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Purzel

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1

Samstag, 8. Oktober 2011, 02:35

Wie erstelle ich einen Werbefilm?

Viele Amateurfilmer verdienen sich ein wenig dazu, indem sie kleine Werbefilme für kleinere Firmen, meist auf NoBudget-Niveau erstellen.
Dies ist völlig korrekt und da es sich bei den meisten ersten Gehversuchen vermutlich um kleinere Werbefilmchen für wen auch immer handeln wird,
werde ich dazu mal ein paar Tipps an Euch los.
Je mehr ihr davon beherzigt, desto besser werden Eure Chancen stehen, auch weitere Jobs abzugreifen.
Trotz aller Euphorie sollte man sagen, vergleicht Euer Können realistisch mit dem von Profi-Werbe-Agenturen.
Dann entscheidet selbst, was ihr preislich rausholen könnt. Hierbei wird sich sehr schnell die Spreu vom Weizen trennen...!
Ihr seid i.d.R. eine One-Man-Show, bei Agenturen gibt´s Brainstormer, Designer, Künstler, whatever, die alle auf ihrem Gebiet spitze sind
und Euch locker in die Tasche stecken können, da sie gezielt zusammen arbeiten.
Bedenkt das immer bei Euren Preisforderungen!
Wenn man dem Auftraggeber mal vorhalten muss, was Profis so in Rechnung stellen (Nie machen, ist ein No-Go!) dann läuft schon was schief.
Rechnet aus was ihr verlangen würdet, was gerechtfertigt wäre und ihr Euch zutraut.
Aber vergleicht Euch nicht mit Profis, damit stellt ihr schon selbst vor dem Kunden fest, dass ihr keine seid.
Auch wenn viele vielleicht aus Unwissen heraus kein Geld nehmen würden,
wer sich richtig viel Mühe gibt darf auch angemessen kassieren!
Nie kein Geld verlangen, das ist Unsinn und wirkt unseriös. Umsonstarbeit ist auch nichts wert, alte Weisheit.

Man sollte Preise realistisch sehen aber sich immer am Markt orientieren.
Es geht nicht: "Ich bin billiger, weil ich nichts kann", sondern immer "Ich koste was die andern auch kosten (und muß dann halt so gut sein, oder mir Leute dazuholen die es können).
Ansonsten gilt: Lasst es bleiben!
Was fehlendes Equipment angeht, weswegen ihr warscheinlich Werbefilme dreht, um eben dieses Equipment zu finanzieren:
Es ist dem Kunden herzlich egal was ich brauche, alles was er erwartet (und erwarten kann) ist ein professionelles gutes Ergebnis.
Wenn ich Zusatzequipment nicht habe, berechne ich es und leihe es. Das versteht jeder.
Man hat keine Ambitionen einen guten Film zu machen, man MACHT einen guten Film. Für was anderes bezahlt der Kunde nicht.
Ambitionen reichen nicht. Wenn ich meinem Kunden sagen würde ich brauche Extrageld für ein Stativ, er würde mich zu Recht auslachen.
Ein Stativ ist normal, ebenso wie ein Fieldmonitor. Noch einmal, wer Geld verdienen will darf sich nicht als Amateur darstellen,
der auf Kosten der Kunden sein Equipment finanziert. Selbst wenn es so ist, mache ich ja auch, NIE sagen.

Der folgende Text wird Euch eventuell zu professionell vorkommen, da ich hier sehr viel Basic-Infos verwurstet habe.
Was ihr daraus macht, liegt einzig an Euch. Es wird z.B. keiner gezwungen, einen Vertrag aufzusetzen.
Aber es ist Eure Zeit, die ihr verplempert habt, wenn Euer Auftraggeber hinterher nen Rückzieher macht!

