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sollthar

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Sonntag, 15. August 2010, 14:43

Sollthars Filmguide "Kamera"

Kamera

Die Kamera ist das „Auge“ deines Zuschauers. In einem Film ist sie das wichtigste Element, das dir zur Verfügung steht, um deine Geschichte zu erzählen. Für einen Film sind also vorallem Geschichten geeignet, die sich durch Bilder gut erzählen lassen. Natürlich sollten das nicht irgendwelche Bilder sein, sondern diejenigen, die deine Geschichte am besten erzählen. Und deswegen setzt du dich auch bereits vor dem Dreh damit auseinander, wie dein Film aussehen soll.

Aber erst die Theorie: Man unterscheidet beim Film verschiedene Einstellungen und Kamerawinkel:

Die Einstellungstypen


Totale / Establishing-Shot


Eine Totale Einstellung wird häufig gebraucht, um eine Szene einzuleiten. Sie ist vor allem auf den Drehort selbst fixiert und zeigt einen „Überblick“. Wichtige Details oder Emotionen gehen oft total verloren. In dieser Einstellung passieren also nicht wirklich Handlungen, sondern viel mehr eine Orientierung für den Zuschauer.


Halb-totale / Total-Shot


Die Halbtotale ist schon etwas deutlich auf eine Figur/ ein Objekt gerichtet und zeigt diese komplett von Kopf bis Fuss. Der Hintergrund wird unwichtiger, die Figuren werden wichtiger. Emotional ist dies immer noch relativ neutral und lässt den Zuschauer etwas genauer hinschauen, aber nicht mehr. Emotional passiert hier also weiterhin nicht viel. Genutzt wird sie oft bei Gängen von A nach B oder grossen Bewegungen.


Halbnahe / Normale / Normal-Shot


Die „Normale“ Einstellung ist der Standard. Normalerweise geht sie von der Hüfte bis zum Kopf. Sie fokussiert deutlich mehr auf die Figuren und lässt den Zuschauer auch emotional mehr am Geschehen teilhaben, da man bereits gut Gefühle von den Gesichtern und der Körpersprache ablesen kann. Die meisten Szenen bewegen sich in diesem Rahmen und gehen selten weiter weg – es sei denn, eine Neu-Orientierung ist nötig.


Gross / Close-Up


Der Closeup wird verwendet, um dem Zuschauer Emotionen zu zeigen. Diese Einstellung weist deutlich auf ein Detail hin, zB ein Gesichtsausruck, ein Gefühl, eine Handlung etc. Sie ist stark fokussiert und hat dramaturgisch viel Gewicht. Wenn also etwas gesagt wird, was wichtig ist oder emotional etwas passiert, was relevant ist, wird diese Einstellung verwendet.


Detail / Extreme Nahe / Extreme Close-Up


Diese Variante ist die extreme Version eines Closeups. Es wird überdeutlich, dass ein bestimmtes Detail sehr wichtig ist. Diese Einstellung wird nur dann verwendet, wenn etwas wirklich absolut dramaturgisch wesentlich oder ein kleines Detail ist. Diese Einstellung wird für Details verwendet, von denen man unbedingt will, dass der Zuschauer sie mitbekommt.


POV / Point of View / Ego-Perspektive

Diese Sondereinstellung zeigt etwas direkt aus dem Blinkwinkel einer Figur. Man will also nicht nur einfach zeigen, was die Person sieht, sondern den Zuschauer auch in ihre Situation bringen. Der Zuschauer wird in dieser Einstellung also vom Beobachter zum Teilnehmer der Situation. Dies sollte man auch entsprechend gezielt einsetzen.


Schultereinstellung / Overshoulder


Hier dreht man, oft bei Gesprächen, über die Schulter des Gesprächspartners, sodass dieser noch angeschnitten zu sehen ist. Diese Einstellung ist typisch für einfach Gespräche zwischen zwei Menschen. Man sagt damit aber auch, der eine ist momentan nicht so wichtig wie der andere. Gleichzeitig sagt man auch, der Gesprächspartner ist aber doch wichtig genug, um immer noch in der Einstellung drin zu sein. Man hätte ihn ja auch ganz weglassen können – bei ganz wichtigen, dramatischen Sätzen, wird dies dann auch oft getan.



