern. Nun nur noch die Sättigung mittels Einfärben: Sättigung erhöhen, damit die Farben kräftiger rüberkommen:





Somit erhalten wir ein kurzes, rotes Aufblitzen beim Auswahren des Lichtschwertes.


<a name="schritt_iii_8">Schritt 4: Aufblitzdauer erhöhen</a>

Falls wir die Dauer des Aufblitzens etwas länger haben möchten, müssen wir wie folgt vorgehen:
Zuerst gehen wir an den Anfang des Blitzvideos, klicken dann auf die beiden Pfeile in der Zeitleiste, um die Zeiteinstellungen der Ebenen zu öffnen.





Hier ändern wir nun den Wert "100%" in der Spalte "Dehnung". Wenn wir einen Wert über 100%, z. B. 200% einstellen, ist das Video doppelt so lang. Für unser Beispiel nehmen wir einen Wert von 160%. Nun ist unser Blitzvideo exakt 2 Frames länger geworden. Würden wir einen Wert unter 100% nehmen, wäre unser Blitzvideo kürzer geworden.

Alternativ hätten wir diese Zeitdehnung auch über Ebene – Zeitdehnung verändern können. Jedoch ist diese Methode optisch gesehen besser, da man beim Verändern der Werte gleich sieht, dass sich die Ebene verlängert.

Um das ganze noch zu verfeinern, müssen wir nun das Frameblending aktivieren: Zuerst klicken wir auf Schalter / Modi, und dann auf das Frameblending-Symbol bei unserer Blitzebene. Als nächstes müssen wir das Frameblending noch für die gesamte Komposition aktivieren. Dazu klicken wir wie im nachfolgenden Bild auf den "Filmstreifen" rechts oben in der Zeitleiste:





Das Frameblending ist für Videos, die über "Zeitdehnung" verlängert wurden, sehr wichtig. Warum? Wir haben soeben das Video um zwei Frames länger gemacht. Diese Frames sind aber eigentlich gar nicht vorhanden. After Effects erzeugt mit dem Frameblending diese fehlenden Frames, indem es die vorherige und die nachfolgende Frame "überblendet". Durch das Frameblending wird das Video wesentlich flüssiger!




<a name="kat3">Effekt 3: Funken und sonstige Effekte</a>

Ein weiterer Leckerbissen für das Auge sind sprühende Funken, wenn das Lichtschwert einen Gegenstand trifft. Um dies zu realisieren, brauchen wir ein Video mit solchen Funken. Diese gibt es bei DetonationFilms.com unter "Free Stuff!" zum kostenlosen Download. Auf dieser Site gibt es außerdem noch andere zahlreiche Effekte zum kostenlosen Download. Neben Explosionen, Rauch- und Feuereffekten gibt es auch sprühende Funken.

Das Video, welches wir für unser Tutorial verwenden wollen, findet ihr bei den Downloads ganz oben.

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Neo

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Mittwoch, 14. September 2005, 20:27

<a name="schritt_iii_9">Schritt 1: Szene vorbereiten, Effektvideo anpassen</a>

Für unser Tutorial habe ich eine Szene geladen, in der das Lichtschwert ein Gebüsch streift. Beim Kontakt sollen nun Funken sprühen.

Hierzu spulen wir an die Stelle im Video, wo der erste Kontakt besteht. Nun importieren wir unser Spark Hits Video von Detonationfilms.com und ziehen es in das Projektfenster. Da dies ein komplettes Video mit zahlreichen Effekten ist, müssen wir uns hier unsere "Funken" heraussuchen. Dazu ziehen wir einfach den Balken mit der nach links, und können somit gleichzeitig im Videofenster sehen, bei welchem Effekt wir sind. Da das Spark Hits Video in verschiedene Kategorien eingeteilt ist, ist es einfacher, den gewünschten Effekt zu finden. Für unser Tutorial nehmen wir den 3. Effekt aus der 2. Kategorie "Wall hits". Wenn wir nun den richtigen Effekt gefunden haben, verschieben wir den Ankerpunkt an die Stelle, wo die Funken austreten. Dazu gehen wir in der Zeitleiste auf Transformieren, und ziehen die
x- und y-Werte bei Ankerpunkt nach links bzw. nach rechts, sodass es ungefähr aussieht, wie in folgendem Bild:






<a name="schritt_iii_10">Schritt 2: Effekt positionieren und in Szene setzen</a>

Danach stellen wir die Füllmethode auf <font id="col_emodus"><font id="col_emodus">Negativ Multiplizieren</font></font>, ziehen den Effekt im Videofenster an die entsprechende Stelle, und verschieben danach das Video (den gelben Balken) in der Zeitleiste so, dass wir am Anfang des Effektes sind. Da das Spark Hits Video nun noch zu groß ist, können wir es bequem über Skalieren verkleinern. Dabei verschiebt sich das Video nun nicht mehr, da wir ja den Ankerpunkt zuvor an die richtige Stelle gezogen haben. Nun können wir das Video abspielen, und sehen einen schönen Funkenregen.

Natürlich ist es jetzt für unser Video weniger realistisch, das die Hecke Funken sprüht, aber man könnte ja auch einen anderen Effekt nehmen. Dem sind keine Grenzen gesetzt!

Dieser Effekt weckt nun den Eindruck, dass das Lichtschwert gerade etwas Metallisches gestreift hat, aus dem jetzt diese Funken austreten. Solche Effekte sind sehr eindrucksvoll und bringen mehr Action in den Film. Man könnte meinen, dass das Lichtschwert tatsächlich durch Metall schneiden kann.


<a name="schritt_iii_11">Schritt 3: Effekte verfeinern</a>

Es kann vorkommen, dass ihr einen Effekt einfügen wollt, der insgesamt sehr hell ist, und somit unschöne "braune Ränder" hinterlässt, welche alleine durch die Füllmethode <font id="col_emodus">Negativ Multiplizieren</font> nicht sauber entfernt werden können.

Um diesen Rand wegzubekommen, müssen wir die Kurven des Videos anpassen. Dazu im Menü auf Effekt -> Anpassen -> Kurven klicken. Im darauf folgenden Fenster sehen wir eine Gerade. Aus dieser Gerade machen wir eine S-Kurve. Dazu fügen wir 2 Punkte durch klicken hinzu, und verschieben diese, das sie wie die S-Kurve im folgenden Bild aussehen:





Durch diesen Effekt werden die hellen Bereiche des Videos heller, und die dunklen Bereiche dunkler, und unser braune Rand verschwindet.




<a name="kat4">Effekt 4: Lichtschwert flackern lassen</a>

Wenn ein Lichtschwert relativ still gehalten wird, sieht man in den Star Wars Filmen dass es leicht pulsiert. Dieses Pulsieren wollen wir nun in unser Video einbauen. Für das Tutorial verwenden wir die Szene, in der das Lichtschwert ausfährt.


<a name="schritt_iii_12">Schritt 1: Weiße Farbfläche erstellen</a>

Zu aller erst erstellen wir eine weiße Farbfläche, die dieselbe Auflösung wie das Originalvideo hat, und positionieren diese unter das Video. Dann stellen wir die Füllmethode auf <font id="col_emodus">Farbig abwedeln – klassisch</font>. Wenn wir nun die Deckkraft dieser Farbfläche verringern, und an eine Stelle im Video gehen, wo das Lichtschwert ausgefahren ist, sieht man die Auswirkungen unserer weißen Farbfläche. Durch die Füllmethode wird das Leuchten wesentlich intensiver. Je höher die Deckkraft, desto stärker leuchtet das Lichtschwert, und je geringer die Deckkraft, desto geringer wird das Leuchten verstärkt!


<a name="schritt_iii_13">Schritt 2: Deckkraft der Farbfläche einstellen</a>

Da wir nun ein pulsieren des Lichtschwertes simulieren wollen, muss die Deckkraft abwechselnd ab- und zu nehmen. Mit einem einfachen Trick lässt sich dieser Vorgang automatisieren. Dazu gehen wir an den Anfang der weißen Farbfläche, und stellen die Deckkraft auf "0%". Dann aktivieren wir die Keyframes, sodass dieser Wert für den Anfang gespeichert wird. Als nächstes zum Ende der Farbfläche, bzw. an das Ende des Videos gehen, und dort wieder einen Keyframe mit dem Wert "0%" erstellen (klick auf das Häkchen links neben der Farbfläche bei Deckkraft). Nun sollte der letzte Keyframe noch selektiert sein, und wir selektieren den ersten Keyframe bei gedrückter Taste. Nun gehen wir auf das Menü "Fenster -> Verwackeln" und erhalten folgendes Fenster:





