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schattenfänger

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1

Samstag, 2. September 2017, 06:58

Dreh einer Reportage

Bei uns in der Stadt wurde ein großer Wohnungsbestand (ca. 13000 Wohnungen) in den letzen 12 Jahren immer und immer wieder an Investoren (Fonds) verkauft und kam dadurch sehr herunter: Reparaturen, Instandhaltungsmaßnahmen am Wohnungsbestand wurden so gut wie gar nicht durchgeführt.
Ich möchte nun über die Situation eine Reportage drehen und frage mich, inwiefern ich eine Drehgenehmigung brauche. Zur Information vorab: diese Reportage soll zunächst im örtlichen Bürgersender gezeigt werden, eine weitere Veröffentlichung in benachbarten Bürgersendern im Bundesland und ggf. auf Youtube sind ebenfalls vorgesehen.

Zum Inhalt: der erste Teil der Reportage soll sich mit dem Zustand der vermieteten Häuser und den dazugehörigen Außenanlagen (Grünflächen, Wegen, Sitzgelegenheiten, Spielplätzen) beschäftigen. Totale von den Häusern sind problemlos von der Straße aus zu machen. Ebenfalls könnte ich mit einem Teleobjektiv Nahaufnahmen (Risse und Löchern in den Fassaden), Schäden an Dächern, etc. filmen. Schöner wäre es aber, wenn ich nah an die Schäden herangehen könnte, was auch insofern möglich wäre, als das es keinerlei Zäune oder andere Absperrungen in der Siedlung gibt.
Den desolaten Zustand von zum Beispiel Wegen hinter oder zwischen den Häusern (Löcher, Grünbewuchs) würde ich auch gern filmen, müsste dann aber auf das Gelände gehen.

Im zweiten Teil wird es Interviews mit Mietern geben (davon gibt es nicht wenige), die Interesse daran haben, ihre Seite darzustellen. Hier würde ich entsprechende Einverständniserklärungen zur Veröffentlichung trotzdem einholen, obwohl ja durch das freiwillige Reden vor der Kamera deren Einverständnis vorausgesetzt werden kann.
Thematisch soll es hier um die Zustände der Häuser und Grünflächen gehen, aber auch zum Beispiel um die Betriebskostenabrechnungen. Zum Thema Betriebskostenabrechnung wird es auch zu einem Interview mit dem hiesigen Mieterschutzbund kommen, der seit Jahren gegen die falschen Abrechnungen vorgeht.

Im dritten Teil würde ich dem Wohnungsverwalter Gelegenheit geben, seine Sicht darzustellen bzw. Stellung zu den Aussagen der Mieter zu nehmen. Hier würde ich schriftlich bitten, Stellung zu nehmen und gehe dann von einem Einverständnis aus, wenn er sich vor der Kamera äußert.

Ich denke, dass ich mit dem Vorgehen für den zweiten und dritten Teil der Reportage auf der sicheren Seite bin, oder sehe ich das falsch? Beim ersten Teil bin ich aber unsicher. Vielleicht habt Ihr Tipps und Infos für mich in Bezug auf die Frage: welche Art von Aufnahmen sind von welchen Positionen aus zulässig? Was habe ich zu beachten?
Ich könnten den Verwalter um eine Drehgenehmigung bitten, bin mir aber nicht sicher, ob ich sie bekomme, da er stets um eine positive Darstellung in der Presse und anderen Medien bemüht ist. Andererseits würde die Verweigerung dieser Genehmigung Bände sprechen und ich müsste auf die Aufnahmen verzichten, könnte dann aber in der Reportage den Gedanken aufgreifen und anmerken, dass eine Genehmigung von ihm verweigert wurde.

Mir ist klar, dass das Thema (zumindest hier in der Region) eine gewisse Brisanz hat und der Wohnungsverwalter vermutlich in Erklärungsnot kommt. Ich möchte vermeiden, dass ich von ihm rechtlich belangt werden kann. Allerdings geht es mir nicht darum, ihn schlecht dastehen zu lassen, vielmehr will ich nüchtern und sachlich Fakten und Istzustände darstellen.