Eure Auftraggeber sind i.d.R. wahnsinnig auf Endpreise fixiert, von daher müßt ihr vorher abschätzen, was es kosten wird.
Am besten ihr macht Euch eine Liste mit Euren Preisen für Dreharbeiten, Equipmentmiete/-transport, Schnitt, ggf. Fahrtkosten., etc., was ihr abrechnen könntet.
(Eine Stunde Drehen kostet... eine Stunde Schneiden kostet... etc. )
Dazu holt Euch noch von Fremdfirmen Angebote ein (Kopierwerke, etc.!)
Und schaut, was Schauspieler so verdienen, falls ihr da welche wollt.
Sowas solltet ihr unbedingt vorher wissen. Erleichtert dem Amateur auch die Verhandlungen,
wenn man dem Auftraggeber mal vorhalten muss, was Profis so in Rechnung stellen und
um sich ab und zu mal die an die eigene Nase zu fassen und Höhenflüge zu vermeiden!
Rechnet aus was ihr verlangen würdet, was gerechtfertigt wäre und ihr Euch zutraut.
Auch wenn viele vielleicht aus Unwissen heraus kein Geld nehmen würden,
wer sich richtig viel Mühe gibt darf auch angemessen kassieren!


Zunächst einmal solltet ihr folgende Fragen mit den Auftraggeber klären:

Wer nimmt alles teil, wer davon ist verantwortlich?
Wieviel Arbeitsumfang wird das Projekt haben? Wer arbeitet am Konzept mit?
Wann soll das Projekt fertig sein? Unterschätzt das nicht!
Wie schaut´s mit Nutzungsrechten aus (räumlich oder zeitlich beschränkt?, am besten alle Rechte ahn den Kunden abgeben!)
oder welches Medium soll genutzt werden (Fernsehen, DVD/BluRay, Internet, Messen, etc.)
oder bekommt der Auftraggeber sämtliche Nutzungsrechte exklusiv?
Was ist mit anfallenden GEMA-Gebühren, falls ihr Musikrechte in Anspruch nehmt.
Klärt das vorher ggf. in einem Vertrag!

Dann klärt bitte, wie der Werbefilm selbst definiert werden soll:
Länge des fertigen Videos
Inhalt des Videos (Was soll gezeigt und erreicht werden? Welche Zielgruppe?)
Qualität (Fernsehen/Kino hat hohe Anforderungen und die Sender haben Vorgaben für das Bildformat, etc.!)
Technik
Darsteller (Was für einen Typ verkörpern die? Gage?)
Sprecher (Dialekte? Fremdsprachen? Gage?)
Drehorte (mieten?)
Musik (Gema oder sonstige Rechte?)
CGI (braucht ihr Hilfe von anderen?)
Ausgabemedium und Anzahl (Kopier/Presswerk?)

Dann fragt Euch, welche Risiken stecken da für Euch drin...?
Fängt schon an, wenn ihr keinen Führerschein habt, einer abspringt, etc...
Gibt es Dinge, die ihr nicht realisieren könnt/wollt?
Es darf keine Risiken geben, so einfach ist das.
Das höchste Risiko darf sein Null auf Null rauszugehen und was dabei gelernt zu haben. Alles andere ist wirtschaftlicher Unsinn.


Ok, nehmen wir an, ihr habt da also jemanden, der bereit ist, Euch einen Auftrag zu geben...
Ihr dreht als munter drauf los und wißt dann nicht weiter?
Falsch! Es MUSS ein Buch geben. Wenn ich nicht weiß, wie man es macht, sollte ich es lassen..:!

Wie lege ich die Länge des Werbespots fest? - Wo soll denn der Spot laufen?

- Auf einer Messe:
Da stehen der Auftraggeber/seine Mitarbeiter daneben und können was dazu erklären, da würde ein längerer Film (3Min.+) passen.
Aber danebenstehen tun sie NIE, der Messefilm muss ohne Ton funktionieren!
Damit man sich das anschauen kann, während man z.B. wartet, bis ein Mitarbeiter frei wird.

- Im Baumarkt/Hotel/Museum/etc.:
Siehe Messefilm.
Max. ein bis zwei Minuten...

- Im Kino, im Fernsehen:
Eine Minute ist schon viel zu lang, da hilft nur kürzen, kürzen, kürzen und nochmal kürzen.
Dann muss es aber auch absolut fehlerfrei sein,
weil das Video zigmal gezeigt wird und spätestens nach der dritten Wiederholung fallen Fehler dann auch auf!
Schau Dir andere Spots an, wie lange sind die und was kosten die bei Ausstrahlung!??

- Im Internet:
Dazu sollte ein Film auch kürzer sein (vor allem als ggf. Opener einer Website).
Andererseits: Wer schaut sich nen Opener an und klickt den in der heutigen Werbeüberladenen Zeit nicht weg?


Welche Slogans hat der Auftragsgeber ggf. schon?
Den Slogan/also das "Corporate Identity" sozusagen unbedingt mit ins Boot holen...