Hier ändern wir nur die zwei unteren Werte, die Häufigkeit und die Stärke. Für die Häufigkeit ist ein Wert von 15-20 Mal pro Sekunde[/b], und für die Stärke ein Wert von 20-30 Mal pro Sekunde empfehlenswert. Für unser Beispiel wählen wir "20" für die Häufigkeit, und "20" für die Stärke. Je nach Szene können die Werte variieren. Wenn das Lichtschwert weit von der Kamera entfernt ist, sind evtl. kleinere Werte angemessen. Hier gilt wie bei allen anderen Werten: Herumexperimentieren, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist! Zur Bestätigung des Effektes klicken wir auf Anwenden, und können das Fenster nun wieder schließen.

Wir sehen nun, dass After Effects mehrere Keyframes zwischen unsere zuvor markierten Keyframes erstellt hat. Diese Keyframes enthalten nun Zufallsgenerierte Werte. Da wir bei der Stärke den Wert "20" angegeben haben, wird die Deckkraft auch nicht höher als "20%" gehen. Die Häufigkeit gibt im Prinzip die Anzahl der Keyframes an, die After Effects für uns erstellen soll.

Wenn wir nun unser Video anschauen, sehen wir, dass sich die Deckkraft ändert, und das Lichtschwert leicht pulsiert. Falls uns der Effekt zu schwach oder zu stark ist, löschen wir die markierten Keyframes mit wieder, und wiederholen diese Prozedur einfach mit anderen Werten.


Dieser Flackereffekt kommt gerade bei Nahaufnahmen von Lichtschwertern sehr schön zur Geltung. Dank dieses Effektes wirkt das Lichtschwert noch ein Stückchen glaubwürdiger!




<a name="kat5">Effekt 5: Lichtschwerter abrunden</a>

Da unsere Lichtschwerter noch etwas eckig sind, wollen wir sie nun mit Hilfe eines Effektes abrunden. Dies ist die Alternative zu dem Abrunden beim Maskieren (siehe Lichtschwert Tutorial Teil I, Schritt 6).


<a name="schritt_iii_14">Schritt 1: Projekt öffnen</a>


Dazu laden wir unser entsprechendes Projekt, bei dem die Lichtschwerter abgerundet werden sollen. Für unser Tutorial nehmen wir das Projekt mit den drei Lichtschwertern.


<a name="schritt_iii_15">Schritt 2: Effekt anwenden</a>

Als nächstes Spulen wir im Video zu einer Stelle, an der wir das Lichtschwert fächern sehen:





Im Bild sehen wir, dass die Maske noch ziemlich kantig wirkt. Um nun die Maske abzurunden, gehen wir zunächst auf die Einstellungsebene, auf der wir auch die Farbe für das Lichtschwert eingestellt haben. Diese belegen wir dann mit dem Effekt Median, zu finden unter "Effekte -> Störung & Körnung -> Median" (in After Effects 6.0 findet man diesen Effekt im Menü "Rauschen"). Im darauf folgenden Fenster müssen wir dann die Einstellung "Auf Alpha Kanal anwenden" aktivieren! Nun stellen wir den Radius auf einen Wert von etwa 2-5. Für unser Beispiel nehmen wir einen Wert von 4. Jetzt kann man schon sehen, das das Schwert runder geworden ist. Wem das noch zu wenig ist, kann mit dem Radius noch höher gehen, doch Vorsicht:



Ein zu hoher Wert rundet das Schwert nicht nur an der Spitze ab, sondern überall! Somit kann es passieren, dass der Kern nahezu unsichtbar wird!




Auch noch zu beachten ist die Größe des Lichtschwertkerns: Ist das Lichtschwert nah an der Kamera, benötigen wir höhere Werte, ist es weiter entfernt, benötigen wir dementsprechend kleinere Werte. Wenn der Kern ganz schmal ist, also das Lichtschwert sehr weit von der Kamera entfernt ist, benötigen wir diesen Effekt fast gar nicht mehr, da in dieser Entfernung die eckigen Kanten gar nicht mehr auffallen.