Kadrierungen

Es gibt Regeln dafür, was eine gute ("gut" heisst hier angenehm, leicht entschlüsseln) Einstellung ist und was für Merkmale diese zu erfüllen hat. Wie man ein Bild aufbaut, nennt man „Kadrierung“. Eine weit verbreitete At und Weise die sogenannte „Rule of thirds“ (Drittelsregel):



Das Bild wird dabei sowohl horizontal wie vertikal in Drittel aufgeteilt. Dies ergibt ein Gitter mit 9 Elementen. Eine Bildkomposition wird nun so gewählt, dass sich möglichst viele Objekte innerhalb dieser Flächen befinden, oder die Linien bestimmte Bereiche abgrenzen (Zum Beispiel die Augen des Schauspielers, der Kopf einer Schauspielerin, das Dach eines Autos etc)
Auf diese Weise wird dem Zuschauer das Betrachten des Bilder erleichtert. Grundsätzlich ist ein Bild ein Informationsträger, der zuerst vom Gehirn entziffert werden muss. Je einfacher dies geht, desto „besser“ ist das Bild aufgebaut.



Das erste, was sich ein Mensch anschaut, wenn er auf das Foto einer Person blickt, ist das Gesicht bzw die Augen. Nun sollte man eben genau diese Partien von Interesse nicht in der Mitte des Bilder platzieren, sondern auf den bei der Drittelsteilung entstandenen Linien und Partien. Dadurch wird das Bild spannender und interessanter.

Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt ist die möglichst klare Trennung von Vordergrund und Hintergrund. Dies kann mit verschiedenen Mitteln erzielt werden, wie zB

- Der Hintergrund hat eine völlig andere Farbe
- Der Hintergrund hat eine andere Struktur
- Der Hintergrund ist heller/dunkler als der Vordergrund.
- Der Hintergrund ist unscharf



Die „Achse“

Der „Achsenbruch“ ist der häufigste Fehler von Ameteurfilmern. Man kann seine Kamera nämlich nicht irgendwo platzieren, sondern nur nach bestimmten Regeln. Einfach gesagt, geht die Regel so: Für jede Figur muss eine 2dimensionaler Blickrichtung etabliert werden, die sich während der Szene nicht verändern darf.



Nehmen wir als Beispiel die Einstellungen hier. Wir haben nun definiert, dass beide Personen nach rechts gehen. Jede Einstellung, die den älteren Mann zeigt, wie er den jüngeren anschaut, wird ihn also zeigen müssen, wie er nach rechts blickt. Wenn der jüngere Mann ihn anschauen will, wird er sich umdrehen und nach links blicken müssen. Die folgenden beiden Einstellungen behalten diese Blickrichtung bei. Obwohl in beiden Einstellungen nur einer der beiden Gesprächspartner zu sehen ist, bleibt klar, dass sie sich anschauen.



Die Kamera darf also nur so platziert werden, dass sich die Blickrichtung nicht ändert, damit beide auf der gleichen „Achse“ bleiben. Die blaue Seite ist okay, die gelbe nicht.

Entsprechend komplexer wird das ganze, wenn mehrere Personen involviert sind.




Wo auch immer ich nun also die Kamera hinstelle, diese Blickrichtungen dürften nicht mehr geänader werden.

Einzige Ausnahme: Das Kreuzen. Wenn ich die Achse wechseln will, dann brauche ich eine Einstellung, die so choreografiert ist, dass man explizit sieht, wie die Schauspieler die Achse wechseln (Also einer der Spieler vor einer anderen durchgeht).