Es empfiehlt sich bei Produkten/Dienstleistungen als "Lockangebot" immer "Preis ab ...€" zu schreiben oder
verbilligte Familien-/Kombipreise aufzulisten, die sich rentieren.
Ist mMn zwar nicht die feinste Art, macht aber mittlerweile fast jeder so und wird auch so vom Kunden akzeptiert.

Bei Einblendungen immer schlichte Schrift (Arial, Tahoma, u.ä.) benutzen, kein Comic.
Es sei denn, die Firma nutzt eine bestimmte Schriftart (Corporate Identity!), dann natürlich diese benutzen!
Dasselbe gilt für Farben!
Und ganz wichtig, weil viele Amateure leider immer wieder diesen Fehler machen:
In einem Film werden maximal drei verschiedene Überblendungen verwendet!
Der Zuschauer soll sich auf das Produkt konzentrieren und nicht auf die tollen Überblendeffekte!
Nichts darf vom Produkt ablenken.
Weder Tonfehler noch Bildfehler.
Macht den Film so perfekt, wie ihr könnt. Fehler fallen irgendwann auf, denn Werbung lebt von Wiederholungen,
Werbung funktioniert durch "das in-den-Kopf-Hämmern".
Clevere Ideen prägen sich schneller ein und müssen nicht so oft wiederholt werden!
Fehler dabei leider auch!

Mach neugierig!
Warum sollte jemand aus Süddeutschland an Dein Werbeziel reisen, was gibt´s da, was es daheim nicht gibt...?
Warum sollte jemand genau dieses Produkt kaufen, wer verwendet es auch?

Und noch was Unangenehmes:
Wer sich an Amateure wendet, will denen entweder eine Chance geben oder wenig bezahlen.
Präsentiert Euer Werk also erstmal nur so dem Auftraggeber, ohne dass er eine Kopie davon in die Hände bekommt.
oder eine Kopie mit eingeblendetem TimeCode... ;)
Wenn er die endgültigtige Kopie haben will, sollte das Geld vorher sicher in Euren Händen sein.
Ich denke das ist verständlich und sollte jedem klar sein. Auch der Gegenseite, man muss es ja nicht extra erwähnen (und damit unhöfliches Misstrauen zeigen),
aber hier ist ein Vertrag wiederum gut, wo sowas unter den üblichen Floskeln mit drin steht.


Vielen Dank auch an Lutz Dieckmann, der noch mal gegengelesen hat und einige wertvolle Tipps beigesteuert hat!
Also gebt auch ihm Eure "Hilfreich"-Bewertungen!
Wenn Amateurfilmen einfach wäre, hieße es RTL.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Purzel« (10. Januar 2012, 23:38)


Filmprofi

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2

Montag, 9. Januar 2012, 14:02

Extrem hilfreicher Beitrag, da weiß jemand wovon er spricht und ich kann nur jedem empfehlen sich an diesen Richtlininen zu orientieren wenn man vor hat irgendwann selbst professionelle Filmproduktionen abzuliefern.

Selon Fischer

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Montag, 9. Januar 2012, 14:45

Schöner Text, Purzel. Ich erkennes viele aus meinem Studium wieder. Inhaltlich kann ich dem nur zustimmen. Trotzdem würd ich noch etwas an dem Beiträg bemängeln: die Präsentation. Schön wären ein paar hervorgehobene (Zwischen-)Überschriften. Außerdem sieht es ziemlich komisch aus, dass viele Sätze mittendrin auf einer neuen Zeile weitergehen :rolleyes:

edit: der Beitrag hat ja schon ein paar Monate auf dem Buckel :D Gar nicht gesehn^^

Neo

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Montag, 9. Januar 2012, 16:44

Sehr informativ! Thumbs up!

Ich hätte so einiges auch gerne bei meinem Auftragsprojekt gemacht, aber da wusste ich leider noch nicht so viel. Was ich versäumt hab war ein Vertrag. Glücklicherweise gab es aber keine Probleme am Ende mit der Bezahlung, da nämlich wesentlich mehr Arbeitsstunden bei der PostPro angefallen sind, als ich gerechnet hatte. (Viele Korrketurschleifen, der Auftraggeber hatte auch strikte Vorstellungen).

