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Tofuhuehnchen

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Sonntag, 22. Januar 2017, 13:29

Szenenbeleuchtung - Vorher planen oder erst am Drehort?

Hallo Leute,

ich habe Anfang März einen kleinen Dreh von 1 Tag in einer ehem. Kaserne, Besichtigungstermin ist nächste Woche.
Geplant ist neben einem Fotoshooting einer befreundeten Fotografin auch einige Szenen zu drehen um meinen selfmade Dolly zu testen und mich mit einem Set Dedos zu spielen.
Ein grobes Konzept besteht bereits - es wird nichts aufregendes.

Mir stellt sich aktuell die Frage wegen der Beleuchtung - überlege ich mir im Vorhinein bereits wie ich jede einzelne Szene beleuchte oder mache ich das dann vor Ort?


Danke schonmal für eure Antworten.
Euer
Tofuhuehnchen

Tiger

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Sonntag, 22. Januar 2017, 14:18

Kommt darauf an, welche Ansprüche du an das Licht hast. Wenns einfach nur hell sein soll, muss man nicht so arg viel vorbereiten. Wenn es um kreative Beleuchtung geht, ist es schon sinnvoll, das vorher zu planen und auch zu dokumentieren. Licht ist ja auch Teil der Dramaturgie. Gerade mit Dedolights kannst du recht flexibel beleuchten, da wäre es schon nützlich, vorher ein Konzept zu haben. Ich persönlich finde gerade wenig beleuchtete Szenen mit deutlichen Schatten und dunklen Ecken (Low Key) wesentlich interessanter als unnatürlich hell und steril ausgeleuchtete Räume. Gerade dann wird die Planung wichtig, daß man trotz geringer Beleuchtung noch die wesentlichen Dinge "im rechten Licht" hat, highlights sauber rauskommen und es nicht überall einfach nur noch übel rauscht auf der Aufnahme. Wenn du nen Beleuchter mit hast, wird der sich auch freuen, wenn die angestrebte Lichtsituation schon vorher zumindest grob definiert wurde.

movie-grinder

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Sonntag, 22. Januar 2017, 15:48

typisch beim film ist ja, einer erklärt eine szene anderen personen und jeder einzelne hat ein anderes bild im kopf. so etwas vermeide ich immer gerne. ich finde es ist eine gute vorgehensweise sich VOR dem dreh bilder zu suchen (oder selbst zu generieren) die einen gewissen sachverhalt klären. in deinem fall die lichtstimmung.
wenn du bilder hast und sie deinem kameraman vorher zeigst, dann könnt ihr den style zum einen vor dem dreh diskutieren. oftmals ist es ja so, das ein crew mitglied, ob kameraman oder darsteller oder autor ein anderes verständniss der szene hat. das letzte was du beim dreh am set brauchst sind diskussionen. daher wickel das vorher ab. VOR dem dreh sollte jeder wissen was zu tuen ist. am set selbst wird das nur noch abgearbeitet und andere probleme aus dem weg geräumt. wenn du das licht konzept mit deinem kameraman vor der set begehung schon klärst kann er auch besser planen und z.b. entscheiden ob z.b. die fester abgehängt werden müssen, oder ob noch eine zusätzliche 5kw durch die fenster bimmeln muss.
beim eigendlichen dreh hast du zum einen IMMER zu wenig zeit, daher vorher aus dem weg räumen was geht, zum anderen willst du dich am set ja in erster linie mit den schauspielern beschäftigen, die technischen departments sollten da auf autopilot laufen.

hier mal als beispiel 3 licht situationen aus innenräumen. die drei bilder klären alles, da ist dann keine weitere diskussion notwendig. wenn du die bilder aber nur beschreibst wirst du vermutlich nie bekommen was du willst
»movie-grinder« hat folgende Bilder angehängt:
  • screen-shot-2013-08-18-at-11-29-14-768x480.png
  • Brigitte-Bardot-in-Love-Is.jpg
  • in-tatort-ulrike-folkerts-korken-art-weise_855688993_800x600_0e0070770018a12661552e184af05ec7.jpg

Marcus Gräfe

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Sonntag, 22. Januar 2017, 20:58

Bei aufwendigeren Produktionen plane ich die Lichtsetzung auf jeden Fall vorher und mache mir einen Floorplan, wo auch die Kameraposition(en) eingezeichnet sind. Wenn's eher "EB-mäßig" ist, also wie ein kurzer, spontaner Bericht fürs TV, würde ich es vor Ort festlegen.

