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Frederik Braun

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Montag, 8. Februar 2010, 17:52

Schauspiel am Set: Kleine Tipps (Sammelthread)

Gerade bei Amateurfilmproduktionen haben es (Laien-)Schauspieler nicht leicht sich auf ihre Rollen zu konzentrieren, weil sie entweder auch in irgendeiner Weise hinter der Kamera agieren bzw. am Set helfen müssen oder aber die Drehtage wegen dem hohen technischen Aufwand bis in die Nacht bzw. in den nächsten Tag gehen.
Deshalb hier mal ein Sammelthread mit kleinen, aber feinen Auflockerungs- bzw. Präsenzübungen für Darsteller, die es genau mit solchen Problemen zu tun haben...

Ich mache mal den Anfang. Kenne zwar noch viele andere Übungen, nehme jetzt aber mal eine imho besonders einfache Methode zur Artikulation, die trotzdem einen großen Effekt erzielt.

Artikulationsübung: Das Mit-rausgestreckter-Zunge-Sprechen

Ein altbewährtes Rezept, viele kennen es sicherlich mit dem Korken im Mund. Da der aber nicht immer am Set parat ist, kann man es genau so gut mit rausgestreckter, "angespannter" Zunge machen.

Als Erstes nimmt man sich einen Satz aus dem Drehbuch und spricht ihn, wie schon erwähnt, mit ausgestreckter Zunge nach. Dabei ist es wichtig möglichst deutlich bzw. verständlich alle Buchstaben auszusprechen, also das Sprechhindernis - die Zunge - so gut wie möglich zu umgehen. Das ganze hört sich dann zwar extremst albern an, zeigt aber häufig eine positive Wirkung. Denn wenn man anschließend den selben Satz ganz normal wiederholt, kommt die artikulierte und deutliche Aussprache in der Regel von selbst. Einfach, aber wirkungsvoll.

Hoffe der Thread füllt sich in der nächsten Zeit mit weiteren Tipps und Übungen. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Frederik Braun« (31. Mai 2010, 22:17)


Darth Obi Wan Kenobi

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Montag, 8. Februar 2010, 19:35

Finde ich eine super Idee!

Das mit der Zunge gleich mal beim nächsten Dreh ausprobieren :)


Was ich kenne: Wachsmaske-Messwechsel-Messwechsel-Wachsmaske-Wachsmaske-Messwechsel... usw. aber ganz schnell gesprochen!
Findet uns hier auf Youtube :)

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Montag, 8. Februar 2010, 20:51

Von solchen Sprechübungen habe ich noch eine Auflistung zu vielen einzelnen Lauten von einem Musical.
Falls interesse besteht kann ich die mal suchen und scannen ;)

Was ich jetzt im Sommer ausprobiere: Ich habe den Kompletten Film als Romanartige Kurzgeschichte über ca 30 Seiten geschrieben. Das ganze aus sicht des Protagonisten, das könnte helfen sich in den Charakter hineinzuversetzen. Hat sich aber noch nicht bewährt.
Ist denke ich eine gute hilfe sowohl für Komponisten, Regisseur und für den Schauspieler und viele andere ;)

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Montag, 8. Februar 2010, 21:05

Was macht ihr eigentlich, wenn die Schauspieler vor der Kamera anfangen zu lachen und damit nicht mehr aufhören können? Hatte die Situation schon öfters Mal... Nun ja... Man kennt das ja... Da soll jemand spielen, hinter der Kamera grinst einer Mal kurz dumm und schon ist fast die ganze Szene geplatzt, weil der Schauspieler sich nicht mehr halten kann, sobald die Kamera auf Aufnahme steht.
Wie kann man die Schauspieler in so nem Fall wieder zur Ernsthaftigkeit bringen?^^ Sind übrigens Laien von denen ich rede.

mp-cw

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Montag, 8. Februar 2010, 21:17

Ne Art Emotions-Reset, damit man neu in den Charakter / den Take einsteigen kann:
Je nach Stimmung und Person (sehr individuell, bitte beachten) kann man an den Hund oder das Lieblingshaustier oder was ähnliches trauriges erinnern, das gestorben ist. Hört sich vielleicht krass an, hilft aber zu fast 100%.

