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Tofuhuehnchen

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Dienstag, 8. September 2015, 19:21

Drehbuch - Mehrere Plots parallel

Grüß euch!

Ich lese nun schon seit geraumer Zeit mit und stehe nun bei meinem aktuellen Drehbuch etwas auf der Leitung.
Konkret geht es um ein Drehbuch für eine kleine Miniserie (ungefähr 10 Folgen a 15-25min), welche in der Welt der sog. "virtuellen Nationen " spielt und einige Bewohner aus einer dieser Nationen begleitet bzw. Ihren Alltag und Ihre Erlebnisse zeigen soll.

Das heißt, die "Story" ist der Alltag versch. Personen im Staate XY.
Der / die "Plots" wären dann quasi versch. Handlungsstränge welche dann ein oder mehrere Ereignisse darstellen (zB. Charakter X arbeitet an den Vorbereitungen für eine Expedition in einen abgelegenen Teil des Landes. Zeitgleich treten in einer Kolonie des Landes Anzeichen für Rebellen auf. )

Die Story ist im Prinzip bereits vorhanden, ich muss diese nur noch in ein Drehbuch gießen bzw. die einzelnen kleinen Plots die dort gespielt werden in Szenen auflösen und diese in den gegebenen Handlungsrahmen einbetten (sprich den roten Faden der sich durch jede Folge ziehen soll).

Um das Ganze etwas einfacher für mich zu machen habe ich mir mal alle vorkommenden "Hauptfiguren" herausgesucht, mir von den Spielern dahinter die Erlaubniss geholt den Charakter verwenden zu dürfen sowie eine jeweilige kurze Biographie/Beschreibung geben lassen.
Danach habe ich mir einen Zeitraum gesucht, in welchem die Serie stattfinden soll (alle Handlungsstränge / ereignisse aus dem Jahre 2012) und festgelegt was der Charakter in diesem Jahr als Ziel hat bzw. wo der Charakter in dem Zeitraum vorgestellt wird und bei welchem Ereigniss bzw. Ziel er mit Ende der Serie angekommen sein sollte.

Jetzt bin ich gerade dabei mir alle Plots aus diesem Zeitraum zusammen zu suchen und grob zusammenzufassen, damit ich diese dann in einzelne Szenen aufdröseln kann.
Und hier stehe ich nun etwas an...ich weiß nicht so recht wie ich diese parallel erzähle ohne
bestimmte Charaktere zu sehr in den Vordergrund zu stellen und vorallem den
Zuschauer nicht zu verlieren.

Mir ist durchaus bewusst, dass in der ersten Folge mal die wichtigsten Charaktere, sowie die groben Informationen der Welt in der die Serie spielt vorgestellt werden sollen. Daher soll die erste Folge im Prinzip nur die Hintergrundgeschichte erzählen und ein paar Hauptcharaktere vorstellen.

Daher wollte ich mal fragen ob ihr mir da einige Tipps diesbezgl. geben könnt?


Lg
Euer Tofuhuehnchen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tofuhuehnchen« (8. September 2015, 19:34)


L Lawliet

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Mittwoch, 9. September 2015, 16:47

Wenn ich das richtig verstehe, stellst du eine Frage, die niemand beantworten kann. Du musst doch wissen, wie du deine Geschichte erzählen willst. Wie soll dir jemand aufgrund der Infos die du gegeben hast sagen, wie du das machen sollst?
Wenn du nicht möchtest, dass bestimmte Charaktere zu sehr in den Vordergrund gestellt werden, dann gib doch einfach allen die gleiche screentime. Mehr fällt mir auf Basis deines Beitrags leider wirklich nicht ein.
Vielleicht verstehe ich aber auch einfach nur nicht, was genau du jetzt eigentlich haben wolltest.
Gebt mir bitte in folgendem Thread Bescheid, wenn ihr eine wie dort beschriebene Kritik von mir zu eurem Film haben wollt:
L Lawliet verreißt eure Filme

Drehbuchkritik nach Absprache per PN.

Tofuhuehnchen

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Mittwoch, 9. September 2015, 18:50

Grüß dich Lawliet,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag.
Eventuell habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt, dafür muss ich mich selbstredend entschuldigen.
Meine Fragen waren:

- Wie kann ich es vermeiden, dass ein oder mehrere Charaktere zusehr im Vordergrund stehen (hast du mir bereits beantwortet :) )
- Wie vermeide ich es den Zuschauer zu "verlieren" wenn ich in einer Folge zwischen zwei versch. Handlungssträngen hin- und her wechsle?

