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HaMi100

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Mittwoch, 7. August 2013, 20:25

GEMA-Musik nutzen - Wie geht das und was kostet es?

Hallo @ all,

ich bin heute erst auf dieses Forum gestossen und hoffe hier Antworten auf meine Fragen zu bekommen. Ich Vorfeld habe ich hier schon einige Beiträge über das Thema GEMA gelesen, bin aber nicht wirklich fündig geworden, somit versuche ich es mit einem neuen Thread.

Ich möchte für Privatpersonen Filme erstellen (ganz klassisch von Hochzeiten, Jubiläen etc.) und diese nach Kundenwunsch mit Musik unterlegen. In der Regel sind das Gema-geschützte Titel. Und möchte mir meine Arbeit auch entlohnen lassen (ganz offiziell mit Gewerbeschein). Bisher habe ich das als Hobby unentgeltlich und nur zur privaten Nutzung gemacht (und somit auch kein Problem mit der Gema gesehen).

Hat von euch jemand Erfahrung wie man sowas mit der Gema regelt und was Lizenzen kosten usw.

In der Regel werden nur kleine Stückzahlen (>10) je Projekt verkauft. Eine offizielle Anfrage bei der Gema war zum einen schwierig und brachte mir zum anderen auch nicht die gewünschten Infos.

Für Eure Tipps bin ich dankbar!!! :thumbsup:

LG
Micha

*Topic verschoben*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Marcus Gräfe« (8. August 2013, 00:31)


PlunChilla Prod.

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Mittwoch, 7. August 2013, 21:01

Hi Hami,

deine Anfrage für die Lizenzen muss nicht an die GEMA sondern an den Lizenzinhaber, also idR. die Plattenfirma des Künstlers der veröffentlichten Tracks gehen.

Für so wenige Kopien bezahlst du zwar nicht ansatzweise so viel, wie für Internet und TV allerdings in der Regel immernoch unverhältnismäßig viel.

Aber frag ruhig mal nach, genaue Summen kann ich dir nicht nennen.

Marcus Gräfe

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Donnerstag, 8. August 2013, 00:32

Du musst die Titel beim Lizenzinhaber UND bei der GEMA anmelden. Es fallen zwei Mal Lizenzgebühren an.

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HF_HeinzeFilms

joey23

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4

Donnerstag, 8. August 2013, 07:58

An welcher Stelle findet denn hier eine öffentliche Aufführung statt, die bei der Gema anzumelden wäre?!

Es macht lizenztechnisch einen großen Unterschied, ob ich eine CD presse und sie in den Laden stelle und jeder kann sie kaufen, oder ob ich im direkten Kundenauftrag etwas zur privaten Nutzung herstelle. Für sein Recht auf eine analoge Privatkopie darf der Kunde nämlich jemanden beauftragen und ihm dafür auch Geld bezahlen.

Erst wenn diese DVD gewerblich genutzt wird muss ich mich um die Lizenzen kümmern.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »joey23« (8. August 2013, 08:03)


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HF_HeinzeFilms

philflieger

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Donnerstag, 8. August 2013, 12:01

Erst mal: Trau bei solch einem Thema niemandem in einem Forum, insbesondere auch nicht mir! Das Thema ist höchstkomplex.


Für so wenige Kopien bezahlst du zwar nicht ansatzweise so viel, wie für Internet und TV allerdings in der Regel immernoch unverhältnismäßig viel.


PlunChilla schmeißt hier Vervielfältigung und Aufführung von Werken in einen Topf. Das sind aber grundverschiedene Dinge.


Du musst die Titel beim Lizenzinhaber UND bei der GEMA anmelden. Es fallen zwei Mal Lizenzgebühren an.


Meinst Du mit "Lizenzinhaber" den Verlag, des Tonträgers? Der muss zumindest erst mal ein Recht zur Benutzung einräumen. Ob und was für Gebühren der nimmt ...


Für sein Recht auf eine analoge Privatkopie darf der Kunde nämlich jemanden beauftragen und ihm dafür auch Geld bezahlen.


Zwar spricht joey23 einen wichtigen Unterschied zwischen Aufführung und Vervielfältigung eines Werks an. Aber bei der Verwendung in einem Video handelt sich nicht mehr um die reine Kopie eines Werks, sondern um eine Bearbeitung - schon alleine deswegen, weil so ein Song ja kaum ungekürzt verwendet wird. Für solch eine Bearbeitung braucht es die Einwilligung des Urhebers. Das Recht auf eine Privatkopie kann man dafür nicht heranziehen.

Für jedes einzelne Hochzeitsvideo und für jeden einzelnen Song brauchst Du also
1.) Erlaubnis des Urhebers den Song dafür verwenden zu dürfen
2.) Erlaubnis des Verlags genau diese Aufnahme des Songs verwenden zu dürfen
3.) GEMA kommt erst dann ins Spiel wenn Hürden 1) und 2) genommen sind.