Tofuhuehnchen

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Sonntag, 22. Januar 2017, 21:33

Servus Leute,

also erstmal dickes Danke für eure Antworten.
Hmm...also da ich mit Laien arbeite (meine Geschwister) und ich nur 1 Tag Zeit habe wirds wohl auf ein vorheriges Planen und auch mal durchspielen der Beleuchtung und Szenen rauslaufen.
Habt ihr da Lektüre bezgl. Athmosphärischer Beleuchtung die Ihr mir empfehlen könnt? Da ich bis zu 4 Personen im Bild haben werde wirds mit einer 3-Punktbeleuchtung wohl nicht funktionieren, schon gar nicht mit 3 Dedo-Spots und 2 Dedo-Flächenleuchten. :/

lg
Euer Tofuhuehnchen

EDIT:
So sähe eine der beiden Hallen aus, viele Fenster und Garagentore (die Simulatoren für den Leopard A2 hat man leider schon entfernt):
Halle 1
Halle 2

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tofuhuehnchen« (22. Januar 2017, 21:39)


movie-grinder

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Sonntag, 22. Januar 2017, 22:41

also wenn du bei tag in der halle drehst dann kannst du deine lampen wohl zu hause lassen. da bimmelt so viel licht von aussen rein, wie willste da dagegen leuchten? vor allem mit dedos? nimm ein paar refektoren mit und ggf eine nebelmaschiene und ein paar nd filter.

Tofuhuehnchen

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Sonntag, 22. Januar 2017, 22:53

Hmmm...da hast du wohl recht.
Ich dachte mir, dass ich mit Dedos aktzentuiertes Licht setzen könnte, aber bei Tag werd ich da wohl wie du sagst keine Chance haben.
Also Reflektoren und ND-Filter - check.
Wofür würde ich die Nebenmaschine verwenden?

movie-grinder

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:01

die nebelmaschine damit du ein bissel atmosphäre und tiefe in den raum bekommst. also nicht alles zu nebeln sondern nur n bissel damit das licht sichtbar wird und du die abstände der darsteller zueinander siehst.

Tofuhuehnchen

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:15

Ich muss ehrlich sein, ich kann mir das jetzt grad nicht vorstellen wie du das meinst. :(
Ich neble einfach soviel in die Szene so dass ein kleiner Teppich aus Nebel über den Boden wabbert?

movie-grinder

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:26

ne, wenn du den nebel als nebel siehst ist das zu viel. du willst nur die luft ein billel "dicker" haben, damit nicht alles so clean ist.
schau dir das bild an von dem paar das vor dem vergitterten fenster seht. das licht was da hinein scheint siehst du nur weil da etwas nebel im raum ist. auch wenn du den nebel als sochem nicht siehst. hast du keinen nebel dann sieht es halt aus wie in dem beispiel aus dem tatort film, da ist alles platt.
schau dir mal irgend ein bild an wo du verschiedene distanzen zur kamera hast - wie in diesem beispiel. die entfernung zur kamera siehst du in den schwarzwerten. ne näher an der kamera desto dunkeler, die berge ganz hinten haben als dunkelsten wert grau, dadurch erscheinen sie weiter entfernt. der schwarzwert im bild ist entscheident um de sache tiefe zu verleihen. wenn du jetzt aber auf engem raum drehst, alles in einer distanz zwischen 1m und 10m, da ändert sich der wert nicht. also alles ist platt und auf der gleichen ebene. wenn du jetzt etwas dunst in den raum pustest ändert sich das sofort. schau dir mal filme von z.b. david fincher (sieben) an dann siehst du sofort was ich meine.
»movie-grinder« hat folgendes Bild angehängt:
  • erdhoernchen.jpg

Tiger

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:33

Die Halle schreit geradezu nach einem Gegenlicht-Shot, d.h. die Darsteller mit den hell erleuchteten Fenstern im Rücken. Von vorne musst du dann aufhellen, damit man noch Gesichter erkennt. Das geht entweder mit Reflektoren oder mit Lampen. Dazu ein Hauch von dem erwähnten Nebel, daß die Lichtstrahlen leicht sichtbar werden, könnte sehr geil sein.

Wenns etwas spezieller sein soll, könnte man auch auf das Aufhellen verzichten und gezielt die Darsteller zu schwarzen Silhouetten reduzieren. Wenns zum Thema passt, kann so ein shot sehr dramatisch rüberkommen.

Tofuhuehnchen

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:41

@movie-grinder: Danke für deine ausführliche Erklärung.
Ich denke ich verstehe jetzt was du meinst. Durch etwas Nebel den ich dann am Set verteile kann ich das Bild räumlicher wirken lassen.
Liege ich richtig damit, dass ich nur die Dinge im Hintergrund einneble damit eben diese Dinge "weiter Weg" wirken?