Aber natürlich erst, wenn sich nach einigen anderen "normalen" Neu-Versuchen die Lach-Flashs nicht vom Darsteller selbst in den Griff bekommen lassen.

TATORT CALW: HEXENSABBAT mit Vorfilm "Die Rotkäppchen und der Wolf"
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Montag, 8. Februar 2010, 21:28

Ist zwar ein guter Tipp, bei den Leuten mit denen ich bisher zusammengearbeitet hab hätte sowas allerdings nicht gezogen... Ist einfach so, dass die sich beruhigt haben und sobalds Action gerufen wurde ging das Lachen wieder los. Als wäre jegliche Konzentration und Ernsthaftigkeit futsch.
Leuten mit "traurigen" Erlebnissen zu kommen hätte in meinen Fällen wohl nur zu Gelächter der anderen Teammitglieder geführt...
Ist wirklich eine Sache, die ich bisher als Recht schwierig bei der Schauspielführung empfand. Trotzdem hat es bisher nach zahlreichen Takes doch irgendwie immer noch geklappt...

Frederik Braun

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Montag, 8. Februar 2010, 23:14

Yo das gibt's natürlich immer wieder. Ganz wichtig ist da einfach wieder zurück in den Charakter der Rolle finden. Wenn es überhaupt nicht klappt, muss man unter Umständen mal eine kurze Pause einlegen.

Ansonsten, wenn der Grund für den Lachflash von Personen hinter der Kamera ausgeht, muss man die mal eiskalt auf kurze Dauer vom Set verbannen. So 'ne ähnliche Situation gab's auch bei einer Szene zu "Dumb Fiction", bei der sich fast alle nicht mehr eingekriegt haben. Schade, dass die Szene im End-Effekt nicht im Film gelandet ist. ^^

Borgory

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Montag, 8. Februar 2010, 23:36

Solche Situationen kenne ich auch, finde diese auch toll, wenn man selber lachen kann und es auch mal wieder aufhört. Wenn allerdings noch immer gelacht wird, dann rede ich genervt die Leute an, zb: Och Leute, nun macht doch mal, so schwer kanns doch nicht sein... was eigentlich wirkung zeigt, weils zu negativen Stimmungen führt, was dann nicht mehr so lustig ist. Danach lob ich natürlich wieder, damit keine schlechte Stimmung aufkommt und keiner mehr lust hat ;)

Jokez

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Freitag, 9. April 2010, 16:35

Also ich finde es ist wichtig das die Umstehenden nicht genervt reagieren. Das bringt extrem schlechte Stimmung am Set und das sieht man dem Film später definitiv an.
Wenn gute Laune herrscht sind alle belastbarer und kreativer.

Gegen das Lachen habe ich mal beim Theater folgendes gelernt:

Alle aus der Gruppe stellen sich in zwei Reihen parallel und mit dem Gesicht zu einander auf.
Nun der Vorderste der einen Reihe von der einen Seite aus auf die Mitte zu und der Hinterste von der anderen Reihe von der anderen Seite aus.
Mit einem Abstand von ca. 2m bleiben sie dann voreinander stehen, verbeugen sich, machen eine Handbewegung... wie man sie beim Tauchen macht, wenn was schief läuft (a la Hals ab)
und sagen Hagu.
Bei dem ganzen Prozess versuchen die Umstehenden die zwei Leute zum lachen zu bringen.
Wenn sie anfangen zu lachen, müssen sie das ganze wiederholen.
Haben sie es geschafft, kommen sie zurück in die Reihe und die nächsten Zwei sind dran.

Wenn man jetzt in irgendeiner Situation lachen muss, sagt man sich im Kopf ganz oft Hagu.

Das System beruht viel auf Autosuggestion. Wenn man das immer macht, ist es irgendwann ein bombensicheres Mittel.