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »sollthar« (23. Januar 2011, 18:10)


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Sonntag, 15. August 2010, 14:49

Finde ich klasse. Habe mir noch nicht alles durchgelesen, aber finde es erstmal sehr gut auf den Punkt gebracht. Allerdings sollte man auch sagen, dass deine Arbeit (ich kann nur den bisherigen Teil beurteilen) zeigt, was gut ist. Allerdings manchmal nicht erklärt, warum das so ist. Beispielsweise schreibst du, dass man die Augen (als Konzentrationspunkte) nicht in der Mitte, sondern außen setzt. Du begründest es damit, dass dadurch "das Bild spannender und interessanter" wird. Was in sich stimmt. Allerdings erklärst du nicht weiter, was es sich damit auf sicht hat. Also dass dahinter die Theorie vom Goldenen Schnitt liegt und dass der Goldene Schnitt gerade ein Verhältnis beiden Horizontalen Strecken ist (wenn sich die größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren). Die Augen liegen also nicht nur links oder rechts, sondern meist sogar direkt auf der Vertikalen, die den Goldenen Schnitt auf Bildern zu erkennen gibt.

Wikipedia schreibt dazu ganz richtig: "Inwieweit die Verwendung des Goldenen Schnittes in der Kunst zu besonders ästhetischen Ergebnissen führt, ist letztlich eine Frage der jeweils herrschenden Kunstauffassung." Daher ist dadurch nicht objektiv gesagt, was schön ist. Trotzdem sollten sich Anfänger darauf verlassen.

Insgesamt finde ich deine Arbeit klasse. Meine geistigen Ergüsse hier sollen deine Arbeit nicht fertig machen, versteh das nicht falsch. Man könnte nur noch mehr und noch genauer erklären.

Ich werde mir deine Arbeit nochmal genauer durchlesen, weil ich finde, dass du das sehr gut machst und ich daraus auch lernen kann. :thumbsup:

Grüße

sollthar

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Sonntag, 15. August 2010, 14:50

Du hast völlig recht, ich liefere für die Theorien auf die ich mich beziehe keine Erklärung oder Hintergrundinformation oder arbeite sie detailliert aus. Ich kenne sie zwar und finde sie teils auch interessant (Die Drittelsregel hat ja auch Neuropsychologische Erklärungsansätze), aber ich versuch mehr, einen praxisnahen Schnellkochkurs zu geben. Sozusagen eine Knorr Quick-Soup zum Filmemachen. Das Wichtigste in Kürze. :)

Wer mehr Infos zu den einzelnen Regeln oder Theorien will oder sich ins philosophische "Was ist schon Schönheit?" begeben will, kann sich ja dann in entsprechend genauerer Literatur damit auseinander setzen. Dafür ist dieser Guide aber nicht gedacht. Sonst wird der Text zu lange und zu kompliziert, wenn ich alles erkläre und auch noch relativieren muss. :)

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Sonntag, 15. August 2010, 14:51

Alles klar. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass du Kants Begriff der "Ästethik" mit hineinbringst. Dafür hast du wahrscheinlich keine Lust oder Zeit. :P

Ich dachte daran nur, weil du ein Bild hast, wo du zeigst, wie die Drittel-Regel funktioniert. Dort hast du zwei vertikalen drin. Beide vertikalen Teilen das Bild in Drittel, wodurch der Goldene Schnitt klar wird. Man sieht einfach zu schön, wie exakt der Goldene Schnitt hier verwendet wurde. Es ist nicht bloße Theorie, sondern es ist schön in das Bild hineingearbeitet. Ach weiße was. Du machst das gut.^^

sollthar

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Sonntag, 15. August 2010, 14:52

Hehe, ja. Auch die ganzen Konstruktivisten werden mit meinem Guide nicht angesprochen. ;)

Pfabi

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Sonntag, 15. August 2010, 14:53

Sorry, aber deine Einstellungstypen find ich etwas seltsam, hab ich vorher noch nie so gehört.
Deine "Weite" kenn ich als Totale oder Supertotale und deine "Totale" ist bei mir eher eine Halbotale. Die "Normale" ist die Halbnahe und die "Extrem Nahe" ist die Große. Dann fehlt noch die Detailaufnahme und die Amerikanische.

Ich weiß nicht wie der Rest des Forums das kennt.

Hier hab ich n Beispiel gefunden, so wie ichs kenn.
http://eifelarea.files.wordpress.com/200…ngsgrosen-1.jpg

Grüße: Pfabi
Ordnung ist die Lust der Vernunft, Chaos ist die Wonne der Phantasie.