Ein Beispiel:

Plot 1: Es wird eine Expedition in einen unerforschten Teil des Landes vorbereitet.
Plot 2: In einer Landwirtschaftlichen Kolonie desselben Landes kommt es zu Rebellenaufständen.

Szenen würden dann wie folgt ablaufen (zumindest hätte ich mir das so vorgestellt):

Spoiler Spoiler


Szene 1
INNEN, TAG, HALLE

Die Kamera fährt seitlich durch die Halle.
Man sieht Arbeiter Kisten schleppen und Lastwägen beladen, an einigen Stellen spritzen Schweißfunken von der Decke der Halle.
Bei zwei Menschen bleibt die Kamera stehen.


Expeditionsleiter (schreiend, da es in der Halle sehr laut ist)
Dr. Gideon, haben Sie dafür gesorgt, dass die Wissenschaftliche Ausrüstung unbeschadet verladen wurde?

Dr. Gideon (schreiend, da es in der Halle sehr laut ist)
Ja, ich habe die Arbeiten persönlich überwacht. Da konnte nichts passieren.

Expeditionsleiter (schreiend, da es in der Halle sehr laut ist)
Perfekt, nicht auszudenken wenn wir in der Pampa stehen und unsere Ausrüstung nicht funktioniert.

Beide sehen noch eine Weile dem Treiben in der Halle zu.


Szene 2
INNEN, TAG, BÜRO

Kamera fährt vor einem Schreibtisch hoch und stoppt nachdem man die sitzende Person komplett im Bild hat.
Man sieht einen offensichtlich höheren Militär, der gerade Berichte durchgeht.


Kapitän Gladis (entnervtes seuftzen)
Schon wieder eine Straße gesprengt, diese verdammten Rebellen erzeugen mittlerweile enormen wirtschaftlichen Schaden. Wenn die OFL das erfährt machen die mich einen Kopf kürzer.

Gladis steht auf und geht umher
Kapitän Gladis (leicht wütend)
Die Garnision ist nicht einmal stark genug um die Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten, wie soll ich mich da noch um die Rebellen kümmern?!

Schmeißt einen Stapel Dokumente wütend vom Tisch




So...ich hoffe man versteht was ich meine, wenn ich von "den Zuschauer verlieren" spreche.
Ich würde ja rein theoretisch den Zuschauer verwirren / "verlieren" wenn ich den Sprung von einem Plot zu einem anderen in der Form wie oben von mir beschrieben umsetzen würde oder?

Lg
Euer Tofuhuehnchen

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4

Mittwoch, 9. September 2015, 20:58

Warum solltest du den Zuschauer verlieren, nur weil du zwei verschiedene Handlungsstränge verfolgst? In meinen Augen macht das die Serie so viel interessanter, denn sollte es bei den Charakteren im einen Handlungsstrang langweilig werden, kannst du sofort zum zweiten Cutten und neue Spannung erzeugen. Zudem hast du hierbei den Vorteil, dass der Zuschauer einfach durchgehend unter Spannung steht: Während die derzeitige Sequenz im einen Plot auf einen spannenden Punkt hinarbeitet, kannst du in den zweiten Plot gehen und dort die Spannung aufbauen. Das hat den Effekt, dass der Zuschauer garnicht abschalten will, weil er ja das Ergebnis der Events im ersten Plot sehen will und sobald er sich versieht und im zweiten Plot etwas passiert, könnte man die Handlung im ersten Plot ihren Höhepunkt erreichen lassen während Plot zwei immer noch offen ist.

Die Möglichkeiten, wie du beide Plots kombinierst und damit Spannung erzeugst, sind in der Hinsicht ziemlich weitreichend .. schau dir dich einfach mal nen' Haufen an Serien an und analysiere, wie die verschiedenen Plots des Ensambles verknüpft werden. Im Allgemeinen gebe ich dir aber folgenden Tipp: Lasse die Plots beider Handlungsstränge (also der verschiedenen Hauptfiguren) auf ein gemeinsames bzw. entgegengesetztes Ziel hinarbeiten. So reißt du den Zuschauer nicht komplett aus der Story.

--

Ich will dich trotzdem noch auf ein paar weitere Punkte aufmerksam machen:

Dein Dialog ist leider extrem an den Haaren herbeigezogen. Die Charaktere sprechen genau das aus, was sie meinen und das passiert im realen Leben nunmal einfach nicht. Hier ein kleines Beispiel.

Kapitän Gladis
Schon wieder eine Straße gesprengt, diese verdammten Rebellen erzeugen
mittlerweile enormen wirtschaftlichen Schaden. Wenn die OFL das erfährt
machen die mich einen Kopf kürzer.