Noch ne generelle Frage:

Wie kommt man an Aufträge am besten ran? Ich wurde angeschrieben bei meinem lezten (aber auch 1.!) Auftragsprojekt ;)

Und habe Blut geleckt und würde sowas durchaus gerne wieder tun!

Purzel

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5

Montag, 9. Januar 2012, 23:02

Mir wurde nicht angezeigt, dass es hier weiterging...
Ich habe noch einige Änderungen einpflegen wollen, aber die Zeit dazu hatte ich noch nicht.

Zitat

Unter einem neuen Stativ, einem Field-Monitor oder Festplatten-Rekorder können sich die meisten ohne viele Erklärungen was vorstellen.
Bringt das ruhig in die Verhandlungen ein, es unterstreicht Eure Ambitionen, einen schönen Film abzuliefern.

Insbesondere hier wurde vom Profi bemängelt, dass es eben nicht zuträglich sei, weil es die Professionalität nicht unterstreicht.
ich ändere gerade den Grundtext oben, Danke an Lutz Dieckmann, der mir dabei geholfen hat. Bitte bedankt Euch auch bei ihm!
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Dienstag, 10. Januar 2012, 17:12

Ich habe bei meinem letzten Auftrag auch das "broadcastfähige Equipment" in der Rechnung aufgeführt. War das keine gute Idee?

Purzel

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7

Dienstag, 10. Januar 2012, 23:37

Es sollte ja klar sein, dass der Kunde das zahlt, wenn er es will... wenn Du es dazu leihen musstest, ist es völlig ok, wenn das aufgelistet ist.
Ansonsten würde ich´s aber bleiben lassen und lieber im Vetragstext mit unterbringen, dass der Kunde broadcastfähiges Material bekommt.
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joey23

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8

Mittwoch, 11. Januar 2012, 13:33

Ich habe bei meinem letzten Auftrag auch das "broadcastfähige Equipment" in der Rechnung aufgeführt. War das keine gute Idee?


Nur wenn du auch tatsächlich entsprechende Technik verwendest, ansonsten ist das "Betrug", weil du etwas abrechnest, was du gar nicht geliefert hast. Erst mal ist das nicht schlimm, nur wenn die Firma mit deinem Material an einen Sender herantritt, werden sie zu 99% abgewiesen werden, und dann an dich herantreten, und fragen warum ihr Material nach der Auffassung des Senders eben nicht sendefähig ist, du ihnen aber genau das in Rechnung gestellt hast.

Diese ganze Sache ist mir irgendwie eh ein Dorn im Auge, weil mit solchen Aktionen immer auch ein potentieller Auftrag an jemanden der damit seinen Lebensunterhalt verdient flöten geht, der aber viele 10k€ in echte sendefähige Technik investiert. Letztendlich bekommt der Kunde außerdem in den seltensten Fällen tatsächlich ein professionelles Ergebnis, mit dem er nachher auch Tatsächlich etwas erreichen kann. Wenn ich "Messe = längeres Video" höre, bestätigt das das nur. Gerade auf einer Messe überfallen den Besucher so viele Informationen gleichzeitig, dass sich eine Information schon beim ersten Blick erschließen muss. Ist natürlich auch immer eine Frage des konkreten Verwendungszweckes, ich empfehle Kunden für Messevideos lieber viele kleine Videos die in einer Schleife ablaufen, in sich geschlossen sind, aber maximal 20-30 Sekunden lang sind. So gibts noch viele Punkte mehr, in denen euer Kunde zwar ein vermeindliches Schnäppchen gegenüber einer professionellen Werbeagentur oder Produktionsfirma macht, am Ende aber ein Produkt bekommt, dass nicht dem entspricht, was er eigentlich gebraucht hätte.

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Mittwoch, 11. Januar 2012, 14:19

Leute, wenn ihr sowas _geschäftsmäßig_ anbieten wollt, dann macht Euch unbeding kundig, sonst droht eine Menge Ärger, Eure netten Mitbewerber und oder verärgerte Kunden sorgen schon für die Initialzündung.

- Werkvertrag/Dienstvertrag

- freiberuflich/gewerblich

- Buchführung/Rechnungswesen

- Wettbewerbsrecht

- Steuerrecht, speziell auch die verschiedenen Sätze für die Umsatzsteuer

- Urheberrecht/Persönlichkeitsrecht/Vertragsrecht i.a.