Schreib dich nicht ab, lern SUCHEN.

sollthar

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Sonntag, 15. August 2010, 14:56

Ah, danke für den Hinweis. Ja, ich treffe auf verschiedene Begriffe für das gleiche, kenne auch verschiedene (zumal ist der Text aus dem englischen übersetzt, da diese Passage ursprünglich auf englisch verfasst wurde). So ähnlich wie mit der Schärfentiefe/Tiefenschärfe. Ich kanns ja updaten und die Begriffe nachrüsten! :D

Die amerikanische hab ich bewusst mal weggelassen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sollthar« (15. August 2010, 15:02)


Marcus Gräfe

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Sonntag, 15. August 2010, 16:40

Ich habe es in meiner Ausbildung auch so gelernt, wie im Link von Pfabi gezeigt. Ich denke mal, das ist von Land zu Land und von Beruf zu Beruf unterschiedlich, wie man es lernt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (15. August 2010, 19:19)


sollthar

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Sonntag, 15. August 2010, 16:52

Alles klar, danke! Habs entsprechend angepasst. Hoffe, jetzt sind die Begriffe in dem Fall so, wie bekannt.

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Montag, 16. August 2010, 01:34

Hey sollthar,

Ich habe eben den Film "Auf der anderen Seite" gesehen. Nachdem ich seit einigen Tagen nur noch Filme von Fatih Akin schaue, kann ich folgendes feststellen: Herr Akin sch**** auf die Drittel-Regel. Tut mir Leid, für diese plumpe Art, aber das ist das beste um es auszudrücken. Die Kadrierung in seinen Filmen ist sowas von nicht nach Goldenem Schnitt oder sonstigen Kadrierungsregel. Das ist sehr komisch.

Ich widerspreche dir damit nicht, dass durch die Drittel-Regel interessante Aufnahmen erzeugt werden. Das ist vollkommen richtig und so habe ich es auch schon in der Schulzeit gelernt. Aber offensichtlich kann man auch versuchen die Drittel-Regel sparsam einzusetzen, um bestimmte Bilder hervorzuheben. Das macht Fatih Akin in seinen Filmen ganz deutlich. Manche Regisseure benutzen die Regeln für interessante Bilder nur in Einstellungen, wo sie das Interesse der Zuschauer wecken wollen. In anderen Einstellungen lassen sie es ganz weg. Im Zeitalter von Inception wird diese Art der Kunst aber vielleicht untergehen. Mal schauen...

Grüße

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sollthar

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Montag, 16. August 2010, 08:03

Oh, bestimmt! Es ist ja nicht so, dass der goldene Schnitt bzw die Drittelsregel die einzige Kadrierungsregel ist, die's gibt. Da gibts auch noch ganz andere Verhältnisrechnungen. Ich verwende auch nicht immer dasselbe.

Mal abgesehen davon: Ein "schönes Bild" in eine mathematische Regel zu packen ist natürlich auch von Anfang an eine schwammige Sache - etwa so, wie wenn eine wissenschaftlich getestete "Wie krieg ich viele Freunde" Statistik oder "Dating-Regeln" erstellt werden. Nichtsdestotrotz ist sowas auch nicht grundsätzlich zu vernachlässigen. Letztendlich gibt es zig Gründe, auf alle diese Regeln zu verzichten und trotzdem ein gutes oder sogar besseres Bild zu erzielen. Je nach Hintergrund, Farbkombinationen, Linien, Bewegung können grossartige Bilder entstehen, wenn man ganz was anderes macht. Genauso wie sich viele geniale Geschichten an keinerlei Dramaturgieregeln orientieren.
Wenn sich jeder immer an alle wissenschaftlichen Formeln hielte, würde ja auch die ganz Kunst als Kunstform stillstehen und wir bekämen immer dieselben Sachen vorgesetzt. :)

Für NewComer, die (noch) keinerlei Gefühl für Kameraarbeit besitzen ist es aber sicher nützlich, Regeln zu kennen und damit zu arbeiten. Irgendwann entwickelt man dann ein Gefühl dafür und kann sich dann auch von den Regeln lösen, weil man weiss wieso - anstatt weil mans eben nicht weiss.

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