Hoffe ihr konntet der Erklärung folgen :)

lg

Nomisfilm

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Freitag, 9. April 2010, 22:25

Was auch hilft ist einfach die Kamera laufen zu lassen, aber so zu tun, als ob man das ganze nur noch mal vorher durchproben will. Das ist auch extrem gut bei Leuten, die immer in die Kamera sehen. Denn wenn man sagt "Ich will nur mal die Kamerabewegung testen, übt einfach noch ein bisschen", konzentrieren sie sich natürlich nicht so auf die Kamera...
Mehr Renderpower für alle!

Urlag

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Montag, 12. April 2010, 17:21

Die Sache mit dem Gelächter, und das die sich nicht mehr einkriegen kenn ich auch, oder wenn mal was schnell gehen soll und die Leute einfach nicht bei der Sache sind, oder generell gerade mal nur Scheiße machen und auf normale Lautstärke nichtmehr reagieren, dann fang ich meist an Rumzubrüllen ... das hilft :D

am Sam,stag gings Garnicht, Acht lachende Russen in nem Boot aufm See, ich mit Kamera am Rand, keiner macht was er soll, und Brüllen hat nix gebracht ... da hab ich angefangen mit Ästen zu werfen :P


aber generell glaube ich das die Stimmung auf nem Urlag-Set doch eher anders ist als bei den meisten anderen Produktionen hier ... siehe meine unzähligen Outtake-Videos XD

laScrimaurice

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12

Montag, 12. April 2010, 21:21

Hallo zusammen,

danke erstmal für die Tipps. Ausprobiert und für effektiv befunden :) soviel dazu. Zum Thema Gelächter habe ich etwas total simples. Es ist ein Trick den ich bei einem Insiderinterview über Jeff Bridges gesehen habe.

Also Jeff Bridges sitzt am Set auf seiner Position und jemand ruft "All ready, Camera A, Camera B" Dann sagt Jeff "Gimme' a sec" und auf einmal fängt er an komische Pustlaute von sich zu geben, seine Arme zu wirbeln und zu grunzen. Er spackt völlig ab nur so 3-4 Sekunden. Dann richtet er sein Haar und sagt: "I'm ready".

Ich musste extrem lachen als ich das zum ersten mal gesehen habe. Und dann habe ich nachgeforscht und recherchiert. Und tatsächlich es gilt als normale Übung von Filmschauspielern sich vor einer Szene auf das zu konzentrieren was vor ihnen liegt. Durch das abspacken lösen sich irgendwie alle Sorgen und Gedanken die nicht mit der Szene zu tun habe. Lange habe ich darüber nachgedacht ob ich das meinen Laiendarstellern antun soll. Ich habs im Produktionsteam zur Sprache gebracht und die haben erstmal gelacht und gesagt, wenn einer anfängt dann muss doch sicher das ganze Set lachen und so war es auch. Ein Mal!

Irgendwann hat keiner mehr gelacht und es wunderbar geholfen. Wir haben keine Lacher mehr, also keine unnötigen. Das Lachen am Set ist ja ein bekanntes Problem im Filmbereich. Aber dadurch haben wir das Problem wirklich sehr gut in den Griff bekommen.


Eine weitere Technik die mir ein Schauspieler gezeigt hat ist aus Amerika. Sie heisst Vokalbetonung. Es ist eine Anfängertechnik die hilft deutlicher zu sprechen. Vielleicht kennt ihr das:
Ich nehmt einen Freund, oder Verwandten als Schauspieler und er hat Angst zu spielen. Oder er spricht sehr leise, oder er nuschelt nur.

Die Technik ist simpel in der Anwendung. Man list das Script laut vor und betont die Vokale und reisst den Mund sehr weit auf. Das macht man vor den Szenen. Es dauert vielleicht ein bisschen, aber bei uns hat es eine große Wirkung gezeigt.

Ich hoffe ich konnte euch helfen.

Alfanje

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Mittwoch, 14. April 2010, 22:01

Das was Jeff Bridges da macht ist wirklich gang und gebe. Im Theater sieht man es auch oft.