@Tiger:
Gegenlicht-Shots? Hmmm... ich stell mir grad die Eingangsszene vor.... ein Mann gefesselt an einem Stuhl. Man sieht sein Profil als schwarze Silouette und wie er geschlagen und dann erschossen wird.
Dann Zeitraffer / Bild-in-Bild-Übergang. Der Mann wird aufgehellt und man sieht die Tatortermittler im Gegenlicht rumwuseln.
Das könnte klappen :)

Tiger

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:53

Ja genau, so eine Szene könnte mit extremem Gegenlicht funktionieren. Sehr cool kommt es auch, wenn im Gegenlicht jemand auf die Kamera zukommt. Wenn die Kamera relativ tief steht, wirds besonders bedrohlich. Ich könnte mir eine Szene vorstellen, in der jemand eingeschüchtert in der Raum-Ecke sitzt, dann die Kamera seine Perspektive einnimmt und der Bösewicht mit einem erhobenen Knüppel o.ä. im Gegenlicht mit den riesen Fenstern im Rücken als größer werdende Silhouette richtung Kamera (bzw. Perspektive des Opfers) läuft. Dazu noch etwas dramatische Musik...

Zum Nebel: Schau dir das erste Bild an, das movie-grinder gepostet hat. Diese Atmosphäre und der erkennbare Lichteinfall wird durch Rauch/Nebel/Partikel/Whatever in der Luft erzeugt. Die Aufhellung nach hinten ergibts ich automatisch, es reicht, wenn der ganze Raum gleichmäßig ganz dezent vernebelt wurde. Als in Kneipen noch geraucht werden durfte, konnte man den Effekt jedes Wochenende "genießen" (und danach die stinkenden Klamotten waschen...)

Tofuhuehnchen

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Sonntag, 22. Januar 2017, 23:56

Verstehe. Dann werd ich noch eine Nebenmaschine mieten.
Wenn am Drehtag jedoch kein Sonnenlicht vorhanden ist, weils regnet oder bewölkt ist - dann müsste ich mit Schweinwerfern diesen Lichteinfall simulieren oder mir was anderes einfallen lassen.

movie-grinder

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Montag, 23. Januar 2017, 00:14

bei der fensterfläche brauchst du nicht anfangen das von aussen zu leuchten, da hast du als no-budget produktion keine chance, du must ja ewig weit weg damit die lampen nicht im bild sind, und gleichzeitig so viel power haben das da noch was ankommt, also 1x oder 2x 10kw wäre da angesagt und die leiht dir keiner für umsonst.
hier übrigens ein kleines "tutorial" zum thema:

Tofuhuehnchen

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Montag, 23. Januar 2017, 00:21

Naja, ich dachte eher dran, die Scheinwerfer dann einfach in der Halle zu den Fenstern zu stellen, diese volle Pulle hochzudrehen und dann dieses Licht für die Gegenlichtaufnahmen zu verwenden. Das müsst ich probieren ob ich da entsprechend Lichtleistung zusammenbringe.
Ansonsten wäre Plan B bei bewölktem Wetter/ keinem Sonnenlicht entsprechend mit den 2 Flächenleuchten alles nur aufzuhellen(soweit dass man alles halbwegs gut sieht) und einzelne Punkte wie z.B. das Opfer mit einem Dedo zu "streifen" um Ihm Kontur zu geben - vllt. sogar mit ner Farbfolie. Für die anderen Szenen könnte man die Dedos dann einfach dafür verwenden entsprechende Hintergrund-Beleuchtung zu kriegen.
So in der Art etwa:



Ist halt die Frage ob ich das so hinkriege - aber dafür hab ich den Drehtag ja, um mit Licht zu arbeiten und dabei was zu lernen. :)
Danke für das Video, das hilft schon sehr weiter. :

Lg
Euer Tofuhuehnchen

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Mittwoch, 25. Januar 2017, 18:55

Sodala.. heute war Besichtigungstermin.
Eins hab ich gleich zu Beginn gelernt.... nur weil da eine Objektnummer unter den Fotos gestanden hat muss das nicht auch das selbe Gebäude sein. Objekt 047 hat sich entgegen der Website der LAFC nicht als Hallen sondern als Stabsgebäude herausgestellt.
Das ist zum einen gut, weil viele Einzelräume (inkl. intakte Mannschaftsduschen und Waschräume) die sich Beleuchten und vernebeln lassen, zum andern schlecht weil nix mit Gegenlichtshots und weils mir das Konzept durcheinanderhaut - also wieder neu anfangen. ^^
Alles in allem haben wir für den Preis am Ende doch mehr bekommen als gedacht. :D

Falls es interessiert ein paar Fotos(diesmal wirklich das richtige Gebäude *hihi*) - das Gebäude schaut leider nicht mehr so schön aus wie auf den Fotos:

Stiegenhaus 1
Eingangshalle
Stiegenhaus 2
Außenansicht 1
Außenansicht 2
Kellereingang


Danke schonmal bei allen Postern für die Tipps - Ergebnis des Drehtages wird natürlich hier gepostet. :)


Euer
Tofuhuehnchen

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