Zum GEMA Teil findest Du hier Informationen: filmvideo.

Wenn der Verein dann mal z.B. am Tag der offenen Tür das Video vorführen möchte, ist das wieder eine ganz andere Sache. Da fallen dann nochmals GEMA Gebühren an. Damit hast Du dann aber nichts mehr zu tun, sondern der Veranstalter.

All das was ich hier verzapfe ist bestenfalls Halbwissen und kann auch völlig falsch sein!

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HF_HeinzeFilms

Marcus Gräfe

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Donnerstag, 8. August 2013, 15:15

Meinst Du mit "Lizenzinhaber" den Verlag, des Tonträgers? Der muss zumindest erst mal ein Recht zur Benutzung einräumen. Ob und was für Gebühren der nimmt ...

Genau den meinte ich. Ich muss dazu sagen, ich kenne mich nur mit "Production Music" aus. Da braucht man nicht wirklich eine Genehmigung, sondern man sucht sich einfach was aus und zahlt an Verlag und GEMA.

videofreund

Videofreund

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7

Freitag, 9. August 2013, 17:05

Denke, dass dies wirklich ein eher komplexes Thema ist.

Aus
meiner Erfahrung gibt es auch Firmen die Musikstücke anbieten. Diese
kosten je nach Firma unterschiedlich. Man muss aber soweit ich weiss nur
bei diesen Firmen eine Lizenz erwerben. Dieser gilt schon als Lizenz
bei der GEMA. Zumindestend hat man mir dies so geschildert.

Diese
Firmen verlangen unterschiedlich. Es gibt auch diverse unterschiedliche
Lizenztypen bei diesen Firmen. Jede Lizenz gibt an, was du mit diesen
Musikstück machen kannst. Können je nach Firma sogar über 100 Euro
gehen. Aber es gibt auch günstigere.

Am Besten ist man fragt direkt bei diesen Firmen nach und die können einen Auskunft geben.
LG

joey23

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8

Freitag, 9. August 2013, 23:29

Zitat

Zwar spricht joey23 einen wichtigen Unterschied zwischen Aufführung und Vervielfältigung eines Werks an. Aber bei der Verwendung in einem Video handelt sich nicht mehr um die reine Kopie eines Werks, sondern um eine Bearbeitung - schon alleine deswegen, weil so ein Song ja kaum ungekürzt verwendet wird. Für solch eine Bearbeitung braucht es die Einwilligung des Urhebers. Das Recht auf eine Privatkopie kann man dafür nicht heranziehen.


Solange das alles im privaten Rahmen passiert - also keine Aufführung erfolgt, kannst du remixen, kürzen, verändern, beschneiden und weiß ich nicht alles wie du Lust hast. Da brauchst du niemanden fragen und das kann dir auch niemand verbieten. Das hat dann nichts mehr mit der Privatkopie zu tun, aber ich wüsste nicht an welcher Stelle das verboten sein sollte.

matrixpro

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9

Freitag, 9. August 2013, 23:59

Schon sehr komisch man liest den ersten Post.

Zitat

Ich möchte für Privatpersonen Filme erstellen (ganz klassisch von
Hochzeiten, Jubiläen etc.) und diese nach Kundenwunsch mit Musik
unterlegen. In der Regel sind das Gema-geschützte Titel. Und möchte mir
meine Arbeit auch entlohnen lassen (ganz offiziell mit Gewerbeschein)
.
Bisher habe ich das als Hobby unentgeltlich und nur zur privaten Nutzung
gemacht (und somit auch kein Problem mit der Gema gesehen).
dann liest man den Letzen Post

Zitat

Solange das alles im privaten Rahmen passiert - also keine Aufführung
erfolgt, kannst du remixen, kürzen, verändern, beschneiden und weiß ich
nicht alles wie du Lust hast. Da brauchst du niemanden fragen und das
kann dir auch niemand verbieten. Das hat dann nichts mehr mit der
Privatkopie zu tun, aber ich wüsste nicht an welcher Stelle das verboten
sein sollte.
Und dann fragt man sich was das mit der Frage zu tun hat. Den die Frage ist nicht wie es gemacht werden kann, wenn es Privat ist sondern, für Geld und Gewerblich :)

Dazu würde ich dann noch gern wissen. Wenn ich nun also z.b. 10 DVD/CD verkaufen möchte muss ich dann 10 Lizenzen haben? Also änlich wie bei ner Windows Installation 2 Pcs = 2 Lizenzen?

Michael - Visual Pursuit

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10

Samstag, 10. August 2013, 07:07

Man unterscheidet zwischen Herstellungsrecht und Aufführungsrecht.
Das Herstellungsrecht muss man sich bei den Inhabern (!) der Rechte
(Textdichter und Komponist) holen.

Damit soll verhindert werden dass Musiker ihre Werke ungewollt in
Pornos oder Nazipropaganda wiederfinden (z.B.).