Wenn ihr am Set seid, und probleme habt in eure rolle zu kommen bzw nervös oder gestresst seid:

- Rumlaufen und die arme von oben nach unten schnell schwingen, als würdest ihr eine negative energie von euch wegschütteln - dabei wird ausgepustet
- eine gute methode ist zudem einfach laut schreien
- man kann dann auch sich gegen eine wand mit beiden Händen stemmen und versuchen diese Wegzudrücken - es hilft oft auch echt viel.

allerdings sind das eher tipps für etwas anspruchsvollere Rollen und eher nicht für clips wo die "schauspieler" eher über solche tipps lachen würden.


Wer seine Rolle auch sehr ernst nimmt versucht sich eine biographie auszudenken. Auch wenn es im spielen nicht um diese dinge geht versucht man sich vorzustellen mit wem oder ob überhaupt man verheiratet ist, ob man gestern mit seiner frau/freund/kollegen stress hatte, ob die eltern verstorben sind, welche charakterzüge man hat, und wie man auf die anderen charaktere im film wirkt oder über diese denkt!

Nebenbei ist eine gute Methode improvisationen durchzuführen mit eben 2 Charakteren. Ihr glaubt garnicht welches schauspielerische talent in so manchen leuten schlummert. Bei diesen übungen habe ich schon tränen über freude und trauer, stress und hass gesehen von leuten die sich das nie vorstellen konnten. Kann gerne auf solche art von übungen gerne nochmal eingehen, wenn erwünscht!
Ich bin Künstler. Ich darf Das !!!

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Freitag, 4. Juni 2010, 15:10

Das mit dem "In die Kamera gucken" ist immer ein Problem. Aber dein Tipp hört sich schonmal logisch an. Muss ich mal ausprobieren.

Was die Vokale betrifft, das muss man auch erst mal üben... :D

Man muss doch einfach so tuen, als wäre alles echt. Denn wenn ihr auf der Straße steht und eine Bombe neben euch explodiert, rennt ihr genau so panisch weg, wie es die besten Schauspieler machen würden. :D

................(Filmkanal).................................(Zeichnungen)................

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Freitag, 4. Juni 2010, 15:25

"Tut so als wäre alles echt"

Ist das nicht die Aufgabe bzw. das Ziel der Schauspielerei? In diesem Thread geht es doch gerade darum, genau das hinzubekommen.
Damit dein "bester Tipp, den es gibt", überhaupt sinnvoll wäre, müsstest du schon noch erklären, WIE man das hinbekommen soll.

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Sonntag, 21. August 2011, 18:57

dieses Thema ist laut WBB 443 Tage veraltert? Ich werde trotzdem jetzt etwas zitieren
"Tut so als wäre alles echt"
Leichter gesagt als getan. Ich bin im Schauspielen schon etwas qualifizierter als manche meiner Freunde. In meiner Nächsten Produktion will ich auch sehr auf die Dramaturgie eingehen. Nur wie erkläre ich Ihnen "wie im echten Leben" zu spielen. Es ist doch ein tolles Gefühl sich in eine Rolle hineinzuversetzen und dann auch so zu handeln und vielleicht sogar ein bisschen zu improvisieren. Nur wie soll ich ihnen genau dieses Gefühl vermitteln und auch zu denken wie im "echten Leben"?

MfG

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17

Sonntag, 21. August 2011, 19:08

"Tut so als wäre alles echt"
Leichter gesagt als getan. Ich bin im Schauspielen schon etwas qualifizierter als manche meiner Freunde. In meiner Nächsten Produktion will ich auch sehr auf die Dramaturgie eingehen. Nur wie erkläre ich Ihnen "wie im echten Leben" zu spielen. Es ist doch ein tolles Gefühl sich in eine Rolle hineinzuversetzen und dann auch so zu handeln und vielleicht sogar ein bisschen zu improvisieren. Nur wie soll ich ihnen genau dieses Gefühl vermitteln und auch zu denken wie im "echten Leben"?
Mein "Tut so als wäre alles echt" war ein Zitat aus Ezios vorherigem Post, der mittlerweile editiert wurde. Auch an dich die gleiche Frage: WIE versetzt du dich in eine Rolle hinein? Was meinst du mit tolles Gefühl und improvisieren? Das ist doch genau das Thema hier: es werden Tipps für (Laien-)Schauspieler gesucht, die Probleme haben, sich auf ihre Rollen zu konzentrieren...