- Baurecht/Nutzungsrecht

- Versicherungen

- Arbeitsrecht bzgl. pot. Mitarbeiter

etc.

Grüße
CaaOss

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10

Mittwoch, 11. Januar 2012, 14:30

Zitat

Nur wenn du auch tatsächlich entsprechende Technik verwendest...
Nur um ganz sicher zu sein. Wenn ich das richtig sehe, ist unter anderem die Farbabtastung 4:2:2 ausschlaggebend für viele Sender. Meine Canon XF300 wird u.a. von Arte und der BBC genutzt. Ergo kann ich damit sendefähiges Material produzieren, oder sehe ich das falsch? Eine saubere Tonlösung ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Aber eines muss ich eingestehen; natürlich gibt es einen Unterschied zwischen "broadcastfähigem Equipment" und "sendefähigem Material" :)

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11

Mittwoch, 11. Januar 2012, 14:41



Aber eines muss ich eingestehen; natürlich gibt es einen Unterschied zwischen "broadcastfähigem Equipment" und "sendefähigem Material" :)


Beide Begriffe für sich alleine ohne weitere Erläuterungen haben sicherlich keine rechtlich relevante Aussagekraft, sie sind schlicht nicht ausreichend rechtsrelevant definiert, wie auch in der heutigen Zeit...

Grüße
CaaOss

joey23

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12

Mittwoch, 11. Januar 2012, 15:49

Rechtlich nicht, guter Anhaltspunkt sind aber die Einschätzungen der BBC zu diesem Thema. Jeder Sender definiert das allerdings anders, auch je nach Wichtigkeit des Materials.

Wenn ihr das tatsächlich gewinnbringend betreiben wollt, was aber wohl für die meisten hier nicht gilt, muss eine entsprechende Anmeldung beim zuständigen Finanzamt erfolgen. Allerdings lässt sich sowas lange als Hobby betreiben, auch wenn dabei geringe Einkünfte erzielt werden. Im Zweifel hilft da nur ein Steuerberater.

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Mittwoch, 11. Januar 2012, 17:03

Hi,

ich bin ja sozusagen ein "gewerblicher Amateur" ...

Ich kann eigentlich jedem, der solche Projekte angehen will raten, sich selber nicht zu überschätzen, gerade als "One Man Show".

Man sollte sich immer vor Augen halten, was man kann (natürlich darf man sich auch weiterentwickeln) und dann abschätzen, ob ein bestimmtes Projekt "zu gross" ist oder ob man es mit den Mitteln und Fähigkeiten, die man hat, realisieren kann.

Ist man einmal ein Vertragsverhältnis eingegangen, hat man 100% ig das zu liefern, was man zugesichert hat. Also sichert nur das zu, was ihr auch liefern könnt. Alles andere ist eine Frage des kaufmännischen Geschickes ...

Mein Metier sind z.B.: kleine Firmenfilme für Leute, die sich und ihr Unternehmen auf ihrer Internetseite präsentieren möchten. Da braucht es kein "broadcastfähiges Equipment" - zumal ich auch kaum Ahnung habe, wie man sowas in seinen Feinheiten zu bedienen hätte. Wenn also jemand bei mir anruft und nachfragt, ob ich ihm einen Spot für den Prime-Time-Werbeblock auf ARD und ZDF drehen kann, dann sage ich ihm: "Tut mir leid, aber dafür bin ich nicht gerüstet." Man sollte keine Aufträge annehmen, die man nicht adäquat erfüllen kann.

Insofern sehe ich mich auch nicht in Konkurrenz zu Leuten, die eben mit > 10K € - Equipment auftreten (auch wenn ich ich mir bei meiner letzten Produktion tatsächlich Kameras und Licht etc. ... in diesem Wert zusammengeliehen hatte - aber eben auch weitere Leute, die wissen was sie tun engagiert ...) und für einen Film eben auch 5K € und mehr aufrufen - meine (normale, alltägliche) Zielgruppe könnte sich so etwas gar nicht leisten und andersherum könnte der "5K € pro Film Produzent" von meinen Kunden auch kaum existieren.