Die Verwaltungsarbeit um die Rechteinhaber von vielleicht 20 Stücken
herauszufinden, auch wenn die Stücke nur sekundenweise angespielt
werden.... Wahnsinn. Und wenn nur einer ablehnt oder (die Regel)
gar nicht antwortet, fängt man mit anderer Musik von vorne an.

Verbindet man als gewerblicher Dienstleister auch nur ein einziges
Musikstück mit selbstgedrehtem Videomaterial ohne die Zustimmung
der/des Rechteinhaber/s, dann ist man ein offenes Tor für Lizenzklagen.

Herstellungsrecht ist übrigens NICHT identisch mit dem Recht auf Privatkopie.
Auch unentgeltlich ist das rechtswidrig wenn man vorher nicht die Genehmigung
einholt.

IANAL, dies ist keine Rechtsberatung.
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joey23

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11

Samstag, 10. August 2013, 07:51

Zitat

Und dann fragt man sich was das mit der Frage zu tun hat. Den die Frage ist nicht wie es gemacht werden kann, wenn es Privat ist sondern, für Geld und Gewerblich :)


Das hatte ich oben bereits erklärt: Privat bedeutet nicht, dass ich es selbst herstellen muss, sondern privat bedeutet, dass keine öffentliche Aufführung stattfindet. Und das ist hier erst einmal nicht der Fall.

Zitat

Dazu würde ich dann noch gern wissen. Wenn ich nun also z.b. 10 DVD/CD verkaufen möchte muss ich dann 10 Lizenzen haben? Also änlich wie bei ner Windows Installation 2 Pcs = 2 Lizenzen?


Das kommt darauf an, was du machst. Stellst du 10 DVDs her, die anschließend im Laden zu kaufen sind, dann brauchst du eine Lizenz mit der du 10 Kopien machen darfst und diese im Laden verkaufen darfst. In der Win-Lizenz ist eben festgehalten, dass du es nur auf einem Rechner nutzen darfst. Bei Adobe steht meine ich drin, dass man es auf 2 eigenen Rechnern nutzen darf.

rick

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12

Samstag, 10. August 2013, 08:10

In diesem Zusammenhang stelle ich mir gerade folgende Frage. Wie sieht das eigentlich aus, wenn man z.B. einen Abschlußball einer Tanzschule filmt. Davon ein DVD schneidet und diese ausschließlich an die Teilnehmer der Veranstaltung verkauft, mit dem Hinweis "nur für private Zwecke keine Aufführung etc..." ? Bis auf verkürzende Schnitte wäre so ein "Werk" rein dokumentarisch und würde nur Musik beinhalten, die der Veranstalter (Tanzschule) ausgewählt und Gematechnisch abgerechnet hat. Hat jemand eine Ahnung wie es in so einem Fall Lizenstechnisch aussieht ?

joey23

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13

Samstag, 10. August 2013, 08:24

Nach meinem Verständnis ist das kein Problem. Die handelst im Auftrag, sie hätten das genauso gut selbst filmen können. Du darfst es nur nicht auf eigene Initiative filmen und dann in der Tanzschule im Shop anbieten.
Wenn die Tanzschule es aufführen möchte, muss sie eben die Lizenzen bedenken. Daher ist ein Hinweis nicht mal zwingend nötig, damit du ihnen das produzieren darfst.

Michael - Visual Pursuit

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14

Samstag, 10. August 2013, 12:40


Privat bedeutet nicht, dass ich es selbst herstellen muss, sondern privat
bedeutet, dass keine öffentliche Aufführung stattfindet.


Das sehe ich komplett anders. Ab dem Moment wo jemand gewerblich
daran beteiligt ist, verdient er Geld mit der Verbindung von Ton und Film,
das ist dann zweifelsfrei NICHT mehr privat.

Und wie gesagt: Das eigentlich problematische ist das Herstellungsrecht.
Das wäre hier meiner Ansicht nach zweifelsfrei berührt.
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joey23

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15

Samstag, 10. August 2013, 17:41

Das spielt aber keine Rolle, er erbringt eine Dienstleistung und handelt da im Auftrag, das ist das entscheidende. Etwas anderes wäre es, wenn er die gleiche Arbeit macht, die DVD aber zum freien Verkauf in den Handel stellt.

So habe ich es vor einer Woche bei der Maker Faire in Hannover im Vortrag von einem Urheberrechtsanwalt gelernt, der das auch auf mehrfache Nachfrage so bestätigt hat. Entscheidend ist hier nur die Aufführung, bzw das Zugänglichmachen für unbeteiligte. Wenn ich mit so einer Aktion jemanden konkret beauftrage und keine öffentliche Vorführung vorgenommen wird, kann man machen was man will.

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Sonntag, 11. August 2013, 19:25

Vielen Dank erstmal für die vielen Meinungen und Ratschläge.

Grüße Micha

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HaMi100« (11. August 2013, 19:38)


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