Des Weiteren kann man sich noch fragen, wie sehr sich denn ein (Laien-)Darsteller auch über seine Rolle hinaus der Kamera bewusst sein soll (er weiß immer auch, was die Kamera von ihm will) oder eben auch nicht (er geht in seiner Rolle auf und "vergisst" alles andere); wobei wir hier sicherlich schon in einem anderen Bereich der Schauspielerführung wären...

===

"Wie im echten Leben" ist übrigens missverständlich, da Filme meistens eben nicht das "echte" Leben abbilden sondern viel interessanter sein sollen, siehe folgenden Beitrag von mir in "Actionfilm Tutorial" zum Thema "Realismus"

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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »mp-cw« (22. August 2011, 13:42) aus folgendem Grund: inhaltliche Ergänzung


Geck-O

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Montag, 22. August 2011, 11:12

Zitat

Tut so als wäre alles echt.


sry hab ich mir auch schon oft sagen lassen. Ist meiner Erfahrung nach nicht wirklich hilfreich, weil man sich nur selbst in der Situation spielt. Wenn man sich einen eigenen Charakter überlegt, ist dies eine andere Person die eventuell auch vollkommen anders reagiert als man selbst.
Sicher die berühmten "Mikroausdrücke" sind sich in 99% der Fälle ähnlich, aber es gibt Reaktionen und bestimmte Mimiken die zu individuell sind.
Wobei ich auch wieder sagen muss dass das von Darsteller zu Darsteller unterschiedlich ist. Bei mir hilft es auf alle Fälle mich nicht in eine andere Situation hineinzuversetzen sondern mich in jemand anderen in dieser Situation hineinzuversetzen. Ich erschaffe mir quasi den Charakter, übe ihn, studiere ihn ein und überlege wie er bei diesem/jenem reagieren würde.

Und das setze ich dann um =)
Was mich interessiert? Eine vollkommene Szene aufbauen und sie für immer festzuhalten...

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Montag, 22. August 2011, 16:33

Was macht ihr eigentlich, wenn die Schauspieler vor der Kamera anfangen zu lachen und damit nicht mehr aufhören können? Hatte die Situation schon öfters Mal... Nun ja... Man kennt das ja... Da soll jemand spielen, hinter der Kamera grinst einer Mal kurz dumm und schon ist fast die ganze Szene geplatzt, weil der Schauspieler sich nicht mehr halten kann, sobald die Kamera auf Aufnahme steht.
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So eine Situation hat man denke ich oft. Als ich meinen SNT Kurzfilm drehte, musste einer der Darsteller plötzlich lachen. Das war die letzte Einstellung des Films, aber wir hatten noch 2 Drehtage. Nach etwa 5 Versuchen, schaffte er es nicht zu lachen, doch dann lachte die andere Darstellerin. Beim nächsten Versuch lachten wir alle. Nach etwa 11 Versuchen gab ich es auf und verschob die Szene auf den nächsten Tag. Wir machten einfach die Szene, die wir danach machen wollten. Am nächsten Tag gings allerdings wieder los und ich überlegte, wie ich es schaffen könnte, die kurz anhaltende Konzentration zu nutzen. Ich teilte die große Totale in etwa 3 Einstellungen auf. Zwar wurde es am Ende nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte, jedoch konnten die Schauspieler sich nun durchgehend konzentrieren.