Nun ist unsere Lichtschwertmaske schon bedeutend runder!



Diese Methode ist zwar nicht so sauber wie die, das Lichtschwert mit Masken abzurunden, jedoch ist sie bedeutend schneller und für schnellere und längere Kampfszenen besser geeignet. Im Endeffekt sieht man den Unterschied fast gar nicht. Welche der beiden Methoden ihr anwendet, ist euch überlassen. Für Nahaufnahmen z. B. könnte man die erste Methode und für schnellere und längere Kampfszenen die zweite Methode nehmen.




<a name="kat6">Letzter Schritt: Das fertige Video als AVI Datei ausgeben</a>

Jetzt, wo unser Video mit den Lichtschwerteffekten und den zusätzlichen Details bestückt ist, wird es Zeit, es als AVI-Datei auszugeben. Hier gibt es nun zwei Kompressionsformate, die zu beachten sind:

Man kann das fertige Video als "DV-AVI" ausgeben. Das ist die Kompression, wie man sie bei einem gecapturten Video von der DV-Kamera hat.

Das zweite Format ist "unkomprimiert". Vorteil hierbei: es ist verlustfrei, und hat die beste Ausgabequalität. Allerdings nimmt das Video bei diesem Format Unmengen an Speicherplatz in Anspruch. Vorraussetzung ist also, das man über eine sehr große Festplattenkapazität verfügt. Eine Stunde Filmmaterial im unkomprimierten Format hat eine Größe von ca. 12 GB![/b]


<a name="schritt_iii_16">Schritt 1: Qualität auf Maximum stellen</a>

Um nun unser Video zu erstellen, müssen wir zunächst die Qualität in After Effekts auf Maximum stellen, falls das noch nicht getan ist. Dazu klicken als erstes unsere Finale Komposition an, die wir später als Video haben wollen. Nun mit einem Klick auf Schalter / Modi das Menü wechseln, sodass wir die Icons wie in folgendem Bild sehen:





Hier nun alle schrägen, verpixelten Linien anklicken, sodass sie eine schöne saubere schräge Linie darstellen!


<a name="schritt_iii_17">Schritt 2: Film erstellen</a>

Jetzt klicken wir im Menü auf "Komposition – Film erstellen". Im darauf folgenden Fenster geben wir einen Namen für unser Video ein, falls wir gefragt werden. Nun sehen wir folgendes Fenster:





Das ist unsere Renderliste. Bei Rendereinstellungen sollte "Optimale Einstellungen" ausgewählt sein. Ist das nicht der Fall, oder möchte man eine andere Einstellung verwenden, kann man dies mit einem Klick auf den Pfeil noch ändern. Als Ausgabemodul wählen wir entweder "Verlustfrei", wenn wir das Video "unkomprimiert" (ohne Verlust der Qualität) haben möchten, oder wir wählen "Microsoft DV PAL 32 kHz" (mit geringem Verlust der Qualität). Die 32 kHz gibt die Qualität des Tons an. Hier können wir auch 48 kHz wählen, wenn der Ton unseres Ausgangsvideos diese Qualität hat.

Bei Speichern unter können wir mit einem Klick auf den Voreingestellten Dateinamen unseres Videos einen anderen Speicherort wählen und einen anderen Namen geben.
Falls man das Video ohne Ton ausgeben möchte, muss man einfach auf den Namen bei Ausgabemodul klicken, und im darauf folgenden Fenster den Haken bei "Audioausgabe" wegmachen.

Zum Abschluss klickt man dann auf den Button Rendern. Somit berechnet After Effekts unser Video mit all unseren angewandten Effekten!







Nun habt ihr durch dieses umfangreiche Tutorial das wichtigste gelernt, was man zum erstellen des Lichtschwerteffektes aus den berühmten Star Wars Filmen wissen muss!





<div style="color:red; font-weight:bold; font-size:12pt;">Information:</div>

An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass dieses Tutorial auf das Videotutorial von Heiko Thies basiert. Wer über eine schnelle Internetverbindung verfügt, kann sich hier das Videotutorial anschauen:


- Lichtschwert Effekt in After Effects 6.x - Videotutorial von Heiko Thies



Außerdem danke ich Heiko Thies für die Bereitstellung der Tutorial Videos!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (19. Mai 2007, 22:38)


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