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Purzel

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1

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 13:01

Dolly Eigenbau (Kurzanleitung)

So, meine Lieben, hier nun eine Kurzanleitung mit Bildern für ein Dolly.

Zuerst mal die Kurzeerklärung, was ein Dolly ist:
Es handelt sich um einen ziehbaren Wagen, auf dem der Kameramann und die Kamera Platz finden, teilweise auch auf Schienen.
Somit sind weiche Fahrten möglich, indem man zum Beispiel vor zwei Darstellern herfährt und sie filmt, während sie in Richtung Kamera mitgehen.

So jetzt aber zur Technik, wir benötigen:

Eine Birkenholz-Multiplexplatte mit mind. 80x60cm Größe und mind. 15mm Dicke!,
drei große Räder, plus ein minimal kleineres.
diverse Schrauben, selbstsichernde Muttern, Beilagscheiben, Scharnier, Winkel, etc.,
einen alten Drehhocker,
eine Stange zum Ziehen.
etwas Mossgummi.

Hier erstmal ein Foto, damit ihr sehen könnt, wie ich den Aufbau strukturiert habe:



Auf dem Bild ist noch nicht der endgültige Hocker und die Stativfixierung zu sehen, ich arbeite noch daran.

Zuerst wird mal die Mitte der Holzplatte ausgemessen.
An ihr orientiert sich danach alles andere.

Zwei Räder kommen möglichst außen an die eine Längsseite, das dritte Rad möglichst außen in die Mitte der ggü. liegenden Seite.
Warum nur drei Räder und keine vier? Ganz einfach: Drei Räder liegen immer am Boden auf, egal wie uneben dieser ist.
Aber dazu später noch was. Jetzt legen wir fest, wie das Stativ auf die Platte kommt.
Um aufgrund der knapp bemessenen Platte den Platz voll ausnutzen zu können, kommen zwei Beine nach vorne,
das dritte zeigt zum Kameramann, so daß dieser seine Beine rechts und links daneben hinstellen kann.
Ich habe die Platte aus Platzgründen extra so "kurz" konstruiert, damit man wenig Platz zum Transportieren braucht.
Wer will, kann die Platte auch auf einen Meter verlängern, sollte dann aber auch eine dickere Plattenstärke (18mm) einplanen.
Mit einem "Forstner-Bohrer" habe ich nun drei Löcher (nur zur Hälfte ins Holz) an den Stellen gebohrt, wo die Stativfüße auf der Platte stehen werden
und mit zugeschnittetenen Moosgummi-Kreisen beklebt, um hier noch eine Dämpfung zu erhalten.
Jetzt kommt der kniffelige Teil:
Die Ausbalancierung der Sitzfläche.
Da wir nur auf drei Rädern stehen, kann es zum Kippen der Grundfläche kommen!
Deswegen wird neben dem Sitz (auf Höhe des auf ggü liegenden Seite des hinteren "Sitzrades") noch ein Sicherheitsrad befestigt,
welches den Boden aber nicht berührt, sondern knapp darüber schwebt.
So können Verletzungen und Schäden an der Kamera verhindert werden, da im Falle eines Falles das "Notrad" das Kippen verhindert.
Der (Dreh-)Hocker für den Kameramann muß jetzt mit Konterschrauben/-muttern gut verschraubt werden.
und zwar so ausbalanciert, daß der Wagen nicht nach hinten kippen kann.
Der Stuhl wird mit Winkelblechen und gekonterten Schrauben fixiert.
Die Fixierung des Stativs auf der Platte erfolgt mit je einen Paar Schraubhaken und Ringschraube,
die mit starken Gummiband um die Füße des Stativs verbunden werden.
Der hier sichtbare "Stuhl" ist nur die Übergangslösung, bis ich einen passenden höhenverstellbaren Drehhocker gefunden habe.

Zu guter Letzt wird noch die Stange zum Ziehen/Schieben des Dollys mittels eines Scharniers befestigt,
sowie kleine Winkel an die Ecken, um Schäden diesen zu verhindern.
Aus praktischen Gründen habe ich noch Riffelblech für die Füße des Kameramannes auf die Platte geschraubt.

Da bei einer Dicke von nur 15mm Plattenstärke normale Schrauben nicht geeignet wären und ausreissen könnten,
empfehle ich Euch dringend, sämtliche betriebsrelevanten Teile wie Räder und Sitzfäche
ausschließlich mit gekonterten Schrauben und passenden genügend großen Beilagscheiben zu fixieren.


Viel Spaß beim Nachbauen.
Für Schäden, die Euch beim Nachbau oder der Benutzung entstehen, übernehme ich keine Haftung.

Weitere Bilder und ein vernünftiges Video stelle ich online, sobald ich alles umgebaut habe.

Wer will, kann sich auch noch Halterungen für Monitor, etc. anbringen...

Mittlerweile habe ich dieses System ergänzt, um auf Schienen fahren zu können:

Sprich: Ich habe jeweils zwei Skaterrollen im 90° Winkel zueinander auf einem Winkel montiert.
Diese laufen dann unten auf den Schienen. (Alurohre, etc.)
Wenn Amateurfilmen einfach wäre, hieße es RTL.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Purzel« (4. August 2010, 13:50)


Marcus Gräfe

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Mittwoch, 29. Oktober 2008, 16:47

Das wäre doch was für die Tutorial-Sektion, oder nicht?

Purzel

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3

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 17:07

Huch ja, da sollte es ja auch hin.... - mea culpa, mea maxima culpa...
Wenn Amateurfilmen einfach wäre, hieße es RTL.

Jonny

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4

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 18:02

Hallo, und Danke für das Turorial.

Hast du schon mal probiert ob es bei den Fahrten starke Wackler durch die Vibrationen des Wagen gibt? Die Räder scheinen mir nämlich ziemlich klein zu sein.

Wär schön wenn du mal ein Stückchen Rohmaterial hochladen könntest...

Gruß Jonathan

Purzel

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5

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 18:21

Was soll da wackeln?
Ich kann zur Zeit nix hochladen, da ich im Moment keine Kamera habe...
Obwohl, könnte mit dem Foto eine kleine Fahrt machen:
GuckstDu: [myshare]d1573592845[/myshare] (QT, ca. 9MB)
Das Video ist nun auch oben eingefügt.
Wenn Amateurfilmen einfach wäre, hieße es RTL.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Purzel« (29. Oktober 2008, 19:06)


Jonny

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6

Donnerstag, 30. Oktober 2008, 18:54

Danke für das Video!
Was soll da wackeln?
Die Kamera, durch kleinste unebenheiten des Untergrundes auf dem der Dolly fährt.
Mein Kumpel hat nen gekauften Dolly, der keine großen Luftgefüllten Reifen hat, und die Unebenheiten sehr stark überträgt. Ich dachte das wär bei deinem vielleicht auch der Fall.
Das Video war jetzt diesbezüglich sehr gut, allerdings ist der Boden wo du das ausprobiert hast, ja auch sehr glatt wie mir scheint.

Gruß Jonathan

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