Normalerweise sollte man da, wenn man merkt, dass es nicht geht eine kurze Pause einlegen, damit sich die Schauspieler auslachen und entspannen können. Manchmal bringt es aber nichts und man muss sich was ausdenken. Ich denke, wenn man den Schauspieler etwas ablenkt, indem man mit ihm kurz über etwas anderes spricht und ihn auf neue Gedanken bringt, das Lachen auch vergeht. Zb könnte man kurz etwas über seinen Gang sagen, dass er da etwas anderes gehen soll. Dabei so tun als wäre sein Gang so schlimm falsch gewesen, dass man das Lachen daraufhin überhaupt nicht mehr wahrgenommen hat. Dann wird der Schauspieler sich eher auf seinen Gang konzentrieren und da man kein großes Trara über das Lachen gemacht hat, verschwindet es auch schnell wieder.

Zitat

Tut so als wäre alles echt.


Leider ein Irrtum, das viele Leute die sich zum Schauspieler berufen fühlen glauben. Sobald man so tut als wäre man, wird das ganze sehr unecht und aufgesetzt. Als Schauspieler muss man für jede kleine unwichtige Einstellung bereit sein sich zu öffnen. Man spielt nicht nur eine Figur, man ist die Figur. Wenn die Leute später den Film ansehen, müssen sie das Gefühl haben, dass dieser Mensch seit seiner Geburt so ist. Nur die richtigen Film Freaks dürfen merken, dass sie sich in einer Illusion befinden.

Wie bringt man aber einen Schauspieler dazu? Zuerstmal muss der Schauspieler wissen, wer seine Rolle ist, was er so gemacht hat bevor die Geschichte begonnen hat und was ihn ausmacht. Handicaps im Charakter sind enorm wichtig. Die Rolle des großen steifen ruhigen Helden sollte nicht mehr als 2 mal im Film vergeben sein. Wenn ich da die deutschen Serien sehe, wo es vllt 3 unterschiedliche Typen gibt und sich 50 Leute unter diesen 3 Typen aufteilen, krieg ich die Kriese. Keiner von den Leuten hat den Mut einen ängstlichen, dummen Menschen darzustellen. Jeder will mit Stirnrunzeln sagen : Tja Herr bla bla, wir wissen genau was sie an jedem Tag gemacht haben. (dabei hochnäsig mit dem Kopf wackeln)

Man sollte erkennen, wann der Schauspieler mutig war und etwas aus sich raus gegangen ist. Ich habe ehrlich noch nie einen ausgebildeten Darsteller erlebt, der es geschafft hat etwas aus seiner Person der Rolle zuzufügen. Wenn man erkennt, dass das was man eben geboten bekommen hat, etwas wichtiges war, was der Schauspieler lieber für sich behalten hätte (zb richtig weinen fällt den Schauspielern schwer oder richtig lachen) Dann sollte man mit seinen Verbesserungsvorschlägen vielleicht noch ein wenig warten und doch lieber loben und es noch einmal machen lassen. Man muss die Schauspieler dazu motivieren, aus sich raus zu gehen und man muss ihnen zeigen, dass sie sicher sind bei diesem Team.

Frederik Braun

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Montag, 22. August 2011, 17:17

Man spielt nicht nur eine Figur, man ist die Figur.


Gerade dieser Satz ist elementar: Es geht beim Schauspiel nicht darum, so "zu tun als ob", sondern man muss die Figur sein!

Das ist immer einfacher gesagt als getan und oft mit der Durchführung ausgiebiger Konzentrationsübungen verbunden. Geht z.B. einfach mal mit geschlossenen Augen durch einen etwas größeren Raum. Denkt nicht nach, sondern versucht einfach mal den Raum zu fühlen und ruhig zu atmen. Irgendwann denkt ihr an eine Charaktereigenschaft eurer Rolle, fühlt das einfach mal und euer Gang wird sich mehr oder weniger unterbwusst verändern. Habe die Übung hier jetzt stark vereinfacht. Es geht erstmal nur ums Prinzip: Sobald euer Körper anfängt sich der Rolle angemessen zu verhalten, fällt es euch auch leichter euch in die Figur beim Handeln und Sprechen hineinzuversetzen.

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