Niemand .. und vor allem kein vom Krieg abgehärteter Kapitän .. würde sowas sagen. Realistischer wäre eher:

Kapitän Gladis
..die verfickten Goons. Die dritte Straße diesen Monat.. die dritte verfickte Straße. Gott, wenn das OFL davon hört, dann..
(wirft den Stapel Dokumente vom Tisch)
Verdammte Scheiße!

Zugegeben immernoch etwas an den Haaren herbeigezogen aber ich wollte nur ein schnelles Beispiel bringen. Man bemerke z.B. den Ausdruck "Goons" statt Rebellen. Im Krieg ist es meist üblich, den Gegnern irgendwelche Namen zu geben. Im zweiten Weltkrieg waren die Amerikaner die "Yanks" oder "Amis", die Deutschen die "Germs" oder "Nazis", etc. Man bemerke zudem auch, dass der Text sehr viel organischer wirkt. Niemand, der sich über etwas aufregt, wird Reflexartig einen vollen, grammatikalisch richtigen Satz ohne Schimpfwörter raushauen um seine ungezügelte Wut kudzutun.

Die Szene eines Expeditionsleiters in einer riesen Halle voller Arbeiter mag zwar tatsächlich 'großes Kino' sein, die Frage ist nur: Ist das für dich auch umsetzbar? Hast du die Erfahrung und das Budget eine fiktionale Welt zu schaffen und die eben genannte Szene mit all den Extras auch abzudrehen? Wer soll dein Projekt auswerten? Hast du dir darüber schon Gedanken gemacht? .. Das betrifft auch die zweite Szene: Okay, hier wird nur über Rebellenangriffe diskutiert aber irgendwann in der Serie wird ein solcher Angriff doch sicherlich auch mal zu sehen sein bzw. zumindest die Folgen, richtig? Bist du wirklich in der Lage das durchzuziehen und zu finanzieren? Denn eines sollte vorweg klar sein: Mini-Serie mit 10 á 15-25 Minuten eines unerfahrenen Filmemachers wird weder Sponsoren anlocken, noch Gewinn erzielen.
Deswegen solltest du dir überlegen, ob du diese Serie - so schön sie auch sein mag - überhaupt umsetzen kannst .. denn wir reden hier nicht von einem Betrag von unter 10.000€ sondern - und so liest sich der bisherige Teil eben - ein ziemlich kostspieliges Projekt. Auf dem Papier liest sich das leider immer leichter als in der Realität.

Das sind aber nur so ein paar meiner Randgedanken.

Tofuhuehnchen

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Mittwoch, 9. September 2015, 21:31

Grüß dich jamdanielmenzel,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Was den Teil mit dem Sprung zwischen zwei Plots betrifft hast du recht, im Prinzip ist das ja eigentlich kein Problem im Sinne von "das ist ein Problem".
Deinen Ausführungen zufolge (so ich diese richtig verstanden habe) wäre hier eher die Frage nach dem "Wie erzähle ich es" bzw. wie ich die Spannung aufbaue. Und damit wäre meine Frage eigentlich schon geklärt, danke. :)

Was den Teil bezgl. umsetzbarkeit betrifft....die beiden Szenen gibt es gar nicht. Das waren nur schnell ausgedachte Beispiele um zu veranschaulichen was ich mir unter "zwischen zwei Plots wechseln" vorstelle. ;)
Ich hab natürlich nicht das Budget für solche Sachen, die Serie befindet sich noch in der "Drehbuch-Schreibphase", bei der ich einfach mal 1 Folge schreibe und dann schaue ob die Szenen so umsetzbar sind.

Für unser erstes "richtiges" Filmprojekt hab ich dieselbe Vorgehensweise angewandt, Drehbuch komplett fertig und dann schauen was umgesetzt werden kann und was nicht um das Drehbuch dann entsprechend anzupassen.

lg
Euer Tofuhuehnchen

McGurgel

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Freitag, 11. September 2015, 13:03

Meiner Meinung nach ein gutes Referenzbeispiel wäre Cloud Atlas. Ist zwar ein Film und keine Serie, erzählt aber 6 Geschichten gleichzeitig und das auf eine sehr geschickte Art und Weise. Sofern du halbwegs gutes Englisch kannst würde ich dir empfehlen auch das Drehbuch (Script) zu lesen. Einfach mal Google befragen. ;)

Tofuhuehnchen

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7

Freitag, 11. September 2015, 15:37

Servus McGurgel,

danke für den Tipp, werd mir das anschauen. :)

lg