Soll aber natürlich nicht heissen, dass, wenn ich mal die entsprechende Erfahrung gesammelt habe (wo ich gerade dabei bin), nicht auch in einem solchen Bereich ein/aufsteige ;-)
"Wo ein scheiß Wille ist, da ist, Gott verdammt, auch ein scheiß Weg." (Don Logan)


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Mittwoch, 11. Januar 2012, 17:28

Dieser Beitrag soll eben dazu da sein, kleine Werbefilme zu erstellen, zum Beispiel für "Onkel Heini´s Bootsverleih",
"Tante Lisa´s Kleintierladen", etc.
Ihr bastelt da schon wieder viel zu viel Schmarrn aussenrum.
Als Amateur sollte man wissen, was man selbst kann und dementsprechend anbieten.
Steuerrecht etc. blabla, muss jeder selbst wissen, ich gebe hierzu keine Rechtsberatung.
Es geht hier nur darum, einen kleinen Leitfaden für die zu geben, die sich ihr Equipment mit Werbefilmen erweitern wollen.
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Mittwoch, 11. Januar 2012, 22:05

allright, hier dazu meine Tipps:

Man braucht, gerade im Low-Budget-Bereich, eine gute Idee.

Die muss man aber nicht zwangsläufig selber haben ... - ich erinnere mich an einen früheren Auftraggeber, dessen Spruch mir irgendwann ziemlich zum Hals heraushing, aber der zumindest manchmal stimmt: "Gut geklaut ist besser als schlecht selber gemacht."

Schaut euch einfach mal auf YouTube & Co um, wie Werbespots in den Staaten gemacht werden.
Es gibt auch Portale, auf denen witzige Spots rund um den Globus gezeigt werden, z.B.: http://www.veryfunnyads.com

Und dann natürlich darüber nachdenken, ob man es nicht einfach den "Klassikern" nachempfindet, z.B.: (wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet ich sowas vorschlage ?) diese typischen Greenscreen-Spots à la "Pickup" oder "Base". Ein paar witzige Sprüche überlegen, die zum Kunden bzw. dessen Zielgruppe passen, irgendwo ein Greenscreen/Bluescreen Setup aufbauen und dann los. Lässt sich ohne viel Aufwand machen und "Onkel Heini´s Bootsverleih" ist begeistert, dass sein Spot aussieht wie der von den "Großen" ...

Da hier weiter oben auch gefragt wurde, wie man an solche Aufträge rankommt: Da hilft nur kontinuierliche Akquise. Ruft die Leute in Eurer Nachbarschaft an, geht Klinken putzen. Anders geht es kaum, bis man sich einen Kundenstamm aufgebaut hat, der einen weiterreicht.
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Donnerstag, 12. Januar 2012, 12:48



Da hier weiter oben auch gefragt wurde, wie man an solche Aufträge rankommt: Da hilft nur kontinuierliche Akquise. Ruft die Leute in Eurer Nachbarschaft an, geht Klinken putzen. Anders geht es kaum, bis man sich einen Kundenstamm aufgebaut hat, der einen weiterreicht.


Eine recht naive Vorstellung.

Als erstes müssen ein paar Referenzen her, notfalls in der Summe kostenneutral, in der Fotowelt nennt sich das u.a. für bestimmte Metiers TFP.

Mit den Referenzen tritt man dann u.a. an pot. (geschäftliche) Kunden und passende Dienstleister heran, aber in diesem Fall ist die Erfolgschance nur nennenswert, wenn die Videos in ein Gesamtkonzept eingebunden werden, welches man entweder selbst (viel Arbeit) und oder per Netzwerk über Dritte (weniger Arbeit, größere Erfolgschancen) leisten kann.

Ein erfolgsversprechendes Gesamtkonzept sähe für Onlinevideos vor, dass man dem Kunden u.a. eine qualitativ hochwertige Website anbietet, sowie ein gutes SEO und die Integration wichtiger sozialer Netzwerke und obendrauf dann die Videowerbung als zusätzliches Werbemittel.

Anreize schafft man über (geschäftliche) Kunden die um die gleiche Zielgruppe buhlen mit deren jeweiligen Bemühungen, die nicht aus der eigenen Feder stammen sollten.

Also Netzwerk aufbauen und oder direkte Anschreiben und persönliche Akquise, aber spätestens dann kommen die o.g. zu beachtenden Aspekte im Spiel, die Mitbewerber, die ums selbe Futter buhlen, freuen sich nicht über über zusätzliche Karpfen im Teich...

Grüße
CaaOss

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »CaaOss.TV« (12. Januar 2012, 12:54)


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