Schon jetzt vielen Dank für euer Feedback und ein schönes Wochenende.

Besten Gruß vom
Schattenfänger

Selon Fischer

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Samstag, 2. September 2017, 08:37

Eins vorweg: eine rechtliche Beratung kann und darf das Forum nicht ersetzen.

In NRW kann man auf allen öffentlichen Plätzen und Räumen drehen und alles filmen, was von dort aus sichtbar ist. Wenn du allerdings auf einen Privatweg des Geländes musst, kommst du um eine Drehgenehmigung nicht herum. Als investigativer Filmer könntest du für dich allerdings entscheiden, ob der Nachteil einer nicht erteilten Genehmigung durch den Besitzer nicht schwerer wiegt, als dein Risiko. Gerade, wenn du keinen Kran oder ähnliches auffährst und sogar aus der Hand filmst, wird dir da keiner was wollen. In deinem Fall würde ich das öffentliche Interesse höher stellen.
Davon ungeachtet würde ich aber zwingend darauf achten, dass du, wenn du dich auf Privatgelänge filmend bewegst, unbedingt Urheber- und Persönlichkeitsrechte achtest und notfalls in der Post unkenntlich machst!

Einwilligungserklärungen einzuholen, ist datenschutzrechtlich immer eine gute Idee. Schon allein aus ethischer Perspektive, um den Leuten einen Zettel in die Hand zu drücken, wo sie schwarz auf weiß stehen haben, wo sie erscheinen werden und im Notfall ihre Teilnahme auch widerrufen können.

schattenfänger

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3

Samstag, 2. September 2017, 10:10

Vielen Dank für Deine Ausführungen. Natürlich werden bei den Aufnahmen für den ersten Teil keine Personen im Bild zu sehen sein. Auch werde ich natürlich Häuser so filmen, dass man "nicht durch die Fenster" guckt. Aufgrund der Vielzahl der einzufangenen Bilder werde ich wohl hauptsächlich mit einer Schulterkamera drehen. Einen Kran oder ähnliches steht mit nicht zur Verfügung. Allenfalls wird mal hier und da ein Stativ benutzt werden.

Ich hätte noch eine Frage, da dieses das erste Projekt dieser Art für mich ist: was meinst Du mit dem Abwägen der Interessen? Also was bedeutet in dem Zusammenhang das öffentliche Interesse?

Viele Grüße

Schattenfänger

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Samstag, 2. September 2017, 10:21

Kurze Frage, von welchem Bundesland und welcher Stadt sprechen wir? Das wirkt für mich sehr nach Bremerhaven. (Dutzende Leerstehende Häuser, Schrott-Häuser, etc...)

schattenfänger

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5

Samstag, 2. September 2017, 10:43

Nein, wir reden von Salzgitter in Niedersachsen.

joey23

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Samstag, 2. September 2017, 15:53

Gibts bei TV38 niemanden, der dich da beraten kann? ich könnte mir auch vorstellen, dass http://regionalbraunschweig.de/ daran Interesse hat.

schattenfänger

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7

Samstag, 2. September 2017, 17:25

Gibts bei TV38 niemanden, der dich da beraten kann? ich könnte mir auch vorstellen, dass http://regionalbraunschweig.de/ daran Interesse hat.



Ja, da werde ich Montag mal hinfahren. Allerdings herrscht dort aufgrund der geplanten Umstrukturierung gerade etwas Stress, so dass ich nicht mit meinem Anliegen da stören wollte.

Besten Gruß vom
Schattenfänger

PS: kommst Du aus der Region?

joey23

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8

Sonntag, 3. September 2017, 09:21

Jap, in Braunschweig aufgewachsen, in Hildesheim studiert, und wegen Job jetzt in Hannover. Um Salzgitter habe ich immer einen Bogen machen können :D

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